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Gelöst Energieausweis falsch????

34 Beiträge | 7.5. - 29.5.2019
Hiiiii...
mein Mann und ich haben endlich unseren Einreichplan und heute unseren Energieausweis erhalten und freuen uns wie kleine Kinder dass es endlich weiter geht :).
Nachdem ich gerade versuche unseren Energieausweis zu verstehehen habe ich ein wenig bzgl des Heizwärmebedarfs gegoogelt und jetzt bin ich verunsichert... vergleichsweise finde ich unseren Hwb ziemlich hoch... liege ich hier richtig oder ist da wirklich ein Fehler drinnen?
Gebaut wird mit 50er Ziegel und Luft-Wärmepunpe. Über Fußbodenaufbau und Deckendämmung haben wir uns bisher noch nicht wirklich Gedanken gemacht und wollten das mit den Baumeistern besprechen... hängt der Hwb vielleicht daran???

Vielleicht kann mir das jemand von euch "ausdeutschen" oder mich beruhigen ;).
DANKE :)
[Gelöst] Energieausweis falsch????
[Gelöst] Energieausweis falsch????
[Gelöst] Energieausweis falsch????

 
8.5.2019 16:52


csblack schrieb: EA selbst berechnen - geht das leicht? Ich habe kein Problem damit, mich "einzulernen".. Muss nur wissen wo 

Geq wird als Testversion mit allen Funktionen angeboten, funtioniert glaube 1-2 Monate lange, dann können keine neuen Projekte mehr erstellt werden. https://www.geq.at/

Bezüglich Schönrechnen, mir persönlich ist das Ergebnis des Energieausweises erst mal egal, ich will geringe Heizkosten. Und um dieses Ziel zu erreich ist der Energieausweis ideal. Daher würde ich natürlich auch die KWL in betracht ziehen.

Zu den Werten von csblack
Lüftungswärmeverluste:
58,32 W/K (Heizlast 1994,5 Watt)-> Durch Verbesserung mit KWL ca. 21,14 W/K (732 Watt)

Außenwände:
46,07 W/K (Heizlast  1574,6 Watt)-> Durch Verbesserung mit Porotherm 50 W.i. ca. 32,52 W/K (1112 Watt)

Fenster:
23,63 W/K (808 Watt) -> Durch Verbesserung der Fenster ca. 19,60 W/K (670 Watt)

Bodenplatte:
16,88 W/K (577 Watt) -> Durch Verbesserung mit mehr Dämmung ca. 11,03 W/K (378 Watt)
Anmerkung: Hier gibts Unstimmigkeiten welche möglicherweise auf die Korrekturwerte Erdanliegend und FBH zurückzuführen sind. Ich würde auf 15,41 W/K kommen.

Wärmebrücken:
Mit pauschalem Zuschlag gerechnet 10,97 W/K (375 Watt), hier ist viel Potential vorhanden. Diesbezüglich verweise ich auf den Wärmebrückenkatalog von Wienerberger https://wienerberger.at/downloads/20160112190145/w%C3%A4rmebr%C3%BCckenkatalog-passivhaus.pdf Ist meineserachtens sehr wichtig, da hier von den Baufirmen gerne Fehler gemacht werden.

Summa Summarum komme ich auf eine Heizlast von 3630 Watt bzw. 106,12 W/K mit den Verbesserungen, am meisten bringt dabei ein KWL. Ist natürlich alles eine Frage des Geldes. Von den 3630 Watt werden real nochmals die inneren und solaren Gewinne abgezogen, wodurch um die 2800 Watt rauskommen werden. Wichtig ist aber die Senkung der Heiztage (aufgrund der inneren und solaren Gewinne), diese werden sich von 208 Tage auf 120-130 Tage minimieren, was natürlich die Heizkosten massiv senkt, wodurch die Heizung nur 3,5 Monate im Jahr läuft.
8.5.2019 16:55


csblack schrieb: DANKE für eure schnellen Rückmeldungen :). Das heißt ja dann eigentlich,  der EA ist zwar ein Muss, stimmt aber Großteils gar nicht, weil der je "beschönigt" wurde oder? Macht es dann Sinn, diesen zu erneuern, wenn wir die genaueren Materialien wissen?


Habe außer bei der Bodenplatte keine Unstimmigkeiten gefunden (und die ist sehr gering), die Wärmebrücken sind möglicherweise sogar geringer als die pauschale Annahme. Fenster kann ich nicht beurteilen, ob die Verschattung richtig berechnet wurde. Diese wirkt sich dann auf die solaren Gewinne aus.

