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"Zweitheizung" für Kellerräume bei RGK sinnvoll

29.7. - 4.8.2020
10 Beiträge | 6 Autoren
Hallo, 

wir wollen einen RGK machen und waren heute beim Installateur. Laut EA haben wir eine Heizlast von 7,5kW (ohne Keller) was natürlich prädistiniert ist für die KNV 1255-06. Nun möchte wir aber Kellerräume (ca. 70m2) mitheizen wozu die 6er unterdimensioniert ist. 

Das große Problem ist nun, wie wohl meistens bei Kellerräumem, wir wissen noch nicht wie wir diese genau in Zukunft nützen werden. Der Installateur hat gemeint, Infrarotpaneele wären eine mögliche Lösung, oder eben die KNV 12er + FBH in den Räumen (ca. 4k Mehrkosten).  Der gesamte Keller soll mit 16cm gedämmt werden. Für die Wohnräume im EG ist auch ein Kaminofen geplant.

Die Idee mit den Infrarotpaneelen erscheint uns grundsätzlich sinnvoll (Geschätzte Investitionskosten aber auch ca. 1200€ für zumindest die ersten 30m2 Kellerraum).

Wir haben mehrere Unklarheiten/Fragen und vielleicht ist wer bereits vor ähnlichen gestanden.
 • Wohnräume über grundsätzlich unbeheizten Kellerräumen. Haben wir in diesen dann nicht generell einen etwas erhöhten Heizbedarf?
 • Unbeheizte Kellerräume und Feuchte. Könnte das bei 16cm Dämmung noch ein Problem werden?
 • Umgekehrt: Wäre die 12er WP nicht überdimensioniert da wahrscheinlich nur an wenigen Tagen im Jahr auch inkl. Keller mehr als 7kW benötigt werden?
 • Wäre es eine Alternative, die 6er WP zu nehmen und an wirklich kalten Tag den Kellerheizkreis einfach "abzudrehen" (somit halt nicht nutzbar, falls doch wirklich notwendig dann mit Heizstrahler nutzen) bzw. mit dem Kaminofen im EG zuzuheizen und den Kellerkreis durchlaufen zu lassen? 
Danke für eure Hilfe und Meinungen!
Hiha

 
 
30.7.2020 5:00
1) ja, Wärme fließt ab von warmen in kältere Räume
2) Neubau ? Sollte nicht ? KWL grundsätzlich empfehlenswert
3) ja. Dran denken, falls die WP tatsächlich etwas zu klein sein sollte an diesen ganz wenigen Tagen gibt es noch einen zustzlichen Heizstab. Dran denken, die meisten Berechnungen der Heizlast haben immer noch Sicherheiten.
4) natürlich kann man abdrehen, aber sollte nicht notwendig sein 

Infrarotpanele ist Bockmist, schmeiß FBH rein und alles wird gut.
30.7.2020 8:03
Würde auch im Keller die FBH verlegen und an den wenigen Tagen im Jahr, an denen die 7,5kw (die 6er WP ist ja mittlerweile eigentlich eine 7,5er WP) nicht reichen mit dem Heizstab unterstützen, welcher den Selbenwirkungsgrad wie die Infrarotpanele haben sollte.

Infrarotpanele sind mMn was für Sanierungen, bei welchen keine FBH verlegt werden kann oder für Nebenräume die nur sporadisch im Winter verwendet werden. 

Die FBH für 70qm wird dann wohl irgendwo bei knapp 2.000 € liegen, dafür hast aber eine vernünftige Lösung für 11 Monate im Jahr und für das eine Monat nutzt du den Heizstab. 
30.7.2020 8:38
Ist dein Keller thermisch vom EG getrennt? Wenn du einen Energieausweis für das Haus ohne Keller hast, nehme ich an, ihr wollt einen kalten Keller. Aber wieso dämmt ihr dann die Wand?
Du könntest die Dämmung zwischen KG und EG umplanen unter die Bodenplatte, dann hast du eine komplette thermische Hülle außen rum. 
Wir haben selbst auch den Keller mit dazu genommen und FBH verlegt. Eine größere Wärmepumpe würde ich deshalb nicht nehmen. Da du, wie schon von Brombaer erwähnt, nur an wenigen Tagen  die maximale Heizlast hast und da immer noch der Heizstab eingesetzt werden kann. 
Wenn du eine größere Wärmepumpe hinstellst, ist es an den bitterkalten Tagen einfacher für sie, aber an allen anderen Tagen hat sie zu viel Leistung. 


