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Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

116 Beiträge | 13.5.2019 - 9.1.2020
Hallo zusammen,

ich möchte euch hier einen kurzen Erfahrungsbericht unseres Ringgrabenkollektors geben.
Eins vorweg, das Ding läuft relativ stabil jetzt im zweiten Jahr, ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis allerdings nicht. Hier mal meine ehrliche Einschätzung.

Ein paar Daten zum Haus:
Neubau mit 50cm LECA Massivwänden. (ohne VWS)
Wohnnutzfläche 200m²

Energieausweis:
Brutto Grundfläche 276m²
Flächenbezogene Heizlast Abschätzung (276m²) 31,39 W/m² BGF
HWB 13.500 kWh/a

Die Verlegung war eine Musterverlegung von KNV.
Die Anlage ist eine Nibe 1155 mit Greenwater Brauchwasserspeicher.

Selbst wenn die LECA Wände bei der Aufstellung schon relativ trocken sind lassen wir den ersten Winter mal außen vor. Es kommt ja immerhin noch genug Wasser mit der Spachtelei, etc. ins Haus.

Der zweite Winter sollte allerdings jetzt als Referenz taugen und da schaut es so aus:
Der Wärmemengenzähler (nur Heizung) hat einen Verbrauch von 13.500kWh für den Winter gezählt, also eine ziemliche Punktlandung zum Energieausweis.

Die WP hat die meiste Zeit brav modulierend gearbeitet, in der kältesten Zeit meist zwischen 50Hz und 90Hz. Wir haben dabei eine Innentemperatur von 23°C angestrebt.
Vorlauftemperatur war in der kältesten Zeit bei ca. 30°C.

Wie man sieht sind wir also kein Niedrigstenergiehaus sondern haben schon eine entsprechenden Heizbedarf. Allerdings noch im Rahmen wie ich finde.

Dennoch, in Abstimmung mit KNV mussten wir die minimale Kälteträgertemperatur der Soleleitung am Ausgang bis -6,5°C freigeben um das Haus zu heizen. (Standard ist nicht so tief wegen der Vereisung des umliegenden Erdreichs) D.h. die Anlage versucht bis 2K davor, nämlich somit -4,5 °C zu regeln. Schon kurz vor dieser Grenze kommt es allerdings zur Einschleifregelung d.h das bei ca. -4°C steht bereits nicht mehr die gesamte Leistung zur Verfügung.
Bereits im Jänner waren wir allerdings an dieser Grenze und auch in der Einschleifregelung. Der Februar war dann überdurchschnittlich warm und so haben wir uns da problemlos rübergerettet, wäre der Februar frostig gewesen wäre das wahrscheinlich nicht mehr gegangen.

Alles in allem und wenn ich mir die Vergleichsanlagen hier im Forum anschaue sind wir also sehr tief mit unseren Kollektortemperaturen, ich finde sogar wir sind zu tief weil ich glaube das wir mit einem kalten Februar in die Begrenzung gekommen wären.

Das Problem ist auch das wir jetzt nichts mehr machen können, der Kollektor liegt unter der Erde und der Garten ist fertiggestellt. Keinesfalls möchte ich jetzt das ganze Grundstück wieder aufreissen. Wir müssen jetzt also mit dieser knapp bemessenen Lösung leben.
Ursachenforschung habe ich aufgegeben, die Baufirma sagt sie hat alles korrekt ausgeführt und KNV meint sie haben alles korrekt geplant.

Mein Fazit:
Ich glaube nach wie vor das der RGK mit der NIBE WP eine hervorragende Lösung darstellt. Sie ist aber auch nicht perfekt, auch wenn das hier im Forum oft den Anschein erweckt.
Neben div. SW Problemchen bis hin zum Stillstand ist gerade eine knappe Dimensionierung etwas, das im Nachhinein kaum mehr reparierbar ist. Auch weiß ich nicht was in 10 oder 20 Jahren mit den Schläuchen passiert und wie es weitergeht wenn diese mal undicht sind. Eine LWP tausche ich einfach aus, eine RGK grabe ich aber nie wieder aus.
Wäre die Dimensionierung korrekt würde ich 9/10 Punkten vergeben, so eher 6/10 und immer etwas Bauchweh ob wir problemlos durch den Winter kommen.


