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Absurd hoher Stromverbrauch - LWP

89 Beiträge | 18.12.2018 - 28.1.2019
Hallo Leute,

ich bin ein bisl am Verzweifeln ob unseres derzeitigen Stromverbrauchs.
Meiner Meinung nach muss da was bei der Heizung nicht passen, weil seit deren Inbetriebnahme der Verbrauch nach oben geschossen ist.

Aktuell sind wir bei knapp 55kwH pro Tag !!

Hab gestern mit dem LWP-Techniker telefoniert, der sich remote die Anlage angesehen hat.
Wir haben dann folgende Maßnahmen getroffen:
1) Abschalten der E-Patrone für Warmwasserboiler - die war aus irgendeinem Grund komplett aufgedreht
2) Anpassen der Heizkurve - die war ja mal komplett falsch eingestellt und sowohl Steigung wurden jetzt gesenkt auf ca. 0.3 wie auch der Fußpunkt

Frohen Mutes bin ich dann heute in der Früh aufgestanden um zu sehen, dass wir trotzdem in weniger als 8 Stunden schon wieder 16kwh Verbrauch hatten - sprich, hochgerechnet immer noch mehr als 50kwh (wenn man den normalen Stromverbrauch unter Tag berücksichtigt).

Hier noch ein paar Daten - vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee was da sein kann:

LWP: Hoval Belaria IR 9 mit Puffer Enverval300
WW-Speicher: CombiVal ESR400  + Heizpatrone EFHR6
Fußbodenheizung ca. 150qm (ebenerdig)
Einzug Mitte November
Gebäude-Heizlast-Abschätzung laut Energieausweis: 6.8kw
Die Heizung wurde jetzt vom Fachmann auf konstante 22° den gesamten Tag geschalten.
Warmwasser hat er auch auf 45° konstant geschalten, das hab ich heute in der Früh wieder zurück gestellt auf 2mal aufheizehn pro Tag auf 45°, sonst bei 40° (kann man wsl. auch noch optimieren).

Ich hab inzwischen auch den Auszug der Daten vom E-Werk bekommen, wo auch ersichtlich ist, dass mit der Inbetriebnahme der Heizung unser Verbrauch nach oben geschnellt ist.

Wenn wir so weiter machen, haben wir eine monatliche Stromrechnung von 300€

Das kanns ja net sein - Heizstab schließt der Techniker aus, da sich der erst bei -15° aktivieren sollte (wir hatten jetzt maximal -7°)
Was mir noch auffällt ist, dass die Pumpe über Nacht quasi durchgelaufen ist, und auch sonst schon über 500h Betrieb angefallen sind (wir haben die Anlage erst seit ca. 2 Monaten in Betrieb).

Hat sonst noch jemand eine Idee von euch?

 
25.12.2018 12:09


rabaum schrieb: Wenn du dir wo Legionellen holst ist das die 1x im Jahr verwendete Dusche im Keller, wo du eine klassische Stagnationsleitung hast.


naja, eigentlich holt man sich legionellen durch "verseuchtes" wasser, das immer wieder zurück in den trinkwassertank reingemischt wird. per zirkulation.
da liegt auch die problematik. zwar kann man den speicher auf über 60° erwärmen (mit immer wieder viel e-heizung cop 1) einsatz, und durch die zirku kommen wieder legionellen rein.
sodass legionellenfreiheit in so einem system nur dann funtkioniert, wenn der trinkwassertank dauerhaft(!!) über(!!) 60° heißes warmwasser vorrätig hält.
also wird auch dann 60° heißes warmwasser herumzirkuliert und so wird das haus beheizt.
schlussendlich braucht die "normale" niedertemperaturheizung nicht mehr laufen, weil die verlustwärme durch die zirkulation ausreicht, um das haus auf komforttemperatur zu halten. und wenn die wärmepumpe ohnehin keine 60° schafft, wird sowohl das ww als auch die hausbeheizung (indirekt via zirku) mit e-heizstab und cop=1 gemacht, also rein elektrisch.
25.12.2018 12:10


derGelernte schrieb: Was bis auf das eine mal pro Woche durchheizen auf 60° für Legionellen auch das kraut net fett machen sollt, da ich ansonsten maximal bis 45° Warmwasser aufbereite.


Für einen 300 Liter WW-Speicher würdest du pro Jahr 271,4 kWh (300 x 1,16 x 15 x 52) benötigen.
28.12.2018 18:25


berhan schrieb: Für einen 300 Liter WW-Speicher würdest du pro Jahr 271,4 kWh (300 x 1,16 x 15 x 52) benötigen.


