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Architekt kündigen Bezahlung

23 Beiträge | 8.1. - 10.1.2020
Hallo liebe Forengemeinde!

Ich benötige bitte eure Hilfe/Ratschläge/Meinungen!

Bitte entschuldigt den langen Beitrag, aber ich muss ein bisschen ausholen...

Wir haben uns Anfang November für einen Architekten entschieden, und uns Mitte November das Erste mal mit ihr getroffen. Viele Empfehlungen im Freundeskreis haben uns zu diesem Büro gebracht und das erste Treffen lief dann auch ganz gut. Wir haben schon viele Ideen und Wünsche vorgebracht, ein eigenes Moodboard angelegt und auch betont, welche Punkte uns wirklich wichtig sind.
Mündlich wurde ein Honorar für den Entwurf vereinbart. Als Ziel für den fix fertigen Entwurf wurde der 23.12. angenommen. Dieser Termin wurde auf Wunsch der Architektin festgelegt! Wir hätten es eigentlich gar nicht so eilig gehabt, sie meinte aber, dass wir das bis dorthin hin bekommen.

Zwei Wochen später (eine Stunde vor vereinbartem Termin, Montag) bekomme ich dann einen Anruf, dass etwas dringendes dazwischen gekommen ist, und wir verschieben den Termin auf Freitag.

Am Freitag haben wir uns dann um 18 Uhr getroffen und den ersten Entwurf besprochen. Der Stil entsprach unseren Vorstellungen, nur leider fehlten uns viele unserer Punkte. Das Ärgerte uns noch nicht so, da ich mir beim ersten Entwurf keinen perfekten Plan erwarte.
Was mich dann schon Ärgerte war die Küche: die ist schon vorhanden. Maße hatte die Architektin zu dem Zeitpunkt schon, nur hat sie die Küche einfach nicht so eingeplant.

Wir haben den Plan dann mit nachhause genommen (sie wollte unsere Änderungen gleich direkt Umsetzen, wir meinten, dass wir uns das übers Wochende überlegen wollen).

Am Montag! danach hab ich ihr um Punkt 7 Uhr unsere Änderungswünsche übergeben und noch kurz alles erklärt. Wir haben ihr wirklich genau aufgezeichnet, was wir wie haben wollen. Sie musste nur mehr drei Räume anordnen, für die wir keine Lösung gefunden haben.
Ausgemacht haben wir dann noch, dass sie sich meldet, wenn sie fertig ist. Und sie hat da immer noch gemeint, dass sich das bis Weihnachten ausgeht. (9. Dezember)

Ab 18. Dezember versuche ich sie telefonisch zu erreichen und komme leider nie durch.

E-Mail habe ich dann am 23. Dezember geschrieben: bin sehr höflich geblieben, habe aber klar gesagt, dass eine Korrektur vor Weihnachten ausgemacht war. (eigenlich ja der ganze Plan - und wir haben das definitiv nicht verzögert!)

Am 27. Dezember habe ich dann ihren Geschäftspartner angerufen, weil ich immer noch nichts gehört habe (könnte ja auch was passiert sein). Er war unfreundlich, meinte er weiß von nichts, und dass die Kollegin auf Urlaub ist.

Am 31. Dezember kommt eine Mail von der Architektin, keine Entschuldigung gar nichts. Nur die Info, dass sie auf Urlaub und nicht erreichbar ist. Und dass wir den Entwurf in der 2. Jänner Woche bekommen.

Gestern morgen hat sie mich dann angerufen:
"Sie ruft nur zurück, weil sie da einen Anruf drauf hatte (mindestens 8 Stück!) Entwurf bekommen wir am Freitag per Mail und Termin dann nächste Woche mal."
Ich hab ihr dann gesagt, dass eine kurze Nachricht vor Weihnachten nett gewesen wäre. Sie ist daraufhin sehr "patzig" geworden und meine nur, dass wir "untergegangen" sind.
Das Gespräch ging dann noch ein bisschen weiter, und sie ist immer unfreundlicher geworden.

