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Tiroler Wohnbauförderung Hilfe Grundriss

25.7. - 1.8.2020
9 Beiträge | 6 Autoren

Hallo liebe Forums-Mitglieder,
ich hoffe uns kann jemand aus einer sehr verzwickten Situation weiterhelfen.
Bisher lief unser Bau leider alles andere als rosig, ständig wurden uns Knüppel in den Weg geworfen. Das ging mit der länderübergreifenden Finanzierung los (wohnen noch in D, kommen aber nach Tirol zurück), ging über falsche Bebauungspläne der Gemeinde und hörte mit Corona auf, wobei das ja jeden betrifft.

Der Baubescheid hat sich in die Länge gezogen, wir haben mit vorzeitigen Bauarbeiten beginnen dürfen und nun steht das Holzmassivhaus mit Aluschindeln eingedeckt auf dem Grundstück.

Die Förderstelle braucht verständlicherweise den Baubescheid für die Förderung. Unsere Architektin ist leider im Nachhinein nicht besonders qualifiziert, wir haben uns auf ihr mündliche Aussage "wie sie das geplant hat, das geht so durch, das haben sie schon oft gemacht" verlassen.
Immer skeptischer sind wir während des Baus geworden und kurzerhand war ich selber bei der Förderstelle. Fazit: Zu groß, nicht förderwürdig. Von der Architektin habe man noch nie etwas gehört. So wie das geplant ist, geht das niemals durch.

Jetzt steht das Haus da und uns gefällt der Grundriss sehr gut, baulich können wir nicht viel verändern.
Unser Pech geht weiter, das Haus ist ein ziemlicher Pfusch und wir stehen an einem beginnenden Rechtsstreit. Baumängel in der Statik, in der Ausführung, bei den Fenstern.
Und das zu einer Bauphase, die noch gar nicht so weit ist. Unglaublich frustrierend. Andere Geschichte.

Die Fenster müssen alle wieder raus, wir haben uns Lösungen überlegt, wie wir die Förderung doch noch bekommen können. Finanziell sind wir darauf angewiesen. Vorschlag anbei wurde erneut abgelehnt, wobei die Änderungen im UG akzeptiert wurden.

Nun meine Frage, kann uns jemand verraten, ob Zimmer OHNE Fenster zur Wohnnutzfläche gehören? Kann der Förderstelle doch egal sein, wieviele Lager ich in meinem Haus brauche?

Hier die "Kalkulation":
(Räume in Realität vermessen, die Innenwände haben sich teilweise verschoben)
UG
- Brandschutztür direkt nach Treppenaufgang, Gang Werkstatt/Keller von Wohnraum abgetrennt
- WC Werkstatt gestrichen
- Windfang wird abgetrennt
WNF UG 9,09 m² --> so akzeptiert von Förderstelle
EG
- Speis (AR), kein Fenster, tatsächlich 6,9 m²
- Kabelschacht verläuft im WC, 0,77 m²
WNF EG 75,14 m²
OG
- Bad 30 wird zu Lager, WC/Dusche gestrichen, kein Fenster, 6,96 m²
- Zimmer 28 ist Hobbyraum, kein Fenster, in Realität größer als am Plan, 12,6 m²
- Zimmer 27 wird mit Trockenbauwand abgetrennt, Lager 2, ca. 4,89 m²
- der Kabelschacht vom EG wird oben schmaler, das sind ca. 0,5 m²
WNF OG 62,44 m² abzgl. Kabelschacht 61,94 m²
Gesamt-WNF 146,17



Tiroler Wohnbauförderung Hilfe Grundriss

Tiroler Wohnbauförderung Hilfe Grundriss

Tiroler Wohnbauförderung Hilfe Grundriss

Die Pläne müssten neu gezeichnet werden, da haben wir Unterstützung gefunden. Von der Architektin können wir nichts mehr erwarten, die schmollt, weil der Sachverständige ihr tolles Haus auseinandergenommen hat.

