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Schadet eine PV dem Foliendach?

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  •  orlando
  •   Silber-Award
25.7. - 3.8.2023
36 Antworten | 11 Autoren 36
36
Hallo,

wir bekommen eine PV (Ost/West) mit Ballastierung auf unser Flachdach mt FPO Folie und Kies. Statisch sollte es kein Problem sein, aber mein Baumeister rät mir trotzdem "dringend" (sic) ab, das zu machen. Er schätzt das Risiko, dass man die Dachhaut damit verletzt, wenn die Anlage durch Wind wandert oder durch die horizontalen Kräfte - falls die Anlage eben nicht rutscht sondern die Folie mitnimmt - reißt.
Als Referenz hat er mir diesen Artikel geschickt:
ico https://www.haustec.de/energie/pv-module/flachdachmontage-die-lasten-von-pv-modulen-werden-oft-unterschaetzt

Seiner Meinung nach sind auch die Langzeiterfahrungen noch nicht ausreichend vorhanden um das zu riskieren.
Gibt es hier auch schon Erfahrungen zu solchen Schadensszenarien?

LG Roland

  •  bautech
  •   Gold-Award
25.7.2023  (#1)

zitat..
orlando schrieb: wir bekommen eine PV (Ost/West) mit Ballastierung auf unser Flachdach mt FPO Folie und Kies

Servus,

ähnliche Voraussetzungen hatte ich 2022 bei der Errichtung unserer PV, einzig ist bei uns das Dach mit EPDM und nicht mit FPO eingedeckt.
Wenn die richtige Unterkonstruktion gewählt wird passiert die Montage auf dem Kies, somit durchdringungsfrei und minimal invasiv für die Eindeckung. Vielleicht kannst mal abklären, wie die Montage vonstatten gehen sollte.


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  •  orlando
  •   Silber-Award
25.7.2023  (#2)
Geplant ist eine Aufständerung von Schweizer, bei der die Basisplatten auf Vlies auf die Folie aufgesetzt werden. Es ist natürlich durchdringungsfrei und wird mit passenden Steinen und Wannen, die eingehängt werden ballastiert.

Siehe ico


Das wird allerdings nicht auf den Kies gesetzt, sondern an diesen Stellen kommt der Kies zur Seite.

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
25.7.2023  (#3)
bei Aerocompact steht zb drin wieviel Kies du min. haben sollst

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  •  orlando
  •   Silber-Award
25.7.2023  (#4)

zitat..
uzi10 schrieb:

bei Aerocompact steht zb drin wieviel Kies du min. haben sollst

hi,

was meinst Du damit? Ich habe natürlich eine Windlastberechnung. Die Aufständerung wird  dementsprechend mit Steinen ballastiert. Der Baumeister hat aber Angst, dass die Anlage eben nicht rutscht, sondern bei Wind horizontal so stark an der Folie zieht, dass Schäden an den Rändern entstehen. Die Kiesschüttung bleibt natürlich und wird nur an den Punkten mit dem Vlies zur Seite geschoben.

Was ich nicht verstehe: wenn das allgemein ein Problem wäre würde es doch von den Anbietern von Aufständerungen für Flachdächer vielleicht Verstrebungen geben, die horizontal gegen die Attikawand gestellt werden um ein Verschieben zu verhindern. Oder sehe ich das zu naiv?

LG


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  •  orlando
  •   Silber-Award
25.7.2023  (#5)
Noch etwas weiter recherchiert -> auf den Raupeneffekt gestossen 😱 und dabei gelesen, dass Fixierung an der Attika tatsächlich eine Option ist ...

Was habt ihr Flachdachler um dem Raupeneffekt entgegenzuwirken? Regelmäßig Nachsehen und Zurückschieben? 😉

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
25.7.2023  (#6)
ich glaube das das niemand oder so gut wie niemand berücksichtigt. jeder schaut nur das der schotter nicht die Dachdichtung durchreibt.
Aber was Dachfirmen sagen, sind PV Anlagen auf Flachdächer nix optimales. Jeder findet es praktisch aber Dachfirmen sagen, da eher gegenteiliges, weil man durch das Gewicht die Dämmung eindrückt und sich dort Wasser sammelt und nicht so nach den Gefälle abrinnt wie es sein soll und Feuchtigkeitsschäden in einer Flachdachdämmung zu finden ist eher schlecht als recht möglich

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  •  helyx
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#7)
Ab 10cm Schotter kann die Anlage auf den Schotter gestellt werden, sonst direkt auf die Dachhaut.
Haben alle Systeme unten eine Schutzmatte (Reibwert beachten - hier wird gern getrickst, dass weniger Ballast gebraucht wird).
Gerade wenn das System im Kies eingebaut ist wirst du sicher nie ein wandern etc haben.
Ein Schienensystem hat natürlich eher die Chance zu wandern aber auch hier gibts drum thermische Trennungsabstände und eine gerechnete Ballastierung.
Mit dem Schweizer System wirst du eh fast null Balast brauchen - hoffentlich fliegts dann auch nicht davon (ich rate mal 3kg pro Ecke)....