Ich wollte die Zusammenarbeit nach diesem telefonat, mit Absprache meines Partners gestern abend, heute morgen beenden. Auf einmal hab ich die neuen Pläne dann doch schon heute morgen, Punkt acht Uhr, in meinem Postfach. (wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen?)
Sie hat's nicht geschafft unsere Vorgaben umzusetzen, und die Aufteilung ist irgendwie schlechter geworden als vorher...
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Was meint ihr dazu? Kommen wir da einfach so raus, vorallem weil es nur ein mündlicher Vertrag war? Mit welchen Kosten müssen wir bei Abbruch rechnen?

Wir beenden die Zusammenarbeit auf jeden Fall, wir haben einfach kein gute Gefühl mehr.

Wie kann ich das dann auch möglichst sachlich Begründen? Wir sind hier in einem kleinen Ort und ich will dann auch keinen Streit..

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!

Alles Liebe,
Gema

 
8.1.2020 20:52
Also ich würde auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen haben. Sowas wird auch bei den ausführenden Firmen öfter passieren, dass persönliche oder fachliche Probleme auftauchen.

Fragt einfach die Leute die euch diese Frau empfohlen hat wieviel sie für einen (zufriedenstellenden) Entwurf bezahlt haben. Oder wisst ihr was der euch kostet?

Unser Entwurf hat 2.500 EUro gekostet und hat aber fast den Nagel auf den Kopf getroffen. Wir konnten gleich zum Einreichplan übergehen. Unser Planer (Kein studierter Architekt) betonte aber dass wenn der Entwurf uns nicht gefallen würde er solange weiterplant oder von vorne anfängt bis wir einverstanden sind.

So gesehen fände ich bei sofortigen Abbruch ca. 1200 Euro brutto als Stornogebühr angemessen weil ihr ja zumindestens einen Stand habt wo wer anderer weitermachen kann.

Oder ihr besteht darauf dass ihr eine zufriedenstellende Leistung bekommt für den vollen Betrag - was immer ihr ausgemacht habt...

So wird das bei Mängeln von Handwerksbetrieben ja auch gemacht. Grafische Mängelbehebung quasi
8.1.2020 21:36
Kreative (dazu gehören gute Architekten auch) sind ein bisschen speziell. Ich glaube wenn du mit dem fertigen küchenplan kommst und der architekt soll dir ein Haus drumherum planen, das mag er nicht. Dann geh lieber zu einem bauzeichner, der erfüllt dir meistens sämtliche Wünsche? 
8.1.2020 22:31
Du kannst dich nur mit ihr einigen. Die Frage ist halt was ihr vereinbart habt.

Ich zitier mal ne Serien:

A contract is a contract is a contract (den Rest lass ich mal weg)

Sie hat das Recht nachzubessern, also würd ich offen mit ihr reden.


8.1.2020 22:51
Ungute Geschichte aber leider in vielen Büros Realität.
Und wenn du den Stress kennen würdest dem Planer oft ausgesetzt sind, hättest du wahrscheinlich sogar ansatzweise Verständnis für die Situation.

Ich würde mit ihr offen besprechen was euch nicht passt am jetzigen Entwurf und ob sie einen realistischen Weg sieht, da hinzugelangen wo ihr hinwollt. Wenn sie den nicht skizzieren kann, dann würde ich mit ihr offen über das Thema Abbruch diskutieren. Wissend, das ein mündlicher Vertrag genausoviel wert ist wie ein schriftlicher.
Wieviel Aufwand da bisher drinnensteckt, kann man von aussen nur schwer abschätzen. 1200€ sind ca 2 Tage Arbeit, das wäre jedenfalls ziemlich wenig.
8.1.2020 22:52
@gema : da wirst du in den Sauren Apfel beißen müssen und ihr die Arbeit bezahlen. Schätze sicher um die 3-5000 EURO.
Ihr seit nicht die ersten und letzten dennen das mit einem Architekten passiert ist.
Ich persönlich würde auch eher einen Planer / Bauzeichner empfehlen.
Wenn die Arbeit sich am Anfang schon so kompliziert gestalte und unrund läuft...da bringt euch das nichts.
Wünsche euch trotzdem viel Glück das ihr aus der Sache mit einem blauen Auge, sprich mit einem überaschaubaren Betrag raus kommt.

