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Ausführung Sanitärrohinstallation

27.7. - 2.8.2020
29 Beiträge | 7 Autoren
Ich würde gerne wissen, wie die Sanitärrohinstallation bei euch gemacht worden ist. Sind die Leitungen vorm Innenputz nur in die Wand gelegt worden und nacher "angestückelt" worden oder komplett in einem gelegt mit so wenigen Klemmfittings wie möglich?
Bei uns wurden alle Leitungen vorm IP nur in die Wand gelegt und werden jetzt mittels Klemmverbindern mit den Bodenleitungen verbunden. 


Ausführung Sanitärrohinstallation

Leider habe ich mir vorher nicht so viele Gedanken darüber gemacht, aber irgendwie denk ich mir jetzt 0 Verbinder= 0 Fehlerquellen, viele Verbinder = viele potentielle Fehlerquellen.... 
Es wird zwar ohnehin eine Druckprobe grmacht vorm Estrich aber wie das in 10 Jahren aussieht weiß ich nicht. Insti sagt natürlich "klar das passt, das mach ma immer so" aber ein etwas mulmiges Gefühl schwingt trotzdem mit. Vor allem weil letztens ein befreundeter Installateur gemeint hat, dass die Leitungen im Neubau eher im Stück gelegt werden und Klemmverbinder so weit es geht vermieden werden.

Sind meine Bedenken hier berechtigt oder sind die Unterschiede im Einbau vernachlässigbar? Wie ist das bei euch gemacht worden? Im Ganzen oder "gestückelt"?

Bei uns wird ein TECE DN25 multilayer PE Rohr verwendet.


Ausführung Sanitärrohinstallation

Lg
Jopraxl

 
27.7.2020 7:00
Bei mir sind es zwei 90 Grad Winkel die ich im Bodenaufbau verpresst habe, ist leider nicht anders gegangen. Der Rest wurde in einem durchgelegt.

Auf deinem Bild fallen mir aber zwei Sachen auf. 
1. Ich hoffe das ist keine Außenmauer, sonst bekommst du ein Problem mit der Luftdichtheit.
2. Ich hoffe das ist kein HKV auf dem Bild, dann ist DN 25 mMn zu wenig und wenn dann an einer Leitung mehrere HKV hängen, dann erst recht. 
27.7.2020 7:21
Bei uns sind im EG vor dem Putzen auch nur die "Schwanzerl" aus der Wand gestanden. Hintergrund war aber eigentlich nur, dass der Bauemeister erst unbedingt nach dem Putzen die Bodenplatte flämmen wollte. (kein Keller)  Im OG wurde gleich alles fertig verlegt.  

Habe mit dem Insti auch über die Dichtheit gesprochen bei den Verbindungen, der sah da auch keine Probleme bei den Verbindungen, wenn bei der Dichtheitsprobe alles passt.
27.7.2020 8:06
Bei uns wurden die Anbindeleitungen komplett vor dem Innenputz gemacht, Trotzdem haben wir ein paar Verpressungen für Abzweigungen, wo es nötig war. Vor allem bei Wasserrohren, weniger bei FBH Anbindung.

Optimal finde ich die ganzen Winkel nicht, weniger wegen der Dichtheit, sondern wegen des Druckverlusts. Grund zur Sorge besteht aber nicht.


27.7.2020 8:31
Wir haben Sanipex Rohr in Roh verwendet. 
Wir haben uns bewusst für dieses System entschieden, da der Aufpreis überschaubar war und wir keine einzige Klemmstelle im Boden haben.
Sollte dennoch etwas undicht sein kann das wasserführende Rohr einfach ausgezogen und getauscht werden. Es wurde daher alles vor dem IP verlegt.

Schweißen und Stückeln von Wasserrohren wäre für mich nicht in Frage gekommen.
27.7.2020 8:57


austriansales schrieb: einfach ausgezogen und getauscht werden.

meinst du, das geht in der Praxis wirklich?! Glaub nicht so recht dran...

Aber grundsätzlich sicher ein gutes System. Ich hab sowas (leider?!) nicht, aber zumindest auch keine einzige Verbindungsstelle im oder unterm Estrich
27.7.2020 9:07


Pedaaa schrieb: meinst du, das geht in der Praxis wirklich?! Glaub nicht so recht dran...

