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Projektkosten abschätzen?

11 Beiträge | letzte Antwort 20.4.2018 | erstellt 16.4.2018
Wir möchten uns in Zukunft gerne den Traum vom EFH erfüllen und stehen noch ganz am Anfang unser Planungen. Leider stehen wir bei der Finanzierung bzw. Projektkosten an. Gedacht hätten wir an 130-140m² mit Keller oder ohne Keller dafür mit Nebengebäude (Massiv-Standardhaus). Gebaut werden soll im OÖ Zentralraum.

Zu unserer Einkommenssituation:
Ich (30) verdiene knapp 2600,- netto zzgl. Weihnachts- und Urlaubsgeld
Meine Frau (32) befindet sich derzeit in Karenz (500€ KGB) und arbeitet noch geringfügig (400€). Wir haben zwei kleine Mädchen (1J und 3J; Familienplanung abgeschlossen) und bekommen noch 350€ Familienbeihilfe. Nebenbei bin ich auch noch selbstständig und verdiene knapp 300€ im Monat damit. Wobei ich mit diesem Geld nicht wirklich rechnen möchte. Wenn ich die Kosten vom aktuellen Kredit wegrechne könnten wir uns eine monatliche Rate von ca. 1300€ Rate leisten.

In Summe haben wir ein Monatseinkommen von 3850€ netto (ohne Selbstständigkeit). Das Kinderbetreuungsgeld läuft noch ein Jahr dann möchte meine Frau auf 20Stunden aufstocken (Verdienst sollte dann ca. 1100€ netto sein).

Wir haben momentan 50k Eigenkapital und wohnen in einer Eigentumswohnung. Bei einem Verkauf sollten wir abzgl. Kredit  noch einmal 30-40K Eigenkapital bleiben.

Der Plan wäre, dass wir uns nun nach einem Grundstück umsehen bzw. kaufen und dann in Ruhe mit dem Planen starten, da ich fürchte das die Gründe nicht mehr günstiger werden. Außerdem lässte es sich ohne Grund schwer planen. Aufgrund unserer Eigentumswohnung haben wir jetzt aber auch keinen großen Zeitdruck.

Das Problem ist, dass bei uns in der Gegend die Gründe alle ab 120.000€ verkauft werden (da hätten wir uns auch schon ein paar gesehen). Wenn ich für das Haus noch grob 300.000€ dazu rechne komme ich auf Projektkosten von 450.000€. Jetzt bin ich mir nicht sicher ob wir uns einen Grund zwischen 120.000-130.000 leisten können, wenn wir später auch noch ein Haus drauf stellen wollen?

Macht es überhaupt einen Sinn, jetzt schon nach einem Grund zu suchen? Ist überhaupt ein Massivhaus 130m²-140m² im Bereich von 300.000 möglich? Mir ist natürlich klar, dass man das nicht genau sagen kann. Es fällt mir momentan einfach schwer die groben Gesamtkosten abzuschätzen, da ich weder einen Grund habe und deswegen die Planungen für das Haus nicht starten kann. Bauherrenmithilfe wäre möglich, wenngleich ich in meiner Familie nur einen Mauer habe und ansonsten eher nur „Helfer“.

 
16.4.2018 16:19
Du kannst pro m2 Wohnfläche, ohne Keller 2.500,- rechnen
17.4.2018 8:42
Wie du bereits geschrieben hast: Planung des Hauses ohne Grund macht wenig Sinn, weil das Haus ja an den Grund angepasst werden sollte.
Ist in eurer Gegend eher eine Hanglage verbreitet oder ein flacher Grund? Flacher Grund ist einfacher zu bebauen, bei Hanglage macht ein Keller meist Sinn.
Gibt es die Möglichkeit, einen Grund zu erwerben, wo die Sicht nach Süden unverbaut bleiben wird? Was für ein Haus möchtest du? Bungalow oder mehrstöckig? Wenn Bungalow, sollte der Grund eher flach sein. Das sind nur paar Gedanken dazu - suche im Netz einfach mal nach Themen wie "Grundstücksauswahl".



bilbo schrieb: Das Problem ist, dass bei uns in der Gegend die Gründe alle ab 120.000€ verkauft werden


Wie groß ist ein solcher Grund denn, sprich was ist bei euch der m² Preis?



bilbo schrieb: Ist überhaupt ein Massivhaus 130m²-140m² im Bereich von 300.000 möglich?


