« Heizung, Lüftung, Klima

Tausch Ölheizung in altem EFH - Alternativen? - Seite 3 teilen

26.4. -9.9.2026    43 Antworten    16 Autoren 43 2026-09-09T06:35:58+02:00
Zusammenfassung
 1  2 ... 3 
  •  auttaker
26.04.2026
43
Hallo,

nachdem ich im Finanzierungsforum schon viel Information und Hilfe bekommen habe, versuche ich es hier nach erfolgreichem Hauskauf auch. Ich habe mich schon mal ein wenig eingelesen (und einiges dabei gelernt), kenne mich aber noch zu wenig aus und würde mich sehr über Feedback, Vorschläge und Infos freuen.

Ich lese mich gerne ein, wenn jemand Links hat, bitte hier posten, damit ihr nicht alles extra schreiben müsst nochmal.

Meine Frau und ich werden in ca. 1 Monat einziehen und anfangen, das Haus zu sanieren. Die Ölheizung wollen wir austauschen, ich dachte an eine Wärmepumpe (+ PV Anlage und Speicher).

Falls wir das Geld haben, würden wir gerne in der Wohnküche eine Fußbodenheizung machen, sonst nirgends (überall Parkett), es gibt derzeit alte Radiatoren (20-30+ Jahre), die vermutlich getauscht werden müssen. Ich habe eine Beratung mit "Hauskunft" und ein Gespräch mit Heizma in den nächsten Wochen, aber bezüglich den aktuellen PV/Raus aus Öl Förderungen drängt ein wenig die Zeit.

Folgende Informationen:
EFH gebaut 1934, aufgestockt und generalsaniert 1972 in Wien, 160m2 (Erdgeschoss + 1. Stock) + Keller 45m² (unbeheizt). Garten 400m², inklusive Grundwasserbrunnen (blauer Kreis). 
Grundstück ca. 34m * 17m

2026/2026042654963.png


Energieausweis (wenn ihr mehr daraus braucht, bitte sagen):

2026/20260426262137.png

2026/20260426672886.png

Derzeit Ölheizung Viessmann (Brenner ist 4 Jahre alt, fragt nicht wieso..) mit ca 2000l pro Jahr, Strom 4008 kwH letzte Rechnung (365 Tage).

Es gibt eine Fassadendämmung (EPS-Platten 12cm), vor ~4 Jahren, aber ältere Kunststofffenster, keine Dämmung im Dachboden und Keller, d.h. nicht sehr gut gedämmt insgesamt.

Mir schwebte aufgrund des vorhandenen Grundwasserbrunnens und der guten Südlage des Daches eine  Wasser/wasser Wärmepumpe mit PV + Speicher vor. Allerdings habe ich hier im Forum dann von Sole-WP gelesen, und den Ringgrabenkollektoren, die sehr interessant klingen. Mein Schwiegervater und Schwager haben mit Lambda LWP LWP [Luftwärmepumpe] + PV super Erfahrungen gemacht, das wäre evtl. auch billiger. Wenn man heizen und kühlen könnte, wäre das natürlich sehr cool.

Meine Fragen wären:
1. Welche Heizsysteme sind am empfehlenswertesten, statt der Ölheizung?
2. Was für Begleitmaßnahmen machen dafür Sinn (zB PV-Anlage, neue Radiatoren...)
3. Könnt ihr Empfehlungen für konkrete Produkte/Firmen dafür geben, und Richtwerte für die Kosten?
-> Es gibt hier Bundes- und Landesförderungen für 7500/8000€ bei Wärmepumpen und nochmals 5000/4000€ für Tiefenbohrung (Sole bzw Wasser-WMP) - was hier reinspielen könnte im Vergleich.

Sorry für den Wall of Text, und vielen Dank schon im Voraus :)

  •  auttaker
8.9.2026 23:58  (#41)
@Akani 
Wir haben nur alte Radiatoren, keine Fußbodenheizung, ich vertraue dem IDM Installateur grundsätzlich am meisten, 
der ist ehrlich und korrekt, aber ich habe von ~ 8 Angeboten bis jetzt noch keine überzeugende Berechnung / Aufstellung gesehen, bis jetzt hatten alle Pufferspeicher in verschiedenen Größen. 

Ich gehe von 55 Grad Vorlauf aus für die Radiatoren, das kam aber auch nur von den Installateuren, ich habe keine belastbaren Daten dafür.

