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Der Start ins Projekt: GU vs. Baubegleitung vs. Eigenvergabe

10 Beiträge | 5.6. - 7.6.2019
Hallo zusammen,

Ich habe viel gesucht in diesem Forum und schon ein paar ähnliche Threads gefunden, aber nicht viele wirklich aufschlussreiche. Deshalb hoffe ich, dass wir hier einen neuen Thread starten können, welcher den Start in das ganze Thema aus der Perspektive "Projekt-Management" etwas transparenter macht.

Ich befinde mich am Anfang meines Bauprojektes (leider jetzt gefühlt schon zu lange). Ich hoffe die Komplexität wird nicht noch viel höher im Laufe des Projektes. Es hat mir jetzt auch schon viel Zeit gekostet zu verstehen, welche Optionen mir eigentlich offen stehen. Evtl kann dieser Thread dann zukünftig auch anderen Baulaien (durch dieses Forum bin ich schon etwas gescheiter geworden ;) ), wie mir, helfen schneller in die Gänge zu kommen.

Nun stelle ich mir schon länger die Frage, wie ich das Projekt managen soll bzw. managen lassen soll. Es gibt nun 3 bzw. 4 Alternativen für mich, welche ich schwer beurteilen kann, inwiefern sie für mich passen. 

1.) Komplettvergabe an einen Generalübernehmer (Welcher Planung und Bauausführung übernimmt)
2.) Planer/Architekt engangieren und das gesamte Projekt von der Planung über Ausschreibung, Vergabe aller Gewerke, Begleitung und Kontrolle der Ausführung begleiten lassen.
3.) Planung durch einen Baumeister und alle Gewerke selbst vergeben und koordinieren. Evtl. wichtige Bauabschnitte durch eine Kontrollinstanz prüfen lassen
4.) Eine Kombination aus 2 und 3: Der Planer/Architekt begleitet das Projekt zB bis zum Entwurfsplan und macht damit noch die Ausschreibungen inkl. Leistungsbeschreibungen. Dann übergibt man das Projekt an einen GU für die wichtigsten Gewerke und nimmt einige raus zur Eigenvergabe. Die Frage ist dabei, welche Gewerke sind voneinander abhängig und sollten in eine Hand gegeben werden? Alle unabhängigen Gewerke kann man, so scheint es mir, mit geringerem Risiko selbst vergeben

Ich möchte euch nun um eure Erfahrung bitten. Insbesondere an jene, die schon ein Bauprojekt abgewickelt haben und wie eure Erfahrung mit dem jeweiligen Ansatz war.

Auch stelle ich die Frage wie ihr Risiko und Kosten der jeweiligen Ansätze einschätzen würdet. 

Ich habe zum Thema Baubegleitung (2.) nun 2 Angebote von Planern vorliegen, welche komplett 50-70k € ausmachen, was ich schon ziemlich heftig finde.

Danke für eure Unterstützung.

Und Respekt an alle, die schon ein Bauprojekt geschafft haben. Ist keine einfache Sache, wie es mir erscheint. 

 
6.6.2019 11:26
Hab Option 3 und bin in kürze damit durch (Fassade kommt demnächst).
Kostet viel Zeit und auch Nerven (dafür vermutlich der günstigste Weg).
Du musst dich halt auch mit der Materie befassen, was dir aber vemutlich auch mit einem GU nicht erspart bleibt.

Alles gute!
6.6.2019 11:29
Heutzutage nur noch GU, und zwar ein guter...
6.6.2019 11:40
Das wurde schon vielfach durchdiskutiert.
Such dich mal durch die Threads mit Suchbegriff "Generalunternehmer"


6.6.2019 13:04
@rabaum Könntest du mir einen Link eines solchen Threads senden? Ich habe kaum etwas gefunden, wo Leute über die Vor- und Nachteile mit ihren Erfahrungen berichtet haben.
6.6.2019 13:21
In diesen beiden hast du eigentlich die Kernaussagen verstreut drinnen.

https://www.energiesparhaus.at/forum-generalunternehmer-ja-nein/44469

https://www.energiesparhaus.at/forum-generalunternehmer-oder-alles-selbst-organisieren/47099