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  •  orlando
  •   Silber-Award
26.7.2023  (#8)
puh - hätt ich nur nicht angefangen zu recherchieren

ico https://ifb.co.at/wp-content/uploads/2021/09/15.1.Schro%CC%88der-1.pdf

zitat..
helyx schrieb:

Ab 10cm Schotter kann die Anlage auf den Schotter gestellt werden, sonst direkt auf die Dachhaut.
Haben alle Systeme unten eine Schutzmatte (Reibwert beachten - hier wird gern getrickst, dass weniger Ballast gebraucht wird).
Gerade wenn das System im Kies eingebaut ist wirst du sicher nie ein wandern etc haben.
Ein Schienensystem hat natürlich eher die Chance zu wandern aber auch hier gibts drum thermische Trennungsabstände und eine gerechnete Ballastierung.
Mit dem Schweizer System wirst du eh fast null Balast brauchen - hoffentlich fliegts dann auch nicht davon (ich rate mal 3kg pro Ecke)....

nein - ist schon ein bissl mehr (hier die Lasten inkl. Modulgewicht)

2023/20230726298502.jpg


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  •  querty
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#9)
Wow, interessanter Beitrag!
Da bin ich aktuell ja froh dass ich keine PV auf meinem Flachdach habe machen lassen. Habe zwar doppelte geflämmtes Bitumen aber damit ändert sich die Problematik ja nicht wirklich.
....dann ev. doch der Solar Zaun ;)

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  •  helyx
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#10)
Naja gibt halt leider sehr viele Pfuscher und Flachdach brauchts noch weniger Kompetenzen und mehr Fehlerquellen als Schrägdach.
Die Industriedächer mit Schäden haben halt oft Mineralwolle mit geringer Druckfestigkeit.
Bei einem EFH mit druckfesterem EPS als oberer Lage gibts schon sehr viele Anlagen die bei ordentlicher Montage und Auslegung absolut sorgenfrei sind.

Hier eine Schweizer Anlage mit 30kWp mit 4! Pflastersteinen...

2023/20230726357943.png

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  •  gsilly
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#11)
ja, durchaus spannend das thema PV auf flachdach.

ich habe mir bei meiner kürzlich gebauten PV auch einige gedanken dazu gemacht. ein paar davon kannst in meinem faden zur anlage nachlesen (ico https://www.energiesparhaus.at/forum-planung-pv-anlage-flachdach-stmk/65917).

wie @helyx schreibt, gibt es schon einige faktoren die da mitspielen. ich habe bei mir eine UK von K2 verwendet und die module an der langen seite geklemmt. das bedeutet z.b. deutlich mehr auflagefläche und somit weniger pressdruck für die dämmung. je nach standort (schnee) kann da aber noch immer ordentlich was zusammenkommen. EPS verträgt zwar relativ "große" drücke allerdings immer verbunden mit einer gewissen stauchung. das verkraftet eine EPDM folie vermutlich ein bisschen besser als FPO.

bin aber auch absolut der meinung, dass das unter den voraussetzungen von richtiger planung/ausführung schon dauerhaft funktioniert auf so nem flachdach.

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#12)
Und das wiederspiegelt die Aussage von meiner Dachfirma, dass auf einen Flachdach eine PV kritisch zu sehen ist und auch keine gehört.


2023/20230726898470.jpg
Die roten Markierungen sagen alles aus.
Die kunden wollen pv. So viel woe möglich und so billig wie möglich. Und der Elektriker hat von Dachaufbauten und Flachdächern keine Ahnung. Wie auch. Ist ja nicht sein Beruf. Auch die PV Firmen wissen oft nicht mehr. Da wirds noch viele Schäden in Zukunft geben. Ausserdem haftet der Eli oder PV ler für die Statik, die er nicht wissen kann ohne Statiker oder Bericht und er weiss meist nicht wie die Dämmung und Isolierung darunter ist.
Ich hab ein paar Panele auf meinen Umkehrdach und seh die Wasserableitung schon sehr kritisch, weil der Dämmstoff gestaucht ist.
Also am besten ein System mit wenig Dachlast und Folienverträglich. Süd Anlagen eher nicht und keine kleinen Anlagen, wo nicht viel zusammenhängt.

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  •  Altromondo
  •   Bronze-Award
26.7.2023  (#13)
Na super...
Ich hab schon vor der PV meinem Flachdach nicht 100% vertraut...