Schwer zu sagen - du kannst für die Fenster alleine 50k€ ausgeben...oder mehr. ;)
In einfachster Ausführung sollte das m.M.n. möglich sein.
17.4.2018 9:26


querty schrieb: Wie groß ist ein solcher Grund denn, sprich was ist bei euch der m² Preis?


Halbwegs gute Gründe in OÖ Zentralraum gibt's etwa ab 100,-/m² in den günstigeren Gemeinden. Unter 100,- bist eher abgelegen oder du hast zB ne Bundesstraße vor der Nase. Wenn du gute Lage mit vernünftiger Verkehrsanbindung willst, bist etwa ab 150,-/m² dabei.

Und dann gibt's immer Ausreißer wie zB Leondinger Zaubertal, wo du auch gut und gerne 400,-/m² hinlegen darfst, wobei ich nicht verstehe warum... weil dort die guten Flecken schon weg sind... ^^


17.4.2018 9:54


querty schrieb: Wie groß ist ein solcher Grund denn, sprich was ist bei euch der m² Preis?


Leider gibt es aktuell sehr wenige Baugründe in der Gegend wo wir Bauen wollen bzw. werden sehr wenige verkauft. Die Grundstückspreise pendeln aktuell zwischen 120 und 160 Euro wobei die günstigeren Gründe meist immer über 1000m² haben. Grundstücksgrößen sind meist zwischen 800-1200m²



querty schrieb: Ist in eurer Gegend eher eine Hanglage verbreitet oder ein flacher Grund? Flacher Grund ist einfacher zu bebauen, bei Hanglage macht ein Keller meist Sinn.
Gibt es die Möglichkeit, einen Grund zu erwerben, wo die Sicht nach Süden unverbaut bleiben wird? 


In der Gegend bekommt man beides Hanggrundstücke und flache Grundstücke. Wobei das Grundstück was wir uns gesehen hätten einen Höhenunterschied von 3-4 Metern aufweißt auf einer Länge von ca. 30 Metern. Der Hang ist richtung Süden ausgerichtet die Zufahrt wäre von Norden.
Auf was wir bei Grundstücken achten sollen, wissen wir eigentlich relative gut. Es stellt sich eher die Frage ob wir aufgrund unserer finaziellen Situation ein Grundstück um 120.000€ leisten können oder sollten.



querty schrieb: Was für ein Haus möchtest du? Bungalow oder mehrstöckig? Wenn Bungalow, sollte der Grund eher flach sein.


Es wird definitiv mehrstöckig werden, wobei wir uns gut vorstellen könnten bei einer Hanglage den Keller als Wohnkeller nutzen und dann nur zwei Ebenen zu haben.
17.4.2018 10:36
Das kenne ich...
Den passenden Baugrund suchen ist viel kniffliger als man anfangs glaubt. Suchst du (so 15-25 Fahrminuten) rund um Linz? 


Tendenziell flaches Grundstück.
Bauzwang ja/nein?
Bebauungsplan ja/nein?
Aufgeschlossen ja/nein?
Nebenkosten berücksichtigt?
Infrastruktur (Schulen/Märkte) in der Nähe?
Günstig&Schön&ohne Bauzwang wirds wohl eh nicht (mehr) spielen...

Hier hilft nur geduldig sein und alle Kontakte abgrasen die man hat... Bekannte, Gemeinden, Nachbarn,...

