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Entscheidungshilfe für Heizung für Altbau EFH

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31.3. - 7.4.2021
12 Beiträge | 7 Autoren 12
Grüß euch :)

ich bin gerade dabei die Renovierung meines Elternhauses zu planen. Dort wohnt meine Mutter, welche bald in Pension geht und defnitiv nicht mehr die aktuell vorhandene Stückholz Heizung befeuern will.

Aktuell liegt der HWB bei ca 150kwh/m², ich werde durch Sanierungmaßnahmen versuchend diesen auf ~80 zu drücken. Die Sanierungsmaßnahmen und deren Effektivität und Förderungen werden nächste Woche mit einem Energieberater besprochen. (Dachboden, Fenster, Tore, Türen) Die Fassade hat schon einen Vollwärmeschutz auf 3 von 4 Seiten.

Was sich mir noch ein bisschen entzieht ist, für welche Heizung wir uns entscheiden sollen. Ich denke eine Heizung mit Spitzenleistung bis ~16kW sollte nach den Sanierungen ausreichend sein.

Zur Auswahl steht:
Pellets
-Platzbedarf und Platzierung für Lager nicht optimal
-Hohe kosten
+Eventuell Preisvorteil in Zukunft gegenüber Strom 

Grundwasser WP mit Brunnenpumpe
+Grundwasserbrunnen schon vorhanden
-Verschlechtert JAZ durch stromfressende Brunnenpumpe

Grundwasser WP mit Saugheber
+Grundwasserbrunnen schon vorhanden
-Eventuell Probleme über die Jahre mit Luft im Sytsem

Ringgrabenkollektor WP
-Aufwändiges Aufgraben notwendig
+Solide Lösung mit am wenigsten Wartungsaufwand

Was denkt ihr? Wo seht ihr die vor und nachteile und wofür würdet ihr euch entscheiden? 

 
 
31.03.2021 (#1)
Flächenheizung hat sie schon, oder Heizkörper?
02.04.2021 (#2)
Hi, das Haus ist mit Heizkörper ausgestattet. Natürlich noch ein Punkt, welcher für Pellets spricht.

Im Falle einer WP würde ich einige HK in niedrigtemperaturheizkörper tauschen
02.04.2021 (#3)
Hi!

Ich hab grad ähnliches durch von der Planung her. 
Keine Entscheidung treffen bevor die Werte vom Energieberater da sind falls er das macht, oder lasse danach mit den geplanten Sanierungen einen Energieausweis berechnen (ist evtl. für Förderungen eh nötig), damit man die erforderliche Heizlast errechnen kann. 
16KW erscheint mir etwas hoch, das wäre bei unserem Haus mit guten 140m² Wohnfläche sogar jetzt schon zu viel gewesen (errechnet 10 - 12 KW) und wir haben noch keine einzige Aussenwand isoliert, nur die oberste Geschoßdecke hat 10cm Dämmung drauf.

Jetzt ist es leider zu spät, aber im Winter könnte man testen, welche Vorlauftemperaturen man wirklich benötig mit den derzeitigen Heizkörpern. Ich bin hier mit uralten Rippenheizkörpern bei unter - 10°C Außentemperatur im ungedämmten Haus mit 45°C Vorlauf hin gekommen. Da ist man schon im Bereich in dem sogar die neueren Luft/Wasser Wärmepumpen ausreichen effizient arbeiten können. Sowas wie ein Ringgraben Kollektor sollte das relativ gut im Griff haben.

Nichts desto trotz sind wir auf Grund der massiven Preisdifferenz bei Pellets gelandet. Qualitativ hochwertige Luft/Wasserwärmepumpen inkl. aller Arbeiten im Keller aber ohne Fundament/Kernbohrung draußen haben hier eine Preisdifferenz von 6.500,- aufwärts einzuholen und das schaffen sie nur, wenn der Strompreis nicht stärker steigt als der für die Pellets und dann erst nach ca. 16 bis 18 Jahren. Da wir auf Grund der begrenzten Geldmittel auch keine PV auf´s Dach bauen lassen können, wird dieser Zeitraum auch nicht kürzer.

Also: erst mal Werte besorgen, dann Installateur(e) antanzen lassen und Angebote einholen

lg
LindHe


04.04.2021 (#4)
Danke, das hilft schon sehr 👍

Ja, ich habe mir bereits eine excel tabelle erstellt, um die beiden Heizungen und die verschiedenen Sanierungsmaßnahmen miteinander zu vergleichen. Ich hoffe, dass ich vom Energieberater belastbare Werte zum Energiebedarf und der Verbesserung durch die Sanierungsmaßnahmen bekomme....

