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Peakshaving Strategie (Fronius/BYD/Homeassistant) teilen

4.10.2026     2 Antworten    2 Autoren 2 2026-10-04T13:59:13+02:00
  •  MPP33
04.10.2026
2
Hallo zusammen,

Langsam kommt die Weihnachtsdeko in die Geschäftsregale, es ist also Zeit sich auf 2027 vorzubereiten.

Was für eine Logik fahrt ihr zum peakshaving? Ggf. auch mit kritischem Blick darauf was die Hardware dazu sagt.

Mein Setup ist 12kWp, Fronius Gen24 10kW und BYD HVM 11kWh (mit dem kleinen Nachteil, dass der am Fronius nur 4,6kW liefern/laden kann).
Bisher plump eigenständig am laufen, nur selten mal im  Winter etwas Reserve hochgesetzt und in HA über die Fronius Integration rein lesend.

Dazu ist der WR WR [Wechselrichter] in Homeassistant über Modbus in HA integriert.
Das hier hat mir sehr geholfen:
https://www.libe.net/en/byd-modbus

In Vorbereitung hab ich mir die historischen Daten aus 2 Jahren angeschaut, einerseits im Portal vom Netzbetreiber, andererseits den Wert aus dem Fronius Smartmeter (aufbereitet in 15min Balken in Grafana).
Dabei meine Erkenntnis: Wir haben Spitzen bis 5-6kW, allerdings erstrecken die sich nur über kurze Zeitspannen.
Die übelste die ich gefunden habe ist eine 6kW Spitze gefolgt von 2x 4kW. Will ich die auf 2kW glattbügeln brauche ich also 4×0,25+2x0,25+2x0,25 = 1,5kWh (ca. 15% von meinem Akku)

Mein Ansatz (Details dazu weiter unten):
- Helfer der mir den aktuellen 15min Stand anzeigt
- Helfer der mir daraus den Höchstwert im laufenden Monat speichert
- PV Vorhersage
- Ein Script das die Ladelogik auf den aktuellen Stand rücksetzt (derzeit 10% mit 5% eiserner Reserve um den Notstrom hochfahren zu können)
- Ein Script, das einen höheren variablen  Reservestand setzt

Die Idee:
Der erste Helfer mittelt mir dem aktuellen 15min Verbrauch, d.h. es wird nicht auf die abgelaufene Zeit gemittelt sondern immer aufs feste 15min Intervall.
Bedeutet plakativ: Eine Minute mit 7kW schießt den Wert nicht durch die Decke sofern der Bezug danach wieder seicht dahintümpelt. Er stellt also quasi das verbrauchte Budget an Energie dieser 15min dar.

Am Abend bei Sonnenuntergang soll mir eine Logik aus der PV Vorhersage das variable Entladelimit setzen.
Hintergedanke: Wenn ich schon weiß, dass ich morgen nix in den Akku bekomm lass ich ihn gleich garnicht unter 60% fallen und hab mehr Reserven für peakshaving das dann voraussichtlich öfter gebraucht wird.

Erreicht der Akku in der Nacht das Limit wird hart auf Netzbezug umgestellt. Der 15min Budgetzähler beginnt zu zählen.

Jetzt wird ein 15min Bezugslimit gesetzt - es ist ja die Rede von 2kW die man immer zahlen muss, diese würde ich also am Monatsanfang als Wunschziel heranziehen.
Jetzt käme der Monatshöchstwert ins Spiel, sollte man es mit peakshaving einmal für 15min nicht unter die 2kW schaffen ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen und man kann die Grenze entsprechend hochsetzen um die ganze Anlage nicht mit nutzlosem peakshaving zu quälen.

Zuletzt beobachtet eine Automatisierung den 15min Budgetzähler und reagiert sobald dieser in die Nähe der gesetzten Grenze kommt (z.B. 1,8kW bei Ziel max. 2kW)
Wird die Grenze überschritten löst es das Script aus mit dem die Entladegrenze auf das absolute Minimum gesetzt wird (10%), der Akku fährt mit voller Leistung rein und sorgt so bis zum Ablauf der aktuellen 15min Periode für 0 Netzbezug.
Am Ende der 15min wird wieder rückgesetzt auf das höhere Limit, ein neues Intervall beginnt mit 100% Netzbezug in der Hoffnung, dass man unter dem 2kW Limit bleibt - wenn nicht geht das Spiel von vorne los.

Gedanken dazu:
- Auf diese Art kappe ich nicht die absoluten Spitzen, dafür wende ich nur die minimal nötige Energie auf um unter dem Limit zu bleiben.
- Das Netz sieht fast noch üblere Schwankungen als bisher da ich bei Verbrauchsspitzen im 15min Takt die Grundlast wegkappe.
- Die Anlage schaltet im Extremfall im 15m Takt ein/aus, manchmal wohl nur für Sekunden. Ist das dem WR WR [Wechselrichter]/Akku egal oder quält ihn das?
- sollte das Budget früh erreicht sein und bei aktivem Akku eine Spitze von über 4,8kW daherfliegen habe ich eine Überschreitung da dr Akku das nicht mehr auf 0 ausgebügelt bekommt. Daher muss hier fast 1,5...1,7kW als Limit gesetzt werden wenn 2kW das Ziel ist.
Hängt halt davon ab wie oft Spitzen in der Höhe anfallen - aus den Aufzeichnungen sind es 2-3 wovon vl. eine so fällt, dass man einmal ein Monat 1kW höher gestuft wird - also einmal Pech gehabt aber verkraftbar.

Würde mich interessieren was für eine Logik ihr euch einfallen lassen habt und wo die Vor/Nachteile liegen.

  •  Benji
  •   Gold-Award
4.10.2026 13:43  (#1)
Danke fürs Teilen deiner Ideen!

ich muss mich erst intensiver damit auseinandersetzen, aber ein paar Kommentare fallen mir ein:

a) ich würde nicht "aufgeben" wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern weiterlaufen lassen - so sammelst du Daten und Erfahrungen, und kannst ggf. auch (gefahrlos) mit anderen Logiken experimentieren

b) würde ich das 15-Minuten-Fenster "dynamisch" sehen, also nicht erst reagieren wenns kritisch wird, sondern die Leistung dynamisch rechnen bzw. vom aktuellen Stand nach zB 5 Minuten auf die 15 Miniuten reagieren. dann kannst schon früher "sanft" eingreifen.

Sehr hilfreich ist in jedem Fall ein "Lastprofil" des Hauses (zumindest der Grundlast) sowas habe ich GsD schon.

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  •  sir0x
  •   Bronze-Award
4.10.2026 13:59  (#2)
Ich mach's ganz simpel, rund im die Uhr max. 3kW aus dem Netz ziehen, "Überschus" geht in die Batterie, "Zuschuss" kommt aus der Batterie.

Erster Test gestern, Auto mit Ladebegrenzung laden:


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