» Diskussionsforum » Hausbau-, Sanierung

Estrich heizen mit WP und RGK, Aufheizen mit hohen Temperaturen

Teilen: facebook    whatsapp    email
0
13.10. - 14.10.2021
20 Beiträge | 9 Autoren 20
Hallo zusammen!

Wir bekommen nächste Woche (21.10) unseren Zementestrich mit 6,5cm Dicke.
Zurzeit bin ich noch unsicher ob ich einen Beschleuniger benutzen soll oder nicht.

Deswegen hat meine Estrichfirma hat mir jetzt vorab schon die beiden Aufheizprotokolle zugeschickt damit ich mich auch zeitig abstimmen kann mit Installateur und Elektrik und die WP sobald wie möglich inbetriebgenommen wird.

Wir bekommen eine KNV Wärmepumpe S1255-06 und haben einen RGK mit 400m auf sehr guten lehmigen Boden und hgaben zusätzlich noch eine Betonkernaktivierung.
Soweit ich mitbekommen habe kann man ja wählen ob man mit "Heizstab" oder über den RGK heizt? 

1) Mit "Contopp Beschleuniger 5"
Aufheizen kann man anscheinend nach dem 19. Tag beginnen.
Mir kommen die Temperaturen bis 55°C relativ hoch vor. In anderen Foren und Bereichen hier hab ich gelesen, dass man nicht viel weiter als ein bisschen über die zukünftige VL-Temperatur gehen soll. Die sollte ja ca. bei 27-28°C im Normalbetrieb. Ich kann mir nur vorstellen, dass es extrem viel Energie kostet hier auf 55°C zu heizen und man das nur mit dem Heizstab erreicht.

Estrich heizen mit WP und RGK, Aufheizen mit hohen Temperaturen

2) Normaler "Zementestrich"
Auch hier ist die maximale Temperatur 50°C. Beginnen soll man hier nach dem 21. Tag.

Estrich heizen mit WP und RGK, Aufheizen mit hohen Temperaturen

Wie sind eure Erfahrungswerte mit WP und RGK? Wie habt ihr ausgeheizt? Welche maximalen VL-Temperaturen seid ihr gefahren?

LG

 
 
13.10.2021 (#1)
Wir haben einen Calciumsulfat-Fließestrich und eine LWP, deswegen weiß ich nicht wie sehr dir diese Infos weiterhelfen, aber bei uns hat das Ausheizprogramm so ausgesehen:


Estrich heizen mit WP und RGK, Aufheizen mit hohen Temperaturen
... also max. 45°C.


thez schrieb: Ich kann mir nur vorstellen, dass es extrem viel Energie kostet hier auf 55°C zu heizen und man das nur mit dem Heizstab erreicht.

Das wird ziemlich sicher viel Energie (und Geld) kosten. Unser Bauleiter und der Installateur haben uns vorgewarnt, dass wir uns nicht über die nächste Stromrechnung wundern sollen :-D

Anmerkung: bei unserer LWP schaltet sich ab 45°C VL Temperatur der Heizstab dazu.
13.10.2021 (#2)


tomsl schrieb: Das wird ziemlich sicher viel Energie (und Geld) kosten. Unser Bauleiter und der Installateur haben uns vorgewarnt, dass wir uns nicht über die nächste Stromrechnung wundern sollen :-D

Wir hatten von August 20 bis Sept 21 eine Strom-Rechnung von 1400,- Das inkludierte Estrich ausheizen im Herbst 20 und auch das Heizen Winter 20/21 sowie Baustrom. Ich finde das jetzt nicht übertrieben viel.

Die Putzer brauchten eine 32 Amper Steckdose!
13.10.2021 (#3)
Wir haben den Estrich Anfang Dezember bekommen und dann nur mit den Kollektor ausgeheizt. Hat eigentlich gut funktioniert, hatten glaube ich aber 45 grad maximale vorlauftemperatur. Noch dazu mit einer Wärmepumpe die einige Fehler und Probleme noch hat. Wenn du nachher nicht sofort einziehst hat der Kollektor auch genug Zeit zum regenerieren. 
Einfach die soletemperaturen beobachten und wenn es notwendig ist den e Stab dazu schalten. 


