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Mini EWT mit offenem Sickerschacht

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  •  aw1
16.7. - 17.7.2015
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Liebe Community,

vom Technikraum eines alten Hauses mit Streifenfundament, ohne Keller, muss ich ca. 12 m Luftlinie im Erdboden zum Lüftungsturm zurücklegen. Also eig. ist es kein Erdwärmetauscher, sondern einfach meine Situation um die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] an die Außenluft anzubinden.

An der Außenkante würde ein Lichtschacht erstellt werden, da dort ohnehin mehrere Leitungen nach draußen gehen müssen (Elektro, Fernwärme, u.ä.). Dort wäre ein Lichtschacht mit Kondensatabscheidern, aufgefüllt mit Schaumglasschotter. Der Lüftungsturm würde noch ein Stück weiter am Holzschuppen neben dem Haus stehen, weil an der Fassade später noch Arbeiten durchgeführt werden und er dort auch optisch weniger stört. Im Endausbau würden sich bei einem 0,5 fachen Luftwechsel 472.5 m³/h ergeben. Mit DN 250 ließe sich das mit 3 m/s (Druckverlust 0,09 mbar) bewältigen – dafür habe ich überschlagsmäßig 17 m Rohr gerades Rohr gerechnet um die 3x Bögen zu berücksichtigen. Das Haus steht in Radonpotenzialklasse 1.

Kann man sich so vorstellen:


2015/20150716800807.JPG
Bild in größer:
http://i.share.pho.to/ce0b3620_l.jpegBildquelle: http://i.share.pho.to/ce0b3620_l.jpeg

Zum Kondensatabscheider: Im Lichtschacht würde ich jeweils einen 45° Abzweig DN 250 auf DN 160 nach unten drehen und mit einem Stück Rohr im Boden versenken. Unten Geovlies mit einer Rohrschelle drüber, damit nichts reinkrabbeln kann. Neben den Rohren dann ca. 10 cm Sand als Abdichtung gegen einen Luftkurzschluss. Der Boden ist versickerungsfähig – der Schacht bliebe unten offen. Vom Lichtschacht zum eig. Turm ginge es dann wieder "bergauf", im Schacht wäre also der tiefste Punkt (ca. -1,20 m).

Mit KG 2000 ließe sich das relativ preiswert realisieren. Die Muffen würde ich zusätzlich mit Kaltschweissband abkleben.

Ist das ein machbarer Plan oder muss man in Rehau Awadukt samt passenden Abscheider und Kugelsiphon um $$$ investieren? Den DN 250 Abscheider (nur das Plastikteil ohne Siphon!) lassen die sich nämlich lt. deren Preisliste mit über € 1000 vergolden. Ein bisschen viel für ein paar Silberpartikel im Rohr, finde ich. Irgendwie denke ich es wäre zielführender das Rohr lieber regelmäßig zu reinigen, statt sich aufs Silber als Biozid zu verlassen. Reichen KG 2000 und ein Sandbett am offenen Sickerschacht als Schutz vor übermäßigem Radoneintritt?

Was sagt ihr?

P.S.: Hekatherm kommt für mich nicht in Frage weil 50 m Gebinde und weil der Beton vom Bodenaufbau oben drauf muss. Den Kondensatablauf innen zu machen ist auch praktisch unmöglich, weil ich dann im Technikraum ein elendstiefes Loch bräuchte.

  •  leitwolf
  •   Gold-Award
17.7.2015  (#1)
Hallo aw1,
Wer plant denn die Anlage? Die Dimensionierung der KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] nach dem Luftwechsel ist nämlich nicht der richtige Weg.
Ein Trockensifon (Kugelsifon) wäre eigentlich die technisch richtige Lösung für den Kondensatabfluss, falls auf dieser Länge überhaupt der Taupunkt überschritten wird.
Gibt es wirklich keine andere Richtung bei der Du die Länge reduzieren und auf eine Ableitung verzichten kannst. Reinigen kann man auf kurzen Strecken auch mittels rotierenden, feuchten Mobspinnen.


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  •  aw1
17.7.2015  (#2)
Hallo Leitwolf emoji

Für die Dimensionierung ist leider nur eine Überschlagsrechnung möglich – daher der Weg über den Luftwechsel ohne Berücksichtigung der Personen und tatsächlichen Räume. Das Haus wird stufenweise saniert. Insgesamt stünden 350 m2 mit ca. 2,7 m Raumhöhe zur Verfügung. Die Leitungen muss ich jetzt hineinlegen, weil Teile des EG als erstes dran sind. Wie viele Personen im Haus leben werden etc. ist noch offen. Daher dachte ich, ich trage hinsichtlich des Rohres lieber größer an.

„Ein Trockensifon (Kugelsifon) wäre eigentlich die technisch richtige Lösung für den Kondensatabfluss“ klar, verstehe ich, aber „technisch richtig“ vor allem weil man im Regelfall an den Kanal anschließt, oder? Bei mir wäre die einzige Gefahr der Eintritt von Radon und ein Luftkurzschluss durch die Abflüsse nah beisammen. Sehe ich das richtig?

Nun, ich könnte den Turm direkt am Haus stehen lassen und nur bei Bedarf abbauen. Evtl. kommt später noch eine Außendämmung drauf, das müsste ich hinsichtlich der Positionierung einberechnen. Dann wären es aber immer noch ca. 7 m, die - wenn man keinen Ablauf einplant - z. B. mit Armaflex o.ä. gedämmt werden müssten. Was auch wieder teuer kommt und aufwändiger herzustellen.

Alternativ könnte ich nur auf die Südseite raus, da ist allerdings direkt die Terrasse und die Sonne würde dort die Zuluft im Sommer stark aufhitzen. Die Westseite ist leider die beste Option, vor allem weil dort eben ohnehin ein Graben für eine Fernwärme und Wasserleitung ist.

Denkst du, dass feinkörniger Sand als natürlich Abdichtung ausreichen würde um übermäßigen Radoneintritt und einen Luftkurzschluss im Sicker- bzw. Luftschacht zu unterbinden?

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