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FBH mittels Raumthermostat oder manuell regeln

28.7. - 31.7.2020
8 Beiträge | 6 Autoren
Bei unserem Neubau wird diese Woche mit den Rohinstallationen (Elektro und Installateur) begonnen.
Nun stehen wir vor der Entscheidung, ob wir die Heizkreise der Fußbodenheizung manuell regeln oder die Temperaturen über in Räumen angebrachten Thermostate regeln lassen sollen?
Wir bekommen auch ein LOXONE-System, wobei die Thermostate dann mit diesem System verknüpft werden können.
Dahingehend stellt sich auch die Frage, inwieweit wir dieses LOXONE tatsächlich ausbauen sollen. Anfangs war es nur für die zentrale Steuerung der Raffstores (mit Wetterstation bzgl Sonneneinfall etc) gedacht, mittlerweile haben wir auch das Zutrittssystem, das Garagentor und die Beleuchtung in den zentralen Räumen auf dem System. 

 
 
28.7.2020 17:28
@Optimist
Es kommt auf die thermische Qualität des Gebäudes an.
Wenn die VL-Temperatur der FBH bei Auslegetemperatur bei 30°C oder weniger liegt brauchst Du keine Raumthermostate. Dann ist die Heizung "selbstregulierend".
Wenn die VL-Temperatur höher ist, sind Raumthermostate einfach ein Komfort den man sich leistet.
Hast Du eine Berechnung/Auslegung für den Heizbedarf und die Fussbodenheizung? Da kannst Du diese Werte finden.
Gruss HDE
28.7.2020 17:49
Ok danke, das muss ich mir mal anschauen!
Ich weiss bis jetzt nur dass die Heizung (Gastherme) einen Aussenfühler hat und sich nach den Aussentemperaturen richtet. Aber das glaub ich ist ja sowiso standard, oder?
28.7.2020 19:55
@Optimist vergiss die ERR mit Loxone Thermostaten.
Warum?
- kostet dich eine Lawine,
- die Mehrkosten bekommst über die Laufzeit meiner Meinung nach nie rein
- Wenn FBH, die ist sowieso träge Ende nie + ggf. thermischer Kurzschluss 
- Die Stellantriebe werden dir nach der Reihe kaputt gehen, die Kosten auf einige Jahrzehnte Laufzeit mag ich mir gar nicht vorstellen (ich sags, weil mir selber in der Wohnung nach 2 Jahren 2/4 kaputt gingen)

Das wird dir ev. von wem nett verkauft, Kosten/Nutzen meiner Meinung nach nicht gegeben. 

Tipp: Leg dir ein Leerrohr vom Verteiler zu den FBH-Verteilern hin und entscheide nach einem Jahr ob du sie noch willst/brauchst. Die kannst ja easy nachrüsten.
Thermometer wirst dir sowieso in jedem Raum verbauen lassen, denke mit den Touches? Dann kannst nachher noch immer erweitern.

PS: Ich hab selber Loxone und bin sehr zufrieden, also nicht dass du glaubst ich will dir was ausreden ;)


28.7.2020 20:02
einzelraumregelung ist bei neubauten mit fbh einfach sinnlos!
28.7.2020 20:35
Super, danke, dann werd ich das so machen mit der Leerverrohrung!
Aber brauch ich dann überhaupt die teuren loxone-schalter mit thermostat in allen räumen? Bzw @austriansales: hast du sie überall? Ich denke im WC und auch im Bad (da heize ich ja sowiso eher wärmer) wären dann normale Lichtschalter auch egal oder?
28.7.2020 20:54


Optimist schrieb: Bzw @austriansales: hast du sie überall? Ich denke im WC und auch im Bad (da heize ich ja sowiso eher wärmer) wären dann normale Lichtschalter auch egal oder?

Ich persönlich mag die Touches leider gar nicht... das genaue Treffen der Ecken zur Jalousen-Steuerung ist leider von der Usability her nicht meins...
Ich bin an günstige Touches gekommen, daher sinds ein paar mehr geworden als geplant. Grundsätzlich hätte ich gar keine Touches wollen. Mir ist ein klassicher Taster zum drücken einfach lieber. Den kannst du ertastet ohne das gleich bspw. wie beim Touch das Licht angeht oder der Rollladen sich bewegt.