 Ich hätt vermutlich etwas präziser sein sollen.
Mit Kraut nicht fett machen, meinte ich, dass die E-Patrone nicht die Erklärung für den hohen Stromverbrauch insgesamt und auf Tagesbasis sein kann.
Aber vielen Dank für die Erläuterungen zu der Legionellen-Sache, ich werde das berücksichtigen in meinem Warmwasser-Programm 
28.12.2018 18:44
Weißt du schon wieviel Wärme dein Haus braucht?

Liebe Grüße Hans
7.1.2019 12:15
Update auch hier:
Hoval Kundendienst hat sich gemeldet, die haben die letzten Tage per Fernaufzeichnung mitgeschrieben und laut deren Info schaut jetzt alles gut aus. Ich hab jetzt so ca. 35-40 kwh Verbrauch für den Gesamthaushalt pro Tag. Nicht optimal aber hochgerechnet scheints halbwegs plausibel.

Allerdings hab ich jetzt noch die E-Patrone deaktiviert. Wir haben vereinbart, diese jetzt mal wieder zu aktivieren und die Daten wieder aufzuzeichen, um zu prüfen ob der Verbrauch dann wieder massiv ansteigt (E-Patrone sollte erst ab -15° aktiviert werden).
7.1.2019 19:05
Tagesverbräuche schreib ich diese Heizsaison täglich brav mit. sind bei mir derzeit stark von solaren Erträgen abhängig. das meiste was ich in den letzten paar Wochen hatte war 22 kwh Heizung und WW am 5. Jänner. Silvester war dieses Jahr so warm da warns grad 6 kwh. 
aber so nen sensationell milden Winter hatten wir ja noch nie und St. Pölten kriegt  mit 265m Seehöhe eh kaum was ab
9.1.2019 11:35
so, nachdem ich nach wie vor nördlich von 40kwh liege als Tagesverbrauch, hab ich jetzt mal einen separaten Zähler installieren lassen, wobei eh ganz klar ist, dass der Verbrauch von der Pumpe kommt. Allerdings kann ich das schön separat dann ablesen und dokumentieren.

Was mir auffällt ist, dass die Pumpe extremst häufig taktet: ca. 1x in der Stunde schaltet die sich ein. Laut Hoval-Techniker normal - ich finds halt sehr sehr viel, nachdem ich sogar einen eigenen Puffer für die Heizung hab.

Mir kommt schon bald vor, dass die net richtig dimensioniert wurde 
9.1.2019 11:47


derGelernte schrieb: hab ich jetzt mal einen separaten Zähler installieren lassen


trotzdem, dann hast es schwarz auf weiß.


derGelernte schrieb: nachdem ich sogar einen eigenen Puffer für die Heizung hab.


ich habe ca. 215 m2 wohnnutzfläche, das meiste heizestrich, ca. 30 tonnen - wärmekapazitätsmäßig äquivalent zu ca. 7500 liter wasser. meine wp geht direkt in den estrich und arbeitet an diesen ~7500 litern.
nun stell dir vor, ich setzte einen 500l puffer dazwischen. klarerweise wird die wp mehr takten, weil 500 liter sind schneller aufgeladen als 7500 liter.
ein puffer in neubau mit wp führt immer zu mehr wp-takten!!
(ausser, die volumenstrom wp -> puffer und volumenstrom puffer -> heizestrich sind gleich. dann ist aber der puffer obsolet.)
9.1.2019 12:10


brink schrieb: nun stell dir vor, ich setzte einen 500l puffer dazwischen. klarerweise wird die wp mehr takten, weil 500 liter sind schneller aufgeladen als 7500 liter.


 so erklärt, klingt das wiederum logisch.
Sprich, ohne Puffer dann weniger Taktung, dafür allerdings Durchlaufbetrieb? Wobei ich auch so grad nochmal geschaut hab und im Mittel auf ca. 12h Betrieb pro Tag komme...
9.1.2019 12:53


brink schrieb:
__________________
ich habe ca. 215 m2 wohnnutzfläche, das meiste heizestrich, ca. 30 tonnen - wärmekapazitätsmäßig äquivalent zu ca. 7500 liter wasser. meine wp geht direkt in den estrich und arbeitet an diesen ~7500 litern.
nun stell dir vor, ich setzte einen 500l puffer dazwischen. klarerweise wird die wp mehr takten, weil 500 liter sind schneller aufgeladen als 7500 liter.
ein puffer in neubau mit wp führt immer zu mehr wp-takten!!
(ausser, die volumenstrom wp -> puffer und volumenstrom puffer -> heizestrich sind gleich. dann ist aber der puffer obsolet.)


