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·gelöst· Entschuldung durch Inflation - Theorie/Praxis

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15.6. - 2.7.2022
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@Gemeinderat:
Bleiben wir bitte beim durchschnittlichen Bürger bzw Haushaltseinkommen ohne Zusatzeinkommen aus Vermietung. Das Argument "Lebenshaltungskosten werden eh immer teurer" verstehe ich hier nicht...genau darum gehts doch:
der Haushalt hat bei Fixzins konstante Annuitäten; der Haushalt kann mit der Inflationsabgeltung die Teuerung seines Warenkorbes mal mehr mal weniger- zur Zeit viel weniger- abdecken;

Wenn aus dem oben genannten REAL nix übrig bleibt, warum rechne ich mir dann theoretisch die Schuldenquote schön?

In Jahren von Reallohnverlusten, siehe Link unten, steigt sogar die Schuldenlast (gemessen am Haushaltseinkommen)

Hier noch ein Zeitungslink: 
https://www.google.com/amp/s/www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/realloehne-in-oesterreich-sinken-heuer-und-2022-weiter-103115014/amp

Beste Antwort  [im Thread anzeigen]
Ich glaub diese Sichtweise ist ein wenig einem Zweckoptimismus geschuldet... weil wir alle auf 5-6% Lohnabschluss hoffen den aber letztlich die Wenigsten kriegen werden dieses Jahr.

Eine gute Taktik ist, wie immer in finanziell schwierigen Zeiten:
-) kein unnötiger Scheißdreck wird angeschafft
-) Bescheidenheit
-) an der Essensqualität spare ich als Letztes,  an der Quantität sparen schadet den wenigsten mich eingeschlossen 🙃

Dann kann man ja nachdem in dem Dreieck Inflation, Kredit und Reallohn halbwegs vernünftig bestehen :);
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15.6.2022 ( #1)
Es ist eigentlich sehr einfach, der Vorteil des Schuldners ist relativ zum nicht-Schuldner, aber nicht zwingend absolut, wenn es z. B. gleichzeitig Reallohnverluste gibt und der Schuldner Lohnempfänger ist. Wann sich die beiden Effekte, Reallohnverlust und negative Realzinsen, auch absolut ausgleichen kann ein 12 jähriger ausrechnen. Was kann man da groß besprechen, das ist doch alles völlig trivial? 

16.6.2022 ( #2)
Ich weiß gar nicht wieso ich gleich markiert wurde - hatte im anderen Thread nur ein abkürzendes Beispiel genannt, und gemeint, dass die Inflation alle trifft, denn Essen und Co muss jeder.

16.6.2022 ( #3)
Vielleicht lassen wir es. Ich hatte den Eindruck, dass einige Denken Ihre Schulden werden absolut jedenfalls bei Inflation weniger, ohne die Möglichkeit von Reallohnverlusten zu berücksichtigen.



16.6.2022 ( #4)
Ich glaub diese Sichtweise ist ein wenig einem Zweckoptimismus geschuldet... weil wir alle auf 5-6% Lohnabschluss hoffen den aber letztlich die Wenigsten kriegen werden dieses Jahr.

Eine gute Taktik ist, wie immer in finanziell schwierigen Zeiten:
-) kein unnötiger Scheißdreck wird angeschafft
-) Bescheidenheit
-) an der Essensqualität spare ich als Letztes,  an der Quantität sparen schadet den wenigsten mich eingeschlossen 🙃

Dann kann man ja nachdem in dem Dreieck Inflation, Kredit und Reallohn halbwegs vernünftig bestehen :)

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16.6.2022 ( #5)
Ich habe das Gefühl das hier aneinander vorbei geredet wird. 
@weight4light redet davon das alles teurer wird, man weniger Geld über hat, dementsprechend 'sinkt' die Kreditrate nicht, ganz im Gegenteil.
Die anderen machen einen VERGLEICH zwischen Mietobjekt und Eigenheim.

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16.6.2022 ( #6)
Die Kreditrate selbst sinkt ggf. sowieso nicht (in absoluten Zahlen) aber ihr Anteil am Nettoeinkommen / Haushaltseinkommen in Prozent sinkt oder steigt entsprechend, ja.
Nützt halt alles nichts, wenn das Drumherum genauso teurer wird und somit JEDER einen "Realverlust" erleidet, egal ob da Gehälter angepasst werden oder nicht. 