LG
8.1.2020 23:00
Na dann stell dich mal auf den Hausbau ein, das ist in der ganzen Baubranche so. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber beim Hausbau brauchst du Zeit oder viel Geld.
9.1.2020 8:20
Hallo, net bös sein, aber wenn man sich zwischen 24. und 27. Dezember eine Antwort erhofft kann man euch eh nicht helfen. Ist für mich unverständlich.
9.1.2020 8:40


P**** schrieb: Hallo, net bös sein, aber wenn man sich zwischen 24. und 27. Dezember eine Antwort erhofft kann man euch eh nicht helfen. Ist für mich unverständlich.

Wieso ist das unverständlich? Die Dame hat sich verpflichtet die Pläne bis zum 23.12 abzuliefern und hat ohne Info den Termin verstreichen lassen und ist dann noch deppert zum Kunden.

Da kann man doch erwarten, dass die Unterlagen schnellstmöglich nachgeliefert werden, unabhängig von Feiertagen und Urlauben.

Der 24.12 ist in vielen Branchen zudem auch ein halber Arbeitstag.

Das ist keine Arbeitnehmerin, sondern eine selbstständige Unternehmerin. Der Vertrag wurde diesbezüglich ihrerseits nicht eingehalten.

Außerdem schau ichs mir an welcher Unternehmer akzeptiert, dass ich den Werklohn verspätet bezahle, weil ich auf Urlaub bin oder gerade ein paar Feiertage sind.
9.1.2020 8:52


P**** schrieb: Hallo, net bös sein, aber wenn man sich zwischen 24. und 27. Dezember eine Antwort erhofft kann man euch eh nicht helfen. Ist für mich unverständlich.

 Viel unverständlicher finde ich, als Profi eine Deadline am 23.12. zu setzen, sowas macht man schon aus reinem Selbstschutz nicht. Irgendwas kann immer sein und ich kann, selbstverschuldet oder nicht, die Deadline nicht einhalten. Vielleicht bin ich sogar so verhindert, dass ich nichtmal Bescheid geben kann. Dann passiert genau das: Der Kunde hat keine Ahnung was jetzt Sache ist und keine Möglichkeit über die Feiertage nachzufragen. Sowas ist, ganz unabhängig von der Branche, unprofessionell. Vor allem auch das Verhalten danach. Den Kunden zu zwingen "lästig" zu sein ist auch für den Kunden unangenehm, zumindest für die meisten.



heinzi schrieb: Kreative (dazu gehören gute Architekten auch) sind ein bisschen speziell. Ich glaube wenn du mit dem fertigen küchenplan kommst und der architekt soll dir ein Haus drumherum planen, das mag er nicht. Dann geh lieber zu einem bauzeichner, der erfüllt dir meistens sämtliche Wünsche?

Dann hat die das noch vor Erteilung des Auftrages so zu sagen! Es kann ja nicht sein, dass ich Teile des Hauses, aus welchem Grund auch immer, als fix gegeben darstelle und das einfach von dieser Architektin ignoriert wird. Sie kann ja auch die Form und Lage meines Baugrundes nicht einfach ignorieren weil sie das in ihrer "künstlerischen Freiheit" einschränkt.

Ich denke aber auch, dass ihr der Architektin die geleistete Arbeit bezahlen werden müsst, vor allem wenn ihr vorhabt, ihre Erstentwürfe weiterzuverwenden. Deshalb würde ich an deiner Stelle erstmal den Ärger runterschlucken und beim nächsten Treffen völlig eindeutig und unmissverständlich klar zu machen, was eure Anforderungen sind und was SEIN MUSS. Das würde ich auch genau so schriftlich festhalten. Wenn ihr nach dem ersten Krach gleich die Firma wechselt wird auch der Hausbau später nicht gerade lustig.
9.1.2020 9:22
ich weis nicht was ausgemacht wurde, aber normal arbeitet der architekt in abschnitten die auch in richtlininen (HOA) geregelt sind.
erste leistung ist ein vorentwurf wo vorrangig das gesamtkonzept auf basis eines grundlagengespräches erstellt wird. genaue dimensionen soll man da nicht erwarten bzw. darf man da keine falsche erwartungshaltung haben.
der vorentwurf kostete bei uns 3.000,-- brutto.
manche architekten bieten da auch mehrere vorentwürfe bzw. änderungen mit an.

