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Erste Einschätzungen

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6.4. - 8.4.2021
17 Beiträge | 10 Autoren 17
Hallo!

Ich habe mich hier bereits etwas eingelesen und da die Antworten recht kompetent wirken würde ich mich über Einschätzungen zu meiner Situation sehr freuen! 
Mein Partner und ich stehen ziemlich am Anfang der Immobiliensuche. Momentan führen wir eine Fernbeziehung, sehen uns aber dank Home Office sehr viel und konnten bereits Probewohnen. Umziehen werden wir sicher wenn wir zusammenziehen, vielleicht nicht sofort aber absehbar. Wir überlegen zu kaufen und suchen von einer Wohnung bis zum Reihen/Doppelhaus. Eines haben wir gesehen dass uns besonders gefällt. Und da der Preis wohl "normal" für ein Doppelhaus in dieser Gegend von OÖ ist interessiert mich die Einschätzung des Forums zur Leistbarkeit.

Das Haus kostet 365 000 Euro,  hat 119 m2 und 450 m2 Grund. Doppelhaushälfte im Eigentum. Neubau. Ländliche Gegend aber nahe mehrerer Städte mit guter Infrastruktur und Arbeitsmöglichkeiten. Wir beide sind 39 Jahre alt, Eigenmittel sind rund 100 000 vorhanden. Ein Auto gibt es schon, ich müsste mir ein (kleines, günstig, gebraucht) kaufen. Das geht sich mit "übrigen" Geld aus, einige Reserven würden wir auch zur Seite legen. Es ist hier wohl nötig dass zwei Autos vorhanden sind. Ich verdiene momentan 1880 für 34 WSt. Meim Partner mindestens 3000, eher 3200 im Durchschnitt. Kind ist nicht ganz ausgeschlossen, trotz unseres Alters wäre es noch möglich dass es passiert. Einen neuen Job brauche ich aber sowieso wenn ich herziehe. Den jetzigen habe ich bereits lange, Jobchancen sollten soweit gut sein. 

Wir sind uns unsicher ob wir uns dieses Haus leisten können, wie gesagt ist es kein Muss, es ist aber einfach schön und gefällt uns beiden sehr sehr gut. Wir sind halt beide recht sicherheitsbewusst und mögen auch das "gute Leben". Also jetzt nur mehr fürs Haus zu leben und auf alles andere zu verzichten würde uns auf Dauer wohl nicht glücklich machen. Mich würde jetzt einfach interessieren wie andere das so gemacht haben bzw.einschätzen. Wäre dieses Projekt Wahnsinn oder eh "üblich"? 

Danke schon mal im Voraus und liebe Grüsse,
Pipilotta

 
 
06.04.2021 (#1)
Also mit Nebenkosten sind es rund 400k€ und da kommt noch ein bissl was dazu.
Also 300k€ Kredit plus vielleicht bissl was für Einrichtung etc.

Bei 5000€ im Monat zusammen sehe ich das nicht problematisch... Die Rate würde wahrscheinlich je nach Laufzeit 1000-1200€ ausmachen. 
06.04.2021 (#2)
Hallo Pipilotta,

wenn man die bloßen Finanzierungseckdaten berücksichtigt, ergibt sich folgendes Bild:

Kaufpreis 365.000 (den ich im Übrigen bei den genannten Umständen ebenfalls als vergleichsweise günstig erachte - ist das schon schlüsselfertig?) + Kaufnebenkosten (ca. 10%) = Projektvolumen 402.000. Abzüglich Eigenmittel (100.000) ergibt einen Finanzierungsbetrag von etwa 300.000.

In eurem Alter geht sich eine 30 jährige Finanzierungslaufzeit jedenfalls aus, was bei einem Mischzinssatz von sagen wir 1,25% eine monatliche Pauschalrate (=Zinsen + Tilgung) von etwa EUR 1.000 ergibt. Vorzeitig tilgen könnt ihr jederzeit, falls ihr nicht zu weit in die Pensionszeit mit dem Kredit kommen wollt.

Mit euren aktuell 5.000/Monat (mal 14) sollte sich das bei gewöhnlicher Ausgabenstruktur jedenfalls gut ausgehen und sich noch einiges für "das gute Leben" ausgehen - vergleicht die Rate mal mit eurem derzeitigen Nettomietzins. Selbst wenn deine Jobsuche länger dauert, sehe ich hier kein Problem.

Freilich - mit Kind(ern) reduziert sich der finanzielle Spielraum.
Das Projekt selbst wäre meiner Ansicht nach derzeit jedenfalls auch zu guten Rahmenbedingungen (= Konditionen) finanzierbar - eure Rahmenbedingungen sind jedenfalls als "attraktiv" einzustufen.