Hat jemand die Förderung bekommen mit Lagern / Hobbyraum im DG?

Wir würden uns sehr über Hilfe freuen, mit kleinem Kind, Baby in Anmarsch, einem Riesenberg Schulden und Unwissen über die Zusatzkosten wegen des Pfuschs lebt es sich gerade nicht besonders leicht.

Haben uns in der Verzweiflung sogar bei ATV Pfusch am Bau beworben, leider nichts gehört.

Naja, in der Hoffnung auf Hilfe schicken wir viele liebe Grüße

Eure Pechmarie

 
 
26.7.2020 10:17
Ich fürchte da wird dir keiner helfen können.

So bedauerlich deine Situation auch ist, es liegen zu wenig Informationen vor und es scheint mir dass die Herangehensweise an das Projekt sehr blauäugig war.

Der Ansatz durch weglassen von Fenstern ein bereits gebautes Haus förderwürdig zu machen unterstreicht diesen Eindruck.

Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr eine Lösung findest
26.7.2020 11:16
Hallo Pechmarie,

tut mir leid zu hören, dass ihr bis jetzt solche Probleme habt. Bei deiner Beschreibung der Probleme ist allerdings noch einiges unklar.

zuerst die wichtigste Frage: habt ihr mittlerweile einen positiven Baubescheid oder noch einen Schwarzbau?

Ist die Wohnbauförderung in Tirol ein Kredit oder eine nicht rückzahlbare Förderung? Um wieviel Euro geht es denn hier?

Wenn bis jetzt Baumängel in der Statik, der Ausführung und bei den Fenstern vorliegen, sind ja gleich mehrere Gewerke betroffen. Sind das österreichische Firmen und sind diese noch liquide? Wie schaut eure übrige Planung aus? Sind genügend Reserven einkalkuliert? 

Ich halte es ehrlich gesagt für eine große Schnapsidee in (Kinder?)Zimmern im OG die Fenster zuzumauern. Das macht das Haus übrigens auch später einmal schwer verkäuflich. Da würde ich noch eher auf den Innenausbau der Einliegerwohnung verzichten.

ich würde mich einmal in Ruhe hinsetzen und eine genaue Kostenaufstellung machen und dabei bitte auch nichts schönrechnen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
30.7.2020 18:58
Hallo,
erstmal danke für eure Nachrichten.

Der Baubescheid liegt vor, das ist alles im Grünen.
Wir haben einfach den falschen Leuten vertraut, der Sachverständige meinte zu mir "Betrüger sind Beruhiger", und das trifft es ziemlich auf den Kern.

Die Förderung in Tirol kann man als Kredit oder als Zuschuss wählen, bei uns wären das ca. 35.000€ mit den energetischen Zusatzförderungen.

Das Haus steht nun da wie es ist, die Wände sind aus Holz und ein Fenster wegzulassen ist tatsächlich nicht so viel Aufwand. Zudämmen, Fassade drauf, innen Rigips (so stell ich mir das jetzt vor, muss der Profi noch bewerten).
Wir haben kleine Kinder, die können sich ein Zimmer auch die nächsten Jahre teilen, an die Förderung wären wir 10 Jahre gebunden, für uns ein überschaubarer Rahmen.
In 10 Jahren Fenster vom Dachboden holen, Dämmung raus, Fassade öffnen, Anschlussfugen entsprechend ausführen lassen, einbauen.

Reserve haben wir nicht, Grundstücke in Tirol sind mordsteuer. Wir werden nun den Innenausbau Stück für Stück angehen, um Kosten zu sparen.
Wie wir finanziell aus dem Fiasko aussteigen, wissen wir aktuell nicht, haben nun (hoffen wir) einen guten Projektleiter gefunden, der uns weiterhelfen kann beim Bau.
Das Haus muss so oder so in verkaufsfähigen Zustand gesetzt werden.
Einen Weg werden wir finden, welcher das ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Spaß macht es gerade nicht besonders....