13.10.2021 (#4)
Schau dir mal den Thread "Estrich ausheizen mit WP - best practice" an oder so ähnlich...

Kein modernes Haus mit FBH sollte mit über 40°C VL ausgeheizt werden müssen...viele hier im Forum sehen 30°C VL Temp nur wenige Tage im Jahr. Wofür soll also der Estrich bis auf über 50°C ausgeheizt werden? 


Dazu gibts aber schon viele Threads mit guten Erklärungen. 
13.10.2021 (#5)
Also ich hab max mit 35 oder 38 grad aufgheizt. Wtf wenn ich schon 50 grad sehe. Für was? Ich hab ausserdem i  sommer mit pv um 50 euro ausgheizt mit der F1155. Aber die Threads hatten wir damals darüber. Mal nachlesen
13.10.2021 (#6)
Weils mich grad interessiert hat wie das damals war, ich bin bis VL37°C gefahren, Auslegung für Normalbetrieb hat 32,5°C gesagt...

Hier nachzulesen: 

https://www.energiesparhaus.at/forum-estrich-ausheizen-mit-der-wp-best-practice/44904_33#441082
13.10.2021 (#7)
Danke fürs Feedback.

Ich hab gleiche Bedenken: Das Ausheizen soll ja einerseits das "Trocknen" beschleunigen jedoch auch die "Ausdehnung" der Rohre bewirken. Wenn mir klar ist dass ich im modernen EFH mit BKA mit der VL nicht über 30 Grad kommen werden warum dann mit 55°C ausheizen?
Ist doch eine Verschwendung von Energie, selbst wenn wir auch eine PV haben.

Wie seid ihr das angegangen? In Diskussion mit der Estrich-Firma gehen? Glaube auch, dass die 55° nicht State-of-the-Art sind...
Bin neugierig wie die Firma reagieren wird...
13.10.2021 (#8)


thez schrieb: Mir kommen die Temperaturen bis 55°C relativ hoch vor. I

Mir kommt manchmal vor, als ob manche "Professionisten" sich überhaupt nix um physikalische Fakten scheren und den gleichen Blödsinn immer und immer wieder verbrechen, "weils halt immer schon so war"! Ich möchte einmal wissen, wieviel Tonnen CO2 tagtäglich in Österreich sinnlos verbrannt werden, weil die Bauherren von der Estrich Firma so einen Käsezettel in die Hand gedrückt bekommen und die sich dann nicht im ESH Forum informieren.
Grrrr...

Wie schon öfter beschrieben, darf dir der Estrich Leger persönlich aufklären, welchen physikalischen Zweck es hat, fast 20°K über deine vermutete Auslegungstemperatur auszuheizen, verbunden mit der Frage, ob er bereit ist, diese sinnlos entstehenden Stromkosten von seiner Estrich Rechnung in Abzug zu bringen.

Ich hab im Dezember letzten Jahres mein Haus (246m²) beginnend von 8°C über 2 Etappen mit der gleichen WP wie du ausgeheizt und dafür 1800kWh Strom benötigt. Jeder, der meint, 1200€ fürs Ausheizen zu bezahlen, sei ok, würde ich mit dem nassen Fetzen davonjagen.

EDIT: Der Heizstab schlug sich mit 20kWh zu Buche.
13.10.2021 (#9)
vielleicht wollen die Estrichleger so gern Risse verdübeln hahaha und kassieren dann ab.
Mehr hast von einer VL von 50°C auch nicht, ausser heisse Füsse und man braucht Mega Energie, was man mit einer richtig ausgelegten WP(nicht falsch und doppelt und dreifach so hoch) nicht erreichen kann und der Durchlauferhitzer, den die Instis benutzen brennt die Stromrechnung nieder
13.10.2021 (#10)
meine Zieltemp. war auch 35° , habe auch BKA 600m , und ca. 25M² Wandheizung , und natürlich FBH, habe  im Jänner ausgeheizt mit RGK und der S1255,  Heizstab war ganz kurz im Einsatz da wir paar Tage mit -14Grad hatten,
13.10.2021 (#11)


ds50 schrieb:

