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Fenster zu klein?

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2.4. - 7.4.2021
26 Beiträge | 8 Autoren 26
Hallo,

wir haben im Zuge unseres Umbaus neue Fenster erhalten, welch von einer Montagefirma ausgemessen wurden.
Diese Woche sind sie verbaut worden und ich dachte auch, dass soweit alles passt.
Heute war ein Bekannter auf der Baustelle, welcher selbst vor kurzem sein Haus renoviert hat.
Dieser sagt, die Fenster wurden falsch ausgemessen und sind somit zu klein (pro Seite ca. 3-4cm).
Der Chef der Montagefirma hatte damals einfach das Außenmaß der Laibung genommen, da die Fenster dort auf die Kannte gesetzt werden weil ein VWS folgt. Außen waren jedoch ca. 3-4cm mehr Putz an der Wand als innen, wodurch diese jetzt um das kleiner werden als die Fenster davor..
Jetzt ergibt sich das Problem, dass Innen jetzt ein enormer Aufwand betrieben werden muss um das alles wieder schön zu verputzen inkl. dem Problem, dass man auch alle Kannten neu machen muss.
Nebenbei sind auch die Balkontüren kleiner und wie z.B. auf dem Bild unterhalb ersichtlich müsste man hier die Komplette Wand mit ca. 4cm Putz verputzen, wodurch der ganze Raum kleiner wird...

Handelt es sich hier um einen Fehler welchen man reklamieren kann?
 
Bitte um Hilfe!


Fenster zu klein?


 
03.04.2021 (#1)
Hier noch ein Foto:

Fenster zu klein?
03.04.2021 (#2)
Die Laibung hätte ja immer verputzt werden müssen, ich kann da keinen Fehler erkennen.
Beim ersten Bild, das Rohbaumaß der Fensteröffnung ist ja kleiner als das der zwei wände die da anschließen oder?
Wo ist das Problem beim zweiten Bild?

Außer das die dichtbänder fehlen!
Wurde vor Einbau ein Glattstrich gemacht?
Gibt es außen Dichtbänder?
04.04.2021 (#3)
Naja ich verstehe es nicht ganz.
Dadurch, dass die Fenster auf den Außenputz des Hauses gesetzt wurden sind diese jetzt um ca. 6-8 cm in der Höhe und Breite kleiner als davor. Hätte man diesen Putz nicht entfernen können und die Fenster wieder in der gleichen Größe wie davor nehmen können?
Jetzt muss man innen alle Laibungen verputzen und überall neue Kannten setzten etc..
Noch dazu sind bis zu 4cm Putz pro Seite ja extrem viel, oder nicht?


04.04.2021 (#4)
Wenn du Fenster tauscht musst sowieso die Laibungen neu machen normal. 
Wenn du außen den Putz entfernst musst die Laibung ja auch wieder machen anschließend. 

Hast die Vermessungsdaten nicht kontrolliert und abgeglichen?
Wirst doch wissen was du bestellt hast?

Edit: 4cm pro Seite sind inkl. Dämmung. 
04.04.2021 (#5)
Die Laibung Aussen müsste ja nicht neu gemacht werden, da die Fenster an die Kante gesetzt wurden und danach ja ein VWS auf die Fassade kommt, oder?

Ich habe nur die Maße von Fenstersetzer und Fensterllieferant verglichen
04.04.2021 (#6)
Natürlich hätte man außen die Laibung abschlagen können.
Dann hätte man das "Gewerkeloch" auch ordentlich herrichten müssen.
Also vor dem Fenstereinbau alles grob verputzen und einen Glattstrich anbringen müssen.
Das wäre dann aber eine Leistung die eine Baufima hätte machen sollen, und nicht der Fenstereinbauer.
Er hätte dich zumindest darauf hinweisen können.
Was ist jetzt eigentlich mit den Dichtbändern?
04.04.2021 (#7)
also wir haben ähnliche erfahrung gemacht wie firas1
unsere waren noch einmal viel kleiner.
waren damals die klassischen sanierungsfenster mit dem lockangebot dass nix kaputt geht an den laibungen.
nur die fenster waren in summe viel zu klein. bei der gesamthaften sanierung 10jahre nach dem fenstertausch haben wir die rohbaulichte gesehen und dann fehlten plötzlich 40% der glasfläche, die möglich gewesen wäre - und das ist eine menge licht, auf die verzichtet hat werden müssen.