 
15.5.2019 10:17


moef schrieb: @SaubererM
Ja, Aichinger Ende 2016. 
Nur die reine Ziegelwand ist nicht so viel teurer. Wir waren mit der Grundstücksbreite begrenzt. Da waren zum einen die 2x12cm ein wenig hilfreich. 
Dann habe ich die Differenz zusammen gezält aus: Ziegel, Bodenplatte, 2 Decken, Dachstuhl, Dach...   ich weiß nicht mehr genau, aber es waren irgendwo zwischen 10 und 20 kEUR Differenz. Dann habe ich die Energiekosten betrachtet. Ich heize jetzt mit ca. 150 EUR / Jahr. beim 50er hätte ich max. 50,- / Jahr gespart.  Amortisation > 200 Jahre.


Okay, und über welche Firma hast du den RGK gemacht? Sind derzeit noch bei LWP aber ich finde den RGK sehr interessant und meiner Meinung auch sinnvoller. Hast du Fußbodenheizung + Betonkernaktivierung? Bauen auch im Bezirk Hollabrunn.

 
15.5.2019 20:49
RGK Marke Eigenbau. 2016 hat es so richtig begonnen. dyarne hat mich begeistert. Denke immer wieder gerne zurück.

Fubo Ja, BKA nein, halte aber viel davon. Frag Kneissi - gibt bei uns einen Installateur der sehr günstig BKA umsetzt.
15.5.2019 21:36
Google mal Wunsch in Wildendürnbach. Wohl einer der RGK/BKA Musterinstallateure von dem einige Anlagen aus dem Forum sind. Hab mit ihm BKA/FBH/RGK/Sanitär gemacht, alles easy. Ist aber schon gut ausgelastet, also lieber sehr früh anfragen😉.
15.5.2019 23:19


Kneissi schrieb: Google mal Wunsch in Wildendürnbach...

 ein 'ausgezeichneter' installateur ...


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

vom (vize)weltmeister zum RGK-preisträger ...

er bietet mittlerweile bei massivbauten BKA als standard an...

dank ihm werden von projekt zu projekt die grenzen weiter rausgeschoben...


16.5.2019 7:09
Ja er is technisch top drauf und innovativ :).
Ein Techniker auf meiner Linie... und kein Abzocker wie die andren Instis...
Bin schon gspannt ob meine BKA den Sommer funktioniert.. die Sole Temps sind ja noch super tief derzeit
16.5.2019 7:23
Ich musste jetzt mal BKA googlen. Sachen gibts.
16.5.2019 7:30


Lindenwirzt schrieb: Sachen gibts.

Ja, gell?
Bei uns haben sie den auch vergessen – im Holzriegelbau
16.5.2019 15:54


Kneissi schrieb: Google mal Wunsch in Wildendürnbach. Wohl einer der RGK/BKA Musterinstallateure von dem einige Anlagen aus dem Forum sind. Hab mit ihm BKA/FBH/RGK/Sanitär gemacht, alles easy.


Bei mir das selbe, kann ihm auch nur empfehlen. Echt faire Preise und kennt sich aus bei die Sachen die er macht. Was ich super finde dass man viel mit Eigenleistung machen kann, was im sogar recht ist, da Stemmarbeiten usw. aufhalten und dazu wirklich kein Installateur vor Ort sein muss.


Kneissi schrieb: Ist aber schon gut ausgelastet, also lieber sehr früh anfragen😉.


Kann ich nur bestätigen, über zu wenig arbeit kann er sich sicher nicht beklagen.  
16.5.2019 17:31
Jap haben auch fast alles in Eigenleistung was geht mit erm gmacht und viele 1000er gspart. Da machen net so viele mit
16.5.2019 18:11


Kneissi schrieb: Google mal Wunsch in Wildendürnbach. Wohl einer der RGK/BKA Musterinstallateure von dem einige Anlagen aus dem Forum sind. Hab mit ihm BKA/FBH/RGK/Sanitär gemacht, alles easy. Ist aber schon gut ausgelastet, also lieber sehr früh anfragen😉.

Danke für den Tipp, werde ich demnächst kontaktieren. Wildendürnbach, 35km von mir, würde auch super von der Entfernung passen.
Und Eigenkeistung wollen wir auch so viel wie möglich machen, hört sich schon mal super an, wenn ihm das auch nicht stört.
17.5.2019 10:44
Mal eine rein theorethische Frage.

