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Baukosten Haus - wie günstig geht es? - Seite 3 teilen

3.8. -8.8.2026    42 Antworten    22 Autoren 42 2026-08-08T14:05:37+02:00
     
Zusammenfassung
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  •  hallo123
03.08.2026
42
Liebes Forum,
 
wir überlegen gerade, ein Grundstück für den Hausbau zu kaufen. Es liegt in einer Landeshauptstadt und würde mit stolzen 250.000 € zu Buche schlagen (600 m²) + 10% Nebenkosten. Ich möchte euch um eure Einschätzung bitten, in welchem finanziellen Rahmen der Hausbau machbar ist, um eine Entscheidungsgrundlage dafür zu haben, ob wir den Kauf und darauffolgenden Bau durchziehen sollen (wollen), oder nicht.

Die nächsten Absätze bis zur Überschrift "Kalkulation" könnt ihr euch auch sparen, da geht es nur um Hintergründe. Ab dort beginnt für mich der wichtige Teil :D

Wir haben sehr niedrige Ansprüche an die Größe, Ausstattung… und wollen möglichst einfach und günstig und auch klein, ca. 125m² Wohnfläche, bauen. Wir sind beide wohntechnisch sehr einfach aufgewachsen - ein neu gebautes Haus mitten in der Stadt wäre für uns sowieso purer Luxus. Da die Ansprüche hier im Forum tendenziell hoch sind und sich das in den Threads zu Baukosten widerspiegelt, möchte ich hier einen eigenen Thread erstellen, wo speziell die Kosten im Kontext einfacher Bauweise und Ausstattung sowie viel Eigenleistung diskutiert werden - wie "günstig" geht es? Vielleicht hatte jemand von euch beim Hausbau einen ähnlichen Zugang? Ich möchte explizit nicht diskutieren, ob sich ein Hausbau dann überhaupt lohnt (weil ich in manchen anderen Threads schon Dinge gelesen hab, wie: ein Haus ohne Keller ist wie eine Wohnung, unter 180 m² geht nix, … etc.) sondern nur eine Einschätzung, ob das, was unsere Ansprüche sind, in dem Budget machbar ist.

Kurz zu unserem finanziellen Hintergrund – damit ihr nicht glaubt, dass wir beim Bau so sparen, weil wir absolut am Limit unterwegs sind. Wir wollen einfach ein „günstiges“ Haus, weil wir uns damit Optionen freihalten wollen. Ich will nicht von meinem Vollzeit Job immer abhängen, auch wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass unser Einkommen im Lauf der Jahre weiter steigen wird. Wir haben ein ganz gutes Einkommen, zu zweit netto ca. 6.3k€ x 14. Beide 30 J. mit Kinderwunsch. Haben eine annähernd abbezahlte Wohnung, die die Eigenkapitalbasis für das Haus bilden soll (ca. 250k€ also genau das Grundstück). Diesen Betrag können wir uns auch für die nächsten ~3 Jahre bis Abschluss Hausbau zinsfrei in der Verwandtschaft borgen, dann aus dem Verkaufserlös tilgen, somit fallen keine Zwischenfinanzierungskosten an. Zu finanzieren wäre also „nur“ das Haus ausgehend von der „grünen Wiese“. Aber da wir später mit Kindern gerne Teilzeit arbeiten und nicht auf beide Vollzeit Jobs angewiesen sein wollen, möchten wir die Kreditbelastung so gering wie möglich halten. Wir sehen das im Freundeskreis, wie dann beide wieder Vollzeit arbeiten mit 14 Monate altem Kind, aber jammern, dass sie das Kind jetzt in die Krabbelstube geben müssen und diesen Druck möchten wir uns nicht geben. Wir können in den nächsten drei Jahren noch zusätzlich 100k€, im extremen Sparmodus 150k€ ansparen. Mit unseren Einkommen wäre ein Kredit (35 J) aktuell wohl in der Größenordnung von 500k€ (Rate 2500 pM., sind ca. 40% von 6300) möglich. Somit würden uns bei maximaler Anspannung theoretisch 600 – 650 k rein für den Hausbau zur Verfügung stehen, weil die Wohnung quasi das Grundstück finanziert und damit für uns ein Nullsummenspiel ist. Lieber wäre es uns aber, nur ca. 350 k für das Haus auszugeben, um am Ende des Hausbaus in 3 Jahren und zusätzlichem Sparen mit 250k€ Kredit dazustehen – monatliche Rate ca. 1250€ langfristig. Die maximale Anspannung ist uns das Haus nämlich ehrlich gesagt nicht wert, und wenn das nicht machbar ist, kaufen wir uns eher eine Gartenwohnung um 500 – 600k€ und haben dann genau diese gewünschte finanzielle Situation, aber eben ohne Haus. Unser Kompromiss wäre, super einfach und günstig und mit viel Eigenleistung zu bauen, dafür aber eben um den annährend gleichen Preis ein Haus zu haben und das möchte ich heute bei euch erfragen.

