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Epoxidharzbeschichtung auf geflügeltem Beton

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  •  neverever
11.12. - 22.12.2025
10 Antworten | 4 Autoren 10
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Hallo!

Wir haben in 2 Räumen einen flügelgelätteten Betonboden mit Hartkorneinstreu. Der Beton wurde bis zum "spiegeln" geglättet, ist also prinzipiell wirklich sehr glatt und hart.

Aus verschiedenen Gründen brauchen wir jetzt aber doch eine Epoxidharzbeschichtung, welche von unserer Baufirma aus Kulanz tlw. übernommen wird.

Der Vorschlag unserer Baumfirma ist wie folgt:

leichtes Anschleifen 0,5-1mm (Flex mit Diamantschleifscheibe)
1x grundieren mit Sikafloor 150
am nächsten Tag dann aufbringen von ca 2kg/m² Sikafloor 2600, direkt danach einstreuen von Farbchips
am nächsten Tag dann noch versiegeln mit Murexin 150TC gemischt mit "Antirutschmittel"

Nachdem ich hier im Forum schon viel zum Thema Epoxidharzbeschichtungen gelesen habe, haben sich doch ein paar Punkte ergeben wo ich mir unsicher bin:

1) Ist das relativ oberflächliche Anschleifen bei einem geflügeltem Beton mit Hartkoneinstreu ausreichend damit sich eine gute Haftung gibt?

2) Reichen 2kg/m² aus für eine Beschichtung? Laut Datenblatt wären das nur etwa 1,5mm. Im Datenblatt steht allerdings auch dass man das Epoxidharz mit Quarzsand mischen kann, das wäre vermutlich vorteilhaft um etwas mehr Dicke zu bekommen? Gesagt hat der von der Baufirma aber nichts davon.

3) Das "Antirutschmittel" sind vermutlich Sikafloor Glasperlen (muss ich noch nachfragen). Nachdem der Boden regelmäßig feucht wird, aber auch gut reinigbar sein muss ist das vermutlich das richtige?

4) In der Mitte des Raums gibt es eine Ablaufrinne (ähnlich einem Duschablauf) wie sollte der Anschluss hier ausgeführt sein? Das wusste der von der Baufirma nicht, muss er noch seinen Beschichter fragen.

Falls jemand Antworten oder Punkte hat die ich vergessen habe wäre ich sehr dankbar, irgendwie habe ich etwas Bauchweh bei der ganzen Thematik...

  •  Pit
  •   Bronze-Award
13.12.2025  (#1)

zitat..
neverever schrieb: 1) Ist das relativ oberflächliche Anschleifen

nur leicht anschleifen wird auf Dauer nicht funktionieren. So ein Untergrund mit Hartkorn musst man schon ordentlich vorbehandeln. Da bist du mehrere (!) Stunden nur mit dem Schleifen beschäftigt. Der Glanz muss auf jeden Fall weg.


zitat..
neverever schrieb: Reichen 2kg/m² aus für eine Beschichtung?

Ja, das ist grundsätzlich ok. Ein Quarzsand wird dazu gemischt, damits fülliger und stabiler wird. Und dann kommst du auf die 2-3mm.


zitat..
neverever schrieb: Das "Antirutschmittel"

Wieso wechselt er in einem Systemaufbau den Hersteller? Wenn alles von Sika ist, soll er bei Sika bleiben. Hier käme Sikafloor 316 zum Einsatz (ist teurer, daher greift er wahrscheinlich zum billigeren Produkt - darf aber nicht sein). Die Frage ist, braucht man die letzte Schicht...


zitat..
neverever schrieb: wie sollte der Anschluss hier ausgeführt sein?

Bei solchen Einbauten wird eine Verkrallungsnut hergestellt. Der Beschichter muss eigentlich wissen, wie sowas funktioniert.


zitat..
neverever schrieb: Punkte hat die ich vergessen habe

naja, es gibt viele Punkte, auf die man achten sollte.
Schau dich im Forum mal durch, da gibt es viele Themen und wurden auch ausführlich besprochen.