Laut EAWEAW [Energieausweis] H ~ 28375/3629*24 ​=0,326 kW/K Wärmeverlust
Norm-Außentemperatur von −12,8 °C
Innentemperatur: 22−(−12,8)=34,8K
Damit ist Heizlast​ ~ 0,326*34,8=11,34 kW

Kennlinie:
Außentemperatur geschätzter Wärmebedarf
+15 °C 2,28 kW
+12 °C 3,26 kW
+10 °C 3,91 kW
+7 °C 4,89 kW
+5 °C 5,54 kW
+2 °C 6,52 kW
0 °C 7,17 kW
−5 °C 8,80 kW
−7 °C 9,45 kW
−10 °C 10,43 kW
−12,8 °C 11,34 kW
−15 °C 12,05 kW
Panasonic gibt für die T-CAP-M-Serie an, dass sie bei 55 °C bis −15 °C ihre Heizleistung halten kann, also 12 kW
Das sollte also 12/0,326= 36,8K sein
Bei 22 °C innen: 22−36,8 ca. −14,8°C
Panasonic: theoretischer Bivalenzpunkt ≈ −15 °C, meine NAT liegt bei −12,8 Grad, also schaut das OK aus, oder?

Für iDM:
Außentemperatur iDM max. Heizleistung mein Haus
+7 °C 11,68 kW 4,89 kW

+2 °C 10,74 kW 6,52 kW

−7 °C 9,85 kW 9,45 kW

−10 °C 9,58 kW 10,43 kW

−15 °C 8,67 kW 12,05 kW

−20 °C 7,99 kW 13,68 kW

Bivalenzpunkt ist ~ -8 °C bei 55 Grad Vorlauf
Bei NAT −12,8 °C ist die Lücke : 11,34−9,07 ~ 2,3kW

Modulation:

2026/20260908567290.png

Bei mir sollte dann bei ca 10 Grad schluss sein mit iDM bzw dann taktet sie.
 
  • bei +10 °C ≈ 3,9 kW
  • bei +7 °C ≈ 4,9 kW
  • bei +2 °C ≈ 6,5 kW

@ds50 Der Energieberater hatte schon einen Energieausweis, von Februar 2026. Allerdings sind da mögliche Dämmung von Keller und Decke nicht inkludiert (aber explizit erwähnt als sinnvolle Maßnahmen):  

2026/20260908648835.png

Er hatte auch aufgrund meiner Angaben mit Ölverbrauch usw. den Energiebedarf berechnet, er hat da den worst Case von 2500 Liter (höchstes Verbrauchsjahr) genommen und ist in die Nähe vom Energieausweis gekommen, und meinte 11 kW für die Wärmepumpe ohne Dämmaßnahmen.

Eigene "Heizlastberechnung" kommt auch auf ca 12,12 kW, Hottinger kW = 22768 * (22 - -12,8) / (3629 * 18), Formel nach Weiersmüller auf 9,4 kW (mit 2500l Öl)

@ds50 Dumme Frage: Ich habe die schon gefragt und bilde mir ein, dass kein paralleler Speicher eingebaut wird, nur ein Serieller (weil ich eben hier oft gelesen hat, dass davon abzuraten ist). Wo kann ich schauen, was eingebaut wird? 
Bzw. wer könnte mir das denn seriös planen? Ich würde dafür auch zahlen, wenn das passt, ich kanns jedenfalls nicht. Hast du da Tipps?

@Markus98: Da der Verbrauch in den 4 Jahren von 1700 - 2500 Liter schwankte, wurden da die 2500 Liter wohl genommen, die 2000 L war so der durchschnitt. 

Mein bestes Angebot war 24.000 netto für die Tiefenbohrung und 4.500 für Leitungen, Schacht etc. Also teuerer als die komplette LWP LWP [Luftwärmepumpe] + Rohrsanierung usw. Und dann kommt erst die Wärmepumpe dazu, würde sich in dem Leben nicht mehr rechnen leider..

Ich hab gefühlt schon 1000 Sachen berechnet, recherchiert, gefragt, aber irgendwie scheint es extrem schwer zu sein, da jemanden zu finden, der das - laut Forenmeinung - richtig macht. Die Empfehlungen haben alle abgesagt, bzw. war nicht möglich (RGK), frustrierend irgendwie :(




1
  •  IngoSE
9.9.2026 1:47  (#42)
Ich weiß, Hausdaten und andere Bedingungen sind immer individuell.
Mein Beitrag befasst sich nicht mit der Frage: Radiatoren / Puffer / Abtauen / LWP
Ich möchte nur zur pauschalen Annahme - Radiator gleich 55Grad Vorlauf - sagen,
daß mein Papierhaus (schwedisches Standard-Holzhaus) aus 1979 noch seine originalen
Blechheizkörper (vergleichbar zum alten Typ 10, und Zweirohrsystem) hat (EAWEAW [Energieausweis] - D).
Papierhaus deswegen, weil es keine Masse zum Halten eines wenigstens geringen Teils
der Tageswärme verfügt - Außentemperaturänderungen schlagen sehr schnell durch.
Mein NAT liegt eigentlich bei -18 Grad, die härteste Nacht dieses Jahres hatte fast -22 Grad.
In dieser Nacht lag der berechnete und der reale Vorlauf immernoch knapp unter 55 Grad.
Die 8kW Solemaschine lief auf halber Kraft (im Bild kommt später noch ein WW WW [Warmwasser]-Zyklus).