Für die Förderung suche ich eben noch Fachleute.

Danke nochmals


30.7.2020 23:01
Familie, Freunde oder Arbeitskollegen fragen - käme das in Frage?

Habe ich das richtig gelesen, dass in Tirol zu 4 nur bis 110 m² Wohnfläche gefördert wird?
Könnt ihr die Küche einsparen und statt neuer Möbel vorhandene weiterbenutzen? Oder auf willhaben schauen? Damit ließe sich einiges einsparen, vorrausgesetzt ihr habt das nicht ohnehin schon so geplant.

Steuerausgleich machen, falls der noch nicht gemacht wurde. Wären alleine durch das eine Kind für das Jahr 2019 € 1.500,-. Bis 5 Jahre retour machbar ...

Baumängel auf alle Fälle beseitigen.

Falls es schon mit Landesförderung eine knappe Geschichte ist, überlegen ob ihr irgendwie rauskommt/verkaufen könnt. Beim Hausbauen bleibt es bei den wenigsten alleine bei den geplanten Kosten, viele hier im Forum haben deutlich mehr ausgegeben als geplant (gibt nur ein paar, die wirklich nicht drüberkommen). Bei uns waren es auch Mehrkosten. Normal sollte man mit 10 % mehr rechnen zusätzlich zum Geplanten (vorrausgesetzt es kommen keine groben Mängel dazu und eine ausführende Firma wird aufgelöst bevor diese beseitigt sind - in dem Fall wird es noch teurer).

Nochmal genau alles durchrechnen. Stress, Zeitdruck und Geldmangel schaden auch einer Beziehung. Rechnet durch wie lange genau ihr sparen müsst und weniger zur Verfügung habt und wägt das gut ab. Manch einen stört es nicht wenn er sich Urlaube, Essen-Gehen und Extras verkneifen muss. Das trifft aber nicht auf jeden zu. Überlegt, was genau ihr wollt und wie viel noch tragbar ist für euch. Kinder sind anfangs nicht so teuer, spätestens mit Kindergrippe arbeitet man dann Teilzeit mit Normaljob für das Auto und die Krippe ...

Hoffentlich wird es besser!
31.7.2020 4:11
Hallo Shan,

das ist das frustrierende, wir versuchen alles richtig zu machen uns zu kontrollieren und dann kommt man in so eine Abzockerfalle, es ist erschütternd. 

Wir haben unsere 800€ Küche schon 2x umgezogen und angepasst, ich finde die tuts auch nochmal 10 Jahre. Genauso wie die durchgesessene Sitzecke. Die ist doch eigentlich noch ganz schön, haha
Bin großer eBay und willhaben Fan, die Kinder kosten klein so wirklich fast nichts.

Kind 1 geht in die Krippe, ich arbeite schon seit dem 4. Lebensmonat wieder in Teilzeit.

Sind die ganze Zeit am Rechnen und Kalkulieren, und am Überlegen wie wir am besten rauskommen aus der Sache.
Unsere Beziehung ist zum Glück ziemlich stressresistent und wir können beide sachlich damit umgehen, meistens jedenfalls. Hauptsache gesunde Kinder,  dieses Glück kann man nicht genug wertschätzen. 

Wir kennen die Zusatzkosten für die Außenhülle aktuell noch nicht, den Innenausbau können wir recht genau kalkulieren durch Handwerker in der Verwandtschaft und Bekanntenkreis.  
Ab Dämmung ist das für uns machbar. Wir erfahren gerade ganz viel Hilfe gerade aus dem Bekanntenkreis, Freunde wollen ihren Urlaub streichen, um mitzuhelfen.
Gemeinschaft trägt ♥️

Ob wir verkaufen müssen, werden die Zusatzkosten zeigen.
Noch hoffen wir, es halten zu können.
In einen verkaufsfähigen Zustand müssen wir es bringen, egal wie...