Leider ist es so, dass kaum gewerkeübergreifend geplant oder gebaut wird. ein fenstertausch hat immer was mit anschlussgewerken innen und außen zu tun.

das hilft dir jetzt - firas1 - nicht weiter.
ich würde jedenfalls die fensterfirma nochmals anfragen, wie das passieren konnte, wieso du nicht hingewiesen wurdest, welche auswirkung welches maß hat und ob sie selber das ergebnis aus der sicht der fensterprofi so als zufriedenstellend beurteilen würden.
alleine was an glas = licht verloren geht für die nächsten 25jahre ist traurig.

alles gute, berichte bitte weiter, ein wissenswerter beitrag für alle, bei denen thermische sanierung ansteht und wo im zuge dessen die fenster getauscht werden müssen.
04.04.2021 (#8)
@Bauleiter:
Das wäre ja um einiges weniger Aufwand einen Glattstrich zu machen, als jetzt innen alles mit 4cm Putz pro Seite zu verputzen?
Davon abgesehen hätte man auch größere Fenster und Türen gehabt..
Das Dichtband ist außen an der Fassade angebracht.

@odyssee80:
Oje, das hört sich wie bei uns an..
Wir wurden weder darüber informiert, dass die Fenster um einiges kleiner als davor werden und genauso wurde uns nichts davon gesagt, dass jetzt innen bei jedem Fenster 3 Seiten neu verputzt werden müssen... (inkl. Mauerkanten setzten).
Das ist jetzt ein rießen Aufwand und kostet noch dazu eine Menge Geld.
Das weniger Licht in die Räume kommt merkt man vor allem bei den Kleinen Fenstern.
Wenn bei 60cm 8cm in der Höhe und Breite fehlen ist das nicht gerade wenig.. :(
05.04.2021 (#9)
Das Problem bei den Fensterfirmen ist, dass die eigentlich immer eine Auftragsbestättigung mit den Maßen sich vom Bauherren freigeben lassen.
Hier findet sich dann auch meisten eine Passage wo steht Aufgehrichtungen und Maße sind zu prüfen.
Wie das dann rechtlich zu beurteilen ist kann ich nur vermuten, aber eine gewisse Eigenverantwortung könnte Ich mit  schon vorstellen dass dem Bauherren zugesprochen wird.
Ist das ein Fenster von mehreren?
Passt nur das eine nicht?
Oder passen alle nicht?

Wenn es nur das eine von vielen ist, könnte man versuchen es auf Kulanz  tauschen zulassen, oder sich die Kosten aufteilen.

Übrigens sollte die Sorge einer langen Lieferzeit bestehen, die ist unbegründet solche Nachbestellung werden im Normallfall vorgezogen und müssten in 1-2 Wochen lieferbar sein.

ps. Wenn das mit der reduzierten Belichtungsfläche nicht so das große Thema sein sollte, dann kann man das Fenster auch einfach nur ausbauen und eine Stockverbreiterung anbringen dann würde zumindest der erhöhte Putzaufwand wegfallen.
Ist halt die Frage was da mehr Aufwand ist.
05.04.2021 (#10)
Aber wie soll ich als Laie wissen wie das Maß zustandekommt, bzw. das es eine andere Möglichkeit gegeben hätte bei welcher die Fenster eine andere Größe hätte?

Leider ist das bei allen Fenstern/Türen inkl. der Haustür der Fall...

Naja ich finde es natürlich schon blöd, dass jetzt insgesamt natürlich weniger Licht reinkommt
05.04.2021 (#11)


firas1 schrieb: Handelt es sich hier um einen Fehler welchen man reklamieren kann?

ich bin mir nicht ganz sicher was du willst, aber wenn es um die Frage geht, dann würde ich 

1. das Energiesparhausteam bitten den Threat ins Baurechtforum zu verschieben.
2. Sämtliche Vertragsbestandteile(Anbot, Auftragsbestätigung,Emailverkehr mündliche Absprachen usw...) hochladen. (Geschwärzt oder abgeschrieben)
3. eine Chronologische Aufstellung wann genau was gemacht wurde, Anbot,Aufmaß, Einbau
4. Fotos machen wo man was erkennt, denn diese Fotos sind für nix, außerdem eine genaue Skizze wo ersichtlich ist wie die Ist-Situation ist und wie die ursprünglich Situation war.