Kalkulation  

Hier vereinfacht meine Kalkulation, am Beispiel eines Massivhausanbieters (M**li) für ein Haus mit 125m² Wohnfläche, Satteldach, zweigeschossig, einfacher Aufbau. Habe das mit mehreren solchen durchgespielt, aber es kommt praktisch immer dasselbe heraus. Die Außenhaut trauen wir uns nicht zu, deshalb wäre die Vorgehensweise: Grundstück erschließen (Leitungen in der Straße davor aber noch nicht am Grundstück), „Ausbauhaus“ aufstellen lassen, von einem GU – manchmal auch als außen fertig bezeichnet. Und dann den Innenausbau soweit möglich und rechtlich OK in Eigenleistung machen und den Rest (Elektrik Stromkasten verkabeln etc.) selbst vergeben. Eigenleistung vollständig bei den Außenanlagen: Carport (Teil des Einreichplans, um auf die Dichte zu kommen), Pflasterung, Garten, … . Ziel: max. Gesamtkosten von ca. 350k€ für den Hausbau (ausgehend von grüner Wiese bis komplett fertig inkl. Außenanlagen) oder etwas darüber sind OK. Wenn wir aber deutlich bei >400k landen, sind wir raus.

Haus 125m² Wohnfläche „außen fertig“ 192k€ + Kunststoff-Alu Fenster Aufpreis 5k€ = 197k€

Bodenplatte vom gleichen Anbieter = 36 k€ (inkl. Erdarbeiten). Evtl. Fremdvergabe und vl noch etwas sparen?

Baunebenkosten und kleinere Arbeiten: Bodengutachten, Anschlussgebühren Kanal, Wasser, Strom, Telekom, Versickerungsschacht, Leitungen am Grundstück bis zum Haus, Behördengebühren, Baustrom und Wasser, Baustelleneinrichtung, … = 45k€ geschätzt, oberes Ende meiner Schätzung

Innenausbau: die Stufe von Ausbauhaus auf schlüsselfertig schlägt bei dem Hausanbieter mit 125k€ zu Buche. Alles, was irgendwie möglich ist, würden wir selber machen und die anderen Dinge selbst vergeben und dafür Angebote vergleichen, um die teuren Aufschläge des GU zu umgehen – handwerkliches Geschick für die Eigenleistung und etwas Hilfe aus der Familie (Installateur) ist vorhanden. Ist der komplette Innenausbau (Wasser, Strom, Bodenaufbau, Putz und Streichen, Türen, Böden, Fliesen, Sanitär) bei diesem Level an Eigenleistung um 50k€ möglich? Ohne Einrichtung und ohne Küche. Das wäre etwas weniger als 50% dessen, was der GU verlangt

Außenanlagen: Carport und Pflasterung, Terrasse jeweils im Selbstbau um gesamt 20k Materialkosten. Zaun schon vorhanden.

Summe: 348k€ für das Haus ohne Grundstück inkl. Außenanlagen und allen notwendigen Nebenkosten, ausgehend von der grünen Wiese.

Potential eventuell bei den Baunebenkosten, Erdarbeiten und Bodenplatte (von lokalem Anbieter günstiger?). Weiteres Potential wäre die Wohnfläche auf 115 m² zu verkleinern, bringt ca. 20 k€ beim Ausbauhaus und ein paar tsd bei der Bodenplatte. Die übliche 4 Zimmer Gartenwohung hat auch unter 100qm mittlerweile...für uns also im Vergleich auch OK, wenn man bedenkt, dass diese typischerweise 550 - 600k€ kostet.

Das wären dann – ausgehend von der grünen Wiese – für Haus schlüsselfertig inkl. Außenanlagen 348 k€ / 125 m² Wohnfläche = ca. 2,8 k€ pro m². Ist diese Planung im Groben realistisch? Hat jemand von euch ähnliche Werte erreicht, im Jahr 2025 oder 2026? Habe ich irgendwas Grobes übersehen oder total falsch abgeschätzt?