Wenns nach meinem Befinden geht: so wenig wie möglich zur Bedienung einplanen. Es ist schon ganz nett wenn man Feuchte und Temperatur von jedem Raum hat (in Kombi mit Beschattung und KWL nicht ganz verkehrt), Verkabelungsaufwand ist auch minimal. Aber wie gesagt ich mag die Bedienung nicht. 
Grundsätzlich brauchst die Touches gar nicht wenn dir Temperatur und Feuchte nicht wichtig sind. Eine ERR macht halt nur Sinn wenn du die Temperatur vom Raum hast...

Wir haben Touches da, wo man zumindest neben dem Licht auch noch mind. eine Beschattung fahren kann. In Räumen wie WC etc. sind Touches rausgeschmissens Geld, das ist alles konventionell verkabelt. 

Hätte ich die Touches nicht günstig gebraucht erworben, hätte ich keinen verbaut.

Probiert sie am besten aus. Geht in einen Raum und versucht sie blind richtig zu ertasten man schaut nur selten auf den Taster den man drücken will wenn man einen gewohnten Raum betritt. Ihr seht dann am besten wie es euch ergeht. 
31.7.2020 10:15
Hallo Optimist

Als Loxone Mitarbeiter möchte ich dir bei diesem Thema doch auch helfen.
Es ist richtig, dass sich eine Automatisierung der Heizung stärker auswirkt, je weniger Träge ein System ist. Es ist auch richtig, dass eine FBH sehr träge ist. Aber: auch ein träges System kann sinnvoll automatisiert und optimiert werden. Loxone lernt das Heizsystem und seine Trägheit kennen und kann unter Einbeziehung des Nutzungsverhaltens sehr wohl optimieren. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf die Energieeffizienz. Ausserdem ist es per Wetterservice möglich, bis zu 60h in Zukunft zu blicken und bereits im Vorfeld bspw. auf einen drohenden Kälteeinbruch zu reagieren.

Die Kosten für die benötigten Stellantriebe sind marginal und uns sind hier auch keinerlei Qualitätsprobleme bekannt.

Womit austriansales definitiv recht hat: Auch eine Nachrüstung ist zu einem späteren Zeitpunkt problemlos möglich. Aber ich seh absolut keine Vorteile bei einer manuellen Steuerung. Du hast unser System doch ohnehin im Einsatz – warum nicht optimal nutzen.

Beste Grüsse
31.7.2020 10:50


Loxone schrieb: Aber ich seh absolut keine Vorteile bei einer manuellen Steuerung. Du hast unser System doch ohnehin im Einsatz – warum nicht optimal nutzen.

Wenn eine Flächenheizung optimal ausgelegt ist, benötigt diese gar keine Regelung und alle Ventile sind voll geöffnet. Die Druckverluste und in weiterer Folge der Stromverbrauch der Heizkreispumpe sind gering. Das ist sozusagen der Optimalfall. 

Wenn ich die Durchflussmenge mit den Einstellventilen drossle, steigen der Druckverlust und dadurch auch der Stromverbrauch an. Die Einstellung an den Ventilen gilt aber auch nur für einen definierten Volumenstrom, dieser ist aber bei modulierenden WP grundsätzlich nicht gegeben (kann man aber meist einstellen). Das System ist schon weniger ideal als die erste Variante. 

Eine ERR dreht Heizkreise komplett ab oder auf. Dadurch steigt der Volumenstrom der anderen Kreise an, mit natürlich erhöhtem Stromverbrauch. Wenn zu viele Kreise abgedreht werden ist der Mindestvolumenstrom der WP nicht mehr gewährleistet, wodurch manche WP-Hersteller eine hydraulische Entkopplung bei Verwendung einer ERR vordern. Diese benötigt eine zusätzliche Heizkreispumpe (mit zusätzlichen Anschaffungskosten und auch höheren Stromkosten) und einer höheren Vorlauftemperaturen (wieder höhere Stromkosten). Das zum Thema Energieeffizienz, so was hat in einem Neubau nix verloren. Bei uns ist zum Glück der Schwachsinn ERR nicht wie bei den Germanen vorgeschrieben.


Loxone schrieb: Ausserdem ist es per Wetterservice möglich, bis zu 60h in Zukunft zu blicken und bereits im Vorfeld bspw. auf einen drohenden Kälteeinbruch zu reagieren.

Habe ich bei mir auch vor, bei anstehdem Schlechtwetter soll durch Erhöhung der Vorlauftemperatur die BKA vorab aufgeladen werden. Hat aber nix mit einer ERR zu tun und wäre sogar kontraproduktiv. 



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