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Feinsteinzeug bei Terrasse und Grät

4 Beiträge | letzte Antwort 31.1.2018 | erstellt 27.1.2018
Hallo!!

Ich bin gerade dabei Angebote und Meinungen von Bodenlegern für den Aussenbereich einzuholen. Da die Einschätzungen sehr unterschiedlich und teilweise auch gegensätzlich sind, würden mich hier Erfahrungen und weitere Einschätzungen interessieren.
Grundsätzlich ist der Ist-Zustand jener, dass eine betonierte Terrasse (samt notwendigen Gefälle) sowie eine betonierte Grät vorhanden sind. Die Grät wird teilweise auch mit dem Auto befahren.
Hat man nun einen Anbieter der eher Naturstein verkaufen will, kommt meist das Argument, dass Feinsteinzeug mit 2cm im Einfahrtsbereich nicht geeignet ist. Keramikhersteller wie C.Bergmann behaupten das Gegenteil und verweisen auf die höhere Härte ihrer Produkte im Vergleich zum Naturstein. Ein weiteres Argument gegen die Keramikplatten ist, dass diese nicht atmungsaktiv sind und sich im Sommer durch eingedrungenes Wasser Dampf bilden kann und dieser dann die Klebeverbindung löst und die Platten aus dem Betonbett hebt. Es gibt laut Meinung eines Natursteinanbieters mit Feinsteinzeug nur Probleme!!!
Keramikvertreter argumentieren wiederum damit, dass bei den Natursteinanbietern nur die Panik agiert, weil sie auf den Zug "Feinsteinzeug" nicht aufgesprungen sind.
Ich habe auch im Internet bis jetzt viele kritische Kommentare über Feinsteinzeug im Aussenbereich gelesen bis hin zu "das hat im Aussenbereich nichts verloren"!!
Ein befreundeter Maurer rät mir ebenfalls von der Lösung Keramik in Drainagebeton ab. Auch bei ihm haben sich Platten mit den Jahren verzogen bzw. gehoben.
Ein ebenfalls befreundeter Steinmetz meinte, es käme nur auf die richtige Verarbeitung an und wenn diese passe, dann überlebt einem das Feinsteinzeug ohne Probleme.
Konfrontiert mit all den Pros und Contras meinte ein Bodenleger "es kommt nicht zu solchen Problemen, weil wir ja eben gerade deshalb Drainagebeton verwenden, damit das Wasser eben abfließen kann. Wo soll dann das Problem sein?!"
Und wieder ein anderer Anbieter meinte, man solle die Abflußleistung von Drainagebeton aber auch nicht überbewerten - sprich es kann durchaus passieren, dass der Beton das Wasser nicht im ausreichenden Maße aus dem Unterbau wegbringt.
So und aus dem ganzen Wirrwarr und Chaos an unterschiedlichen Meinungen, soll sich nun ein Privatkunde eine solide und fundierte Meinung bilden?! Das erscheint mir momentan als ziemliche Herausforderung - Zumutung könnte man es auch nennen!!
Funktioniert nun das System Beton - Drainagebeton - Feinsteinzeug auch in der Praxis?? Eine ordnungsgemäße Verarbeitung vorausgesetzt!! Und wenn nein, wäre eine Verlegung Beton-Splitt (samt Kiesfangwinkel als Begrenzung zum Erdreich)-Feinsteinzeug für eine lupenreine Drainage sinnvoller??

27.1.2018 21:31
Hallo.
Vorweg:
in meinen ganz jungen Jahren gab's da mal eine Sendung in der dem/der KanditatenIn die Frage gestellt wurde "So, liebe/r xxxxx, jetzt musst du dich entscheiden!" . Und jetzt ist es bei dir soweit (Naturstein oder Feinsteinzeug). Ich persönlich habe mich nie mit irgendwelchen "Imitaten" anfreunden können. Ich gehöre zum Lager "Natursteine" Alles im Aussenbereich, wie Terasse, Grät, Einfahrten, Stiege, Säulen, Poteste, Mauern) habe ich mit Natursteinen gemacht. Als Verlegevariante habe ich mich  ausschliesslich  für die Verlegung im Mörtelbett (selbst gemachter Drainagemörtel) entschieden. Bei bruchrauhen Platten geht es gar nicht anders.

Funktioniert nun das System Beton - Drainagebeton - Feinsteinzeug auch in der Praxis??

obwohl ich dem Lager "Natursteine" angehöre, sage ich JA das funktioniert genauso.
Dem  Drainagebeton  ist es egal von welcher Oberfläche das Wasser kommt .
Und die Verbindung zwischen Drainagebeton und Belag, stellt eine Kontaktschlemme, bzw.
ein Steinkleber her.

Bei der Verlegung/Errichtung im Aussenbereich habe ich ein paar goldene Regeln penibel beachtet, und die lauten:
* Das Wasser sucht sich immer einen Weg von einem höhern zu einen tiefer gelegen
   Punkt.
* Man kann das Wasser nicht aufhalten.
 
* Behindere nicht das Fließen und gib  dem Wasser einen definierten  Fließweg vor,
   ansonsten sucht sich das Wasser selbst einen, bzw staut es sich auf und das lässt

   es dich sehen (Frostschaden/Feuchteschaden)
* Wasserdichtes Fugenmaterial gibt es auch nicht - gesehen über Jahre.
* Die Frosttiefe in unseren Breiten  liegt bei min. 80cm.


Und so sind meine Arbeiten geworden (haben schon strenge Winter und heiße Sommer schadlos überstanden).

Gruß
30.1.2018 14:04
Hallo Muk!!

Danke für deine Einschätzung!! Ich denke mir auch - wenn das nicht funktioniert, wäre es wohl nicht zu einem Trend "Feinsteinzeug im Aussenbereich gekommen" bzw. würde das wohl auch keiner anbieten, wenn es danach für Handwerker und Kunden nur Probleme gibt!
Vor allem ist halt bei vielen negativen Berichten völlig unklar, die gut und ordnungsgemäß die Verarbeitung der eingesetzten Kleber und des Betons war?!
30.1.2018 22:02
Hallo,
in diesem Dokument ist die Verlegung auf Drainagemörtel beschrieben. 
https://www.mirage.it/media/filer_public/77/b2/77b29a15-3305-47c6-9e34-19a3d91de3de/manuale_posa_evo2e_2015_tedesco.pdf
So wie schon erwähnt, muss  Haftschlämme/Kleber zwischen Belag und Drainagemörtel verwendet werden. Die Platten müssen aber min. 2cm dick sein, wenn diese mit einem PKW befahren werden müssen.  Was ich auf jeden Fall ausprobieren würde ist, wie robust die Oberfläche ist - überhaupt wenn man den Belag mit Schneeketten befährt, bzw. wenn sich Schotter zwischen Reifen und Belag befindet. Ich würde mir eine Testplatte zulegen und diese
"bearbeiten".  Schotter auf der Oberfläche reiben, mit spitzen Gegenständen drüberfahren,
u.s.w..  Ich habe bei meinen Quarzitplatten  (silberglow spaltrauh)  den Härtetest mittels Topfbürtse (Zopfbürste) und Winkelschleifer durchgeführt. Sind dann nach der Behandlung ganz silbergrau geworden und hatten keine Schleifspuren.

Gruß


31.1.2018 22:33
ich kann nur vor Leichtrein ( Herstellernamen habe ich vergessen, war es Hä.... oder?) warnen, denn das heißt den Dreck innerhalb von 4 Stunden mit dem richtigen Mittel entfernen.
Nur wie weiß ich was der Handwerker vergossen hat?   oder aus dem Mistkübel tropfte...


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