LG
Thomas
06.04.2021 (#3)
Vielen Dank erstmal für die Antworten! Ja das Haus ist schlüsselfertig und momentan sind, bis auf die üblichen NK, soweit keine weiteren Kosten ersichtlich. Ausser halt Küche und etwas Einrichtung, wobei ja erstmal Möbel aus zwei Haushalten vorhanden sind. Wir haben aber nur erste Informationen erhalten und hatten noch keine Besichtigung o.ä. Wir haben vom Umfeld auch die Einschätzung erhalten dass es preislich voll okay ist. Vor allem ist es auch sehr schön (grosse Fensterflächen, gute Ausrichtung). Insgesamt gehe ich von Kosten von etwa 425000-430000 aus (Haus +Nk+ Einrichtung).

Derzeitige Mieten liegen bei ca. 900 (wir wohnen beide günstig;). Pendelkosten und öffentlicher Verkehr wären ca.die monatlichen Kosten fürs Auto.

LG Pipilotta


06.04.2021 (#4)
Um ein bisschen den Spaß zu bremsen: wenn es sich so locker ausginge, sollten eigentlich die Eigenmittel bereits wesentlich höher sein. Auch würden für mich mit 39 kein 30 Jahre Zeitraum in Frage kommen. Als formale Laufzeit geht es natürlich, aber spätestens mit Mitte 50 wäre mein Anspruch schuldenfrei (im Sinne von Nettoschulden) zu sein. Dann wäre man mit Betriebskosten aber eher bei zumindest 2500/Monat.

Natürlich gibt es wesentlich knappere Projekte, aber zumindest gut durchrechnen würde ich das ganze schon, ins besondere wenn eben ein Kind nicht ausgeschlossen ist und der Lebensstil auch sonst nicht zu sehr eingeschränkt werden soll.
06.04.2021 (#5)
Danke auch für die Spaßbremse! Kritische Anmerkungen sind jedenfalls willkommen. So richtig in Sparmodus waren wir beide bisher nicht und üben uns gerade darin. 
07.04.2021 (#6)
Da es sich um ein Haus des Bauträgers handelt, werden die Kosten nicht explodieren, sondern sich im Rahmen halten,was natürlich eine gewisse Planungsmöglichkeit bietet.
100tsd. Eigenmittel sind gut, trotzdem würde ich meinen, dass ihr bei dem Projekt mindestens 420-430 Tsd.braucht, sprich Möbel, Küche, Nebenkosten, ev.noch paar Extras dazu.
Euer Glück ist, dass se Mann mehr verdient, was im Falle der Karenz sicher nicht unvesentlich ist (bin außerdem selbst im 39Lebensjahr die Mutter geworden 😊, also es geht sich aus🥰).
Da es sich beim Haus um Neubau handelt, habt ihr vielleicht Anspruch auf Wohnbauförderung, was dann euer Kredit bei der Bank ev.um 50tsd. minimiert (dieses Geld müsst ihr trotzdem, außer ihr seid in Salzburg, zurückzahlen).

Bei 5tsd.Einkommen sehe ich hier keine Probleme.Ich würde aber trotzdem schauen, dass ich vor Pension fertig bin.
Alles Gute
07.04.2021 (#7)
Bzgl. der Finanzierungsdauer und wann man fertig mit der Rückzahlung sein möchte kommt es natürlich auch auf die zu erwartenden Pensionsansprüche (Vorteil mit 39, man kennt die Richtung schon ganz gut) an und Zeitpunkt an. Nicht nur, ob sich dann eine Rückzahlung überhaupt noch ausgeht, sondern auch, ob in den letzten Jahren vor der Pension noch etwas angespart werden kann bzw. sogar werden muss. Auch weil realistischer Weise irgendwann noch gröbere Renovierungen des Hauses anstehen werden und der Regelpensionsantritt bei euch da wohl der zu erwartende (bzw. passende) Zeitpunkt wäre. Vergisst man da drauf, sitzt man in der Pension in einer dann unnötigen großen Hütte, die zumindest nicht mehr zeitgemäß ist oder gar für die Bedürfnisse im Alter völlig ungeeignet ist und tauscht Wohnkomfort in den 40ern gegen Probleme in den 70ern und 80ern.

Aber natürlich kann sich das alles schön ausgehen, halt mit ein bisschen Planung und vermutlich auch ein wenig Sparsamkeit. Viel Erfolg!

07.04.2021 (#8)
Ich würd auch folgendes in die Überlegungen einbeziehen, ohne die genaueren Umstände zu kennen:
In den letzten grob 20 Jahren Berufstätigkeit habt ihr euch 100.000 € beiseite gelegt. In den nächsten grob 20 Jahren braucht ihr nochmal 300.000 € fürs Haus.... einfach durchdenken, ob es das wert ist (klar zahlt man bspw. keine Miete, aber so ein Haus 'frisst' auch laufend ganz schön Geld).
07.04.2021 (#9)


paso schrieb: Ich würde aber trotzdem schauen, dass ich vor Pension fertig bin.



