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Eine Sicherung fällt im laufenden Betrieb...

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9.9. - 10.9.2021
8 Beiträge | 6 Autoren 8
hatte mit einem Nachbar eine Diskussion. Einige Stromkreise sind bei mir 10A abgesichert. Er meinte "das ist ja wenig, fällt dir da nicht dauernd die Sicherung". Natürlich ist das in Räumen in denen keine elektr. Heizung oder Klimaanlage vorkommt, sondern nur Licht, TV oder ähnliches bei weitem ausreichend.
Außerdem: Eine 10A Sicherung löst ja nicht bei 1 Minute lang 12A aus, wie hier schon öfter besprochen wurde.

Ausgehend davon möchte ich euch eine Frage stellen: Wer von euch hatte jemals den Fall das eine Sicherung "im Betrieb", also nicht bei Kurzschluss und nicht beim Einschaltstrom, gefallen ist?
Sowas passiert doch, wenn die Stromkreise nicht ganze Stockwerke umspannen, eigentlich nie...

 
 
9.9.2021 (#1)
kommt halt drauf an was für Geräte da im Kreis hängen (logischerweise). Und welche Auslösecharakteristik der LS hat.  Oft hast du ja nur beim Einschalten oder Ausschalten von Geräten Stromspitzen, die vielleicht einen 10A LS mit kleiner Auslösezeit triggern, aber einen 10A LS mit höherer Auslösezeit nicht.
Wie lange ein bestimmter LS einen zu hohen Strom mitmacht, lässt sich in den Datenblättern nachlesen.
9.9.2021 (#2)
Hallo
Generell hat die "Sicherung" =Leitungsschutzschalter die Aufgabe, die Leitung zu schützen, damit diese nicht bei zu hohem Strom verschmort.
Nachdem an den Steckdosen in den Zimmern alles mögliche angesteckt werden kann(Haarfön, Heizstrahler, Staubsauger,etc) werden üblicherweise die LS so gewählt, dass für die verwendeten Leitungen(üblich 1,5m2) kein Schaden entsteht.
Der LS kann auch im Betrieb auslösen, wenn zb ein Verbraucher seine Last dynamisch verändert, zB ein Motor/Pumpe blockiert im Betrieb oder Waschmaschine oder Trockner schalten erst später im Betrieb ihre Heizung dazu, etc.
Mfg
Sektionschef
9.9.2021 (#3)
Die Absicherung unter 'Nennstrom' also z.B. 10A statt 13A für 1.5mm² Drähte ist nur sinnvoll, wenn mit erheblich höheren Schleifenwiderständen (oder Umgebungstemperaturen) gerechnet werden muss.
Also z.B. wenn man davon ausgehen muss, dass da eine 100m Verlängerung an der Dose angeschlossen wird. Diese würde ev. den Schleifenwiderstand (Gesamtwiderstand zwischen LS und Verbraucher und retour) soweit erhöhen, dass der Kurzschlussstrom ev. unter 13A landet und damit nicht abschaltet (Schleife mit 18Ohm 😳).

Das kam schon bei manchem Landwirt vor, der die 35A abgesicherte 3-phasige Dose mit 3 Verlängerungen zum Nachbarn verlegt hat und sich dann wunderte warum der Stecker (samt Scheune) abfackelte.


10.9.2021 (#4)


vandroiy schrieb: Einige Stromkreise sind bei mir 10A abgesichert.

Warum? Gibt es einen Grund dafür, wie Häufung oder Leitungslänge?

Wasserkocher und Toaster gleichzeitig wird möglicherweise nicht gehen, aber bei durchschnittlichen Haushaltsgeräten wirst du kaum ein Problem haben. Wenn allerdings viele Räume am gleichen LS hängen, dann könnte es eng werden! Und Großgeräte, wie Herd, Geschirrspüler, Waschmaschine usw. gehören sowieso auf einen eigenen Stromkreis!

Gruß
GKap
10.9.2021 (#5)


taliesin schrieb: Also z.B. wenn man davon ausgehen muss, dass da eine 100m Verlängerung an der Dose angeschlossen wird. Diese würde ev. den Schleifenwiderstand (Gesamtwiderstand zwischen LS und Verbraucher und retour) soweit erhöhen, dass der Kurzschlussstrom ev. unter 13A landet und damit nicht abschaltet (Schleife mit 18Ohm 😳).

Naja, jetzt hast schon ein wenig übertrieben😀
Um auf einen Schleifenwiderstand von 18 Ohm zu kommen, müsste ich  in der Küche bei einer Steckdose ein 1.5mm2  Verlängerungskabel-Kupfer von 750 Meter Länge anstecken.  
Der Schleifenwiderstand beträgt bei  mir bis zu den Steckdosen  so um die 0.75 Ohm.  


Eine Sicherung fällt im laufenden Betrieb...
Gruß
10.9.2021 (#6)


Kleinermuk schrieb: Naja, jetzt hast schon ein wenig übertrieben

Stimmt schon 😊, aber die verwendeten Verlängerungen sind dann vielleicht auch noch schleißig, d.h. die Kontaktübergänge hochohmiger. Zur Schleife zählt natürlich auch noch eine ev. Verlegung bis zum LS. Die älteren Stallgebäude zeichnen sich nicht unbedingt durch überdimensonierte Verbindungsleitungen aus.

Solche Fälle sollen lt. einem Feuerwehrler (und Elektriker), den ich kenne durchaus auftreten. Im EFH sollte das alles kein Thema sein und deswegen eine Unterdimensionierung des LS keinen Sinn ergeben.... darauf wollte ich eigentlich hinaus.
10.9.2021 (#7)


taliesin schrieb: Im EFH sollte das alles kein Thema sein und deswegen eine Unterdimensionierung des LS keinen Sinn ergeben.... darauf wollte ich eigentlich hinaus.

Wenn da nicht die österreichische Normung wäre, wo (eigentlich ähnlich des vorsicheren RCDs) die Schukosteckdose bis 16A spezifiziert wäre, der LS aber eine gewisse Zeit mehr Strom zulässt und so nur ein Schukosteckdose mit 10A abgesicht werden dürfte (bis halt LS-Sichere Schukosteckdosen mit 16A verkauft werden).
10.9.2021 (#8)
Ja aber auch der 10A LS lässt höhere Ströme für eine gewisse Zeit zu? Nix schaltet unendlich schnell ab ...
Solange das Spiel (zwischen LS und Leitung oder Dose) ausschließlich thermisch stattfindet gewinnt die höhere Masse, Normung hin, Hausverstand her.


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