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Kollektorschleifen unter dem Keller

11 Beiträge | letzte Antwort 13.3.2018 | erstellt 5.1.2018
Hallo,

ich lese hier immer wieder dass der Kollektor nicht unter Gebäuden/Fundamenten etc geführt werden darf. Ist der Grund hierfür die Gefahr für Hebungen bei Vereisung?

Wir bauen einen Keller der im Winter (niedrigster Grundwasserstand) knapp über dem Grundwasser steht. 

Da eine Grundwasserwärmepumpe leider nicht in Frage kommt (Eisengehalt des Wassers etc) war meine Überlegung die Kellergrube einfach 30-50cm tiefer auszuheben, RGK-Rohre in das Grundwasser zu werfen (90m^2 Keller), dann die 30-50cm wieder aufzufüllen und den Keller darüber zu bauen.
Also den Kollektor praktisch als Wärmetauscher im Grundwasser. 

Dies natürlich ZUSÄTZLICH zu einem "normalen" RGK, da ich ja unter keinen Umständen den Kollektor unter dem Haus auf Minusgrade bringen darf.

Dämliche idee oder sinnvoll?
5.1.2018 12:29
Hallo,
Erfahrung von unserer RGK Verlegung.  Baumeister war bei der Verlegung vor Ort und hat sich dies ganz genau angesehen. Wie weit wir von der Bodenplatte entfernt sind etc. um mögliche Setzungen zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden.
Wir haben beispielsweise das Ende des Kollektors quer unter der Bodenplatte laufen (ca. 50 cm breit und 3 m Tief)
Wir hatten dann bei den Bodenplattenarbeiten das "Problem" das ein Streifenfundament und darauf geplant eine tragende Wand genau dieses Stück berührt hat.
Der Baumeister hat daraufhin nach Rücksprache mit dem Statiker das Streifenfundament verlängert und über die 50 cm Breite RGK Grabung einen Unterzug erstellt.
Bodenbeschaffenheit für den RGK lehmig und oberhalb auf der Bodenplatte nochmals deutlich fester (Lehm/Schotter Mischung).
Statiker: unterschiedliche Untergrundbeschaffenheit kann zu Setzungen führen

Ich bin froh, dass wir nicht mehr unter der Bodenplatte gemacht haben, denn eine zusätzliche Verdichtung bzw. eine entsprechend Ausführung hätte den Vorteil des RGK´s (hinsichtlich Kosten) doch zerstört.

hier findest du Fotos zu unserer Verlegung
https://mhwohn.blog/ringgrabenkollektor/

und so hat dann die Bodenplatte ausgesehen:
https://mhwohn.blog/bodenplatte/
6.1.2018 19:25
An der Stelle, wo das Erdreich versiegelt ist, kommt kein Regen dazu. Dieser ist jedoch wichtig für die Regeneration des Erdreichs, soweit ich das verstanden habe. 
7.1.2018 19:22


Vardi17 schrieb: soweit ich das verstanden habe.




DeepB schrieb: Ist der Grund hierfür die Gefahr für Hebungen bei Vereisung?

die hebungen sind eine sache der dimensionierung. das kann man bei richtiger auslegung am warmen ende ausschließen. aber wie vardi schreibt führt das austrocknen des bodens zu schlechter wärmeleitung...

wenn der kollektor zuverlässig im grundwasser liegt wäre das wieder anders.

aber hier gibts noch ein problem...


DeepB schrieb: dann die 30-50cm wieder aufzufüllen und den Keller darüber zu bauen...

ein fundament muß prinzipiell auf gewachsenem, boden gegründet werden, also gehts nicht zuerst auszuheben und dann wieder aufzufüllen und dann draufzubauen. das ist statisch nicht mehr definiert, es kann zu setzungen kommen...

bei keller bietet sich ein baugrubenkollektor an, der profitiert auch vom grundwasser wenn dieses nicht viel tiefer liegt...



7.1.2018 19:29


mhwohn schrieb: Wir hatten dann bei den Bodenplattenarbeiten das "Problem" das ein Streifenfundament und darauf geplant eine tragende Wand genau dieses Stück berührt hat...

unter der bopla führt man den RGK ja nur zur anbindung, dort ist der schlitz dann nicht stärker invasiv als bsplw ein eingeschlitztes kanalrohr, daß ebenfalls unter der bopla eingezogen wird. solche 30-50cm schlitze sind 'normalerweise' nicht relevant außer es liegt an einer besonders 'günstigen' stelle, diese sollte man dann umfahren...

bei euch ist noch eine spezialität das streifenfundament, zuallermeist wird heute mit bopla gebaut, die ist für solche aktionen noch toleranter/flexibler...

ps: außergewöhnlich schöne bilder einer außergewöhnlich schönen verlegung. hat ehrgeizige monteure der hr schandl...

oder war der hr schier so streng?

8.1.2018 18:16
eigentlich sollte ein Geselle und wir mit 2 Personen die Verlegung vornehmen, allerdings war es auch für Hr. Schandl der 1. RGK und daher waren der Hr. Schier und ein paar Monteure dabei.

ich meinte nach Ankunft der Monteure und Hr. Schier zu meinem Vater lediglich, naja sehr dreckig werd ma uns heute net machen und habe die Kamera aus dem Auto geholt 
9.1.2018 7:11
Ok, ich habe begriffen dass das eine blöde Idee war...

vielen Dank
Daniel
13.3.2018 12:53
Mein Kellerbauer will in der Ausgehobenen Baugrube als Sauberkeitsschicht eine Schicht Magerbeton verwenden, da dieser gerade abgezogen werden kann zum plazieren der Bodenplattendämmung.

Kann man diese Magerbetonschicht etwas dicker ausführen und darin RGK-Rohre verlegen? Praktisch wie eine sehr einfache Betonkernaktivierung? Das würde außer Dezember/Januar im Grundwasser liegen.
13.3.2018 14:15
ich würde keine rohre unters haus legen.
13.3.2018 16:40
Man macht eine Frostschürze (Dämmung) um keine Eislinse unter dem Fundament zu bekommen, und du würdest mit der Kältemaschine genau dort Wärme entziehen. Halte ich für keine gute Idee, Grundwasser hin oder her.
Der Kollektor sollte von möglichst viel umgebenden Erdreich Wärme entziehen können. Das Erdreich sollte  unempfindlich gegenüber kleinere Eisradien sein. Bei den horizontalen Kollektoren ist der RGK aktuell die Empfehlung hinsichtlich Effizienz, Flexibilität und P/L.
13.3.2018 17:05
ok, einverstanden, auch die fortführende idee war wohl nicht so gut.
13.3.2018 18:07
das wäre dann kein kollektor sondern ein puffer
man müßte diesen bopla-puffer permanent mit solarwärme im winter nachladen damit das funktioniert...
Kollektorschleifen unter dem Keller
ein bild der fa die mit diesem konzept gescheitert ist...

hier ein leidgeprüfter...
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/p/2583992



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