danach kommt erst der entwurf, wo in mehreren sitzungen solange herumgebastelt wird, bis alles stimmt. dann einreichplan. dann ausführungsplan, ...
9.1.2020 9:27
Ich finde das absolut nachvollziehbar, dass ihr mit dieser Architektin nicht mehr weiter zusammenarbeiten wollt. Ich würde darauf verweisen, dass sie trotz zweimaligen Hinweises nicht Eure Wünsche und Vorgaben berücksichtigt hat. Weiters seid ihr mit ihrer Vorgehensweise und dem Mangel an Kommunikation ihrerseits und der Art und Weise, wie sie das letzte Telefonat geführt hat, absolut nicht einverstanden. Ihr seht deshalb keinen Sinn in einer weiteren Zusammenarbeit. Hinsichtlich Honorar wird es vermutlich etwas schwierig werden und ev. auch auf etwas Verhandlungsgeschick ankommen. Hilfreich finde ich in diesem Zusammenhang, dass ihr Änderungswünsche auch schriftlich geäußert habt und somit nachweislich vorliegt, dass die Architektin diese nicht umgesetzt hat. Ich würde mich mal darauf einstellen, dass ihr euch wohl am ehesten auf das halbe Honorar einigen können solltet. Meiner Meinung ist das für kein Ergebnis plus Zeitverlust von 2 Monaten plus unnötiger Ärger zuviel, aber so ist das halt leider manchmal.

Was einige obenstehende Antworten betrifft, kann ich mich nur wundern. Es ist schon richtig, dass man beim Hausbauen eine gewisse Konfliktfähigkeit braucht. Letztendlich bin ich aber Kundin und nicht Bittstellerin - für mein Geld will ich auch eine angemessene/vereinbarte Leistung. Das würde ich IMMER im Hinterkopf behalten - lasst Euch nicht über den Tisch ziehen.
9.1.2020 9:42


gema schrieb: Als Ziel für den fix fertigen Entwurf wurde der 23.12. angenommen.

 


Baumau schrieb: Die Dame hat sich verpflichtet die Pläne bis zum 23.12 abzuliefern 

 


Ghamor schrieb: Viel unverständlicher finde ich, als Profi eine Deadline am 23.12. zu setzen, 


Das sind meiner Meinung nach zwei paar Schuhe. (Ziel angenommen ≠ verpflichtet, Deadline) Außerdem ist man in der Entwurfphase, da weis man vorher nicht, wo man tatsächlich landet. Es gibt Vorentwürfe welche schon gut passen und oft sind 3 und mehr Vorentwürfe notwendig. Auch sind vor dem 23.12. schon Pläne übermittelt worden. 
Ich will ja gar nicht sagen, dass die Planerin alles richtig gemacht hat, aber Verzögerungen, vor allem um die Weihnachtsfeiertage, sind jetzt nichts ungewöhnliches.



Ghamor schrieb: Den Kunden zu zwingen "lästig" zu sein ist auch für den Kunden unangenehm, zumindest für die meisten.

Ich nehme an, du hast noch kein Haus gebaut, bei dem du selbst die Gewerke vergeben und koordiniert hast...


9.1.2020 12:11
Vielen lieben Dank für eure zahlreichen Antworten! Habe in so kurzer Zeit definitiv nicht mit so vielen Reaktionen gerechnet! :)