Ich habs nicht wirklich geglaubt, allerdings hab ichs nachm Einzug gleich selber gesehen.
Leider Rohr angebohrt -> der Tausch war in 20 min erledigt.

Es wird nicht überall funktionieren, das ist klar. Allerdings ist es immer einfacher eine Fliese zu entfernen und lokal die Wand aufzustemmen als den Fußboden aufreissen zu müssen.
Der Fußboden ist immer kostenintensiver als die Wand.
27.7.2020 9:33


berhan schrieb: Ich hoffe das ist keine Außenmauer, sonst bekommst du ein Problem mit der Luftdichtheit.

Nein ist es nicht. Hätt' ich ansonsten schon gespachtelt 😉


berhan schrieb: 2. Ich hoffe das ist kein HKV auf dem Bild, dann ist DN 25 mMn zu wenig und wenn dann an einer Leitung mehrere HKV hängen, dann erst recht. 

Mmhh, ist unser FBH Verteiler fürs EG. Du würdest DN30 oder größer empfehlen? Irgendwo in der Leitung muss er ja dann trotzdem von z.B. DN30 auf DN25 reduzieren oder?



austriansales schrieb: Wir haben Sanipex Rohr in Roh verwendet. 

Coole Sache, kannte ich bisher nicht. Für uns leider zu spät... Werde es aber an einen Bekannten weitergeben der gerade bei der BOPLA ist und die Heizung gerade "umkrempelt"



sandboden schrieb: Habe mit dem Insti auch über die Dichtheit gesprochen bei den Verbindungen, der sah da auch keine Probleme bei den Verbindungen, wenn bei der Dichtheitsprobe alles passt.

Ich nehme an bei dir hat dann alles gepasst? Auf wieviel bar wurde da getestet und wie hoch war der Druckabfall?

lg
Jopraxl
27.7.2020 11:22


Jopraxl schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von sandboden: Habe mit dem Insti auch über die Dichtheit gesprochen bei den Verbindungen, der sah da auch keine Probleme bei den Verbindungen, wenn bei der Dichtheitsprobe alles passt.
Ich nehme an bei dir hat dann alles gepasst? Auf wieviel bar wurde da getestet und wie hoch war der Druckabfall?

Steht erst an. 
Der Arbeiter meinte nur er hat das System mit dem "zusammenschweißen" bei ihm zuhause auch geamcht.  Es kann sein, dass einmal eine Verbindung nicht richtig geschweißt ist, ist aber sehr selten und das bemerkt man beim Drucktest. Aber wenns dicht ist, bleibts dicht.   Meinte der halt.....
27.7.2020 12:21
Wie so oft am Bau, bevorzugt jeder was anderes

Unser Insti hat alles verpresst. Er hat gemeint, in der Firma wo er früher gearbeitet hat, hatten sie immer wieder Probleme mit schlechten Schweißstellen, die mit der Zeit undicht wurden.


Jopraxl schrieb: Auf wieviel bar wurde da getestet und wie hoch war der Druckabfall?

Bei uns wurde auf 4bar abgedrückt. Das haben wir direkt vor dem Estrichleger gemacht, damit man sieht, falls während der Verlegung ein Rohr beschädigt wird. Blieb dann auch ca. auf dem Druck (irgendwo zw. 3 und 4 bar)
27.7.2020 13:03


chrismo schrieb: Wie so oft am Bau, bevorzugt jeder was anderes

Ja das stimmt 😀


chrismo schrieb: Unser Insti hat alles verpresst.

soweit ich mich erinner kann, gibt´s sogar installateure die sowieso nur ein System anbieten (also nur pressen oder nur schweißen)  evtl. noch Sanipex....   Hat aber den Vorteil, dass man sich nicht etscheiden muss. 😂
27.7.2020 14:30
 


chrismo schrieb: Bei uns wurde auf 4bar abgedrückt. Das haben wir direkt vor dem Estrichleger gemacht, damit man sieht, falls während der Verlegung ein Rohr beschädigt wird. Blieb dann auch ca. auf dem Druck (irgendwo zw. 3 und 4 bar)

Toller Hinweis und macht natürlich absolut Sinn. Ist notiert und werde ich übernehmen