 
Ich denke hier gibt es einen Unterschied zwischen luft WP und Erd WP.
Die Luft WP braucht auch Energie um sich wieder abzutauen. Entweder mit Energie aus dem Puffer, mit Energie aus der FBH, oder halt rein elektrisch. Dyarne hat dazu auch ein paar sachen in diesem Thread erwähnt. https://www.energiesparhaus.at/forum-wp-puffer-weiche-optimieren/52216_2

Außerdem heizt ja nicht nur die LWP den Puffer auf, es wird ja auch währenddessen Wärme vom Puffer in die FBH gesteckt.

Bzgl. Takten/Puffer LWP: Hab ebenfalls eine LWP mit Puffer im Einsatz. Meine LWP läuft aber durch (derzeit keine Takte) (Abtauprozesse zählt meine LWP nicht zu den Starts hinzu).

@DerGelernte, wo liegt dein derzeitiger Tagesenergieverbrauch? Wie viel Wärmemenge wird dabei am Tag abgegeben?

LG
9.1.2019 12:57


massiv50er schrieb: Ich denke hier gibt es einen Unterschied zwischen luft WP und Erd WP.


das denkst du, ist aber nicht der fall, denn den puffer brauchst nie.


massiv50er schrieb: Außerdem heizt ja nicht nur die LWP den Puffer auf, es wird ja auch währenddessen Wärme vom Puffer in die FBH gesteckt.


eben unnütz.
https://www.energiesparhaus.at/forum/48995&id=480812
9.1.2019 15:30
Ich will jetzt nicht pro/contra Puffer diskutieren. Dass es ohne Puffer ernegieeffizenter geht, wurde mehrfach diskutiert.

Aber dass der Puffer nicht generell das Taktproblem sein muss, zeigt auch meine Anlage, welche nicht taktet..
9.1.2019 16:14
richtig. nichts anderes wurde geschrieben. solange der puffer so eingebunden ist dass primär und sekundär der volumenstrom gleich ist, erhöht der puffer nicht das takten.

eine on/off wp mit 12 takts pro tag ist eigentlich sehr ok.

eine überdimensionierte modulierende wp mit 12 takts pro tag ist zwar unschön, weil die wp leistung einfach zu viel ist und die takte sie früher abnützen, aber die anzahl der takte ist ok.
9.1.2019 16:44
Nur ich hab halt 24 Takte pro Tag...

Verbrauch kann ich am Abend mal prüfen wenn ich daheim bin. Wärmemengenzähler hab ich (noch) nicht.
9.1.2019 17:01


brink schrieb: richtig. nichts anderes wurde geschrieben. solange der puffer so eingebunden ist dass primär und sekundär der volumenstrom gleich ist, erhöht der puffer nicht das takten.


 Kann ich das selber an meinem Puffer kontrollieren?
Die Skizze in den anderen beitrag von dyarne hab ich gesehen.
9.1.2019 17:11


massiv50er schrieb: Kann ich das selber an meinem Puffer kontrollieren?


möglich. sind ja alles spezifische produkte..
der direkte hinweis ist ein volumenstrommesser bei der wp vor dem puffer, primär, und bei der heizung hinter puffer, sekundär. oft hast weder noch, und alles ist auf 100% / max eingestellt.
die wps mit wmz müssen so ein teil haben, d.h. zumindest primärseitig prüfbar. wo man die anzeige bei der jeweiligen wp findet? - keine ahnung. die nibes habens in "service info".
indirekter hinweis sind die vorlauf- und rücklauftemperaturen: falls deine wp durchläuft, müssten sich primär und sekundär die gleichen temperaturen einstellen.


derGelernte schrieb: Nur ich hab halt 24 Takte pro Tag...


gut, das ist optimierbar, aber (jetzt ohne all die details deiner anlage, wp, temps.. zu wissen) nicht erschreckend und sicher nicht der grund für einen übermäßig hohen stromverbrauch.
10.1.2019 13:42


 


brink schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von massiv50er: Kann ich das selber an meinem Puffer kontrollieren?

möglich. sind ja alles spezifische produkte..
der direkte hinweis ist ein volumenstrommesser bei der wp vor dem puffer, primär, und bei der heizung hinter puffer, sekundär. oft hast weder noch, und alles ist auf 100% / max eingestellt.
die wps mit wmz müssen so ein teil haben, d.h. zumindest primärseitig prüfbar. wo man die anzeige bei der jeweiligen wp findet? - keine ahnung. die nibes habens in "service info".
indirekter hinweis sind die vorlauf- und rücklauftemperaturen: falls deine wp durchläuft, müssten sich primär und sekundär die gleichen temperaturen einstellen. 