Ich bin gerade auch sehr verblüfft, was ihr da alle für Preise hattet/habt...
Wir haben für den Entwurf, der dann soweit fertig ist, dass man damit den Einreichplan machen kann (also auch die richtigen Maße etc.), inklusive aller Änderungswünsche eine Pauschale von 700€ ausgemacht. Den Einreichplan könnten wir dann auch von dieser Architektin machen lassen (würde 2500€ kosten), oder in einem anderen Büro. Diese Entscheidung ist noch offen.
Mein Partner uns ich sind beide selbst im kreativen Bereich tätig (Grafiker und Bildhauer) daher können wir absolut nachvollziehen, dass es nicht immer geht. Das heißt, dass einfach mal die richtige Idee fehlt, und dass man nicht auf Knopfdruck kreativ sein kann. Aber als Grafikerin kann ich auch nicht einfach einen ausgemachten Termin verstreichen lassen. Ich behalte meine Kunden sicher nicht lange, wenn ich mich dann nicht mal melde.
Wenn ich einen Logoentwurf nicht bis zum Termin hin bekomme, dann ruf ich an oder schreib eine E-Mail und verschiebe den Termin. Aber ich muss mich melden!!



P**** schrieb: Hallo, net bös sein, aber wenn man sich zwischen 24. und 27. Dezember eine Antwort erhofft kann man euch eh nicht helfen. Ist für mich unverständlich.

Da gebe ich dir im nachhinein recht. Eine Antwort, speziell in diesen Tagen, ist grundsätzlich nicht sehr realistisch. Wir wollten einfach wissen was los ist.
Wie @Baumau auch schreibt, sie ist eine sebstständige Unternehmerin, und da sollte man auch in dieser Zeit (von ihrem Urlaub wussten wir nicht, hat sie uns nicht gesagt) erreichbar sein.


heinzi schrieb: Kreative (dazu gehören gute Architekten auch) sind ein bisschen speziell. Ich glaube wenn du mit dem fertigen küchenplan kommst und der architekt soll dir ein Haus drumherum planen, das mag er nicht. Dann geh lieber zu einem bauzeichner, der erfüllt dir meistens sämtliche Wünsche?

Wir verstehen auch, dass Architekten sich da kreativ ausleben wollen, sind daher auch für alle Ideen und Vorschläge offen. Aber bei der Küche gibt's keine andere Möglichkeit.
Die Küche haben wir in unserer Wohnung abgelöst (war nicht gerade günstig), eine sehr schöne, etwas ältere Massivholzküche vom Tischler. Diese möchten wir ins Haus mitnehmen, vorher neu streichen und eine neue Arbeitsfläche. Das spart uns für diese Größe rund 15.000 - 20.000 €. Und das haben wir ihr auch genau so gesagt.
Beim ersten Entwurf nicht die richtige Küche einzuzeichnen ist ja noch ok, aber beim zweiten immer noch nicht? (wir haben eine L-Form, eingezeichnet hat sie eine offene Küche, mittig im Raum...)



P**** schrieb:
Das sind meiner Meinung nach zwei paar Schuhe. (Ziel angenommen ≠ verpflichtet, Deadline) Außerdem ist man in der Entwurfphase, da weis man vorher nicht, wo man tatsächlich landet. Es gibt Vorentwürfe welche schon gut passen und oft sind 3 und mehr Vorentwürfe notwendig. Auch sind vor dem 23.12. schon Pläne übermittelt worden.

Wir haben auch gar nicht mit einem fertigen Plan vor Weihnachten gerechnet (rein realistisch betrachtet) aber zumindest mit einem zweiten Entwurf. Da wir ihr die Änderungen auch sofort bekannt gegeben haben. (übers Wochenende, quasi am nächsten Werktag)

Vielen Dank nochmal für eure Anregungen, ihr helft mir wirklich sehr!
Ich versuche sie heute Nachmittag mal zu erreichen und spreche die Punkte telefonisch an.
@­MissT Danke für die Vorschläge bezüglich der Formulierung! :) Sachlich aber direkt, wusste noch nicht wie ich's am besten formuliere.
9.1.2020 13:15


Wir haben für den Entwurf, der dann soweit fertig ist inklusive aller Änderungswünsche eine Pauschale von 700€ ausgemacht. 

Also dann zahlt ihr das und ärgert euch damit nicht mehr herum.Das ist ja ein Schnäppchen.

