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Abrechnung PV-Strom - Einspeisevergütung vs. Netzgebühren ?

21 Beiträge | 18.4. - 22.4.2020
Hallo,

ich würde gerne meine Stromkosten halbwegs genau aufgrund des täglichen Verbrauchs / Einspeisung berechnen.
Zur Vereinfachung rechne ich mit 15 ct / kWh für Strom den ich aus dem Netz beziehe (inkl. aller Nebenkosten).

Aber wie sieht das eigentlich bei geliefertem Strom aus ?
Mein Anbieter bezahlt mir ca. 5 ct / kWh für gelieferten Strom. Davon muss ich aber noch diverse Netzgebühren etc. abziehen, oder ?

Kann mir jemand sagen wieviel das ganz grob ist ? Bekomme ich pro kWh unterm Strich eher 4 ct ? oder 3 ct ? oder gar nur 1 ct ?

Ich beziehe nämlich derzeit ca. 5 kWh pro Tag aus dem Netz und speise (wenn es schön ist) 40 kWh ein ... bin ich da unterm Strich auf 0 ? oder eben nicht ? :)

lG
Gawan


 
18.4.2020 12:49
Beim gelieferten Strom gibt es keine Netzgebühren. 
18.4.2020 14:00
da nimmst du sunnydesignweb von sma und hinterlegst dein Verbrauchsprofil, gibst deine Anlage ein und die Preise von Bezug und Einspeisung. Der rechnet das gut hoch (Einspeisung, Bezug, Ertrag und natürlich dann auch die Erträge).
Wie altehuette schon schreibt, die 5ct/kWh bekommst du ohne Abzug. Warum hast du keinen ÖMAG Einspeisetarif?
Eigentlich musst du ja nur wissen, wieviel kWh du im Jahr verbrauchst (Kosten dann z.B. über Durchblicker ermitteln) und der Einspeiseertrag ist einfach.
18.4.2020 20:17
Bist du dir sicher dass es da keine Netzgebühren gibt ? D.h. die 5 ct/kWh bekomme ich 1:1 ohne Abzüge ?

@­alpenzell
Mir sind die tagesgenauen Daten wichtig. Ich weiß z.B. dass ich am 16.April 4,5 kWh Bezug hatte und 38,9 kWh Lieferung.
Für den Bezug zahle ich 4,5*0,15 = 0,68 EUR
ohne Netzgebühren wären die 38,9 kWh = 38,9 * 5 ct = 1,945 EUR Ertrag

d.h. in Summe wäre ich dann auf 1,3 EUR "Plus" pro Tag ?
Ist das überschlagsmäßig richtig ?

lG
Gawan


18.4.2020 22:15


Gawan schrieb: Ist das überschlagsmäßig richtig ?

Richtig!
18.4.2020 22:18


Gawan schrieb: Ist das überschlagsmäßig richtig ?

Ja, ich rechne das auch so, und das passt.

Ich rechne nur halt mit 19c pro kWh Bezug (einfach aus der letzten rechnung halt herausgerechnet mit Gesamtkosten:kWh).

Aber ja, aktuell fahr ich auch Gewinn ein
18.4.2020 22:22
Bei der EVN ist ein anderes System, Für die Menge was man bezieht, bekommt man den gleichen Strompreis wie man selber bezieht. Strompreis wohlgemerkt, also ohne Netzgebühren. Für die darüber hinausgehende eingelieferte Strommenge bekommt man nur den "Marktpreis". Wird monatlich gegenüber gestellt. Hoffe, es verständlich ausgedrückt geschrieben zu haben.
18.4.2020 22:26


cyberspacer schrieb: Ich rechne nur halt mit 19c pro kWh

Rechne auch 18/19 Cent. Jeder kann das anders ausdividieren. Ob mit Grundgebühr, oder ohne Grundgebühr. Kommt bei Jedem was anders raus, weil bei hohem Bezug die anteilige Grundgebühr je KWH niedriger wird.
19.4.2020 13:24
Naja, mit 19 cent pro kWh lügt man sich (zumindest hier in Österreich) halt in die eigene Tasche. Außer man hat einen überteuerten Tarif...
Tatsächlich sind´s wohl so im Bereich 13/14 cent. Grundgebühr hat in der Rechnung im Grunde nix zu suchen.
19.4.2020 22:05


ricer schrieb: Grundgebühr hat in der Rechnung im Grunde nix zu suchen.

 Warum? Ich will für mich wissen, was schlussendlich eine kWh effektiv im Jahr kostet. Da gehören - für mich halt - alle Nebenkosten rein (wie bei einem eff. Zinssatz z.B. auch).
19.4.2020 22:15
Wie ricer schon richtig sagt, taugt diese Betrachtung nur bedingt. Das Problem hierbei ist die Proportionalisierung von Fixkosten. Du brauchst hier die Grenzkosten, das sind die Kosten jeder weiteren kWh oder jeder eingesparten kWh.