Desweiteren würde man den Fensterlieferanten benötigen um AVB, abzufragen.
Wurden hier welche Vereinbart?
Ist der Lieferant auch der Monteur? 
Wer hat aufgemessen Lieferant oder Monteur?
(diese Infos eventuell per PIN)

Das sind die Mindestinfos die man braucht um über "Reklamationen" diskutieren zu können.
Also soviel Infos wie möglich, auch diese die aus deiner Sicht nicht gut für dich sind, sonst bringt das nichts.
06.04.2021 (#12)
Wie kann man den Threat verschieben lassen (bzw. wie findet man jemanden vom Energiesparhaus Team?).

Mir geht es nur darum, ob man hier überhaupt eine chance einer Reklamation hat?
Damals ist der Chef der Montagefirma zum Ausmessen gekommen.
Dieser hat mir dann etwas später das AG vom Fensterlieferanten zur Kontrolle geschickt (allerdings Kontrolle, ob die Maße am AG mit seinen vermerkten Maßen übereinstimmen).

Jetzt ist wie schon gesagt das Problem, dass die Fenster an die Ferputzte Laibung gesetzt und auch dort gemessen wurden und dadurch, dass der Putz z.T. 4cm pro Seite aufträgt verliert man dann bis zu 8cm bei den Fenstern und Türen...
Gesagt wurde uns das davor nicht, noch dazu hätte es ja die Möglichkeit gegeben den Putz runterzustemmen und dann das richtige lichte Maß zu nehmen.

Die Fotos habe ich nur reingestellt, damit man ungefähr sieht um wie viel es hier fehlt..
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder der Fenster tauscht dann seine Fensterlaibung komplett neu mit ca 4cm Putz verputzen muss oder eine komplett schräge Fensterlaibung dann hat.
06.04.2021 (#13)
Thread ins Baurechtforum verschoben. Big energiesparhaus-Brother is watching you 😉
06.04.2021 (#14)
Perfekt, danke! 😀
06.04.2021 (#15)
Habe jetzt gerade mit dem Fenstersetzer/Fenstermesser telefoniert.:
 
Dieser sagt ich war beim Ausmessen dabei und habe eingestimmt als dieser mich fragte ob ich die Innenlaibung dann schräg verputzen lassen will?
Ich kann mich ehrlich gesagt an das nicht erinnern und schriftlich gibt es hier natürlich auch nichts.
Davon abgesehen habe ich ihn jetzt auch gefragt was ich mir als Laie darunter vorstellen soll?
Bevor ich mich hier mit dieser Problematik auseinandergesetzt habe, wusste ich nicht einmal, dass es Häuser gibt bei denen die Innenlaibung schräg verputzt ist.
Hätte er die Frage gestellt:
Willst du die Fenster in der gleichen Größe wie davor, oder kleiner da auf den alten Außenputz gesetzt, so hätte ich mich natürlich für die Variante mit der gleichen Größe wie davor entschieden...

Für ihn ist die Sache somit erledigt.. Gibt es hier eine Möglichkeit so etwas zu reklamieren wenn hier Aussage gegen Aussage steht?
06.04.2021 (#16)


firas1 schrieb: (allerdings Kontrolle, ob die Maße am AG mit seinen vermerkten Maßen übereinstimmen).

hast du das schriftlich, dass du nur seine vermerkten Maße mit der AB vergleichen sollst.
Wie hat er das wortwörtlich formuliert?

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Montagefirma nicht zur Fensterfirma gehört.
Hier wäre Eigentlich die richtige vorgehensweise, dass du dir von der Montagefirma (welche ja die Fenster aufgemessen hat) dir hättest eine Freigabe hollen müssen und mit dieser Freigabe hättest du dann die Fensterbestellung freigeben können.

Also bei der Fensterfirma wirst nichts reklamieren können.

