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Anschluss RW Kanal oder Versickerung

12 Beiträge | 3.9. - 5.9.2019
Liebe Spezialisten / leidgeplagte Mitbauherren 

Bei der Einreichplanung ergibt sich bei uns die Frage, ob wir den (mit 3.10m Tiefe leider recht hoch gelegenen) RW-Kanal anschließen (2k Anschlußgebühren+laufend ka) oder eine Versickerung auf Eigengrund vornehmen (ich habe ursprünglich eine Zisterne mit Überlauf/Verisckerung zur Gartenbewässerung vorgesehen).

Haus ist mit Keller, EG, OG, Garage (ca. 180m2 entwässerte Flachdach-Fläche), Boden Lehm / Sand (Wiener Wald), leichte Hanglage, Grundwasser irgendwo (sicher nicht über 5-6m unter Bezugsniveau), RW-Kanal kann angeschlossen werden, bei Versickerung wird ein Gutachten verlangt.

OTon Planer: fix anschließen, weg mit dem Wasser wenn es geht (ist eher "klassisch veranlagt", meint auch fix BoPla innen dämmen...). Jetzt bin ich in Zeiten von Klimawandel, etc. unsicher, ob ich nicht doch irgendwie eine Eigennutzung bzw. Versickerung vorsehen soll. Wie seid Ihr mit dem Thema umgegangen? Kosten / Nutzenrechnung irrelevant oder doch darstellbar bei Versickerung?

Danke im Voraus  und LG

 
3.9.2019 10:11
Bei uns musste ohnehin die Versickerung auf Eigengrund passieren.
Haben einen Regenwassertank, wo der Überlauf in den Sickerschacht geht.
Teurer war sicher der Tank, als de Sickerschacht.
Wir haben bei ca 1,5m versickerungsfähigen Schotterboden.
Das heißt die kosten beliefen sich auf 3 Betonschachtringe+Konus+Deckel (kleiner 1k). Bagger ist hier nicht erwähnenswert, da es eine halbe stunde gedauert hat.


Der regenwassertank wird sich finanziell gesehen, erst sehr spät bis gar nicht rechnen... aber dafür kann man mit guten gewissen, garten bewässern, etc.
3.9.2019 11:53
Unser Planer hat uns zur Versickerung auf Eigengrund geraten. Es ist laut seiner Information allerdings stark davon abhängig ob die Gemeinde das bewilligt.

Es scheint wohl Gemeinden zu geben die ihre Kläranlagen ungern mit derartigen Massen Regenwasser belasten.
Andererseits wollen manche wiederum nicht auf die Kanalgebühren verzichten.

Ich wüsste nicht was gegen eine Versickerung auf Eigengrund spricht, wenn der Grundwasserspiegel das zulässt?

Ergeben sich für dich Nachteile? Ein Sickerkoffer kostet nicht die Welt. Solltest du mit einem Flächen- bzw. Ringgrabenkollektor heizen kannst und die Möglichkeit besteht über diesem zu versickern tut das der Regeneration der Wärmequelle zusätzlich gut...
3.9.2019 12:00


nOerkH schrieb: Ergeben sich für dich Nachteile? Ein Sickerkoffer kostet nicht die Welt. Solltest du mit einem Flächen- bzw. Ringgrabenkollektor heizen kannst und die Möglichkeit besteht über diesem zu versickern tut das der Regeneration der Wärmequelle zusätzlich gut...

ME sind die "Nachteile" einfach das mehr an benötigter Planung, Gutachten, etc. Den RW Kanal anschließen ist wohl die simplere Variante.

Gefühlt hätte ich mir auch eher die Variante RW sammeln und Retention gewünscht, ist dann halt wesentlich aufwändiger beim planen (zB wo kommen die Abnahmeventile vom RW hin, Pumpe wird benötigt, braucht man dann noch extra Abnahmestellen vom Trinkwasser wenn das RW zu wenig ist, wie groß dimensioniert man den RW Sammler, etc).

Ein Architekt in der Nähe meinte sein 4.000L ist völlig sinnbefreit, da dieser den gesamten Juli/August leer war (hatte nicht mehr Platz).