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  •  Stoffal02
  •   Silber-Award
13.12.2025  (#2)
Bei uns wird als antirutschmittel einfach viel quarzsand eingestreut nach der beschichtung und am nächsten tag abgesaugt und versiegelt.

Ich würde auch drauf bestehen, dass ordentlich aufgeraut wird. z.B. Kugelgestrahlt. Jetzt ist es vermutlich günstiger einfach nur ein wenig mit der flex drüberzuschrubben. Was hilft es dir aber, wenn in ein paar Jahren sich die Beschichtung vom Untergrund löst und hohl wird?

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  •  speckulazius
  •   Bronze-Award
13.12.2025  (#3)
Wir hatten eine ähnliche Situation. Ich habe einen Raum nur mit der Flex abgeschliffen. Hat ewig lang gedauert. Für den größeren Raum hab ich mir eine Schleifmaschine ausgeborgt die man normalerweise zum schleifen von Beton zu Terrazo verwendet. War damit wesentlich schneller und angenehmer.
Haftungaprobleme gibt es dort und da nicht.

Der größere Raum hat eine Sandeimstreuhung, der andere ist glatt und rutschgefährlich. 
Ich würde es wieder so machen.

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  •  neverever
14.12.2025  (#4)
Danke für die Rückmeldungen!

zitat..
Pit schrieb: nur leicht anschleifen wird auf Dauer nicht funktionieren


Für das Schleifen hat er einen Tag eingeplant, das sollte dann hoffentlich passen. 

zitat..
Pit schrieb: Wieso wechselt er in einem Systemaufbau den Hersteller? Wenn alles von Sika ist, soll er bei Sika bleiben. Hier käme Sikafloor 316 zum Einsatz (ist teurer, daher greift er wahrscheinlich zum billigeren Produkt - darf aber nicht sein). Die Frage ist, braucht man die letzte Schicht...

Werde noch nachfragen warum er einen anderen Hersteller nimmt. Er meinte nach den Farbchips gehört es nochmal versiegelt? 
Hab jetzt ins Datenblatt der Beschichtung geschaut, da ist die Versiegelung als optional angeführt. Empfiehlt sich eine Versiegelung oder eher nicht?


zitat..
Pit schrieb: Bei solchen Einbauten wird eine Verkrallungsnut hergestellt. Der Beschichter muss eigentlich wissen, wie sowas funktioniert.

Danke, werde ich nachfragen. Bisher hab ich nur mit dem von der Baufirma geredet und noch nicht mit dem Beschichter selbst.


zitat..
Stoffal02 schrieb: Bei uns wird als antirutschmittel einfach viel quarzsand eingestreut nach der beschichtung und am nächsten tag abgesaugt und versiegelt.

Wird das dann nicht zu rau? Wurde mir zumindest von der Baufirma gesagt dass das die "gröbere" Variante ist und beim reinigen/aufwaschen nicht mehr so praktisch ist.


zitat..
speckulazius schrieb: Der größere Raum hat eine Sandeimstreuhung, der andere ist glatt und rutschgefährlich.

Der ohne Einstreuung ist komplett ohne irgendein Antirutschmittel? Und dann vermutlich im feuchten Zustand rutschig?

Danke nochmal für die Antworten!




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  •  Pit
  •   Bronze-Award
14.12.2025  (#5)
Wie Stoffal02 auch sagt, kugelstrahlen wäre natürlich die bessere und schwitzfreiere Variante 😋
Aber für kleine Flächen kommt dir kein Kugelstrahler (zumindest nicht fürs normale Budget). Noch dazu brauchst du auch einen 63A Stromanschluss (es gibt auch kleinere Geräte mit 32A Anschlüsse).
Aber mit intensivem Schleifen erreichst du auch den notwendigen Haftzug.

Grundsätzlich braucht man keine transparente Schicht. Die sind eher sogar problematisch, da diese nicht gegen alle Weichmacher beständig sind. Wenn du zB billige Reifen hast und länger auf der Fläche stehst, kann es zu Fleckenbildungen kommen.
In der Regel werden private Garagen mit Chipseintreuungen gemacht, dies ist auch ausreichend und sogar so in der OIB-Richtlinie geregelt.
Man kann den natürlich rauer machen, aber man muss Bedenken, dass die Reinigung dann auch schwerer wird.

