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Antilegionellenprogramm ja/nein?

15 Beiträge | letzte Antwort 19.11.2018 | erstellt 18.11.2018
Hoi, wir überlegen gerade, das Antilegionellenprogramm stillzulegen (läuft derzeit 1x pro Woche). Braucht man das wirklich oder ist das bei unserem Setting sowieso unnötig?

WW machen wir derzeit mit 50 Grad (wünscht sich der GöGa so).
WW-Boiler fasst 200L.

Grund ist in erster Linie, dass man - wenn man nicht dran denkt dass das Wasser an einem bestimmten Tag heißer ist als sonst - sich ordentlich verbrühen kann, was dem GöGa auch schon mal fast passiert ist...

 
18.11.2018 13:02
Ich hab's nicht, mach den Tank eh 1x am Tag leer. Habe Wasser nur auf 40 Grad. 
18.11.2018 14:38


bloom schrieb: Ich hab's nicht, mach den Tank eh 1x am Tag leer. 


Wie?
18.11.2018 19:14
Wenn du kurze Leitungswege hast, das Wasser regelmäßig entnommen wird, dann braucht es meinem Verständnis nach kein Legionellenprogramm. Irgendwo stand gar mal, dass man damit die Legionellen regelrecht impfe ...
Eine rege Diskussion zum Thema Legionellen gab's hier:
https://www.energiesparhaus.at/forum-modulierende-oder-fixe-waermepumpe/47998_2


18.11.2018 19:30
@Vardi17 da gabs mehr von dieser Sorte

Fazit: das Programm ist eher ein Gag und löst keine Probleme.
18.11.2018 19:41
legionellenprogramm ("periodische erhöhung") wäre nötig bei zirkulation, weil keime zurück zum trinkwasserspeicher transportiert werden könnten. 
ich habe die funktion deaktiviert, habe aber auch keine zirkulation.
solange garantiert ist, dass das trinkwasser aus dem speicher regelmäßig durch neues ausgetauscht wird, ohne, dass potentiell verkeimtes wasser zurückgemischt wird, kann auf die periodische erhöhung verzichtet werden. anderenfalls sollte die funktion sicherheitshalber aktiviert werden.


bloom schrieb: mach den Tank eh 1x am Tag leer



MissT schrieb: Wie?



bloom schrieb: Habe Wasser nur auf 40 Grad


genauso mache ich es.
wir haben einen 300 trinkwassertank, der mit zapftemperaturen von 38-42° betrieben wird.
durch die relativ niedrigen temperaturen, muss in der dusche/badewanne/küche nicht so viel mit kaltwasser gemischt werden und der ww tank wird städig umgewälzt.

18.11.2018 19:50


rabaum schrieb: löst keine Probleme


das problem sind die leitungen. der ww tank wird auf 60° gebracht. ok. und die leitungen? da können die keime verweilen und ständig den ww tank verseuchen. ww tank permanent auf 60° halten ist halt sehr kostenintensiv. also nicht periodische, sondern permanente erhöhung, um keimfreies trinkwasser im speicher zu halten.
bessere lösung ist, sich kein verkeimtes wasser wieder in den speicher zu ziehen, also verzicht auf zirkulation. sowie ständige umwälzung durchs neue wasser.
18.11.2018 20:06
Ok. Zirkulation haben wir eh nicht.

WW unter 50 Grad geht für den GöGa leider nicht - der kocht und will seine fetten Pfannen selber - HEISS - abwaschen können. ^^
Ich nehme aber mal an, dass bei einem so kleinen Boiler wie dem unseren der Durchsatz passen sollte...

---

Abgesehen davon dass wir die 50 Grad wegen der Badewanne brauchen, nachdem wir uns spontan ein Riesenvieh geleistet haben... 

Kann mir eigentlich wer - ungefähr - sagen, was es etwa kostet, WW um 1 Grad höher zu betreiben? (zum Hochrechnen)
18.11.2018 20:13


brink schrieb: das problem sind die leitungen.


eben, die Stagnationsleitungen sind der Übeltäter - praktisch nie der Speicher - im EFH zumindest. Legionellen holst du dir, wenn überhaupt, in der praktisch nie verwendeten 3.-Dusche im Keller, die man halt zur Vorsicht eingebaut hat.

Andere weniger genutzte Leitungen (Außenwasserhähne im Winter) sind auch nicht so kritisch, da dort kein Aerosol entsteht, das eingeatmet werden könnte.
18.11.2018 20:33


MissT schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von bloom: Ich hab's nicht, mach den Tank eh 1x am Tag leer. 

Wie?