Eine durch die PV eingesparte kWh ist eben nicht die Durchschnittskosten wert. 
20.4.2020 7:27


rabaum schrieb: Wie ricer schon richtig sagt, taugt diese Betrachtung nur bedingt. Das Problem hierbei ist die Proportionalisierung von Fixkosten. Du brauchst hier die Grenzkosten, das sind die Kosten jeder weiteren kWh oder jeder eingesparten kWh.

Eine durch die PV eingesparte kWh ist eben nicht die Durchschnittskosten wert.

Das das mathematisch nicht 100% korrekt ist, ist mir schon sehr bewusst. Denn sobalt ich eine kWh einspare, steigt der relative Anteil der (konstanten) Fixkosten an den Gesamtkosten.
Aber ich echne es trotzdem mit rein, denn so ist bei der Überschlagsrechnung trotzdem in Summe korrekter, als wenn ich die Fixkosten ignoriere, da dann in der Berechnung eben die Fixkosten auch durch den Ertrag (überschlagsmäßig) schon mit abgedeckt sind.
20.4.2020 7:57
Hmm, ich glaube ich kann dir nicht folgen. 
Es ist mathematisch nicht korrekt, das hast du ja geschrieben.

Annahme:
   •  6000 kWh kosten € 1.000,-
   •  4000 kWh kosten € 700,-

Was hast du dann durch die 2.000 kWh Eigenverbrauch gespart?
   •  € 333,33 (€ 1.000,- / 6.000 kWh x 2.000 kWh)
   •  € 300,-

Ergibt einen Fehler von immerhin gut 10%.
20.4.2020 19:10
Darf ich mich hier auch anhängen. Wenn ich 7,9 ct p. kWh von der Oemag bekomme, 19,3 MWh/a einspeise, wären das ja € 1524,7. Ich gehe davon aus das ich von diesen € 1524,7 Einkommenssteuer bezahlen muss. Dafür darf ich die laufenden Finanzierungskosten (Zinsen) vermutlich gegenrechnen. Ist das korrekt oder habe ich da einen Denkfehler drinnen?
20.4.2020 20:01
@berhan das ist eine gute Frage, die ich mir auch gestellt habe und wie folgt beantworten würde: Die Anlage mit Überschusseinspeisung hast du ja nicht zum Zwecke von Gewinnen errichtet, somit liegt mal keine unternehmerische Absicht vor.

Sonstige Einkünfte als Privatperson könnten schon in Frage kommen. Da hat man jedenfalls einen Freibetrag von 730 EUR.

Wenn du jetzt die rund 1.500 EUR betrachtest sind die ja nicht dein Gewinn, sondern quasi der Umsatz, den du erzielst. Dementsprechend kannst du die Aufwände für die Anlage, in dem Fall die Abschreibung auf sagen wir 20 Jahre abziehen.

Ich würde es mit dem Vermieten einer Wohnung vergleichen. Da sind die Mieteinnahmen auch nicht der Gewinn, den du über die ESt versteuern musst, sondern davon werden ja noch die Werbungskosten wie AfA, Leerstand, Versicherung, Reparaturen abgezogen.
20.4.2020 20:18
@rabaum dürfte komplizierter sein. https://findok.bmf.gv.at/findok?execution=e1s1

edit: Das Dokument ist aber schon ein paar Jahre alt.
21.4.2020 7:26
Wie rabaum schon geschrieben hast darfst du den betrieblich genutzten Teil der Anlage (über 20 Jahre) abschreiben.
Das mindert dann entsprechend deinen Gewinn. 
Keine Ahnung ob du dann noch unter den Freibetrag von € 730,- fällst, aber gut möglich. 

Wie das mit den Zinsen ist - keine Ahnung. 
21.4.2020 7:56
Genau ricer, so hätte ich das findok gelesen für private Überschusseinspeiser.

Anschaffung abzgl. Förderung bei mir grob 8k
abgeschrieben auf 20 Jahre, 400 EUR pro Jahr Afa gesamt, davon gewerblicher Anteil 264 EUR
1.140 kWh x 11,78 kWp x 0,66 gewerblicher Anteil x 0,0767 EUR Vergütung = 680 EUR Erlös
macht ca. 416 EUR Gewinn der Anlage pro Jahr, das wird niemanden interessieren.
21.4.2020 9:18
Ja, so mache ich das auch. 
Schaut bei mir zur Verdeutlichung dann in etwa so aus:

Investitionskosten abzüglich Förderung: ca. € 7.000,-
AfA: € 7.000,- / 20 Jahre x 80% gewerblicher Anteil = € 280,-
Vergütung: ca. 10.000 kWh x € 0,0767 = € 767,-
Gewinn: € 767,- abzgl. Afa € 280,- = € 487,-

So ein gutes PV-Jahr wird´s nie geben dass ich da über die Freigrenze komme 
21.4.2020 18:57


rabaum schrieb: Freibetrag von 730 EUR

Freibetrag oder Freibetragsgrenze?


21.4.2020 21:38
Der Zuverdienst wird über einen Freibetrag geregelt.
22.4.2020 18:55
D.h. bei 731 Euro werden auch 731 versteuert und nicht nur 1 Euro?



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