einen volumenstrommesser habe ich denke ich nicht verbaut.
Eine WMZ hat die WP, zumindest kann man sich die abgegebene Energie anschauen.
Ich mach morgen mal Fotos wie der Puffer primärseitig angeschlossen ist. Sekundär geht er direkt VL/RL in die FBH
11.1.2019 13:27


brink schrieb: gut, das ist optimierbar, aber (jetzt ohne all die details deiner anlage, wp, temps.. zu wissen) nicht erschreckend und sicher nicht der grund für einen übermäßig hohen stromverbrauch.


hab mal mit Installateur und Hoval-Support gefunkt. Fazit: Am Montag kommt nochmal ein "Experte" von Hoval und sieht sich die Anlage nochmal an. Installateur meint, dass die Taktung zu hoch ist, da ich ja auch einen Puffer hab, der das verhindern sollt...
Ich muss denen zu Gute halten, dass sie beide sehr bemüht sind, mir zu helfen bei meinem Problem.

Aus der Not heraus beschäftige ich mich aber jetzt tagtäglich mit dem System und beginn das schön langsam zu hinterschauen, seh mich halt aber doch noch als "Anfänger".
Vielleicht hat daher jemand hier Zeit/Muße mir meine Frage zu beantworten:

Wie wirkt denn die Umwälzpumpe da mit auf das ganze System? - die hat der Hoval-Techniker letztes mal nämlich nach Gefühl noch auf die Hälfte runtergedreht weil "ihr habts ja eh nur Erdgeschoß".
Ich hab jetzt grad Problem, dass mein nordwestlicher Raum (mit dem längsten Kreis) ca. 1° zu kalt is im Vergleich zu den anderen Räumen und im Verteiler seh ich, dass der hydraulische Abgleich auch net sonderlich gepasst hat, weil der kürzeste Kreis den höchsten Durchfluss hat(te). Hab das jetzt mal ein bisl angepasst generell, allerdings bekomm i halt net mehr Durchfluss zusammen, damit der Raum wärmer wird, ohne dass die anderen wieder runterkühlen.

Kann ich da noch was erreichen, indem ich was an der Umwälzpumpe ändere und die nach oben drehe? Oder nur über Hochschrauben der Heizkurve und Drosseln der anderen Kreise (zulasten der Effizient meiner Anlage)?

Sorry, falls die Frage komplett bescheuert is - wie gesagt ich beginn gerade aus der Not das ganze System zu erlernen.

 
11.1.2019 14:15


derGelernte schrieb: Installateur meint, dass die Taktung zu hoch ist, da ich ja auch einen Puffer hab, der das verhindern sollt...


da wird gerne ursache und wirkung verwechselt ...
puffer erzeugt takten, er reduziert es nicht...
11.1.2019 14:52
Hm. Kannst das für mich ausdeutschen bzw ein bisl erklären noch?
11.1.2019 15:35
gern...

vor vielen jahren hat einmal ein gelehrter den scherz gemacht und in ein technisches lehrbuch reingeschrieben daß ein pufferspeicher die laufzeit verlängert. seitdem wird das von generation zu generation so weitergegeben...

okay, es gab mal eine zeit - die dinosaurier waren schon ausgestorben - die wärmepumpen aber noch nicht erfunden, da hat es heizkessel mit 40kw in efh gegeben, die hat man mit wasserpuffern gezähmt, die auf 80° aufgeheizt wurden, damit die kessel länger als 2-3 minuten laufen...

eine wp im efh hat heute 4-8kw leistung. sie fährt einen volumenstrom von 600-1500 l/h

dies kann sie entweder

a) -> direkt auf eine flächenheizung, also eine wärmesenke abgeben. ein efh hat typisch allein 10-15m³ estrich, das sind 10-15.000l heizestrich, der die wärme nicht nur puffert sondern auch an den raum abgibt

b) -> in einen wassertopf schicken.
dieser ist keine wärmesenke, gibt also nix ab. er kann nur speichern. und das per übertemperatur.
  1° erhöhung kostet 2,5% effizienz
  4° überhöhung kosten 10% effizienz
10° überhöhung kosten 25% effizienz

angenommen der wassertopf hat 300l, dann hat ihn die wp in  5-15 minuten durchgesprudelt. eine schichtung gibt es bei diesem hohen volumenstrom nicht. der warme rl erreicht die wp und dieser schaltet ab.

der puffer ist also das problem, keineswegs die lösung.
wenn wir wp sehen die 50 starts am tag hinlegen kämpfen diese immer mit einem puffer...

dennoch glauben immer noch viele heizungsbauer daß ein puffer einer wp hilft, beim lastausgleich, bei der laufzeitverlängerung.
das gegenteil ist der fall...



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