Für mich bleibt - wie die letzten Jahre schon - sparen, sparen, sparen. 
Verzicht und das Motto: "der Euro, den ich nicht ausgebe, ist besser als der Euro, den ich verdiene" ;)


16.6.2022 ( #7)


Farmag schrieb:

Ich habe das Gefühl das hier aneinander vorbei geredet wird. 
@weight4light redet davon das alles teurer wird, man weniger Geld über hat, dementsprechend 'sinkt' die Kreditrate nicht, ganz im Gegenteil.
Die anderen machen einen VERGLEICH zwischen Mietobjekt 

Das Gefühl hab ich auch...
Im Grunde gings doch um den Vergleich Fixzins vs. Mietobjekt und da steigt man in Zeiten einer Inflation mit dem Fixzins definitiv besser aus.


16.6.2022 ( #8)
Ich habe mich auf diesen Ausschnitt bezogen aus dem anderen Thread (Aufschläge):
Hin zu kommt, dass durch die zu erwartende Inflation (also mit normaler Inflation von rund 3% gerechnet) und daraus resultierenden Gehaltssteigerungen unsere monatliche Belastung von rund 35% des Nettoeinkommens fürs Haus auf unter 20% noch während der Fixzinsphase sinken wird. 

(möchte das Bsp zur Verallgemeinerung heranziehen, geht nicht gegen den User der es geschrieben hat)

Und da ging es nicht um Fixzins vs Mietobjekt.

Mein Anliegen war das Konzept von Entschuldung durch Inflation zu erörtern, das prinzipiell nur dann zutrifft wenn die Reallöhne steigen. Und auch das ist mit Vorsicht zu genießen: die Metaller schließen zB idR höher ab als Angestellte und der individuelle Warenkorb spielt genauso eine Rolle. Ein Kfz Pendler der wöchentlich tanken muss ist weitaus stärker betroffenen als ein Öffi-Jahresticket-Nutzer.

Für mich macht es nur Sinn, das Konzept mit dem Haushalt samt Warenkorb zu vergleichen, denn was nutzt es wenn ich zwar EUR 40 p.m. mehr verdiene und dadurch die Schuldenquote  (Gehalt/Fixzinsannuität) sinkt, ich gleichzeitig aber EUR 100 p.m. mehr an Benzinkosten habe. 

Aber ich denke das mein Standpunkt hier nun klar ist, wenn man es anders sieht auch gut...der Kontoauszug am Monatsende zeigt dann die Wahrheit

16.6.2022 ( #9)
Naja, am Ende ist der Kredit immerhin ein Posten dessen Kosten (im Gegensatz zu Miete, Reisen, Essen, etc) garantiert nicht steigen. So gesehen ist es zumindest nicht ganz blöd in inflationären Zeiten, selbst wenn man Reallohnverluste macht...

17.6.2022 ( #10)
Hallo!

um bei der Überschrift zu bleiben "Entschuldung durch Inflation"
Ich denke die meisten wollen hier nicht über den Tellerrand hinausblicken, denn da liegen nämlich die Abgründe. Eine Entschuldung über die Inflation kann konsequent nur dann erfolgen wenn die EZB anfängt neue Euroscheine herauszugeben, und zwar solche mit etlichen Nullen.
In einem solchen Fall ist die Frage nach der Entschuldung aber ziemlich obsolet zumal die gesamte Weltwirtschaft, infolge der globalisierten Verketteung, dann komplett am Boden läge. Momentan sehen wir die groben Vorläufer dessen. Ich persönlich baue heuer deswegen extra so, um nicht etwa schnellstmöglich den Kredit tilgen zu können, sondern im Falle des Falles möglichst effizient die Lage zu überstehen. 

17.6.2022 ( #11)


MalcolmX schrieb:

Ich glaub diese Sichtweise ist ein wenig einem Zweckoptimismus geschuldet... weil wir alle auf 5-6% Lohnabschluss hoffen den aber letztlich die Wenigsten kriegen werden dieses Jahr.

Wenn die Lohnabschlüsse mit 2-3% kommen, dann haben wir ein richtiges Problem!

Denn dann passiert folgendes:


MalcolmX schrieb: Eine gute Taktik ist, wie immer in finanziell schwierigen Zeiten:
-) kein unnötiger Scheißdreck wird angeschafft
-) Bescheidenheit
-) an der Essensqualität spare ich als Letztes, an der Quantität sparen schadet den wenigsten mich eingeschlossen 🙃


Somit wird eigentlich die gesamte Wirtschaft in eine mega Rezesion fallen, was für hochverschuldete Euro Länder ein großes Problem wäre.

Würden die Löhne um deutlich mehr wie 5% steigen, würde die Wirtschaft wohl weiter die Preise steigern und die EZB müsste mit Zinsschritten gegen halten. Und in diesen Fall könnten sich hochverschuldete Euro Länder sanieren. Und ja die Immobilien/Baubranche würden vermutlich krachen.


