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Schadet eine PV dem Foliendach?

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  •  orlando
  •   Silber-Award
25.7. - 3.8.2023
36 Antworten | 11 Autoren 36
36
Hallo,

wir bekommen eine PV (Ost/West) mit Ballastierung auf unser Flachdach mt FPO Folie und Kies. Statisch sollte es kein Problem sein, aber mein Baumeister rät mir trotzdem "dringend" (sic) ab, das zu machen. Er schätzt das Risiko, dass man die Dachhaut damit verletzt, wenn die Anlage durch Wind wandert oder durch die horizontalen Kräfte - falls die Anlage eben nicht rutscht sondern die Folie mitnimmt - reißt.
Als Referenz hat er mir diesen Artikel geschickt:
ico https://www.haustec.de/energie/pv-module/flachdachmontage-die-lasten-von-pv-modulen-werden-oft-unterschaetzt

Seiner Meinung nach sind auch die Langzeiterfahrungen noch nicht ausreichend vorhanden um das zu riskieren.
Gibt es hier auch schon Erfahrungen zu solchen Schadensszenarien?

LG Roland

  •  bautech
  •   Gold-Award
31.7.2023  (#21)
Just my two cents...

Die Beantwortung der eingangs gestellten Frage ist abhängig vom Gebiet, wo die PV errichtet werden soll.
Es macht massive Unterschiede, ob ich 5 oder 25kg Ballast/m2 brauche - und der Ballast ergibt sich aus dem Windangriff...

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
31.7.2023  (#22)
Kommt auch aufs system an. Das k2 hat bei mir so wenig bei einen Kunden ausgemacht(vom ballast) das ich gesagt hab das würd ich mich nicht trauen. Wäre aber gesünder.
Generell ist die Statik zu hinterfragen was das Dach kann und auch die Dämmung und das macht und kann keiner, weils meist keine Statiken gibt und keiner von uns Statiker ist. Da kommen wir in andere Preisphären.
Nur das Dach ist das wichtigste. Wasser ist schlimm. Meine Gartenhütte wurde zb unterspült und steht schief. Schaden an die 10000euro für eine 3x3m Hütte

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  •  hellsayer
  •   Bronze-Award
1.8.2023  (#23)

zitat..
uzi10 schrieb: Generell ist die Statik zu hinterfragen was das Dach kann und auch die Dämmung und das macht und kann keiner, weils meist keine Statiken gibt und keiner von uns Statiker ist. Da kommen wir in andere Preisphären.

Ich habe mir vom Statiker eine Freigabe bis 2,5 kN/m2 erteilen lassen "mit Zusatzreserven für PV". KA ob das ausreichend ist oder ob die EPS-Thematik damit erledigt ist...

LG


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  •  Hobbyplaner
  •   Silber-Award
1.8.2023  (#24)

zitat..
hellsayer schrieb: Ich habe mir vom Statiker eine Freigabe bis 2,5 kN/m2 erteilen lassen

Die gilt aber nur fürs Tragwerk, jedoch nicht für den Dachaufbau.


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  •  orlando
  •   Silber-Award
2.8.2023  (#25)
Jedenfalls hat diese Diskussion bei mir ausgelöst, dass ich mir den Projektbericht meines PV-Anbieters nochmal angesehen habe. Tatsächlich bin ich draufgekommen, dass einige Projektparameter nicht korrekt eingegeben waren. Dadurch hat sich in der Ballastierung doch noch einiges geändert.

Ich glaube viele Kunden verlassen sich hier - berechtigterweise - darauf, dass richtig gerechnet wurde. Das wäre mir jetzt auch fast passiert. Bei mir hat die Berechnung der Anbieter der UK gemacht und der PV-Monteur hat sich selber auch auf die Richtigkeit dieser Berechnung verlassen - weil natürlich aktuell Zeitmangel.

D.h. lieber nochmal vor der Ausführung die Planung kontrollieren. Weil man gerade bei einem Flachdach genau drauf schauen, dass die Ausführenden richtig planen.