>>Makler und deren tlw. schlechte/überteuerte Gründe bestmöglich meiden. :)

Anfangs sagt man immer "die Lage und das Gründstück ist totaaal wichtig und darf ruhig kosten"

Aber wenns dann ans Hausbauen geht will man doch auch Qualität AUF dem Grundstück haben.

Das ist halt die Frage wie diszipliniert ihr da seid, und ob ihr bewusst den Weg einer günstigeren Bauweise gehen wollt.

Versucht halt finanziell noch alles zusammen zu kratzen was geht....


17.4.2018 11:59
Wie Du schon richtig festgestellt hast: Die Baugründe werden nicht billiger, sondern teurer - sofern es keine Entwertung durch eine neue, hochfrequentierte Straße o. ä. gibt. Ich würde laufend recherchieren und Grundstücke besichtigen, bis ihr das gefunden habt, was Euch wirklich gefällt. Die Zeit bis dahin könnt Ihr nutzen, um Eure Rücklagen weiter aufzustocken. Meiner Meinung nach ist es essentiell, dass Ihr Euch den Baugrund ohne Kredit leisten könnt - auch um keine zusätzlichen Belastungen zu haben, bis ihr mit dem Bauen anfangt, geschweige denn einziehen könnt. Wenn kein Bauzwang drauf ist, kann man dann ein Bauvorhaben auch mal ein paar Jahre aufschieben, z. B. wenn ihr Eure Vorstellungen aus finanziellen noch nicht umsetzen könnt.

Hinterfragt mal gründlich, welche Lagequalitäten ihr wirklich wollt/braucht. Ein Baugrund im Speckgürtel einer Großstadt reißt halt ein gewaltiges Loch ins Budget. Wenn ihr das vermeiden könnt/wollt, dann tut es. Wäre ein Baurechtsgrund vielleicht auch ein Thema?

Können Euch Eure Eltern finanziell bei Eurem Bauvorhaben unterstützen?

Ein Massivhaus mit 130-140m² um 300.000 € finde ich persönlich schon sportlich. Es hängt aber alles von Euren Vorstellungen und den damit verbundenen Kosten ab, sowie von den möglichen Eigenleistungen. Das Haus soll ja nicht nur finanziell in Eurem Rahmen bleiben, sondern Euch auch gefallen. Je offener ihr für unterschiedliche Bauformen (Wandaufbau, mit/ohne Keller, Dachform, Außenform etc. etc.) seid und je weniger Zeitdruck beim Bauen vorhanden ist, desto leichter geht es, Geld zu sparen.

Ein Haus zu planen, ohne ein Grundstück zu haben, geht schon - aber halt nur im Groben. Wesentlich ist z. B., was ihr alles im Haus unterbringen wollt und welche Flächen wofür ca. notwendig wären. Was darüber hinaus geht und konkreter ist, macht zwar vielleicht Spaß und steigert die Vorfreude und Motivation, hilft Euch aber nicht wirklich weiter. Im blödesten Fall steht es Euch auch im Weg, wenn Euch ein kompetenter Planer etwas vorlegt, dass sinnvoller wäre, aber anders aussieht, oder wenn das Haus, so wie Ihr es Euch laienhaft ausgemalt habt, nicht zu einem grundsätzlich gut geeigneten Baugrund passt. Ihr könnt ja auch jetzt mal bei der einen oder anderen Firma, die euch geeignet erscheint, vorstellig werden und Euch beraten lassen. Zum einen seht ihr dann gleich mal, wie die Planung sinnvoll aufgebaut werden sollte, zum anderen bekommt ihr eine erste Orientierung hinsichtlich der Kosten.
17.4.2018 14:49


bilbo schrieb: Wir haben momentan 50k Eigenkapital und wohnen in einer Eigentumswohnung. Bei einem Verkauf sollten wir abzgl. Kredit noch einmal 30-40K Eigenkapital bleiben.


sind also im besten Fall 90k Eigenmittel.