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  •  gsilly
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#14)

zitat..
uzi10 schrieb: Ich hab ein paar Panele auf meinen Umkehrdach und seh die Wasserableitung schon sehr kritisch, weil der Dämmstoff gestaucht ist.

umkehrdach = XPS oder? und das drückt es ein bzw. wird gestaucht? wie sind die auflagepunkte ausgeführt? und was hat die stauchung der dämmung bei einem umkehrdach mit der wasserableitung zutun? dämmung liegt in diesem fall ja oberhalb der wasserführenden ebene?

edit: hab noch ein spannendes paper zum thema druckbelastung von EPS/XPS gefunden:
ico https://t1.daumcdn.net/cfile/tistory/265B1A4053C0C40827?download

damit die stauchung nach 50 jahren nutzung < 2% bleibt, kann z.b. für EPS eine zulässige dauerdruckspannung, welche ca. 1/3 der nenndruckfestigkeit beträgt (lt. datenblatt), angesetzt werden.

bei klassischem EPS mit einer druckfestigkeit von 150 kPa (0,15 N/mm²), sollte somit die dauerdruckspannung unter den auflagepunkten der PV-UK (im maßgebenden lastfall) möglichst nicht größer als 50 kPa (0,05 N/mm²) sein.

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  •  orlando
  •   Silber-Award
26.7.2023  (#15)
Spannend.

zitat..
helyx schrieb:

Naja gibt halt leider sehr viele Pfuscher und Flachdach brauchts noch weniger Kompetenzen und mehr Fehlerquellen als Schrägdach.
Die Industriedächer mit Schäden haben halt oft Mineralwolle mit geringer Druckfestigkeit.
Bei einem EFH mit druckfesterem EPS als oberer Lage gibts schon sehr viele Anlagen die bei ordentlicher Montage und Auslegung absolut sorgenfrei sind.

Hier eine Schweizer Anlage mit 30kWp mit 4! Pflastersteinen...

Da hab ich ja das Gefühl, dass die Auslegung der Ballastierung von meinem PV-Mann sehr hoch ausgefallen ist.

Das mit der typ. Druckfestigkeit von EPS hab ich auch gleich gegoogelt und gerechnet ob sich das mit der Ballastierung ausgeht. Doch das dürfte im Rahmen liegen.

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#16)
Ja xps genau. Ich hab ein k2 schienensystem süd drauf aber für 4 panele an die 200kg Ballast oben und das in der Nähe vom Ablauf. Damit ist die Dämmung dort gestaucht und ev läuft dann durch obere Rohr nicht alles ab sondern dann nur durch Notrohr, wenns wasser unter die Dämmung wandert.

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  •  gsilly
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#17)

zitat..
orlando schrieb: mit der Ballastierung ausgeht

nur mit der ballastierung geht es sich jedenfalls aus. wichtiger ist was je nach standort bei viel schnee oder wind sache ist.

@uzi10: versteh ich nicht. bei einem umkehrdach rinnt immer alles unter der dämmung ab? aber schon arg dass es sogar das XPS staucht. hat ja immerhin eine rund doppelt so hohe druckfestigkeit wie EPS.

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  •  uzi10
  •   Gold-Award
26.7.2023  (#18)

zitat..
gsilly schrieb: @uzi10: versteh ich nicht. bei einem umkehrdach rinnt immer alles unter der dämmung ab? aber schon arg dass es sogar das XPS staucht. hat ja immerhin eine rund doppelt so hohe druckfestigkeit wie EPS.

nö das oberflächliche Wasser und das ist der meiste Anteil rinnt gleich oben ab und kommt gar nicht unter die Dämmung.
Ob es wirklich viel gestaucht wird kann ich nicht sagen. ich habe balaststreben auf denen die beton Rasenkantensteine liegen und es verteilt sich gut.
Aber bei andern System hast du punktuell sehr viel


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  •  crazy
27.7.2023  (#19)
Durch diesen Thread hier habe ich mich auch jetzt stärker damit beschäftigt, als eigentlich gewollt (das ist ja was Gutes, oder?).

Deshalb habe ich bei unserem Bauträger nachgefragt bzgl. unseres Flachdachs. Dort bekam ich die Info, dass eine PV Anlage schon möglich ist bei unserem Dachaufbau (EPDM Folie, EPS W25 Dämmung). Man muss bei der Montage aufpassen und muss auf jeden Fall eine Trennlage zwischen Konstruktion und Folie einlegen..

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  •  hellsayer
  •   Bronze-Award
31.7.2023  (#20)
Hmmm habe auch ein Flachdach ziemlich voll, aber auf die Idee, dass die Ballastierung der PV der Folie (danach Flies + Schotter) schaden könnte bzw. die Ballastierung das EPS eindrückt und dadurch die Entwässerung nicht mehr gewährleistet ist wäre ich nie gekommen. Mein PVler hat sicher in der Richtung keine Ahnung... Habe eine Standard 10-Grad Alu-UK O-W mit Betonbeschwerungen jeweils auf der unteren Schiene, aber keine Ahnung wieviel insgesamt und welche Gewichte.

Ab wann meint ihr könnte das ein Problem mit der Druckfestigkeit vom EPS werden? Sollte ich da mal bei meinem PVler nachhaken? Ist er da in der Haftung?

Danke und LG

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  •  bautech
  •   Gold-Award
31.7.2023  (#21)
Just my two cents...

Die Beantwortung der eingangs gestellten Frage ist abhängig vom Gebiet, wo die PV errichtet werden soll.
Es macht massive Unterschiede, ob ich 5 oder 25kg Ballast/m2 brauche - und der Ballast ergibt sich aus dem Windangriff...

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