30.7.2020 19:55
Hi,

Danke für die Rückmeldungen!


Supapeda schrieb: Ist dein Keller thermisch vom EG getrennt?

Nein, der Keller ist in der thermischen Hülle. Ich nehme an, im EA ist der Keller aber als unbeheizt angegeben, um die Geschossflächenanzahl laut Bebauungsplan einzuhalten. Beheizte Kellerräume werden da denke ich mitgerechnet, unbeheizte eben nicht.

Jetzt hätten wir also doch noch einiges an zusätzlichen qm im Keller zu beheizen, und das obwohl unsere Heizlast OHNE Keller schon am maximum der der WP ist (7,5kW). Das macht mir schon etwas Sorgen. 

 • Von welchen Bedingungen wird bei p_tot von 7,5kW ausgegangen (0°, -10°, 10°)? 
 • ist es für die WP schlecht, über einige Tage durchgehend mit Heizstab zu zu heizen?

lg
Hiha
30.7.2020 22:13
Wie weit ist den dein Bau fortgeschritten? Würde, bei einer Stahlbetondecke, eine BKA für den Keller (natürlich auch für den Rest) vorschlagen. Dadurch würdest du dir die FBH sparen und sollte dir billiger kommen.

Die Heizlast wird mit beheiztem Keller nicht recht viel höher sein als ohne, den die Verluste bleiben ja fast gleich.  Die kleine KNV wird schon ausreichen

1. Berücksicht die Heizlast im EA nicht die inneren und solaren Gewinne (macht fast ein KW aus).
2. Die WP hat mW einen Heizstab und nein der wird keine paar Tage durchlaufen. Die Normaußentemperatur über mehrere Tage (für die ja die Heizlast berechnet wird) kommt in 10 Jahren vielleicht einmal vor.
3. Wenn du auch noch einen Kaminofen verbaust, ist das sowieso kein Thema.
4. Bei Normaußentemperatur wird die Luftwechselrate geringer als die kalkulierte sein.
3.8.2020 21:42
Bisher existiert das Haus nur am Papier BKA als einzige Lösung können wir uns nicht vorstellen (kalte Fliesen).

Und eine Mischung macht womöglich nur bedingt Sinn, wenn dann BKA als Zusatz zur Kühlung aber das ist uns den Aufpreis nicht wert.

Nach der Berechnung vom Insti, sollen wir den Heizkreis im Keller bei -5° auf 12° zurückstellen und der Heizstab schaltet dazu. Mal sehen wie es dann tatsächlich kommt aber aufgrund der bisherigen Rückmeldungen mache ich mir da jetzt keine Sorgen. 

lg
4.8.2020 0:25


hiha schrieb: BKA als einzige Lösung können wir uns nicht vorstellen (kalte Fliesen).

BKA im Keller statt der FBH, ist bei weitem günstiger. Die Oberflächentemperatur der Fliese wird in etwa gleich sein wie bei einer FBH.
4.8.2020 0:54


berhan schrieb: Die Oberflächentemperatur der Fliese wird in etwa gleich sein wie bei einer FBH

Sry aber das bezweifel ich. Auch mit niedrigen Vorlauf temperaturen wird man den Unterschied merken
4.8.2020 9:37
@Flipo81 warum bezweifelt du das? Die BKA heizt in der Masse über Wärmestrahlung und diese heizt wiederum den Fußboden auf.


"Zweitheizung" für Kellerräume bei RGK sinnvoll

Quelle:
https://nachhaltigwirtschaften.at/resources/sdz_pdf/schriftenreihe-2016-9-energiespeicher-beton.pdf
4.8.2020 9:49
Würde meinen dass die Temperatur des Fußbodens bei der BKA näher an der Raumtemperatur und bei der FBH näher an der Vorlauftemperatur sein sollte, wodurch die FBH die Fliesen wärmer macht als die BKA.



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