MissT schrieb: Meiner Meinung nach ist es essentiell, dass Ihr Euch den Baugrund ohne Kredit leisten könnt


Sehe ich auch so. Da gabs doch mal die alte Regel man sollte soviel Eigenkapital haben dass man sich den Grund und Keller leisten kann




bilbo schrieb: Leider gibt es aktuell sehr wenige Baugründe in der Gegend wo wir Bauen wollen bzw. werden sehr wenige verkauft. Die Grundstückspreise pendeln aktuell zwischen 120 und 160 Euro wobei die günstigeren Gründe meist immer über 1000m² haben. Grundstücksgrößen sind meist zwischen 800-1200m²


angenommen ihr habt Glück und findet ein Grundstück um Hausnummer 90k (zB €120,-*750m²).

Schöngerechnet: Haus mit Keller 140m² *2200,-/m²=308k + Nebenkosten + Aussengestaltung ~ 330k --> die ihr fremdfinanzieren müsstet!

Grobe Rechnung:
Gesamtprojektkosten: 450k (120k Grundstück + 330k Haus)
Eigenmittel: 90k
Fremdfinanzierungsbedarf: 360k
WBF OÖ NEH+2Kids --> 74k Rate --> €341,- 
+
Bankkredit 286k-->1193,-
=
1534,-/monatl. Rate (leistbar für euch?)


Fazit:
Auf der Suche nach einem "günstigen" Grundstück braucht ihr entweder Glück, mehr Eigenmittel oder müsst letztendlich Kompromisse eingehen was die Lage betrifft. So sehe ich das.
17.4.2018 15:33
ein wenig ist es auch abhängig davon wie eure aktuelle Wohnsituation aussieht.

Wenn ihr jetzt - Hausnummer - eine zentrale Wohnung mit 80qm und Balkon habt und dann mit Biegen und Brechen ein kleines Häuschen mit 120qm und fehlender Außengestaltung bekommt, dann ist das halt ein Upgrade dass euch (gerade mit 2 Kindern) in Relation trotzdem viel Anstrengung und Geld kosten wird :/

Anders siehts aus wenn ihr auf 40qm hockt und jeden Tag vom eigenen Grund träumt...

Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit dass eure Eltern eine Finanzspritze geben...

Wie schon gesagt, zumindest Grundbesitzer solltet ihr auf jeden Fall schuldenfrei werden, gut fürs Karma :)
19.4.2018 11:01
Das sind zwar jetzt nicht die Antworten die ich erhofft hatte, aber es ist gut das uns/mir jemand ein realistisches Bild aufgezeichnet hat. 
Von unseren Eltern können wir uns leider keine Finanzspritze erwarten, bestefalls können wir irgendwann einmal etwas erben, wobei wir hoffen das wir dann den Kredit schon abgezahlt haben.

Über unsere Wohnsituation dürfen wir uns im moment auch keinen Fall beschweren, jedoch wollen wir unseren Kindern eigentlich mehr bieten. 

Wir werden jetzt im nächsten Jahr versuchen noch ordentlich Eigenkapital aufzubauen, aber die Augen trotzdem nach einem passenden Grundstück offen halten. Wir sondieren schon länger den Markt und es wird sicher noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen bis wir was finden.
19.4.2018 13:32


bilbo schrieb: Wir werden jetzt im nächsten Jahr versuchen noch ordentlich Eigenkapital aufzubauen


Guter Plan!
20.4.2018 23:09


Landei88 schrieb: Schöngerechnet: Haus mit Keller 140m² *2200,-/m²=308k + Nebenkosten + Aussengestaltung ~ 330k --> die ihr fremdfinanzieren müsstet!



Ja und meiner Meinung nach sind die 330 Tausend inkl. Nebengebühren und Aussenanlage sehr schön gerechnet. Denke das dies schwer schaffbar sein wird. Eher 380 Tausend.



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