Wahrscheinlich ein bisschen übertrieben aber 2 er erwachse die mit der Regenbrause in der früh duschen und 2 Kinder die am Abend eine volle wanne wollen/brauchen. Aktuell geht sich das meistens auch mit 1x am Tag
aufheizen aus. 

Habe recht kurze Wege vom zentralen TR in die Küche und alle Bäder, daher klappt es mit den niedrigen Temperaturen. 

Fett wird mit einem Blatt Küchenrolle rausgewischt, dann landet das Ding im Geschirrspüler, der kann das besser und braucht soviel Wasser wie ich für 1 Pfanne. 
18.11.2018 22:04


Cleudi schrieb: Kann mir eigentlich wer - ungefähr - sagen, was es etwa kostet, WW um 1 Grad höher zu betreiben? (zum Hochrechnen)


Für die Erwärmung von einem Liter Wasser um ein Kelvin benötigst du 1,16 Wh.

Jetzt ist halt die Frage wie groß ist euer Warmwasserspeicher, welche Technologie verwendest du für die Erwärmung des WW, wieviel Wasser verbrauchst du und wie hoch sind die Verluste des WW-Speichers.

Bei einer WP ist der COP um so geringer je höher die Wassertemperatur ist (ca. 2-4 % p. Kelvin). Andererseites sind die Bereitschaftsverluste des WW-Speichers umso höher je höher die WW-Temperatur ist.

Ich mache jetz mal ein Beispiel:
Wasserverbrauch 300 Liter p. Tag = 300x1,16 = 348 Wh mit einer COP von 3 der WP = 116 Wh

Bereitschaftsverluste des WW-Speichers für 24 Std = 1,5 kWh bei 65 Grad. Sind dann 33,3 Wh pro Kelvin (Annahme Raumtemperatur 20 Grad) => mit einer COP von 3 der WP = 11,1 Wh

Verschlechterung des Wirkungsgrades der WP = 300x1,16x35 (50 Grad - 15 Grad Kaltwassertemp.) => 12,18 kW/h davon 3% (COP) => 365,4 Wh

So würde ich in diesem Beispiel auf 116+11,1+365,4 = 492 Wh pro Tag kommen. Vielleich gibt es jedoch Optimierungen bei der WP damit die Verschlechterung der COP geringer ausfällt.
18.11.2018 22:05


Cleudi schrieb: will seine fetten Pfannen selber - HEISS - abwaschen können. ^^


also das lese ich jetzt öfters als argument..
blöderweise landet das heiß abgewaschene fett gleich dahinter im abflussrohr resp kanal, dort ist es natürlich kühler und das fett bleibt gerne picken. am fett bleibt klarerweise alles andere dann auch picken, was vorbeifließt. irgendwann ist der kanal sowas von zu. wöa.
ich nehme einen spritzer spülmittel (eco, bio gibt's alles). damit wird das fett gebunden und wasserlöslich und kann leicht bei "normaltemperatur" abgewaschen zu werden. winwin für kanal, umwelt, geldbeutel
18.11.2018 22:10


Cleudi schrieb: Kann mir eigentlich wer - ungefähr - sagen, was es etwa kostet, WW um 1 Grad höher zu betreiben? (zum Hochrechnen)


50 €c / K / monat
mit großer varianz.
wie berhan ausführt..
19.11.2018 7:08


rabaum schrieb: da gabs mehr von dieser Sorte


Jetzt, wo du's sagst ...


brink schrieb: legionellenprogramm ("periodische erhöhung") wäre nötig bei zirkulation, weil keime zurück zum trinkwasserspeicher transportiert werden könnten.


Wie grauslich; aber stimmt, irgendwoher müssen große Legionellenmengen in Großspeichern von Krankenhäusern etc. ja kommen.

Allgemeine Frage:
Wann gilt eine Leitung eigentlich als "kurz"?
Misst sich das in Metern, oder daran, wie lange es dauert, bis nach einer Stehzeit aus der Leitung warmes Wasser kommt?
19.11.2018 9:10
3l inhalt gelten als 'kurz' und auch bei großanlagen als unbedenklich...
19.11.2018 9:13


Cleudi schrieb: GöGa...
...der kocht und will seine fetten Pfannen selber - HEISS - abwaschen können.


an brinks argumenation ist schon was dran.

ansonsten ist für exakt solche anwendungen der 'solartaugliche DLE' als küchenbooster die perfekte lösung. dieser legt nur punktuell soviel & solange drauf bis das warme wasser aus dem speicher da ist...

die systemtemperaturen wp/speicher/haus bleiben im grünen bereich.

in der küche entschärft der DLE die lange leitung und hebt lokal die ww-temperatur.

gsilly hat das erfolgreich nachgerüstet...



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