Den EA mit den richtigen Materialien kannst du ja dann selber mit GEQ berechnen.
8.5.2019 17:08
Fein, dass du dir das so genau angeschaut hast, berhan.


berhan schrieb: 58,32 W/K

Ev. W/m2K?


csblack schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von Vardi17: Ach ja: Luftwärmepumpe?


Ja... wir haben uns auch mit dem RGK beschäftigt, bei uns läuft aber ein alter Erdkeller quer durch das Grundstück, ein alter Brunnen ist vorhanden und das Pool muss noch Platz finden.

In dem Fall würde ich unbedingt die Verbesserungen andenken, die berhan vorgeschlagen hat. Luftwärmepumpe und hoher Energiebedarf vertragen sich nämlich schlecht.
8.5.2019 21:57


Vardi17 schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von berhan: 58,32 W/K

Ev. W/m2K?

Nein, das passt schon. Die Lüftungswärmeverluste betragen 58,32 Watt pro Kelvin. 58,32 W/K x 34,2 K = 1994,5 Watt
8.5.2019 22:15
Ach o.k., danke, berhan 
8.5.2019 22:52


Vardi17 schrieb: In dem Fall würde ich unbedingt die Verbesserungen andenken, die berhan vorgeschlagen hat. Luftwärmepumpe und hoher Energiebedarf vertragen sich nämlich schlecht.


Ich persönlich würde nur die KWL einbauen. Der zentrale Gang würde sich für eine abgehängte Decke anbieten und ohne Erdwärmekollektor.

Dann würde ich mich bzgl. Wärmebrücken einlesen und diese mit der Baufirma abklären.

Der Ziegel W.i rentiert sich vermutlich nicht, kostet im Netz zumindest um 44% mehr. Habe zwar nicht mit 50 Ziegel gebaut, habe aber gesehen dass der Thermofuß selbst mit Perlit verfülltem 50 Ziegel hergestellt werden kann, vielleicht ist das auch fürs ganze Haus möglich.

Und in die Stahbetondecke natürlich eine BKA um die Speichermasse und Heizfläche zu erhöhen + Wandheizung fürs Bad.

Die Hysterie um die LWP ist bei einem Niedriegenergiehaus ist ein bisschen übertrieben. In HTD-Forum werden Altbauten auf LWP umgerüstet und das funktioniert. Und mit einer KWL und dadurch einem Haus nahe Passivhausstandart werden die Heizkosten irgendwo bei € 130 p. Jahr liegen. Und falls ich beispielweise eine Erdwärmepumpe mit einem Standbyverbrauch von 50 Watt habe, dann war der ganze Aufwand eh für die Katz. Das sind dann schon 50% des Jahresverbrauchs welcher mit einer LWP für die Heizung aufgewendet werden muss.
9.5.2019 6:36
Vorerst ein großes Dankeschön an euch 

Dank euch sehe ich den EA mal einfach als Hinweis für Verbesserungsmöglichkeiten. Ich war wegen der eventuellen Förderungen so auf diese Seiten Papier fixiert, was im Grunde genommen ja gar nicht das erste Ziel sein sollte, sondern wirklich jenes, die Heizkosten zu senken 

Mit der KWL habe ich mich gar nicht beschäftigt, da mein Mann diese prinzipiell abgelehnt hat. Aber mit dem Hinweis der Heizkostenersparnis werde ich das Thema nochmals aufgreifen.

BKA lese/höre ich auch zum ersten Mal. Werde ich mich auch gleich mal informieren!!

Bei den 50er Ziegel haben wir uns länger beraten lassen. Bis jetzt hat uns jeder Bekannte und Verkäufer erklärt, dass sich der Mehrpreis der gedämmten Ziegel nicht bei den ersparten Heizkosten rentiert...

Leider funktioniert der Link nicht, habe aber schon gegoogelt und das Dokument gefunden :)
9.5.2019 7:10
Ich finde es o.k., eine LWP zu betreiben, wenn man wirklich ganz wenig Heizlast hat.


berhan schrieb: In HTD-Forum werden Altbauten auf LWP umgerüstet und das funktioniert.

Deutschland war in den letzten Jahren – anders, als man ev. erwartet hätte – nicht gerade leuchtendes Vorbild in Energiefragen.