Danke für euren Input!
Liebe Grüße

  •  hallo123
8.8.2026 13:38  (#41)

zitat..
Blumenbau schrieb: Sind vergleichbar.
Bei 70m2 Wohnung bekommst du normalerweise dazu
Keller, Technikraum, Fahrradraum, Treppe/Lift, Eingangsbereich, Außenwände, usw..
Und du brauchst die.
Also 125m2 ist definitiv zu klein. Du wirst mindestens 150 Netto brauchen.

Grundsätzlich stimme ich zu, Wohungen haben meist einen 5-10m² Keller und meistens keine Treppe in der Wohnung, und die Technik ist auch irgendwo anders untergebracht. Und Platz für ein Rad etc in irgendeinem Fahrradraum. Aber ich hätte hier beim Haus ein Carport plus kleiner Hütte für Fahrräder und Dinge, die in der Wohnung im Keller stehen würden und halt die kalten Temperaturen aushalten. Das Beispielhaus hat im OG 3 Zimmer die größer sind, als die zwei Zimmer, die wir damals zur Verfügung hatten. Zusätzlich zum größeren Wohn Ess Raum ist auch noch ein Büro/Gästezimmer im EG vorhanden. Ich würde sagen trotz Technik hat man in einem 125m² Haus mit Carport und Gartenhütte mehr Wohn- und Staufläche, als in einer 70m2 Wohnung.

zitat..
Blumenbau schrieb: Mein Vorschlag: fang mit Bodengutachten und Bebauungsplan an, dann sollst du deine Räume planen und endlich kannst du über Ausstattung überlegen. Du kannst mit der Eigentümer vereinbaren dass du kaufst nur nach Bodengutachten.

Vorbehalte im Kaufanbot/Vertrag sind eine gute Idee.

zitat..
Ebe95 schrieb: Aber sobald es ums Eigenheim geht muss alles Perfekt sein und man darf keine Kompromisse eingehen. Bevor ich nicht bauen würde, würde ich aufs einfachste bauen mit einfachen Standard.

Ja genau diese Denkweise stört mich auch. Vor allem im Vergleich mit der Alternative: man bekommt im Preisbereich 500-600k€ gerade mal eine 90-100m² Wohnung mit 50-100m² Garten im Wohnungseigentum(!) im Neubau. Stellplatz 20k extra (im Freien! Garage oft schon 25-30k). Da hab ich direkte Wand an Wand Nachbarn und einen Balkon der direkt in meinen Garten schaut. Und da ist auch nicht alles pipifein gebaut und die Klimaanlage und andere bauliche Änderungen kann ich mir nur halb illegal dazuschustern, weil WEG mit 60 Eigentümern... . Da ist mir ein einfaches Haus zum fast gleichen Preis lieber, als die genannten Einschränkungen. Da hab ich meine Ruhe und ehrlicherweise keine bis kaum Abschläge bei der Ausstattung im Vergleich zu einem Neubau. Dafür Alleineigentum und Entscheidungsfreiheit.

zitat..
melly210 schrieb: Wenn es günstig sein soll: ggf überhaupt auf wassergeführte Systeme verzichten und einfach eine Splitklima zum heizen + kühlen einbauen. Wesentlich günstiger als eine Luft/Wasser oder Sole/Wasser Wärmepumpen. Dieses Vorgehen ist in vielen Weltregionen üblich.

Da ist die Frage ob das die massive Einsparung bringt. Ich will nicht "billig" bauen, aber nur das, was ich wirklich unbedingt brauche und technisch beständig (zB würde ich den Aufpreis von Alu Fenster in Kauf nehmen). Aber dafür eben keine 180m² Wohnfläche.

zitat..
Panorama schrieb: Dafür habe ich aber auch weder eine Lüftungsanlage, keine Fussbodenheizung, keinen Pool, nur eine Garage (Fertiggarage), einfache Elektrik. An der Bausubstanz selbst habe ich jedoch nicht gespart (gute Dämmwerte, Passivhausfenster). Seine Ansprüche zu reduzieren, spart häufig am meisten.

Das wäre auch mein Zugang (außer bei der FBH FBH [Fußbodenheizung] weil das halt die Art Heizung ist, mit der man mit niedrigsten Vorlauf-Temp arbeiten kann).

zitat..
Panorama schrieb: Die optimale Lösung ist vermutlich ein variables Haus. 150 m2 solange dies gewünscht/benötigt wird und eine Reduzierung der Wohnfläche (ein Teil wird zur Einliegerwohnung), wenn man älter wird.