──────
thez schrieb: Mir kommen die Temperaturen bis 55°C relativ hoch vor. I
──────

Ich hab im Dezember letzten Jahres mein Haus (246m²) beginnend von 8°C über 2 Etappen mit der gleichen WP wie du ausgeheizt und dafür 1800kWh Strom benötigt. Jeder, der meint, 1200€ fürs Ausheizen zu bezahlen, sei ok, würde ich mit dem nassen Fetzen davonjagen.

EDIT: Der Heizstab schlug sich mit 20kWh zu Buche.

1200€ weil du auf 50°C gegangen bist? 
Ja ich hab noch eine PV die ich schon in Betrieb haben will zusammen mit der Wärmepumpe und mit November sollts von den Temperaturen noch nicht so schlimm sein. Aber ja die PV Erträge werden nicht mehr so massiv sein...

Bin neugierig ob der Estrichleger sich auf 35°C einlässt.

LG


13.10.2021 (#12)
ja bei den PV Erträgen freut sich dein Stromdealer.
Was glaubst du was für eine Energie notwendig ist um den Estrich auf 50 grad zu bringen
13.10.2021 (#13)
Ich hab um die 350€ gezahlt, bei max. 38°C.
Ein Freund von mir hat 2000€ gezahlt, weil der Insti unfähig war, den Heizstab zu deaktivieren, und dann halt die 55°C...

Ein JEDER Bauherr, der sich nicht für das Ausheizen interessiert, fährt da locker mit 1000€ ein, das trau ich mir sagen.

Ich hatte auch ein Blatt vom Estrichleger, da stand oben, bis zu 55°C. Mein Insti und der KNV IBN Techniker hätten beide bis 55°C ausgeheizt.


thez schrieb: Bin neugierig ob der Estrichleger sich auf 35°C einlässt

Das ist ganz einfach: Wer zahlt, schafft an!
13.10.2021 (#14)


ds50 schrieb: Ein JEDER Bauherr, der sich nicht für das Ausheizen interessiert, fährt da locker mit 1000€ ein, das trau ich mir sagen.

Kenne genug mit an die 1500 euro kosten usw


ds50 schrieb: Mein Insti und der KNV IBN Techniker hätten beide bis 55°C ausgeheizt

Find ich von beiden echt mies, weil grad die sollten eine Ahnung von der Materie haben.
13.10.2021 (#15)


uzi10 schrieb: Kenne genug mit an die 1500 euro kosten usw

Eben! Aber keinem "Profi" interessiert es!


uzi10 schrieb: Find ich von beiden echt mies, weil grad die sollten eine Ahnung von der Materie haben.

 Dieses Gewerk ist hauptausschlaggebend für mich, daß ich grundsätzlich jeden "Profi" am Bau mit gesunder Skepsis begegne.
Ausnahmen gibt es natürlich. (Ich liebe meinen Putzer! 😘)
14.10.2021 (#16)
https://www.energiesparhaus.at/forum-ausheizen-mit-tiefenbohrung-im-winter-knv-s1155/60495_1

habe auch nur bis VL 34° ausgeheizt...

meiner meinung einer der wichtigsten sachen.. lass der wärmepumpe am anfang die zeit die sie braucht und übertreib es nicht mit den temperaturen... temperier am anfang auf zB vl. 14° und dann erhöhe jeden tag um 1°
14.10.2021 (#17)
Ad Erfahrung: Abholen bei der Temperatur, wo der Estrich gerade ist. Alle 2 Tage um 3°C (viell. Anfangs etwas mehr) erhöhen. Endtemperatur (= Auslegungstemperatur der FBH + Angstzuschlag, in meinem Fall 38°C) 3-5 Tage halten, Abkühlen mit max. -10°C pro Tag.
Das war bei mir das "Funktionsausheizen", d.h. der Estrich darf sich ausdehnen bis zum max.