Schau mal ob das ein richtiger architekt ist. Würde mich stark wundern. 
manche "täuschen" das auch nur vor in dem sie Schlagworte wie Solararchitektur, Bauen & Architektur etc. verwenden. Das soll jetzt aber nicht geringschätzend sein, ich würde auch nur zu solchen Planern hier raten da sie meistens auch praktische Erfahrung in der Umsetztung haben und nicht "nur" nach optischen Kriterien planen.

Richtige Architekten möchten sich ja ausleben und teure Details einbauen. Die verdrehen sicher die Augen wenn du darauf bestehst den Plan nach bestehenden Möbel herum zu bauen
9.1.2020 14:05
700 € für einen Entwurf, in dem die Vorgaben nicht berücksichtigt wurden, würde ich jetzt nicht als Schnäppchen sondern als hinaus geschmissenes Geld bezeichnen. Aber bei einem Betrag dieser eher niedrigen Höhe würde ich auch nicht unnötig lange herumstreiten, denn Arbeitsstunden werden schon trotzdem einige investiert worden sein.
9.1.2020 15:04


gema schrieb: Wir haben für den Entwurf, der dann soweit fertig ist, dass man damit den Einreichplan machen kann (also auch die richtigen Maße etc.), inklusive aller Änderungswünsche eine Pauschale von 700€ ausgemacht.

bei einem satz von 100,-- sind das gerade mal 7h --> klar das da was nicht stimmen kann, oder?


Hausbau19 schrieb: Schau mal ob das ein richtiger architekt ist. Würde mich stark wundern. manche "täuschen" das auch nur vor in dem sie Schlagworte wie Solararchitektur, Bauen & Architektur etc.

sieht für mich sehr danach aus.

wobei für mich nicht ausschließlich architekten, sondern auch (planende) baumeister für eine ordentliche planung in frage kommen. die kosten aber auch nicht weniger.
9.1.2020 15:47
Habe gerade mit der Architektin telefoniert.. zuvor noch alle Punkte aufgeschrieben, damit ich mich auch nicht irgendwo hinein steigere.

Hab mich bei ihr für den Entwurf bedankt und dann sehr sachlich mitgeteilt, dass wir die Zusammenarbeit an dieser Stelle beenden wollen.
Sie hat dann sehr überrascht reagiert (hat mich gewundert, wir hatten eigentlich schon eher das Gefühl, dass sie uns loswerden will) und hat natürlich nach dem Grund gefragt.
Ich hab ihr dann kurz zusammengefasst erklärt, dass es hauptsächlich an der Kommunikation gescheitert ist, wir aber auch nicht das Gefühl haben, dass sie dieses Projekt umsetzen kann.
Sie meinte dann nur knapp das halt der Betrag trotzdem Fällig ist. Ich hab ihr dann erklärt, dass wir nicht bereit sind den gesamten Betrag zu bezahlen. (ich kann's ja mal versuchen)
Dann ist sie wieder relativ unfreundlich geworden, meinte wir seien Unfair und dass sie uns nur "gutheitshalber" überhaupt einen Entwurf im alten Jahr gemacht hat. (Ich muss aber sagen, dass ich die Reaktion zum Teil verstehen kann)
Dann ging eine Diskussion los, weil ich versucht habe ihr zu erklären, dass für uns die versprochenen Termine (die sie vorgegeben hat) nicht eingehalten wurden, und sie sich eigentlich nur hätte melden müssen...
Ich hab das telefonat dann damit beendet (wollte da nicht zu streiten beginnen), dass wir die Rechnung dann persönlich abholen kommen und gerne nochmal darüber sprechen können.

Bin gerade richtig erleichert!!
Selbst wenn sie dann den gesamten Betrag haben will, war das sicher die richtige Entscheidung.


coisarica schrieb:
__________________
bei einem satz von 100,-- sind das gerade mal 7h --> klar das da was nicht stimmen kann, oder?

 In unserem Umfeld hat niemand mehr als 3000€ für Entwurf + Einreichplan bezahlt. Einige meinten sogar, dass die 700€ teuer wären...
Als totale Laien haben wir da einfach auf die Meinungen unserer Bekannten vertraut.


Hausbau19 schrieb:
Schau mal ob das ein richtiger architekt ist.