2026/20260909915187.png

Dein NAT ist etwas kuscheliger, und Dein Haus hält sicher mehr Wärme als meines.
Im Zweifel könnte man auch mit Spreizungsoptimierungen unter den 55 bleiben.
Um es nochmal zu unterstreichen, die HK an einer WP WP [Wärmepumpe] sind offen, d.h. ohne Thermostat, mit
dem sich früher ein Radiator am satten Vorlauf bedienen konnte, sondern werden nur für den
hydr.Abgleich einmalig fix gedrosselt und sonst direkt mit der Heizkurventemperatur angefahren.



1
  •  ds50
  •   Gold-Award
9.9.2026 6:35  (#43)

zitat..
auttaker schrieb: Der Energieberater hatte schon einen Energieausweis, von Februar 2026. Allerdings sind da mögliche Dämmung von Keller und Decke nicht inkludiert (aber explizit erwähnt als sinnvolle Maßnahmen):

 

zitat..
auttaker schrieb: Er hatte auch aufgrund meiner Angaben mit Ölverbrauch usw. den Energiebedarf berechnet, er hat da den worst Case von 2500 Liter (höchstes Verbrauchsjahr) genommen und ist in die Nähe vom Energieausweis gekommen, und meinte 11 kW für die Wärmepumpe ohne Dämmaßnahmen.

Ich zeig dir meine Rechnung:

2500l Öl = 25000 kWh Wärmeverbrauch. Bei Wirkungsgrad von großzügigen 90% des Ölkessels (da erst 4 Jahre alt) sind das 22500 kWh. Für angenommene 3 Personen im Haus ziehe ich 2500 kWh an WW WW [Warmwasser] ab.

So komme ich auf 20000 kWh Heizwärmebedarf fürs schlechteste Jahr.

Wenn wir jetzt dank geplanter Dämmung 20% Reduktion annehmen können, dann sinkt der HWB auf 16000kWh. Zufälligerweise ziemlich genau der HWB von meinem grottigen Haus (also grottig der HWB für einen Neubau, nicht das Haus an sich 😂) - und ich betreibe dieses mit einer popeligen 6kW Sole-WP. 🥸

Was ich damit sagen will:

1. Ohne belastbaren EAWEAW [Energieausweis] ist alles ein wenig Herumraterei. Es wäre schon wichtig, einen EAWEAW [Energieausweis] aufgrund der tatsächlich getroffenen Maßnahmen zu haben, denn dieser digitale Zwilling ist die Grundlage all weiterer Berechnungen!
Bei bereits bestehendem EAWEAW [Energieausweis] sollte es doch ein Leichtes sein, mit den tatsächlich geplanten Bauteilen zu aktualisieren.

2. Deine Berater haben anscheinend den worst case Jahresverbrauch mit dem worst case EAWEAW [Energieausweis] kombiniert. Ebenso wird eine Worst-Case VLT von 55°C als gesetzt angenommen. Die Gefahr, hier wegen den ganzen Worst Cases eine überdimensionierte WP WP [Wärmepumpe] vor die Nase gesetzt zu bekommen, ist relativ hoch (siehe Punkt 1).
Gedankenspiel: Angenommen, dein Haus hat eine reale Heizlast von nur 8kW. Dann würde die 4-12er WP WP [Wärmepumpe] in über 50% aller Heiztage fröhlich vor sich hin takten!

3. Wenn der Speicher wirklich seriell eingebaut wird, dann sehe ich damit kein Problem. Ich hab aber die Erfahrung, dass IDM gerne einen Speicher "zur Laufzeitverlängerung" einbaut, und dieser kann mMn nur parallel sein. Ich würde mich mit Händen und Füßen dagegen wehren, aber wenn Hersteller und Installateur diesen BS glauben, dann kann es schwer werden. Bei Uneinsichtigkeit hilft ein Hersteller- / Instiwechsel. Wer zahlt, schafft an.

Zur Auslegung von LWP LWP [Luftwärmepumpe] kann ich (bis auf die Bivalenzkurvenauslegung) leider nix beitragen.

1
 1  2 ... 3 


Beitrag schreiben / Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: Öl-Einzelofen in Pellet oder Kombi Holz/Pellet oder Kaminofen tauschen