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EPS statt XPS bei erdberührender Betonwand verwendet

9 Beiträge | letzte Antwort 4.8.2018 | erstellt 31.7.2018
Jetzt hat es auch mich erwischt, bei unserem Hanghaus hat der Baumeister eine EPS Dämmung statt der im Leistungsverzeichnis geforderten XPS G30 verbaut. Gesehen habe ich es leider erst jetzt am WE nachdem schon die ersten 1,5 Meter gedämmt wurden. Die Farbe (himmelblau) hat mich gleich ein wenig stutzig gemacht. Das Datenblatt des Italienischen Herstellers zeigt klar, dass es sich um ein EPS handelt. Es hat auch nicht wie im Leistungsverzeichnis gefordert 300 kPa bei 10% Stauchung.
EPS statt XPS bei erdberührender Betonwand verwendet

Laut dem Baustoffhändler des BM ist das Material gleichwertig, was ich aber mal in Abrede stelle weil XPS anders als EPS produziert wird und eine andere Wasserresistenz hat.

Wir bauen ein Hanghaus, die hangseitige Betonwand unseres bewohnten Untergeschosses steht zur gänze im Erdreich. Das Geländeniveu Talseits beginnt bei der Bodenplatte und fällt weiter ab. Unter der Bodenplatte ist 40 cm Glasschaumschotter und im hang- und seitlichem Bereich ist im Glasschaumschotter eine Dränage ferlegt. Es ist zur Zeit geplant den hangseitigen Arbeitsgraben mit dem Aushubmaterial zu verfüllen. Laut Bodengutachten haben wir schluffigen, kiesigen Sand. In der Baugrube ist mir jetzt nie Wasser aufgefallen, laut Bodengutachten kann aber Schichtenwasser nicht ausgeschlossen werden.
EPS statt XPS bei erdberührender Betonwand verwendet

Soll ich mich da jetzt auf irgend einen Deal einlassen oder darauf bestehen, dass das wieder entfernt wird und XPS eingebaut wird. BTW, ist EPS oder im speziellen das EPS welches oben beschrieben ist im Erdreich verrottungsfest? Gibt es auch noch andere Dinge zu beachten?

So sieht es aktuell aus. Das schwarze vor der Dämmung ist die Noppenbahn - mit den Noppen nach aussen
EPS statt XPS bei erdberührender Betonwand verwendet

Danke
Patrick
31.7.2018 10:05
servus Patrick,


patrickwolf schrieb: mit den Noppen nach aussen...

also wnigstens nur EIN problem ...

warten wir mal was brink sagt, der hat exakt das gleiche ei gelegt bekommen...
die aussage vom baustoffhändler ist natürlich verarxxxung - expandiert - extrudiert - eh alles eins...

ich würde einen systemtechniker des herstellers dazu befragen...
31.7.2018 11:42
Wir hatten dasselbe Problem, nur eine Evolutionsstufe früher. Sprich das falsche Material wurde angeliefert aber noch nicht verbaut. Ich ließ den Baumeister kommen, "Wir haben da EPS-P (für Perimeterbereich) und kein XPS". Dieser hat gar nicht lang argumentiert, ob ok oder nicht.
Seine Aussage: "Wir haben XPS im Vertrag und werden auch XPS liefern und einbauen"

Drum auch mein Tipp: Nicht fachlich herumdiskutieren, ob es nicht doch auch ev. irgendwie ginge. Sondern auf das beharren, was im Vertrag sprich Leistungsverzeichnis steht.
31.7.2018 15:50
Es ist natürlich so eine Sache, ob das geforderte Produkt welches im Angebot steht eingebuat wird oder ein anderes bzw. eine adäquates.

Arne hat auch grundsätzlich recht, dass EPS und XPS grundverschieden sind. 2 Sachen haben die gemeinsam. Den Rohstoff und dass sie dämmen.

Es gibt aber sehr wohl EPS Produkte welche man im Perimeterbereich verwenden darf.

Aus dem Datenblatt vom blauen EPS geht aber leider absolut nicht hervor um welches EPS es sich handelt.

Nur als Beispiele: EPS-F (Fassade), EPS-S (Sockel), EPS-P (Perimeter)

Solle es sich um ein EPS-P handeln, dann wäre noch die Druckfestigkeit wichtig.
Aber wie im ersten Satz schon geschrieben würde ich den BM fragen warum er ein XPS einbietet und ein EPS einbaut. Er hätte ja gleich ein EPS-P anbieten und dich beiläufig über die idente Eigenschaft aufklären können.


31.7.2018 18:52
Ich würde auf XPS bestehen, EPS ist grundsätzlich im Perimeterbereich schlechter, bzw garnicht zugelassen wenn du zb drückendes Grundwasser hast. 

XPS ist aber (deutlich) teurer als EPS. 
1.8.2018 15:13
Danke für die Auskunft so weit. Der BM klärt das jetzt mal mit einem SV ab. Ich halte euch am laufen.
3.8.2018 15:48
Wollte euch nur kurz informieren, das wir jetzt mit dem Baumeister vereinbart haben, dass die EPS Dämmung runterkommt und durch XPS ersetzt wird. Sein Baustoffhändler/Lieferrant konnte keine entsprechende Zulassung für den erdberührten Bereich vorlegen.
3.8.2018 15:58
danke patrick!
wichtige info. und du hast sicher vielen bauherren geholfen denen nicht mehr der gleiche fehler aufs aug gedrückt wird...

ich habe bei einem der ersten projekte die ich punkto erdwärme begleitet habe bei einer besprechung am rande mitbekommen daß der tiefbauer die dämmung unter der bopla ersatzlos weglassen wollte, weil er davon 'nicht überzeugt' war.

habe dann den bauherren aufgeklärt was da gerade passiert... das hätte bis auf die funktion der fbh enorme auswirkungen gehabt. war natürlich auch in einreichplan und EA drinnen...

es gibt da draußen viel zu viele schwarze schafe. und wenn sie nur graue sind lernen sie es halt beim ersten mal ...
3.8.2018 17:24
Ja ist eine ganz wichtige Info, dass die Dämmung passen muss (und auch auf Jahre). Bei unserem Hanghaus ist es ja auch noch ein Wohnbereich.

Unser Bauleiter hat gemeint, dass ihm der Fehler mit XPS/EPS nicht nocheinmal passiert. Hat sich auf die Aussage des Baustoffhändlers verlassen mit dem sie schon lange zusammenarbeiten. Der Baustoffhändler hat gemeint, dass sie schon tausende m2 EPS für diesen Zweck verkauft haben... 
4.8.2018 7:36
Bei Hanglage und Schichtwasser ist die Entscheidung die einzig richtige.

Bei mir wurde auch EPS-P angeliefert, ich hab das dann schwer hinterfragt. In meinem Fall (nur Bodenplatten-Perimeterdämmung, GSS, keine Hanglage, alles abfallend vom Haus weg, Lastfall Erdfeuchte) ist das EPS-P aber in Ordnung.



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