Nur zur Orientierung, wie lange ist der Druck bei euch konstant auf 4 bar geblieben bis ihr gesagt habt jetzt passt es?



sandboden schrieb: soweit ich mich erinner kann, gibt´s sogar installateure die sowieso nur ein System anbieten (also nur pressen oder nur schweißen)  evtl. noch Sanipex....   Hat aber den Vorteil, dass man sich nicht etscheiden muss. 😂

So ein Fliesengeschäft tät ich mir wünschen....😂


27.7.2020 15:07


Jopraxl schrieb: Mmhh, ist unser FBH Verteiler fürs EG. Du würdest DN30 oder größer empfehlen?

Auf dem DN25 hängt ja mehr drauf, wie der eine HKV. Und das T-Stücke vom Rücklauf (wenn auch in DN25) ist dann wirklich schlimm. Kleine HKVs (<= 5 Kreise) mit 20 mm ID sind ja noch in Ordnung, aber mehrere HKV mit einem einzigen 18 mm (Tece Flex 26x4) Rohr anzufahren, ist schon fast kriminell. Ich würde das den Insti austauschen lassen.


Jopraxl schrieb: Irgendwo in der Leitung muss er ja dann trotzdem von z.B. DN30 auf DN25 reduzieren oder?


Ich selbst habe von der WP zum HKV alles in DN32 (ID 25), die WP selbst in DN40 (ID 32). Der Anschluss an die WP ist DN32 und geht sofort auf DN40.

Edit: Und die 90 Winkel sind auch Murks. Kosten zusätzlich, haben einen zusätzlichen Druck erlöst (Zeta 2,3 bei 3/4 Zoll) und können auch noch undicht werden.
27.7.2020 17:02


Jopraxl schrieb: Nur zur Orientierung, wie lange ist der Druck bei euch konstant auf 4 bar geblieben bis ihr gesagt habt jetzt passt es?

Wir sind nach zwei Tagen das erste mal ins Haus und da war der Druck noch auf 4 bar. Wenn was ist, fällt der Druck sofort ab.
27.7.2020 21:29


berhan schrieb: Ich würde das den Insti austauschen lassen.

Nun gut, wenn es falsch ausgelegt ist muss ich das ja irgendwie belegen können. Erzählen kann ich viel - was zählt sind aber Zahlen und Fakten. Wenn ich dem sag ,,mir hat einer aus dem Forum gesagt..." lacht er mich aus. Als Nicht-Installateur brauch ich mich da auf keine Diskussion einlassen. 

By the way: wieviel falsch ist in diesem Zusammenhang erlaubt bzw. tolerierbar? Wenn falsch bedeutet, dass mein Heizsystem ein Totalpfusch ist und mir die einzelnen Komponenten der Reihe nach eingehen weil die Rohre mit DN25 die Wärmepumpe abbrennen lassen muss ich handeln (wobei mein Spielraum jetzt relativ eingeengt ist, da die Leitung vom 1.EG ins OG bereits in der verputzten Wand liegt). Aber es wird vermutlich auf einen Streit hinauslaufen weil freiwillig wird der Insti die Sachen nicht korrigieren wollen, nehme ich mal an.

Hierfür brauche ich hieb-und stichfeste Beweise. D.h. es braucht einen Bausachverständigen um den Sachverhalt zu klären?


27.7.2020 22:44
Ich habe erwartet, dass diese Frage kommt.

Ausgangslage wäre die Wärmepumpe (WP), welches Model mit wieviel Leistung ist den geplant. Üblicherweise geben alle WP-Hersteller den mindest Volumenstrom an (dieser ergibt sich aus der Spreizung von 5K, eine 7 kW-WP hätte z.B. 20,1 l/min).

In der WP ist eine Wasserpumpe verbaut, diese schaffen z.B. eine Förderhöhe von 6 Meter (60.000 Pa) bei voller Leistung (welche wir eigentlich nicht wollen, da die Wasserpumpen dann relativ viel Strom braucht). Von den 60.000 Pa benötigen die Komponenten der WP schon z.B. 10.000 Pa, bleiben also nur mehr z.B. 50.000 Pa (@Pedaaa hatte dazu vor kurzem was geschrieben https://www.energiesparhaus.at/forum-hydraulik-fbh-bka-deckenheizung-kuehlung-und-entfeuchtung/47897_4#547759). So, jetzt kommen noch externe Filter, 3-Wege-Ventil und Abzweiger hinzu (macht bei guter Planung noch ein paar tausend Pa, bei schlechter Planung naja).