Ich bleibe dabei: LWP verbrauchen zwar "nur" ca. ein Drittel mehr als eine Erdwärmepumpe. Da sie sich häufig sogar leichter tun mit der sommerlichen Warmwasserproduktion als SWWP, muss man sich schon die Frage stellen, wann der Mehrverbrauch eigentlich anfällt. Und nachdem eine LWP einen Teil des Jahres ja sogar weniger verbraucht als eine Erdwärmepumpe, folgt daraus, dass sie zu anderen Zeiten mehr braucht als "nur" ein Drittel mehr, nämlich dann, wenn es wirklich kalt ist. Das Schöne am flächendeckenden Umrüsten auf LWP ist: ALLE Luftwärmepumpen jodeln gleichzeitig in die Höhe, wenn es zackig kalt wird. Rosige Aussichten für die Stabilität des Stromnetzes.
Bei Erdwärme sind die Spitzen wesentlich besser abgefedert. Wenn die Deutschen und auch einige Österreicher es eine tolle Idee finden, energetisch schwächelnde Bauten auf LWP umzurüsten (noch dazu im Hinblick auf den "deutschen Strommix" oder auch dem, was etliche österreichische Stromanbieter im Portfolio haben) kann ich nur sagen, dass ich die undifferenzierte Begeisterung für Luftwärme absolut nicht nachvollziehen kann.
10.5.2019 12:41
Naja, die Meinungen bei der LWP gehen ziemlich weit auseinander, das habe ich mittlerweile auch schon mitbekommen . Wir haben jetzt nächste Woche einen Termin mit dem Installateur und einen Termin mit einem Energieberater.... beide werde ich - dank euch - mal ordentlich befragen... Genial finde ich nämlich, dass es bei uns Null Beratung gab bei der Erstellung des EA..

Mein Mann möchte weiterhin keine KWL, dafür werden wir jetzt Richtung Photovoltaik (zusätzlich) gehen und uns die Dämmung der Bodenplatte bzw der oberen Geschossdecke durchdenken.... bzgl der BKA und Wandheizung wird mir der Installateur das erklären dürfen..
10.5.2019 13:48


csblack schrieb: Mein Mann möchte weiterhin keine KWL, dafür werden wir jetzt Richtung Photovoltaik (zusätzlich) gehen

 Tip aus der Praxis.
Investierts jetzt in eine KWL und wenn später Geld übrig ist, in eine PV.
KWL kannst nicht mehr nachrüsten und steigert den Wohnkomfort signifikant.
10.5.2019 13:56
Seh ich auch so. Und die Häuser sind heutzutage wirklich dicht, da atmet auch nichts (leider kursieren diese Aussagen leider noch immer von machen Vertretern).

Und Installateur bzgl. BKA und Wandheizung, nur wennst Glück hast. Üblicherweise kennen die keine BKA.

Aber die BKA schaffst du auch selber.
27.5.2019 16:39
so...wir waren nun auch bei der Energieberatung der uns auch wieder auf ein paar Ideen gebracht hat...

-) Bodenplatte um 2 bis 3 cm mehr dämmen (bisher 25 cm). Ob das was bringt werde ich heute mal durchrechnen
-) bessere Dämmung der oberen Geschossdecke z.B durch besseres EPS. Eventuell auf 40cm erhöhen (muss ich auch erst rechnen)
-) eine Türe etwas nach vor setzen (haben einen Windfang) den könnte man dann als unbeheizten Raum deklarieren ( klingt für mich aber als reine Schönrechnung..)
-) Pv Anlage...

werde den heutigen Abend mal zum rechnen nutzen :)
27.5.2019 17:14
Wird nicht wirklich viel bringen, deine Verlusttreiber sind Außenwände, keine KWL und Kältebrücken. Falls du aber selbst mit GEQ rechnest, im Programm gibt es eh eine Funktion für die Optimierung.
29.5.2019 15:08
also das Programm GEQ funktioniert unter Linux leider nicht. Wir haben daher mal die Dame, die uns den EA erstellt hat um Hilfe gebeten. Diese ist natürlich über weitere Arbeit nicht glücklich und hat uns gleichmal die zusätzlichen Kosten genannt. Zudem meinte sie, ähnlich wie du berhan, dass es nichts viel bringen wird.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, den EA EA sein zu lassen... Dennoch regt es mich auf, dass man für etwas bezahlt, das wie ein Typenschein für ein Auto sein soll dass dann aber nicht die tatsächlichen Werte widerspiegelt sondern lediglich eine standardisierte Berechnung mit hinterlegten Normen ist.
Die Schwachstellen die wir haben sind auf unserem "Mist" gewachsen, die wir aber auch nicht ändern wollen (z.B KWL). Also werden wir das wohl so lassen...

Auf jeden Fall DANKE für eure Hilfe und Inputs :) :)



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