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Wieviel konstruktive Beschattung ist sinnvoll

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  •  wbil
9.2. - 10.2.2026
4 Antworten | 4 Autoren 4
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Liebes Forum,
der Hinweis auf die Notwendigkeit von konstruktiver Beschattung, um sommerlicher Überhitzung vorzubeugen, ist allgegenwertig. Jedoch konnte ich keine Empfehlungen zum spezifischen Umfang finden. Ist vielleicht dadurch begründet, dass dies schwer in baulichen Maßnahmen auszudrücken ist (z.B. tiefe eines Vordachs), da von sehr vielen Einflussfaktoren abhängig (Standort, Ausrichtung, Höhe eines Vordachs).
Eine universale Größe wäre die Angabe des Zeitraumes in dem durch die Beschattung keine direkte Sonneneinstrahlung das Fenster erreicht.
Zum Beispiel habe ich mich an einem Entwurf eines Bungalows mit Pultdach versucht. Dabei das Pultdach über die südseitige Front auch als Terassenüberdachung auskragen lassen (4m).
Bei der Analyse des Schattens hat sich dann ergeben, dass das die Südfenster des Wohn-Ess-Kochbereich damit zwischen 1.4. und 10.9. von der Sonne nicht erreicht werden.

Gibt es zu diesem Thema konkrete Empfehlungen?
  • Wie viel konstruktive Beschattung ist empfehlenswert (Energieeffizienz, natürliches Licht)?
  • Was ist zu viel konstruktive Beschattung (wenn man an fixe Bauteile denkt, also keine verstellbaren Lamellen oder ähnliches)?
  • Welche persönliche Erfahrung habt ihr mit dem Thema?

Liebe Grüße,
Martin

  •  Dirm
  •   Bronze-Award
9.2.2026 20:08  (#1)
Wir hatten vorher keinen Dachüberstand und direkte Sonne auf den Fenstern (Allerdings alte). Das Licht war schon schön, aber durch oft geschlossene Außenjalousien erst wieder dämmrig.

Jetzt im neuen Haus mit Dachüberstand, Wenig Dämmung da alt, aber Fenster neu. OG-Fenster sind im Sommer im Schatten. Keine Jalousien mehr nötig.
Finde ich schon angenehm. Außerdem kann man die Fenster auch öffnen wenn es leicht regnet. Fassade und Fensterbretter bleiben ebenfalls öfter trocken.
Plus großer Laubbaum der auch im EG etwas Schatten am Vormittag bringt. Finde das schon sehr angenehm. Obwohl die 3-fach verglasten Fenster schon sehr viel Hitze abhalten.

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
9.2.2026 22:36  (#2)
Wir haben noch keine Erfahrung damit, da gerade erst gebaut wird, aber das ist aus meiner Sicht schon ein wichtiger Bestandteil des gesamten bauphysikalischen Konzepts:


_aktuell/20260209803917_th.png

Dachüberstand im EG südlich ist ca. 2,3m, westlich ca. 0,95m.

zitat..
Dirm schrieb: Jetzt im neuen Haus mit Dachüberstand, Wenig Dämmung da alt, aber Fenster neu. OG-Fenster sind im Sommer im Schatten. Keine Jalousien mehr nötig.

Wie viel Dachüberstand habt ihr?

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  •  Innuendo
  •   Gold-Award
10.2.2026 8:43  (#3)
Auf der Terrasse obligatorisch aber für alles andere gibt es heutzutage WP WP [Wärmepumpe] Kühlung über BKA BKA [Betonkernaktivierung] oder eben Aktive Kühling über Split Klima und PV die auch entfeuchtet. Wenn die Hütte und die Luft mal durcherwärmt ist, gehts nur mehr so.
Also unbedingt eine konstruktive Verschattung überall in die Architektur einzubinden (um ein wenig die Überhitzung zu minimieren), wird dir dann teurer kommen als die obigen Punkte.

Auskragungen sind natürlich komplex und thermisch aufwendiger aber eine fixe, massive Überdachung schlägt natürlich alles über Längen. Wir hatten eine Auskragung + Segel, welches aber dann im Endeffekt einer Überdachung gewichen ist= ein Wohnraum im Sommer mehr und im Winter trotzdem genügend Licht durch die vorab Simulation.  
Innen wird mit Split Klima gekühlt bzw entfeuchtet.

https://www.energiesparhaus.at/forum-leichtbau-pergola-ueberdachung/70458

auf der Terrasse sind dann auch Lamellen zur Lichtlenkung dazugekommen.

https://www.energiesparhaus.at/forum-lamellen-saeulen-als-optisches-fassaden-element-welcher-werkstoff/68274

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  •  querty
  •   Gold-Award
10.2.2026 9:42  (#4)

zitat..
Welche persönliche Erfahrung habt ihr mit dem Thema

Ich kann nur dazu etwas sagen:
Nach Westen haben wir ein sehr großes, bodentiefes Fenster und keinerlei konstruktive Verschattung. Im Winter wird hier der Wohnraum miterwärmt über die Sonne, was sehr angenehme ist. Wenn die Sonne stark scheint, ists aber auch im Winter zu viel. Im Sommer ab dem Nachmittag muss man die Raffstores runter.
Das Gute: Man sieht ja trotzdem raus, auch wenn Raffstores unten sind, solange diese nicht komplett zugemacht sind und das ist erst nötig, wenn das Sonnenlicht flacher einfällt, im Sommer also erst am späteren Nachmittag.

Richtung Süden ist unsere Terrasse, dort haben wir 3m Überstand durch das OG. 
Im Winter fällt durch den flachen Sonnenstand trotzdem Sonne ins Esszimmer, im Sommer garnicht, es wirkt dadurch aber keinesfalls "zu dunkel", diese Befürchtung hatten wir anfangs bei so viel Überstand, ist aber nicht der Fall.

Meine persönliches Conclusio: Wenn einem das von der Architektur her gefällt, kann man sicher eine Überstand machen. Vor der Sonne schützen tut er aber nicht, sobald das Licht etwas schräger einfällt, auch nicht wenn du 2m Überstand machst. Du benötigst also sowieso eine Verschattung bei den Fenstern, ich würde wieder Raffstores nehmen, weil man diese nach unten fahren kann und trotzdem noch raus sieht.

Dass Verschattung alleine im Sommer ausreichend ist, ist leider nicht der Fall, deshalb haben wir voriges Jahr eine Klimaanlage im EG und OG nachgerüstet. Diese würde ich auf jeden Fall auch gleich einplanen, also jedenfalls die Verrohrung für den Kondensatablauf, sodass man diese später einfach nachrüsten kann. Zum Thema aktive od. passive Kühlung via BKA BKA [Betonkernaktivierung], Erdwäreme usw. gibts hier aber eh schon viele Threads.


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