Equity schrieb: ber spätestens mit Mitte 50 wäre mein Anspruch schuldenfrei (im Sinne von Nettoschulden)

Ich weiß zwar nicht was Nettoschulden sind aber generell sollte der Anspruch sein genau zur Pensionierung mit den Zahlungen fertig zu werden. Wir zum Beispiel bauen unser Haus in unseren 50ern und nutzen die höhere Belastung einer kurzen Kreditlaufzeit zum (subjektiven) Schließen der Pensionslücke. Wir kennen sehr viele Paare die in den 50ern das Haus abbezahlt haben, das dann hohe verfügbare Einkommen für etwas  verdienten "Luxus" nutzten (Golf, Reisen, teure Möbel, Auto und dergl.) und nun mit der Pensionshöhe total unzufrieden sind.

Meine Gattin und ich werden laut unserem Pensionskonto ca. 1500€ an monatliches Einkommen in der Pension verlieren. Wenn nun die Kreditrate 1500€ im Monat ist und die letzte Rate mit Pensionsantritt bezahlt wird, bedeutet dies, dass sich in der Pension das zur Verfügung stehende Einkommen nicht verschlechtert hat - durch die private und betriebliche Pensionsvorsorge kommt sogar zusätzliches Geld rein.

Win - Win. Keine Schulden und mehr verfügbares Einkommen = Zufriedenheit in der Pension.
07.04.2021 (#10)
Ja mir scheint dass ganze ist eine grosse Abwägung von Prioritäten, Wahrscheinlichkeiten und Interessen. Eine nette (ausreichend grosse) Mietwohnung mit Garten bekommen wir hier ab ca. 750, also fast die Hälfte der monatlichen Belastung durch ein Haus (Kredit + Betriebskosten + Rücklagen).
Ich merke halt dass mich vor allem auch die zeitweise Ungewissheit (Jobsuche, Kind) etwas ausbremst, möchte nicht die ganze Verantwortung meinem LG aufhalsen. Neben natürlich den doch hohen Preisen. Eventuell wird es auch ein Kompromiss (ETW oder Reihenhaus). 

Aber danke dass ihr mir Anregungen gebt und eure Ideen dazu mit mir teilt! Irgendwie scheint hier halt so gut wie jeder Haus zu bauen..kann das eh nicht ganz nachvollziehen, ich komme aus Wien und hier ist eine Wohnung (oft in Miete) ganz normal. 
07.04.2021 (#11)
@Pipilotta naja du bist in einem hausbauforum, natürlich bauen da fast alle häuser oder haben es ernsthaft vor. wien bzw. auch andere landeshauptstädte ist halt ein eigenes thema besonders hinsichtlich einfamilienhaus - wenig verfügbare flächen, mondpreise,... wenn du da den grund nicht schon besitzt, hast du als normalverdienendes paar keine chance ein haus zu bauen => insofern nachvollziehbar dass die mietwohung normal ist.
07.04.2021 (#12)
Es gibt da auch ein Buch, das zu diesem Thema gern empfohlen wird (habs aber selbst noch nicht gelesen): 'Kaufen oder Mieten' von Gerd Kommer
07.04.2021 (#13)
Warum lasst ihr das Leben nicht einmal auf euch zukommen? Falls ein Kind kommt, ändern sich vielleicht auch eure Ansprüche an den Wohnort (Kindergarten, Schule, Öffis, Platz etc.). Ihr könnt euch ja gemeinsam eine Mietwohnung nehmen, sparen und in Ruhe umschauen.
Prinzipiell dürfte das Projekt finanziell darstellbar sein, ich persönlich würde nur ohne triftigen Grund in einer relativ jungen Beziehung (?) keinen gemeinsamen Kredit in dieser Größenordnung aufnehmen wollen. Falls ihr euch aber die nächsten 30 Jahre und mehr aneinander binden wollt (was fast schon einem Heiratsantrag entspricht) - go for it.
07.04.2021 (#14)
Stimmt, das ist wie (oder fast noch ärger) als heiraten, hab ich ihm auch schon gesagt ;)

Ich meinte gar nicht dass es hier normal ist ein Haus zu bauen, hab das missverständlich ausgedrückt. Hier ist das ja zu erwarten da Thema des Forums. Sondern in OÖ in unserem Umfeld scheint es quasi "Standard" zu sein (oder es kommt mir halt so vor).

Danke! Wir werden also noch etwas weiter umsschauen und überlegen und falls es spruchreif werden sollte mit dem Kredit wende ich mich sehr gerne wieder an euch wenn ich darf!

Liebe Grüsse,
Pipilotta
07.04.2021 (#15)


Rotkehle schrieb:
__________________

Ich weiß zwar nicht was Nettoschulden sind aber generell sollte der Anspruch sein genau zur Pensionierung mit den Zahlungen fertig zu werden. 

Nettoschulden = Schulden - liquides Finanzvermögen. Warum man erst genau zur Pensionierung fertig sein soll, hab dafür ich nicht verstanden.
07.04.2021 (#16)
Das waren psychologische Gründe (quasi nicht zur Pension hin absteigen dann)... Aber das kann sich ja jeder selber einteilen...
08.04.2021 (#17)
Oder die 1.500 € in den 50ern in ETF' s o.ä. stecken und bei Pensionsantritt beenden . Dann werden die 1.500 € frei UND es sollte ein schöner Batzen Geld da sein für den angesprochenen Luxus 😎.



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