Da stimm ich voll zu, nur wird das heute im Neubau für viele auch schon eng, die 150m² zu erreichen. Die m² Preise sinken natürlich je mehr m² man baut, aber jeder m² wird absolut trotzdem teurer. Klar sind die 125m² ein bisschen ein Kompromiss, aber absolut kein schlimmer, wie ich finde.

zitat..
neubau2021 schrieb: Wir sind gerade in der Kernsanierung eines Gebäudes (139m2 + 35m2 Garage) - wobei wir das Untergeschoss im Großen und Ganzen so belassen wie es ist.
Eventuell helfen dir unsere Zahlen etwas...

Vielen Dank, das hilft mir sehr! Ich werde mal meine Berechnung mit deinen Zahlen durchspielen.

zitat..
Lu1994 schrieb: Bevor ich mir eine Garage baue investiere ich lieber in FBH FBH [Fußbodenheizung] etc, ich werde nie verstehen, wieso die heilige Kuh im Stall stehen muss

Denke ich auch, Selbstbau Carport tuts auch - besser noch, gar kein Auto :D in der Stad ehrlicherweise eh nicht notwendig. Würde auch eher in eine langlebige Haustechnik investieren, die die laufenden Kosten gering hält. 

zitat..
Thuata schrieb: Ich denke in diesem ganzen sparsam-Thread sollte man verschiedene Dinge unterscheiden:
- was braucht man (4 Wände und ein Dach zB)
- welche Investition spart langfristig Geld (Dämmung,PV)
- was will man (Pool)

Ich persönlich bin auch jemand der sein Auto auf dem Schotterparkplatz stehen hat und Pool kommt mir keiner in den Garten. Wenn ich dann allerdings hier les: "Ich hab im Neubau keine FBH FBH [Fußbodenheizung]" schüttelt sich mir alles.

Der Meinung bin ich auch und vielleicht ist die Formulierung meiner Frage etwas unglücklich. Es soll günstig sein, nicht billig - bewusst nicht mit maximaler Ausstattung und das besten vom besten - so wie es im Hausbau als auch im Konsum allgemein gelebt wird -  sondern bewusst gewählte, hochwertige Haustechnik für hohe Haltbarkeit und niedrige Betriebskosten, aber kein Schnick Schnack, den ich (zumindest für das Leben, das ich führe) nicht brauche. Naturgemäß gehen die Meinungen, was man wirklich braucht, stark auseinander. Aber das ist bei mir jetzt schon wenig, wenn ich meine Lebensweise und meinen Konsum mit meinem Umfeld vergleiche.

Heißt für mich: einfache Elektrik, allgemein klein bauen, einfacher Grundriss, keine Garage, keine Hebeschiebetüren (der Garten ist mir wichtig, wie ich dort hinkomme ist mir egal ... ) usw.

Ich glaube, ich würde mehr zum Punkt "was will man" dazusortieren als viele andere. Vor allem in Richtung teure Küche, große Wohnfläche, Smart Home, .... 

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  •  Akani
8.8.2026 14:05  (#42)
Ist ähnlich zu unserem Bau.
Holzblockhaus, Nibe EWP mit passiver Kühlung und Flow30 Auslegung, kostet erst mal nicht mehr wie 0815 Auslegung. Hauptbahnhof am Schlafzimmer, nur mit Dusche, Dopoel-WT und WC. Kindergarten mit Dusche als Gäste-WC. In den Bädern zumindest Wandheizung. 
Dummerweise ohne KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] gebaut, wird aber nachgerüstet. Einziges was ich devinitiv machen würde, haben halt nen Sichtdachstuhl ( Bungalow), würde hier eine Flächenheizung mit Therm25 ( Fermacell 16er Rohr für die Hydraulik) mit einplanen. Bringt Masse, und Kühlung über die Decke.
Haben keine Verschattung der Febster, dafür 1,2 mtr Dachüberstand. So zu sagen offene Fenster ohne Sonneneinstrahlung zur großen Mittagshitze. Somit hält sich auch die Elektroistallation in Grenzen, wobei wir auf KNX gesetzt haben. Uns fehlts an nichts außer der fehlenden Frischluft über KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]. Also ja, ma n muss nicht immer das non plus ultra bauen auch wenns hier so vorgegeben wird. Wenns nicht zum Geldbeutel passt, dann eben abgespeckten, Hauptsache Eigentum

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