Ja, es stimmt, dass max. 110m2 gefördert werden, wobei die Wohnfläche max 150 m2 betragen darf. Und die müssen wir irgendwie erreichen. 

Danke für die netten Worte!
31.7.2020 9:57
ist die förderung in tirol so attraktiv? kann man das nicht frei finanzieren und vielleicht auf förderungsnotwendige aufwendungen (zb pv) vorerst verzichten?
31.7.2020 13:00
Und wenn ihr die Außenhülle selber macht? Eventuell Fichtenholz selber "Yakisugi"/"Shou Sugi Ban"-mäßig (also quasi durch ankohlen) haltbar machen und selbst montieren? Dann wären nur Kosten für die Bretter und ordentlich Zeitaufwand ... Mit den Helfern, die euch beistehen, müsste das machbar sein, vor allem da ihr Leute dabei habt, die vom Bauen Ahnung haben. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass das zur Form eures Hauses passen könnte
31.7.2020 14:04
Keine Ahnung ob das so möglich ist, aber da das wohl ein Hanglage-Grundstück ist (mittlerer Stock EG), wäre nicht vielleicht das möglich:

-OG wird Einliegerwohnung
-Treppenhaus wird in EG mittig durch Leichtbauwand aufgeteilt (zwischen Treppe nach oben und unten)
-Zugang zu Einliegerwohnung über "nicht begehbar" (?) im EG (vielleicht kann man das ja durch Anbringen einer Absturzsicherung "begehbar" machen)
-"euer" Haus besteht aus UG und EG

Besonders sinnvoll ist das nicht, aber sicher besser als zu verkaufen - und vielleicht findet sich ja im Familien- oder Freundeskreis trotzdem jemand, der im OG wohnen möchte (natürlich nicht so wie der Strache in Wien)...
1.8.2020 8:27
Hallo zusammen,

ELW im OG - hab darüber tatsächlich auch schon nachgedacht, aber oben wird die Aussicht erst richtig schön. Sind bisschen hinter einem grauen Klotz (bin gespannt wie den Leuten ihre grau-in-grau-in-grau-Blöcke in ein paar Jahren gefallen, ich persönlich finde die kalt und düster) und den Stock wollen wir eigentlich nicht hergeben. 

Was wir machen werden, ist unten die Werkstatt zur ELW dazugeben, dann haben wir schon mehr Mieteinnahmen. 
Die Garage ist groß für unseren ganzen Krempel,  da hat eine Werkbank dann auch noch Platz.

Die Förderung ist sehr attraktiv,  da kommen ca 35.000€-40.000€ zusammen, die bekommt man "geschenkt".
Für die PV bekommt man von Land und Bund (dank den Grünen) Förderungen, da lohnt sich auch die Fremdfinanzierung. Aber die Rate wollen wir auf keinen Fall erhöhen, die ist schon so hoch.

Vermutlich müssen wir die Außenhülle selber machen, die Fassade hätten wir so oder so geplant selber anzuschrauben. Yakisugi kannte ich gar nicht, wir haben mal ein selbst geschraubtes Schuhregal geflämmt. Sah 1 Woche gut aus, dann haben wir uns beide schon satt gesehen, ist nicht so unseres, das dunkle Holz.  Trotzdem danke

Das Material muss man trotzdem nochmal kaufen, die Baufirma ist auf Tauchgang und wir fürchten, ihnen passt die Situation gar nicht so schlecht. Material ist mehr als bezahlt, die Hilfsarbeiter 3 Wochen lang haben quasi nichts gekostet.

Am Montag treffen wir uns mit einem Architekten,  der uns eventuell helfen kann. Telefonisch hat er uns bestätigt,  dass Zimmer ohne Fenster kein Wohnraum sind.

Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.

Ich halte euch auf dem Laufenden.



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