Und jetzt kommt es darauf an, wie die Leitungen zu den HKVs ausgelegt wurden. Wenn bei dir z.B. 2 HKVs mit gleiche Volumenströmen (sollte sich aus der Auslegung der FBH ergeben) verbaut wurden, teilen sich diese auf die zwei HKVs auf. Bei der 7 KW-WP wären dies 10,05 l/min, was einen Druckverlust von 336 Pa p. Meter Rohr bei einem Innendurchmesser von 18 mm ergeben würde (siehe dazu https://www.schweizer-fn.de/berechnung/stroemung/druckverlust_rohr_rech.php ). Wenn die Zuleitung aber für beide HKVs verwendet wird, dann liegt der Druckverlust bei 1164 Pa/m (hier würde ich im übrigen als erstes ansetzen, statt dem T-Stück wie bei dir, eine extra Leitung für jeden HKV bis zum T-Stück). Wie du siehst, ist das größte Problem die Anbindung mehrerer HKVs mit einer Leitung. T-Stücke, vor allem bei der Vereinigung und 90°-Winkel haben bei diesen Volumenströmen (20,1 l/min) auch einen Druckverlust von 1500 - 2500 Pa pro Stück.

Mach mal ein Bild von deiner WP, falls schon verbaut. Dann von der FBH Planung und erstelle dann einen Plan der Anbindeleitung mit Länge, Winkelstücke, T-Stücke. Vielleicht ist das Problem ja leicht zu beheben.
27.7.2020 23:15
Ich hätte auch eine frage, bei uns würde keine druckprobe gemacht sondern gleich an ortswasser angeschlossen und seit 2 monaten ist es Wasserhahn auf, und alles dicht, der Installateur sagt brauchen wir nicht da die ortswasser hat ein druck von 4 bar, und das ist eh eine druckprobe. Was meint ihr, sollte ich trotzdem eine druckprobe machen? Danke
28.7.2020 8:36


Florian88 schrieb: Ich hätte auch eine frage, bei uns würde keine druckprobe gemacht sondern gleich an ortswasser angeschlossen und seit 2 monaten ist es Wasserhahn auf, und alles dicht, der Installateur sagt brauchen wir nicht da die ortswasser hat ein druck von 4 bar, und das ist eh eine druckprobe. Was meint ihr, sollte ich trotzdem eine druckprobe machen? Danke

Druckprobe mit Luft ist halt ganz nett wennst ein Leck hast und nicht gleich das Wasser ansteht... gleiches wird ja bei der FBH auch gemahct.
28.7.2020 12:00


austriansales schrieb: Druckprobe mit Luft ist halt ganz nett wennst ein Leck hast und nicht gleich das Wasser ansteht... gleiches wird ja bei der FBH auch gemahct.

Also verstehe ich jetzt so richtig das ich eine druckprobe unbedingt vor schütung machen muss? Beim FBH ist mir schon klar das vorher überprüfen muss ob alles dicht ist.
Danke
28.7.2020 14:49
Müssen tut man es nicht, aber viel Spaß beim Suchen, wenn der Druck abfällt, aber die Rohre schon unter der Schüttung sind

Wenn du die Prüfung vor der Schüttung machst, dann ist die Suche der undichten Stelle im Fehlerfall seeehr viel leichter.
28.7.2020 15:11


chrismo schrieb: Wenn du die Prüfung vor der Schüttung machst, dann ist die Suche der undichten Stelle im Fehlerfall seeehr viel leichter.

Kann die leitung undicht sein obwohl die ortswasser angeschlossen ist? Bis jetzt ist es alles dicht und seit 2 Monaten ist es Wasserhahn auf.
28.7.2020 15:29
Prüfen mit Druckluft macht man ja normal bevor man das Wasser anschließt. Wenn das Wasser schon angeschlossen ist und alles dicht ist, verstehe ich das Problem nicht... Dann passt es ja eh.



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