Es gibt günstige Versiegelungs-Materialien die mit Wasser verdünnt werden können. Die können auch rutschig sein...haben jedoch nicht wirklich viel mit gespachtelten Beschichtungen zum tun. Die haben einen ganz anderen Oberflächen-Gleitreibbeiwert.


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  •  neverever
14.12.2025  (#6)
Ich denke/hoffe mit schleifen reicht es, werde jedenfalls schauen dass es gründlich gemacht wird.

Es handelt sich nicht um eine Garage sondern um zwei Verarbeitungs/Lagerräume. 

Bzgl. der Versiegelung (ob und welche) werde ich nochmal nachfragen wenn ich dann direkt mit dem Beschichter Kontakt habe.

zitat..
Pit schrieb: Bei solchen Einbauten wird eine Verkrallungsnut hergestellt. Der Beschichter muss eigentlich wissen, wie sowas funktioniert.

Darf ich für mich nochmal nachfragen: D.h. rundherum einen Spalt bzw. Keil mit ~10mm Breite und 10-20mm Tiefe herausschneiden und den mit der Beschichtung (Sikafloor 2600) auffüllen, oder gehört da ein anderes Material rein? Davon war nämlich keine Rede beim ersten Gespräch.

Vielen Dank für deine Hilfe!


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  •  speckulazius
  •   Bronze-Award
15.12.2025  (#7)
Meine Garage wird gewerblich genutzt mit Kundenverkehr, da hab ich eine Sandeinstreuung.

Trockener Dreck ist genauso gut zum kehren. Aber feuchter Dreck ist mühsam zum auswischen, da ist der spiegelglatte Boden besser.

Im Endeffekt ist mir der sandige Boden lieber, auch privat. Besser sicher und dreckig als umgekehrt. Aber das kann jeder selbst entscheiden.

Ich fahre auch ein hellgelbes Auto, weil ich lieber schnell gesehen werde und es mir nicht so wichtig ist wenn man den Dreck schnell sieht. 

Aber die allermeisten Autos sind grau und nicht gelb. Also bin ich wohl komisch.

1
  •  neverever
21.12.2025  (#8)

zitat..
speckulazius schrieb: Aber feuchter Dreck ist mühsam zum auswischen, da ist der spiegelglatte Boden besser.


Danke für den Input, leider handelt es sich wie gesagt um einen Verarbeitungs- und einen Lagerraum, daher ist die Möglichkeit für einfaches und gründliches Aufwischen wichtig. Ansonsten bin ich auch immer für "Funktion vor Optik".

Am Freitag hat die Baufirma begonnen zu schleifen - mit 230mm Winkelschleifer, Absaugung und einer Diamant-Topfscheibe. Gefühlsmäßig ist nur sehr wenig abgetragen worden, laut seiner Aussage wird das "spiegeln" weggeschliffen und das reicht. Es wurde sicher überall eine (eben dünne) Schicht abgetragen, glatt kommt es mir noch immer vor. Für die ~15qm bisher hat er gute 3-4h geschliffen. Kleinigkeiten möchte er nachdem alles einmal geschliffen und gesaugt wurde nochmal nachschleifen.

Hier obere Hälfte geschliffen, unten ungeschliffen:


2025/20251221122806.jpg

Hier eine Nahaufnahme des geschliffenen:


2025/20251221291313.jpg

Hast du eine Meinung dazu @Pit ?



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  •  Pit
  •   Bronze-Award
22.12.2025  (#9)

zitat..
neverever schrieb: Hier eine Nahaufnahme des geschliffenen:

Wenn das so aussieht, dann passt das 👍

Wichtig in dieser Jahreszeit -> auf die Untergrundtemperatur achten ❄️ 


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  •  neverever
22.12.2025  (#10)
Super, vielen Dank für die Rückmeldung!

Raum ist beheizt und hat über 20 Grad

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