17.6.2022 ( #12)
Ich wollte es eh schon selber ansprechen,  bin aber kein Finanzmensch. Aber es ist halt wiedereinmal das Konsumhamsterrad das alles rausreissen soll... auch nicht so toll. Besonders für unsere Umwelt. 

17.6.2022 ( #13)
die Inflation gilt für alle, ein eventueller Reallohngewinn oder verlust  gilt auch für alle

man muss sich immer die Unterschiede anschauen:

- eine Miete steigt quasi immer, je höher die Inflation ist desto mehr

- ein Fixzinskredit bleibt gleich

also relativ gesehen je mehr Inflation desto vorteilhafter ist der Fixzinskredit, das sagt jetzt nicht über den restlichen Warenkorb aus den wieder JEDER braucht und Geld ausgibt, aber das ein großer Posten sich vorteilhaft entwickelt heißt das man eigentlich einen riesigen Vorteil hat, weil man nachteilige Effekte in anderen Dingen leichter kompensieren kann

ich kann mir die realtechnisch gesehen gesparten 100€ beim Kredit für höhere Tank und Lebensmittelpreise verwenden als Eigentümer,
während der Mieter sich irgendwo einschränken muss denn seine Miete ist gestiegen und er hat diese Umschichtungsmöglichkeit nicht

17.6.2022 ( #14)
Für den Hypothekarkredit wird normalerweise ein Teil des Einkommens aufgewendet, sagen wir mal 35%.

Im Falle eines Fixzinskredits bleibt der Betrag gleich - 35% könnten also 1000 Euro sein, welche immer gleich bleiben. - Vorteil

Betriebskosten, Energiekosten, Versicherungen, Reparaturkosten usw. vom Haus steigen mit der Inflation, teils sogar höher als die durchschnittliche Inflation. - Nachteil man braucht mehr Einkommen

Lebenserhaltungskosten steigen ebenso mit der Inflation. - Nachteil man braucht mehr Einkommen

Sonstige Kosten/Ausgaben. - Nachteil da diese ebenso der Inflation unterliegen...sowie Urlaub, Anschaffungen usw.

Würde das Einkommen nicht steigen, hätte man bei Betriebskosten und Lebenserhaltungskosten ein Problem - der Kredit wäre also schwieriger zu bedienen, da die restlichen 65% der Inflation unterliegen.

Steigt nun das Einkommen um 5%, die Inflation ist aber bei 8% hat man keinen Vorteil, da die 5% ja voll in Betriebskosten, Lebenerhaltungskosten und sonstigen Kosten/Ausgaben aufgehen.

Einen Vorteilgesamt gesehen hat man erst wenn das Einkommen so stark steigt, dass die Inflation welche Betriebskosten, Lebenserhaltungskosten und sonstige Kosten betrifft nicht nur abgedeckt werden kann sondern am Schluss noch was bleibt. Das halte ich für unwahrscheinlich.

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17.6.2022 ( #15)


MalcolmX schrieb:

Ich glaub diese Sichtweise ist ein wenig einem Zweckoptimismus geschuldet... weil wir alle auf 5-6% Lohnabschluss hoffen den aber letztlich die Wenigsten kriegen werden dieses Jahr.

Eine gute Taktik ist, wie immer in finanziell schwierigen Zeiten:
-) kein unnötiger Scheißdreck wird angeschafft
-) Bescheidenheit
-) an der Essensqualität spare ich als Letztes,  an der Quantität sparen schadet den wenigsten mich eingeschlossen 🙃

Dann kann man ja nachdem in dem Dreieck Inflation, Kredit und Reallohn halbwegs vernünftig bestehen :)

Bis jetzt siehts gut aus, dass wir einen guten Abschluss für dieses Jahr bekommen. Natürlich noch immer ein Reallohnverlust aber Chemie und Elektronik-KV hats bereits vorgemacht:

Chemie +4,95%
Elektronik +4,8%

Wenn man so durch die Bank schaut wurden fast überall +4,x % erreicht?

Welchen Grund gibts, dass jemand durch die Finger schaut? Ich kenne aus diversen Unternehmen nur die "Aufsaugungsklauseln" d.h. wenn man KV-überbezahlt ist bekommt man auf sein aktuelles IST-Gehalt keine Erhöhung.


17.6.2022 ( #16)
Also einschränken und verzichten oder Gehaltserhöhungen. Sonst bleibt nicht mehr übrig im Börserl. 
 