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  •  helyx
  •   Gold-Award
2.8.2023  (#26)
Ja hier wird sehr viel bewusst optimiert/gepfuscht um Kosten/Aufwand zu sparen.
Egal ob Gebäudekategorie, abgeminderte Werte bei Wind/Schnee(10 oder 25 jährige Werte), niedrigere Gebäudehöhen, falsche Attikawerte, Randabstände, Reibwerte beim Flachdach etc...

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  •  orlando
  •   Silber-Award
2.8.2023  (#27)

zitat..
hellsayer schrieb:

KA ob das ausreichend ist oder ob die EPS-Thematik damit erledigt ist...

wie schon Hobbyplaner schreibt, das ist die Statik. Auch wichtig aber für die EPS-Thematik nicht relevant. Wichtiger hier ist, dass das Gewicht nicht zu hoch bzw. gut verteilt ist, weil EPS nicht so eine hohe Dauerdruckfestigkeit hat wie XPS. Bei mir haben sich dadurch größere Basisplatten in der UK ergeben, damit das Gewicht besser verteilt ist.


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  •  gsilly
  •   Gold-Award
2.8.2023  (#28)
damit das etwas klarer wird mit evtl. eindrückungen bei flachdach/EPS ein beispiel wie das überschlagsmäßig abgeschätzt werden kann. annahme ungünstigster lastfall = eigengewicht + schnee

eigengewicht module + UK + ballast = 0,3 kN/m²
schnee (je nach standort) = 1,2 kN/m²
gesamt (ohne sicherheitsbeiwerte) = 1,5 kN/m²

diese last mit der modulfläche multipliziert = 1,5 kN/m² x 1,8 m² = 2,7 kN

also pro modul entstehen rund 270 kg belastung welche über die auflagepunkte der UK in das EPS eingeleitet werden müssen. um die zulässige dauerdruckspannung von standard EPS (150 kPa) = 0,05 N/mm² (stauchung nach 50 jahren < 2 %) einzuhalten, ergibt sich eine notwendige auflagefläche von A = 2700 N/0,05 N/mm² = 54000 mm².

ein K2-EPDM auflagepad hat eine fläche von rund 28500 mm². da wären also pro modul 2 stk. nötig um dauerhaft auf der sicheren seite zu sein. je nach UK-system "teilen" sich mehrere module einen auflagepunkt. bei standard O/W systemen mit klemmung an der kurzen modulseite müsste eine ganze modulfläche als lasteinzugsfläche angesetzt werden. da wäre die spannung im gezeigten beispiel dann doch deutlich (ca. faktor 2) überschritten!

die 0,05 N/mm² sind natürlich sehr konservativ weil schnee ja nicht das ganze jahr über vorhanden ist und auch nicht jedes jahr die normwerte auftreten.

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  •  helyx
  •   Gold-Award
2.8.2023  (#29)
Schnee setzen alle Hersteller als kurzfristige Belastung an - sonst wären gerade die 2% nie einhaltbar... 
Aber um sauber zu sein musst du bei vielen modernen Modulen eh auf der langen Seite klemmen und dann hast du zwei Schienen pro Modul und es verteilt sich deutlich besser.

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  •  hellsayer
  •   Bronze-Award
2.8.2023  (#30)
Danke für die Ausführungen - ich werde mal die Ballastierungsberechnung anfordern, so es überhaupt eine gibt... Schnee gibt es bei uns etwa 2 Wo/Jahr maximal, aber trotzdem will ich hier einer Abklärung nachgehen. LG

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  •  gsilly
  •   Gold-Award
2.8.2023  (#31)

zitat..
helyx schrieb: Schnee setzen alle Hersteller als kurzfristige Belastung an - sonst wären gerade die 2% nie einhaltbar... 

ja klar. aber gerade beim flachdach kann es eben auch mal sein, dass der schnee längere zeit auf den modulen liegt. und dann kriecht dir das EPS unter den auflagepunkten weg und es kommt zu einpressungen. über die lebensdauer der PV gesehen wird dieses ereignis nicht sonderlich häufig auftreten, in sehr schneereichen regionen aber sicher nicht ganz ohne.