Nicht zu verwechseln: Falls der Estrich dann noch zu feucht ist, kann man mit dem "Belegreifheizen" nachhelfen. Da hab ich keine Erfahrung, denn mit über einem Jahr Liegezeit des Estrichs hab ich definitiv keine Probleme mit Feuchtigkeit, Schimmel & Co.

Fakt ist auch, daß das ganze Zeit braucht. Mit dem geld- und erdwärmeschonenden Verfahren sparst du Zeit, da die Tmax deutlich unter 55°C liegt, kostet aber auch Zeit, da die Temperatursprünge v.a. im oberen Bereich nicht zu hoch sein sollen, um die WP und RGK nicht zu überlasten.
14.10.2021 (#18)


ds50 schrieb: Fakt ist auch, daß das ganze Zeit braucht. Mit dem geld- und erdwärmeschonenden Verfahren sparst du Zeit, da die Tmax deutlich unter 55°C liegt, kostet aber auch Zeit, da die Temperatursprünge v.a. im oberen Bereich nicht zu hoch sein sollen, um die WP und RGK nicht zu überlasten.

Das Ausheizprogramm der WP wird ja hoffentlich so konfiguriert sein, dass es die WP selbst nicht überlastet? Das wäre ja absurd, würde der Hersteller das so ausfliefern.
14.10.2021 (#19)


tomsl schrieb: Das Ausheizprogramm der WP wird ja hoffentlich so konfiguriert sein, dass es die WP selbst nicht überlastet? Das wäre ja absurd, würde der Hersteller das so ausfliefern.

 Der Hersteller hat keine Ahnung, ob das Gerät in einem 50m² Passivhausbungalow oder 300m² Villa mit 25er ohne WDVS werkelt.

Ich sag es nochmal: Man wird nicht umhin kommen, sich mit der WP zu beschäftigen, um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten. Diese Arbeit nimmt einem wirklich keiner ab, weder der Installateur, noch KNV oder Nibe.
(Ebenso verhält es sich bei deiner ganzen Heizung inkl. WW: Der Insti schaut daß es warm wird. Das es effizient warm wird, dafür bist in der Praxis einzig Du allein verantwortlich!)

Zum Thema: Ich habe geschoßweise ausgeheizt, nachdem ich nach den ersten zwei Stufen schon erahnen konnte, daß sich die WP für alles auf einmal (zu) schwer getan hätte. Die ersten Stufen sind noch "leicht" und können durchaus 5°C vertragen, aber die benötigte Energie 30->35°C ist eine vielfach höhere als bei 20->25, v.a. im Winter!

Übrigens funktioniert natürlich auch die Nibe Standardeinstellungen mit ihren 5°C alle zwei Tage - aber du kannst dir sicher sein, daß dafür zumindest partial der Heizstab eingesetzt werden muss. Mein Ziel war ja effizientes Ausheizen mit möglichst wenig Stromverbrauch. Und das geht eben nur vernünftig über ein Mehr an Zeit.

Kurz gesagt: Wenn es schnell gehen muss: Heizstab ( = teuer).
14.10.2021 (#20)


ds50 schrieb: Der Hersteller hat keine Ahnung, ob das Gerät in einem 50m² Passivhausbungalow oder 300m² Villa mit 25er ohne WDVS werkelt.

Das stimmt, aber der Insti sollte mir natürlich eine WP empfehlen/verkaufen die zum Haus passt. Dass dem zu Großteil leider nicht so ist, zu dem Schluss kommt man, wenn man hier in diversen Threads mitliest. Scheinbar muss man sich wirklich um alles selber kümmern.
  • ▾ Werbung
    Energiesparhaus.at ist Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramms, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Partner-Links zu Amazon.de Entgelte verdient werden können.
Hallo tomsl, schau mal hier im Shop nach, da siehst du Preise und wirst sicher auch fündig.


Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Hausbau-, Sanierung