17.6.2022 ( #17)
bei geldentwertung sinkt der wert von schulden und guthaben gleichermaßen. insofern treibt inflation die entschuldung (und umgekehrt die enteignung) tatsächlich an und das ist in zeiten hoher verschuldung auch gewünscht - oder warum zögert die ezb aktuell mit der zinserhöhung sonst.

dass bei reallohnverlust und höheren lebenshaltungskosten kreditraten im verhältnis höher sind, ist ja eine andere geschichte.

mieten sind im weiteren sinne ja vergleichbar mit kreditraten. hier bezahlt der mieter eben die schulden des vermieters. natürlich sind aber die risiken anders verteilt.

17.6.2022 ( #18)
 


coisarica schrieb:

mieten sind im weiteren sinne ja vergleichbar mit kreditraten. hier bezahlt der mieter eben die schulden des vermieters. natürlich sind aber die risiken anders verteilt.

Ja, denn der Mieter kündigt einem, man muss raus und mit dem neuen Mieter einigt er sich auf einen ggf höheren, für den Vermieter besseren Mietzins. 
 


18.6.2022 ( #19)


coisarica schrieb:

bei geldentwertung sinkt der wert von schulden und guthaben gleichermaßen. insofern treibt inflation die entschuldung (und umgekehrt die enteignung) tatsächlich an und das ist in zeiten hoher verschuldung auch gewünscht - oder warum zögert die ezb aktuell mit der zinserhöhung sonst.

dass bei reallohnverlust und höheren lebenshaltungskosten kreditraten im verhältnis höher sind, ist ja eine andere geschichte.

mieten sind im weiteren sinne ja vergleichbar mit kreditraten. hier bezahlt der mieter eben die schulden des vermieters. natürlich sind aber die risiken anders verteilt.

Die EZB hat deswegen gezögert, weil sich Volkswirtschaften wie Italien sonst bald nicht mehr an den Kapitalmärkten refinanzieren könnten. 

"dass bei reallohnverlust und höheren lebenshaltungskosten kreditraten im verhältnis höher sind, ist ja eine andere geschichte". 

->das ist die isolierte Betrachtung zwecks Schönrechnen. Die Schuldenquote mag zwar besser am Papier aussehen, der Cashflow am Monatsende ist mitunter negativ wie von user: derbauer oben beschrieben - Geld hat ja kein Mascherl, man zahlt zwar weniger Schulden am Gesamteinkommen aber dafür mehr für Betriebskosten, Lebenshaltung etc. Unterm Strich also mitunter negativer Cashflow. 




18.6.2022 ( #20)


weight4light schrieb: Die Schuldenquote mag zwar besser am Papier aussehen, der Cashflow am Monatsende ist mitunter negativ wie von user: derbauer oben beschrieben - Geld hat ja kein Mascherl, man zahlt zwar weniger Schulden am Gesamteinkommen aber dafür mehr für Betriebskosten, Lebenshaltung etc. Unterm Strich also mitunter negativer Cashflow.

Und genau hier liegt dein Fehler in der Betrachtung.
Die Betriebskosten, Lebenserhaltung etc. kannst du nicht vermeiden.
Die hast du immer. Ob Haus, Eigentumswohnung oder Mietwohnung. Sicherlich werden die Betriebskosten vom Haus höher liegen, wobei bei ähnlichen qm die Unterschiede wohl marginal sind. Daher ist das völlig irrelevant bei dieser Fragestellung.
Durch die Inflation sinkt deine reale monatliche Belastung während der Fixzinsperiode wenn die Inflation > Kreditzins ist.


18.6.2022 ( #21)


Gemeinderat schrieb:

Ja, denn der Mieter kündigt einem, man muss raus und mit dem neuen Mieter einigt er sich auf einen ggf höheren, für den Vermieter besseren Mietzins.

Naja, wenns so einfach wäre: in einem Mietermarkt (Verhandlungsposition beim Mieter stärker) geht das eher in die Gegenrichtung und der Vermieter muss Zugeständnisse machen (mietfreie Zeiten, Mieterausbauten, Instandhaltungen etc).

Es mag zwar jetzt bei den Wohnungsmieten zu Erhöhungen kommen die wegen Corona ausgetzt waren, aber die Frage ist wie lange sich das Normalfamilien noch leisten können...Konsequenz: sie beginnen zu sparen durch Konsumverzicht, die Wirtschaft knickt ein, viele verlieren ihren Job, Mieten gehen runter (stark vereinfacht). Ich hoffe jedoch nicht, dass es dazu kommt...vielleicht wäre das aber ein starting point einem Wirtschaftsmodell, dass auf ewigem Wachstum, Ausbeutung (Mensch und natürliche Ressourcen) und Verschuldung beruht zumindest teilweise den Rücken zu kehren.




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