Die Pelletsheizung ist etwas weniger investition notwendig, mit der Wärmepumpe mit JAZ zwischen 4-4,5 heizt man allerdings aktuell etwas günstiger.
Ich vermute, dass der Strompreis in Zukunft aber stärker steigen wird als der Pelltspreis.
04.04.2021 (#5)


Monaco schrieb: Was sich mir noch ein bisschen entzieht ist, für welche Heizung wir uns entscheiden sollen. Ich denke eine Heizung mit Spitzenleistung bis ~16kW sollte nach den Sanierungen ausreichend sein.

Schau zuerst mal was der Energieberater zu sagen hat und wie der Energieausweis ausschaut.
Ich denke die Gebäudehülle zu verbessern wird der erste Schritt sein.
Und Pellets, richtig geplant, sind schon mal eine gute Option. Da kannst Du zuschauen wie Deine Energie nachwächst. 😉
Gruss HDE


05.04.2021 (#6)


Monaco schrieb: 
Ich vermute, dass der Strompreis in Zukunft aber stärker steigen wird als der Pelltspreis.

Das ist angesichts der aktuellen Holzpreisentwicklung auch eher ein Wunsch, langfristig. 
05.04.2021 (#7)


MalcolmX schrieb: Das ist angesichts der aktuellen Holzpreisentwicklung auch eher ein Wunsch, langfristig.

Ich glaube, dass wir bei so ziemlich jeder Energiequelle mit Anstiegen zu rechnen haben, die man so eventuell nicht erwartet hätte.

Theoretisch würde ja mehr verarbeitetes Holz auch mehr Abfall bedeuten aus dem Pellets produziert werden können und somit der Preis für Pellets stabil bleiben. Ich denke aber nicht, dass sich da wer einen möglichen Zusatzgewinn entgehen lassen wird.... 🙄
05.04.2021 (#8)
Wenn man es wüsste,  könnte man mit dem Wissen wohl reich werden  :)
06.04.2021 (#9)
Ich würde empfehlen den HWB deutlich unter 80kWh/m²a zu senken. Wenn du so grob umreißt, also Fenster auch machst, dann kann man sich eine Aufdoppelung des WDVS vermutlich auch anschauen. Mit jedem Schritt, mit dem das Haus weniger Wärme benötigt, muss man die Stückholzheizung weniger betreiben, es wird also automatisch bequemer.

D.h. ich würde mir mit dem Heizungsumbau noch etwas Zeit lassen und ein 'Entwicklungsziel' für das Haus überlegen. Grundsätzlich bedeutet Pension ja eigentlich mehr Zeit


MalcolmX schrieb: Wenn man es wüsste, könnte man mit dem Wissen wohl reich werden :)

In unserer verrückten Zeit kann man mit 5min-in-die-Zunkunft-blicken reich werden.
06.04.2021 (#10)
Mir wären auch 80kWh/m²a viel zu hoch- Dämmmaßnahmen fallen einmal im Hausleben an-
die Heiz- und evt Kühlkosten jedes Jahr.
Dazu kommt die größere Anlage und schnellere Auskühlung.

Energieberater neigen leider oft dazu, einfach Standardwerte zu nehmen und nicht genau den Bestand zu überprüfen. Auch den Hitzeschutz berücksichtigen, der bei EPS viel schlechter ist als bei Zellulose, Holzfaserdämmungen u.ä.

Evt durchfeuchtete EPS-Dämmung hat viel schlechtere Dämmwerte als die Norm angibt.

Besser du überprüfst alle Werte selbst mit dem Ubakus-Rechner-
also Außenwände, oberste Geschossdecke und Kellerdecke/Fußboden-
damit läßt sich auch der Wärmebedarf ermitteln.

Vor allem Fenster auf Undichtigkeiten/Konvektion überprüfen-
dadurch geht oft mehr Wärme verloren als durch schlechte Dämmung.

Andreas Teich
06.04.2021 (#11)


AnTeMa schrieb: Vor allem Fenster auf Undichtigkeiten/Konvektion überprüfen-
dadurch geht oft mehr Wärme verloren als durch schlechte Dämmung.

Eine Innenthermographie bei kühlen Außentemperaturen deckt solche Problemstellen schnell und einfach auf. Fensterbankanschlüsse gehören da auch in die Liste.
07.04.2021 (#12)


LindHe schrieb: Theoretisch würde ja mehr verarbeitetes Holz auch mehr Abfall bedeuten aus dem Pellets produziert werden können und somit der Preis für Pellets stabil bleiben.

Deine Theorie scheint derzeit zu stimmen:
https://www.energiesparhaus.at/forum-aktueller-pellets-preis/57190_1



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