Bleibt das Montageteam.
Aber wie gesagt ohne zu wissen was genau geschrieben wurde bringt das nichts.
Was hat das Montageteam wortwörtlich geschrieben, und was meinst du mit "vermerkten Maße"? wo wurde was vermerkt?

edit; überschnitten
06.04.2021 (#17)
Ja das habe ich auch schriftlich, allerdings hat der Monteur nicht die Fenster bestellt..
Die Fenster hat ein Bekannter von uns bestellt, da er jemanden von der Fensterfirma besser kennt.

Die Montagefirma hat mir nie etwas direkt geschrieben, da dann immer alles über den "Mittelsmann" gelaufen ist
06.04.2021 (#18)
Wer nicht selber fachkundig ist sollte jeden größeren Auftrag sicherheitshalber von einem Fachmann überprüfen lassen.
Ich habe besonders bei Altbauten die Fenster bei einem Austausch immer so groß wie möglich bestellt und ohnehin nur Holzfenster.
Hier läßt sich problemlos der Rahmen abhobeln, sodass nicht gleich das ganze Fenster kleiner genommen werden muß.
Es geht nicht nur um den Lichteinfall sondern auch um passive Wärmegewinne-
von der besseren Optik mit schmaleren Fensterprofilen ganz abgesehen.

Die Rahmenaußenmaße werden in der Auftragsbestätigung ja angegeben und lassen sich leicht selbst überprüfen. Allseitig ca 10 mm Zugabe für die Einbaufuge hinzurechnen und ggf Putz vor dem Messen abschlagen.

Andreas Teich
06.04.2021 (#19)


firas1 schrieb: Für ihn ist die Sache somit erledigt.. Gibt es hier eine Möglichkeit so etwas zu reklamieren wenn hier Aussage gegen Aussage steht?

Ich kann dir  nicht helfen, aber es ist ein riesengroßer Schmarrn.  Ich weiß auch nicht, was da genau passiert ist, da ich nicht dabei war und daher auch nicht den Inhalt der Gespräche und Vereinbarungen kenne. Meiner Einschätzung nach bist du in diesem Fall auf der Verliererseite.
Die meisten Fenster und Türen sind Maßfertigungen und können nicht einfach "umgetauscht" werden. Und wer in dieser "Handlungskette" gesteht ein(en) Missverständnis/Fehler ein? 
Und wie du selbst sieht, beginnt das "die Hände in Unschuld waschen" schon.
Aus meiner Sicht gibt es in dieser Sache zwei Möglichkeiten.  Sich mit der Realität abzufinden oder nochmals (einiges an) Geld in die Hand zu nehmen und Fenster in der richtigen Größe
bestellen und einbauen.  Die nicht passenden Fenster auf  der Handelsplattform anbieten.
06.04.2021 (#20)


firas1 schrieb: Ja das habe ich auch schriftlich, allerdings hat der Monteur nicht die Fenster bestellt..

Nochmals, um hier diskutieren zu können, brauchen wir genau was wort wörtlich geschrieben wurde.🤯

 
06.04.2021 (#21)
hallo firas1,
ich an deiner stelle würde den produzenten der fenster zu einem vor Ort Termin bitten und ihm die Sachlage schildern.
du bist zu wenig/unzureichend über die auswirkungen von stockmaß/fensterlichte/einbautoleranzen/zusammenhang innenputz-außenputz informiert worden - sonst hättest du ja die auswirkung der bestellung auch verstanden.
reklamieren wirst du vielleicht schlecht können, jedoch die unzureichende beratung beim termin zum ausmessen.

der fachjargon bei fenster ist für nicht bauleute oft verwirrend.
ich habe die fensterfirma auch nach 10 jahren antanzen lassen und habe einen frontalangriff gestartet, dass einer unbedarften person (meiner schwiegermutter) fenster in völlig falschen größen angedreht wurden - nur für ein schnelles geschäft. ich habe schlechte presse, schlechte weiterempfehlung im privaten umfeld, schlampigkeit, alle rethorischen geschütze aufgefahren. der mitarbeiter, der mich besucht hat und für die situation gar nichts konnte hat zumindest gelernt, dass fenster verkaufen und einen zufriedenen kunden zu haben zwei völlig verschiedene dinge sind.

vielleicht ergibt sich eine kulanzlösung, dass du fenster in der richtigen größe bekommst und sei es für die fenster, bei denen die behebung des fehlers am wichtigsten ist.

alles gute,
helgA



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