6.6.2019 13:32
Danke!
6.6.2019 13:33
Wir hatten nen richtig guten Architekten / Büro die meist mit den gleichen Firmen zusammenarbeiten.
Würde ich jeder Zeit wieder so machen.
Wenn ich sehe wieviel Stress Freunde hatten und wieviel schieflaufen kann die alles selbst vergeben hatten...
Und billiger wars dann bei denen auch nicht, da zmd die Firmen bei uns in Süd-Deutschland verlangen können was sie wollen zur Zeit.
Noch mehr einlesen in die Themen, speziell Heizung und Lüftung würde ich mich allerdings das nacnäch Mal 
7.6.2019 16:59
Haben Mischung zwischen 2 und 3 gemacht, also sehr lange geplant, bemerkt dass wir da einfach Hilfe brauchen, Plan dann durch Architektin entwerfen und zeichnen lassen, daran dann selbst noch "gefeilt". Rohbau durch BM, alle anderen Gewerke selbst vergeben.


Lemberger schrieb: und wieviel schieflaufen kann die alles selbst vergeben hatten

Schief laufen kann leider auch viel, wenn du es einem GU machen lässt - klar, der haftet dann dafür jedoch wenn du dich mit der Materie nicht auskennst fällt dir meist nicht mal auf, dass Dinge so gemacht wurden, wie es eigentlich nicht gehört.

Kann auch nur empfehlen: Viel planen, lesen, lernen, im Forum fragen!
Das Wichtigste war für mich: Eine Ansprechperson die sich wirklich auskennt (also net der Schwiegervater der vor 20 Jahren Maurer war) => unbezahlbar. Leider gibts halt auch keinen "Experten für alle Gewerke", zumindest kenne ich keinen.


peepgame schrieb: Ich hoffe die Komplexität wird nicht noch viel höher im Laufe des Projektes

Doch, das wird es - du hast dann aber weniger Zeit, dich damit zu beschäftigen und musst Entscheidungen treffen.  Ist nicht böse gemeint, aber sagen dass alles einfach wird wäre einfach Blödsinn.

Baubegleitung um 70k€ finde ich schon heftig. Was ist da alles dabei?



Lemberger schrieb: Noch mehr einlesen in die Themen, speziell Heizung und Lüftung würde ich mich allerdings das nacnäch Mal 

Ja, ich auch


7.6.2019 17:23


Kann auch nur empfehlen: Viel planen, lesen, lernen, im Forum fragen!

 Gibt eigentlich eine empfohlene (technisch aktuelle) Literaturliste irgendwo?
7.6.2019 17:34
In die Entscheidung über die genannten Möglichkeiten fließen zwei Aspekte ganz wesentlich ein: 1. Wie eng oder großzügig ist der Zeitrahmen bemessen, in dem gebaut werden soll? Je enger der Zeitplan, desto wichtiger ist sind ein GU oder Architekt, dem die Firmen im Wort stehen. Diesen sind die Firmen zweifellos termintreuer als einem privaten Auftraggeber gegenüber, der "eh nicht aus kann".
2. Wie viel Zeit und technisches Grundwissen bringt der Bauherr mit, um es in das Bauprojekt laufend zu investieren? Wenn es hier an beidem fehlt, dann tut man sich keinen Gefallen, wenn man auf einen GU oder Architekten verzichtet.

Wir haben es so gemacht: Der Baumeister hat als GU auch Dach/Spengler/Schwarzdecker, Innenputz, Estrich und Fassade mitgemacht. Fenster, Elektrik/Haustechnik und Installateur haben wir selber vergeben. Diese Firmen haben sich in den Terminplan und die Koordination eingefügt, die der Bauleiter erstellt hat. Das im Großen und Ganzen auch sehr gut funktioniert. Wichtig ist natürlich auch, dass man es grundsätzlich mit seriösen Firmen zu tun, die einen guten Ruf haben und für die auch nicht unwichtig ist, welchen Eindruck sie bei einem Bauherrn in der Region als auch bei einer größeren Baufirma in der Region (als potentieller Partner für Folgeprojekte!) hinterlassen.



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