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  •  Solarbuddys
  •   Gold-Award
3.8.2023  (#32)

zitat..
orlando schrieb:

Jedenfalls hat diese Diskussion bei mir ausgelöst, dass ich mir den Projektbericht meines PV-Anbieters nochmal angesehen habe. Tatsächlich bin ich draufgekommen, dass einige Projektparameter nicht korrekt eingegeben waren. Dadurch hat sich in der Ballastierung doch noch einiges geändert.

Ich glaube viele Kunden verlassen sich hier - berechtigterweise - darauf, dass richtig gerechnet wurde. Das wäre mir jetzt auch fast passiert. Bei mir hat die Berechnung der Anbieter der UK gemacht und der PV-Monteur hat sich selber auch auf die Richtigkeit dieser Berechnung verlassen - weil natürlich aktuell Zeitmangel.

D.h. lieber nochmal vor der Ausführung die Planung kontrollieren. Weil man gerade bei einem Flachdach genau drauf schauen, dass die Ausführenden richtig planen.

Viele Kunden verlassen/glauben DAS jemand rechnet - die Realitaet ist leider oft sehr ernuechternd 


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  •  Altromondo
  •   Bronze-Award
3.8.2023  (#33)
Meine PV wurde 2023 auf einem 5 Jahre alten Flachdach errichtet und ich habe Zweifel ob alles perfekt passt (Schutzmatte, Ballast).

Dokumentation oder Berechnungen dazu hab ich keine. Nur das Datenblatt der Unterkontruktion.

Wie würdet ihr da an meiner Stelle vorgehen?

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  •  helyx
  •   Gold-Award
3.8.2023  (#34)
Nicht drüber nachdenken ;).
Oder mal nach nem Regen schauen ob es Pfützenbildung gibt etc. 
Das Wasser zeigt dir ja am besten ob es stärkere Verformungen gibt.
Ansonsten v.a. kontrollieren ob die Hochzüge bei der Attika noch alle einwandfrei sind.
Gerade Schrumpfung von Sarnafil mit Belastung an der Dachhaut kann dort zu Wassereintritt führen.

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  •  gsilly
  •   Gold-Award
3.8.2023  (#35)

zitat..
Altromondo schrieb: Wie würdet ihr da an meiner Stelle vorgehen?

falls du doch drüber nachdenken möchtest --> eigenen thread aufmachen und alle details zu den betroffenen komponenten einstellen. gemeinsam bringen wir da schon eine abschätzung zusammen. aber im ersten step würde ich auch einfach mal kontrollieren.


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  •  Altromondo
  •   Bronze-Award
3.8.2023  (#36)

zitat..
helyx schrieb: Nicht drüber nachdenken ;).

😃 👍


zitat..
helyx schrieb:

Nicht drüber nachdenken ;).
Oder mal nach nem Regen schauen ob es Pfützenbildung gibt etc. 
Das Wasser zeigt dir ja am besten ob es stärkere Verformungen gibt.
Ansonsten v.a. kontrollieren ob die Hochzüge bei der Attika noch alle einwandfrei sind.
Gerade Schrumpfung von Sarnafil mit Belastung an der Dachhaut kann dort zu Wassereintritt führen.

Danke für Deine Antwort!
Stehendes Wasser in der Nähe der Abflüsse hatte ich auch vor der PV. (Kein Handlungsbedarf.)
Ich mache mir auch keine Sorge um die Fläche sondern um die Hochzüge.
Ich bilde mir ein dass es dort schon vor der PV eher gespannt hat und der hier im Thread beschriebene Effekt von seitlichen Zugkrägften hat mich aufhorchen lassen...


zitat..
gsilly schrieb: im ersten step würde ich auch einfach mal kontrollieren.

Werde ich machen. Danke für Deine Antwort!




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