Kann man einen RGK erweitern?
Den Kollektor direkt zu erweitern ist wahrscheinlich schwierig (Platz, Garten schon angelegt, etc.). Was wäre aber wenn man den Kollektor z.b. mit einer Tiefenbohrung unterstützt? Da würde doch eine einzelne Bohrung reichen.

Also einen der zwei Solekreise an einer Stelle quasi kappen, in die Tiefe zu verlängern und im Anschluss wieder anzuschließen?

Nochmal, nur theorethisch, ich habe das nicht vor. Grundsätzlich kann sich der HWB aber ja mal erhöhen (Aufstocken, Ausbau, etc.)
17.5.2019 11:34
Eher eine Bohrung dazu nehmen. Der Schlauch (Sonde) sollte dann genauso lang wie im RGK sein, damit es keine hydraulischen Probleme gibt.
17.5.2019 12:04
Ok, verstehe, oder man führt beide Solekreise in die Bohrung (wenn sowas überhaupt machbar ist) oder man macht eine zweite Bohrung für den zweiten Kreis.
Hätte den Vorteil das man keine neuen Soleleitungen ins und aus dem Haus führen muss.
18.5.2019 8:46


Lindenwirzt schrieb: Kann man einen RGK erweitern?

von seiten RGK oder rohr ist das kein problem. wichtig ist daß die planung & verlegung dokumentiert ist damit der kollektor gefunden wird.

natürlich wird die fläche benötigt, oder sonst eben dazugebohrt.

wir haben heuer in D einige bestehende quellen (flächenkollektor, körbe) mit einem RGK erweitert. auch dabei wurde rohr an rohr gekoppelt...


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

dem korbfeld in Da32 wurden 2 RGK in Da40 vorgeschalten und direkt in die hydraulik eingeschliffen, ohne eingriff in die hauseinführung rein gartenseitig angekoppelt...


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV
18.5.2019 8:57
und hier eine kombination RGK mit TB...


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

auch hier eine integrierte planung & lösung, der RGK wird am warmen ende direkt hydraulisch an die TB gekoppelt. der blaue kreis stellt die bohrung dar...

2-familienhaus mit SPA und wellness zentrum im keller.
1155-12 mit 2xDa40x400 für RGK und 70m bohrung.

2/3 der wärme kommt aus dem RGK, 1/3 aus der bohrung.

die weiterentwicklung des systems gsilly ...
https://www.energiesparhaus.at/forum-tiefenbohrung-fragen-dimensionierung/41544_7#373207
19.5.2019 8:50
Gu Morgen,

ok, schaut aus als bräuchte diese Bohrung auch kaum Platz.
Warme Ende wäre bei mir vor der Haustüre, sollte ich irgendwann mal erweitern wollen wäre dort wahrscheinlich die richtige Stelle.
Sieht man am Foto nicht sehr gut aber sind ca. 4m in der Breite.
Damit ist das Thema Erweiterung ja dann doch möglich. (für Pool, Ausbau, etc.)


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV
12.12.2019 14:29


dyarne schrieb: hallo Michael,

kann dir dort auch gern den kontakt zur technischen abteilung des energiesparverbandes herstellen wenn du deine situation abklären bzw verbessern willst...

Ja bitte, werde das gerne annehmen.
Könnte interessant werden. Wenn man ganz genau ist müsste die Baufirma eigentlich thermisch nachbessern.


12.12.2019 14:41
ich kopiere das nur aus dem nachbarfaden rüber damit der kontext steht...

hallo Michael,


Lindenwirzt schrieb: Ich bin einer der wenigen Fälle wo der RGK etwas zu gering dimensioniert ist. Ich möchte das aber nicht mehr diskutieren, es ist völlig irrelevant ob das Haus mehr braucht, der Graben zu gering dimensioniert wurde oder ein Rechenfehler im EA die Ursache ist...


ich würde das hingegen sehr gerne diskutieren, weil so wie geschrieben ein völlig falscher eindruck entsteht ...

der RGK wurde hier völlig korrekt dimensioniert, mit allen sicherheitszuschlägen die so ein system benötigt um in der praxis allen unabwägbarkeiten gerecht zu werden..

dein baumeister hat hier massiv geschummelt.
er hat einen baustoff eingesetzt (liapor monolithisch) mit dem die lt OIB-richtlinie 6 vorgeschriebene 'Mindestanforderung an die Gesamtenergieeffizienz) nicht eingehalten wird.

im EA wurde ein halb so großer u-wert eingesetzt mit der begründung daß der eigentliche wandbildner 'noch keine prüfung hätte' aber 'erfahrungsgemäß' (SIC!) dem angesetzten ähnlich wäre. du kennst den schriftverkehr dazu...

hier der u-wert lt EA und damit entsprechend der baubewilligung...

Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

verbaut wurde ein doppelt (!) so schlechter u-wert...


Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

Erfahrungsbericht 2 Jahre RGK von NIBE/KNV

 

ich habe mittlerweile diesbezüglich auch mit den technikern des energiesparverbandes des landes gesprochen.
die haben materialkataloge für alle in A zugelassenen baustoffe.
dein haus hat hat so keine gültige baubewilligung und würde diese auch nicht schaffen (HWB-ref-rk). hätte es wohnbauförderung gegeben (die du nicht genommen hast) wäre diese zurückzuzahlen.

ich schreibe dies hier um die fakten zurechtzurücken und um frisch aufschlagende bauherren vor solchen scharlatanen zu warnen..


Lindenwirzt schrieb: Die Wand ist jedenfalls deren Flaggschiff wenn man so will und soll extra so konzipiert worden sein keinen VWS mehr zu benötigen.
Eigentlich eh schlimm das es dann immer noch keine Zertifizierung gibt...

Eben kam das Mail vom Hersteller.
Es gibt kein offizielles Prüfungsergebnis, der U-Wert meiner verbauten Wand ist allerdings bekannt und liegt bei 0,23. Tja, das kann ich jetzt glauben oder nicht...


 im EA steht 0,18 w/m²k
der ist unterschrieben und gestempelt und für den fachplaner belastbare planungsunterlage sowie bestandteil der baubewilligung.

der baumeister sagt prüfung gibts nicht aber 'erfahrungsgemäß' liegt man bei  0,23 w/m²k
das kommentiere ich nicht sonst müßte ich unhöflich werden ... <img id="em_wink" src="../ressources/1x1.png">

der bauteilkatalog des energiesparverbandes spricht von 0,33 w/m²k

das ist schlichtweg doppelt (!) so schlecht wie eingereicht wurde, dh die außenwand zieht das doppelte an leistung.  

kann dir dort auch gern den kontakt zur technischen abteilung des energiesparverbandes herstellen wenn du deine situation abklären bzw verbessern willst...
12.12.2019 14:45


Lindenwirzt schrieb: Wenn man ganz genau ist müsste die Baufirma eigentlich thermisch nachbessern.

Finde das echt allerhand, was sich deine Baufirma da geleistet hat. 
Wenigstens fühlst du dich wohl im Haus, und trotz aller Erschwernisse: dein RGK funktioniert 
12.12.2019 14:53
Mein Mitgefühl hast Du auch, das Üble daran ist irgendwem muß man leider trauen und trotzdem ist man als Bauherr hinterher der Dumme.

Dein Fall klingt für mich so als ob man das rechtlich klären sollte, denn das ist für mich schlichtweg Betrug (zugesagte Eigenschaften nicht eingehalten). Klar, das dauert bis es geklärt ist, aber solche Leute darf man mit sowas nicht durchkommen lassen.
12.12.2019 14:59
@Vardi17 + Brombaer
Ja, Installateuer und Energieausweis waren nicht so der Renner. Der Rest passt aber und wir fühlen uns sogar ausgesprochen wohl im Haus. Und ja, der RGK funktioniert und die Bude ist warm.

Bezüglich rechtlich klären weiß ich noch nicht so recht was das Ziel sein soll. Muss die Baufirma dann thermisch nachrüsten, dann würde es Sinn machen auch wenn ich nicht weiß wie (Thermoputz?)?
Was ist eigentlich der Schaden? (die Heizkosten werdens kaum sein, die sind jetzt schon im wenigen 100 Eurobereich, was spart man sich dann wirklich).
Nur aus Prinzip tue ich mir das nicht an. Das müsste schon was bringen auch. Schwierig...



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