3.9.2019 12:40
Hallo

wir bauen im Raum Mödling und hatten das Gleiche Thema. Auch leichte Hanglage. Bei uns ist der Boden ein Lehm/Ton Gemisch wo absolut nix versickert. Wir haben zwar auch mit Sickerboxen über dem RGK spekuliert jedoch hat uns der Ziviltechniker darauf hingewiesen, dass das Wasser früher oder später eben einen anderen Weg sucht wenn es nicht versickern kann. Wenn es blöd läuft schwämmt es dir den fertigen Rasen irgendwann einmal weg 

Nach langem hin und her haben wir uns dann für den RWK-Anschluss inkl. 6,5m³ Retention entschieden. SW Kanal kommt uns auf ca. 2,25EUR/m² und SW+RW Kanal +10% dazu. Also ca. 2,47EUR/m². Macht grob gerechnet bei uns ca. 50 EUR/ Quartal mehr aus.

Der Aufpreis von Sickerschacht auf monolith. RW Zisterne macht in unserem Fall knapp 3k aus wenn ich es richtig im Kopf habe. Wir werden das Wasser aus der Zisterne eben noch für Garten und Haus verwenden. Und wenn ich mir ansehe was da in den letzten Tagen heruntergekommen ist, bin ich irgendwie auch froh darüber denn das letzte was ich möchte ist ein überlaufender Sikerschacht und ein angefressener Nachbar 

Natürlich hätten wir den Sickerschacht auch "ordentlich" auslegen können (ca. 15m³) aber da wären wir mit Spundwänden, Aushub, Baugrubensicherung usw. leicht auf 25k gekommen

Und unabhängig davon, ob wir nun Sickerschacht oder Zisterne gemacht hätten, die Gemeinde hätte in beiden Fällen einen Versickerungsnachweis haben wollen (den stellt dir in der Regel ein Ziviltechniker aus).

Hoffe ich konnte helfen.

lg
Jopraxl
3.9.2019 13:24


Jopraxl schrieb: Und unabhängig davon, ob wir nun Sickerschacht oder Zisterne gemacht hätten, die Gemeinde hätte in beiden Fällen einen Versickerungsnachweis haben wollen (den stellt dir in der Regel ein Ziviltechniker aus).

 Muss mich korigieren, bei Anschluss an den RW Kanal wird eine Berechnung der Retention vorzulegen sein, kein Versickerungsnachweis 

Und noch was:



hellsayer schrieb: ME sind die "Nachteile" einfach das mehr an benötigter Planung, Gutachten, etc. Den RW Kanal anschließen ist wohl die simplere Variante.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Thema seeeehr von der Gemeinde abhängt. Bauamt Gießhübl=alles Easy-cheesy, Bauamt Hinterbrühl=Oida bist du deppat 


3.9.2019 13:50


Jopraxl schrieb: Hoffe ich konnte helfen.

vielen dank, das hilft schon viel.

Hättest du nicht auch ohne Retention einleiten können (für die 3+k Aufpreis kannst ja quasi 10 Jahre locker gießen - Entnahmen vom Trinkwasser wegen leerem Becken da noch nicht eingerechnet)?

PS: wie groß war euer GS, nachdem ihr einen RGK verwirklicht habt und ich das auch gerne hätte (jedoch wahrscheinlich einfach nicht genug Platz habe)?

LG
3.9.2019 14:02


hellsayer schrieb: ob wir den (mit 3.10m Tiefe leider recht hoch gelegenen) RW-Kanal anschließen

So, jetzt erklär mir mal was an 3,1m hoch gelegen ist? beginnend von 80cm Tiefe kann bei 1,5% Gefälle deine Leitung ~150m lang sein ohne Probleme mit Gefälle zu bekommen!?

Sonst kann ich nur dazu beitragen eventuell mit dem Bauamt abklären ob es wirklich ein "Gutachten" sein muss, oder ob auch eine Versickerungsberechnung ausreichend wäre?

Persönlich würde ich (falls kein Brunnen vorhanden) zumindest Zisterne aus Betonringen oder monolitisch für Garten bewässern nutzen und den Überlauf in einen Sickerschacht leiten.
Sicher nicht die günstige Lösung, aber alles kann man nicht in Zahlen fundieren :)
3.9.2019 14:28


hellsayer schrieb: Hättest du nicht auch ohne Retention einleiten können (für die 3+k Aufpreis kannst ja quasi 10 Jahre locker gießen - Entnahmen vom Trinkwasser wegen leerem Becken da noch nicht eingerechnet)?