 Ihr Titel lautet auf jeden Fall "BM Ing." und bevor sie ihr Büro aufgemacht hat, hat sie bei einer Baufirma im Ort als Planerin gearbeitet. Tatsächlich weiß ich nicht, ob sie auch wirklich eine Architektin (Studium) ist.


MissT schrieb: denn Arbeitsstunden werden schon trotzdem einige investiert worden sein.

Wir haben tatsächlich nicht das Gefühl, dass es so viele Arbeitsstunden waren...
9.1.2020 15:57
BM Ing. heisst wahrscheinlich Hochbau HTL und dann Baumeisterprüfung.
An sich ja nix schlimmes... aber ich denke, dass ihr schon auch extrem unrealistische Vorstellungen von einer sinnvollen Arbeit habt... weil in 7 Stunden kann man schon nicht wahnsinnig viel machen. Und eine gute Planung spart hintenraus so viel Geld.
Ob eure Architektin ihr Geld am Ende nun wert gewesen wäre oder nicht, kann wohl übers Internet keiner so genau sagen.
9.1.2020 16:18


MalcolmX schrieb: aber ich denke, dass ihr schon auch extrem unrealistische Vorstellungen von einer sinnvollen Arbeit habt... weil in 7 Stunden kann man schon nicht wahnsinnig viel machen.

 Wir haben ja auch nie von 7 Stunden gesprochen. 700€ war ihre Pauschale, und sie hat betont, dass hier so viele Korrekturen dabei sind wie wir benötigen.
Wie bereits geschrieben, haben wir da dann einfach auf die Meinungen unserer Bekannten vertraut.



MalcolmX schrieb: Ob eure Architektin ihr Geld am Ende nun wert gewesen wäre oder nicht, kann wohl übers Internet keiner so genau sagen.

Natürlich nicht! Darum ging es mir in diesem Beitrag aber auch gar nicht.


9.1.2020 16:48
Bei 700€... was meinst du, wieviele Stunden ein Architekt davon arbeiten kann?
Lohn (brutto), Lohnnebenkosten, Administrationskosten, Kosten fürs Büro, Softwarekosten, Plotter... sollen sich mit 700€ hald 10 Stunden ausgehen, viel mehr wird es sicher nicht sein...

Ich wollte nur vor Augen führen, dass ein Nettolohn und ein Honorar aus diversen Kostengründen zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.
Aber jetzt ist das Kapitel für euch ja scheinbar abgeschlossen... ich kann euch nur dazu raten, gerade an der Planung nicht zu sparen, vor allem wenn man selber nicht so viel Fachwissen hat.

Ich selber bin Bauingenieur (allerdings im Tiefbau) und könnte ein Haus von A bis Z sicher selber planen. Aber selbst ich habe Respekt vor der Materie und lasse eine gute Architektin ihre Arbeit machen.
Am Ende zahlst du für eine gute und unabhängige Planung von A bis Z samt Bauaufsicht sicher 5-8% von der Bausumme... aber das sparst du dir an Nerven und guten Tips und Verhandlungen an anderer Stelle wieder ein.
Bei einer Einreichplanung für 2500€, wo nachher der Baumeister seine Polierpläne selber macht, kannst du nicht davon ausgehen, dass nachher alles zu 100% durchgeplant udn durchdacht ist...
9.1.2020 17:05
Die Leute die 700 schon für teuer finden haben ihn wahrscheinlich vom Baumeister geschenkt bekommen und dann über die einzelnen Positionen (Beton, Eisen, Arbeitszeit, Gerätepauschale, etc.). Bezahlt, weil vom herschenken kann keiner leben. Beim Entwurf sieht man zwar noch nicht viel, hier steckt jedoch das meiste Hirnschmalz und die größte Kosteneinsparungsmöglichkeit drinnen.

In deinem Fall würde ich jedoch schon nochmal einen Schritt zurück rudern und der Planerin alle Kritikpunkte solange wieder schicken bis euch der Entwurf gefällt. Dann sind die 700 Euro ja absolut vertretbar und ihr könnt dem nächsten Planer schon viel Arbeit abnehmen.



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