 Nein. Der Kanal ist für die Anzahl der heutigen Anschlüsse und die mit dem Klimawandel einhergehenden Wetterextreme einfach nicht ausgelegt.

Hätte ich den Sickerschacht so ausgelegt das ich auf alle Eventualitäten vorbereitet bin hätte ich weit mehr als die 3k gelöhnt. Ausserdem wollte ich nicht so einen Riesentopf im Vorgarten und 1m vom Streifenfundament entfernt stehen haben.

ca. 700m² und beim RGK kommt es ausnahmsweise einmal nicht auf die Größe an  (meistens zumindest). Dazu gibt es aber genug anderer, hilfreicher Threads hier.
4.9.2019 8:49


flomax schrieb: So, jetzt erklär mir mal was an 3,1m hoch gelegen ist? beginnend von 80cm Tiefe kann bei 1,5% Gefälle deine Leitung ~150m lang sein ohne Probleme mit Gefälle zu bekommen!?

Das Problem kann hier sein, dass vom Keller aus kein Anschluss ohne Pumpleistung realisiert werden kann. Aber ja, das müssen wir noch im Detail klären.


flomax schrieb: Sonst kann ich nur dazu beitragen eventuell mit dem Bauamt abklären ob es wirklich ein "Gutachten" sein muss, oder ob auch eine Versickerungsberechnung ausreichend wäre?

Guter Tipp, werde ich auch mit dem Zuständigen klären.


Jopraxl schrieb: ca. 700m² und beim RGK kommt es ausnahmsweise einmal nicht auf die Größe an  (meistens zumindest). Dazu gibt es aber genug anderer, hilfreicher Threads hier.

Das kann ich so leider nicht unterschreiben, natürlich kommt es bei einem gewissen HWB und einer gewissen zu beheizenden Fläche auf die Verlegefläche an. Das GS hat nur 570m2 und ich fürchte, nicht auf die im Voraus geschätzten 80m Verlegelänge (lt. einem auf RGK spezialisierten Installateur) zukommen.
4.9.2019 9:05
Ich würde mich mal in der Nachbarschaft umhören, ob jemand eine RW-Versickerung umgesetzt hat und auf welche Ergebnisse dort das Gutachten gekommen ist. Möglicherweise hat sich dann das Thema auch schon erledigt - oder Du hast die Gewissheit, dass es möglich ist.

Deine Überlegungen betreffend RW-Zisterne sollten von dieser Thematik übrigens komplett entkoppelt sein: Entweder geht der Überlauf der Zisterne in den RW-Kanal oder in die RW-Versickerung. Betreffend Zisterne möchte ich Dir empfehlen, vorab gut zu recherchieren, welches Volumen für Deine Dachfläche empfehlenswert ist. Ich kann Dir unsere Dachfläche nur ungefähr nennen: Wohnhaus mit Walmdach (deckt ca. 100m2 Fläche ab, davon gehen 3/4 in die Zisterne) und Nebengebäude mit Falchdach (ca. 75m2, zur Gänze in die Zisterne). Einem Bauchgefühl folgend bin ich dem Vorschlag meines Installateurs (3-4000L) nicht gefolgt und habe eine Zisterne mit 7.500L geordert. Jetzt weiß ich: Ich hätte auch hiervon noch gut und gerne das doppelte Volumen nehmen können bzw. sollen, oder welche Größe auch immer noch zu einem vernünftigen Preis zu bekommen gewesen wäre. Ich muss es noch mal genauer messen, aber bei 10-15mm Niederschlag bekomme ich ca. 2.000L in die Zisterne.
4.9.2019 17:53
Muss eh stimmen MissT, weil 12,5 mm auf 175m2 (horizontale Dachflächen?) 2187 Liter ergeben. 
😀
5.9.2019 13:40
vielen Dank, Zisterne und Versickerung wären denke ich die bevorzugte Lösung, auch wenn eventuell teurer. Mal schauen, was ich so in der Nachbarschaft auftreiben kann an Infos :)



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