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Wärmepumpe Sole/Wasser für EFH in Unterkärnten

6 Beiträge | letzte Antwort 4.1.2018 | erstellt 26.12.2017
Hallo Zusammen,
nachdem ich nun bereits ca. ½ Jahr aufmerksam mitlese bin ich an den Punkt gekommen mein eigenes Wärmepumpen/Ringgrabenkollektor Projekt vorzustellen und hoffentlich mit eurer Hilfe zu optimieren.

Ein paar Informationen zu Grundstück und Haus:

Grundstück:
   •   Ort: Unterkärnten, nähe Wolfsberg
   •   Lage: Süd-West - leichte Hanglage; 550m Seehöhe
   •   Fläche 1400m²
   •   Form: fast quadratisch 37 x 38m


Haus – Werte laut Energieausweis:
   •   Baubeginn: März 2018
   •   Bauform: Hybrid
    •   Innenwände EG: Beton;
    •  Außenwände Holzriegelbau;
    •  Satteldach 45°;
    •  1 ½ Stockwerke.
   •   HWB: 45
   •   BGF: 266m²
   •   Fensterfläche: 65m²
   •   Wärmedurchgangskoeffizient Außenwand: 0.13W/m^2 K
   •   Wärmedurchgangskoeffizient Fenster gesamt: 0.7 W/m^2 K
   •   Gebäude Heizlastberechnung: 8.8kW


Installation:
Bodenheizung/Kühlung mit folgendem Bodenaufbau:
   •   Trockenbausystem mit massivem Riemenboden 20mm (geschraubt): 160m2
   •   Geschliffener Estrich: 35m2


   •   Sole/Wasser Wärmepumpe mit Ringgrabenkollektor (siehe https://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=47635)
   •   Fensterlüftung
   •   Grundofen mit Holzbefeuerung im EG


Bezüglich der Wärmepumpe und dem Heizkreis habe ich hier nun ein paar Fragen – der Solekreislauf wird in einem andern Thread behandelt.

(1) Pufferspeicher:
Ich weiß, dass hier im Forum, Pufferspeicher im Fußbodenheizungssystem prinzipiell nicht so hoch im Kurs stehen. Trotzdem stellt sich mir die Frage ob es aufgrund der etwas geringeren Wärmekapazität meines Systems (Trockenbauweise) notwendig ist einen Pufferspeicher zu verwenden. Oder reichen ~300l Heizungswasser kombiniert mit einer modulierenden Heizwasserpumpe um das System robust auf einem möglichst konstanten Betriebspunkt zu betreiben? Wie ist eure Meinung dazu?

(2) Wärmepumpe
Bezüglich Wärmepumpe schwanke ich noch zwischen folgenden Kombinationen:
   •   NIBE f1155 (2-12kW) + 300l Boiler
   •   NIBE f1255 -12 (2-12kW) mit integriertem 180 l Boiler
   •   Novelan SICV 9.2K3 + 300l Boiler (1.77 – 8.65kW @ B0/W35)
   •   Novelan WSV 9.2K3 (1.77 – 8.65kW @ B0/W35) mit integriertem 180 l Boiler


NIBE vs. Novelan:
Mein Installateur bietet die Novelan an würde aber auch gegebenenfalls die NIBE installieren. Prinzipielle würde ja rein technisch gesehen nichts gegen die Novelan sprechen, und es sind wohl auch weitgehen ähnliche Geräte wenn ich das richtig gelesen habe, wären da nicht die großen Unterschiede im Schallleistungspegel (nach EN12102):
   •   Novelan: 44-54 db(A)
   •   NIBE: 36-47 db(A)
bzw. im Schalldruck im Umkreis von 1m um das Gerät (nach EN ISO 11203 @ B0/W35):
   •   Novelan: 29-39 db(A)
   •   NIBE: 21-32 db(A).

Der Schall ist deshalb relevant weil ich keinen Keller plane und die Wärmepumpe sich im Technikraum - Luftlinie 4m - vom Esstisch befindet. Notfalls könnte das Gerät in die Werkstatt was ich aufgrund der Wärmeverluste zum Boiler im Technikraum vermeiden möchte. Die Wände des Technikraums sind aus 20cm Stahlbeton, jedoch habe ich trotzdem Bedenken bei der „lauteren“ Novelan, da 7-8 db(A) in Anbetracht der logarithmischen DB Skala doch einen großen Unterschied darstellt. Wie ist hierzu eure Meinung? Hat jemand Erfahrung mit der Novelan? Kann man hier bereits in der Planung gegenwirken (z.B.: mit entsprechend vorbereitetem Fundament)? Muss die Wärmepumpe in die Werkstatt?

Interner vs. externer Wasserspeicher:
Hier bin ich noch etwas unschlüssig ob uns die 180l des integrierten Boilers der Nibe 1255 bzw. der Novelan WSV reichen werden. Wenn die Wärmepumpe sowieso in die Werkstatt muss ist das Thema zugunsten des externen Boilers erledigt.

Zum Nutzungsverhalten:
   •   4 Personen Haushalt mit zwei Kindern (1J und 3J)
   •   ~2 x Dusche pro Tag und ~2 x Badewanne pro Wochen.
Kann ich direkt nach dem einlassen der Badewanne noch 2 x normal (~5min) Duschen?

Vielen Danke vorab für eure Bemühungen!

Liebe Grüße
Armin

26.12.2017 16:10
servus armin,
spannendes projekt!
skelettbau?
ortbetonwände?
aktiviert?
wäre viel besser als eine trockene fbh...
puffer bräuchtest du nicht einmal mit heizkörpern.
für 90% der nutzer im efh reicht der integrierte speicher WENN ihn die wp optimal bespielen kann. deine anforderungen erfüllt er.
high-end freaks wählen einen spezialspeicher wie den greenwater...

@wp, ich würde keine der beiden nehmen ...

@kollektor, fad...
27.12.2017 21:21
Hallo dyarne,

danke für deine Rückmeldung.

Die EG - Wände werden mit Ortbeton errichtet. Teilweise könnte ich mir vorstellen eine Betonkernaktivierung zu machen (dort wo nichts vorgestellt wird). Den gesamten Wärmebedarf im EG werde ich damit aber sicher nicht abdecken können.

Das mit dem Pufferspeicher habe ich mir bereits gedacht - werde wohl darauf verzichten.

Welche WP in meiner Leistungsklasse würde deiner Meinung nach den integrierte Boiler gut bedienen, sodass ich keine Komfort- bzw. Energietechnische Einbußen haben würde? Geräusch bzw. Vibrationen sind auch ein Thema...

@ Kollektor - ich gebe zu, dass ich da im Forum schon von anspruchsvolleren Projekten gelesen habe. Aber der Teufel steckt Detail, weshalb ich doch noch auf ein paar Rückmeldungen im anderen Thread hoffe.
28.12.2017 9:18
Arne meint bezüglich WP sicher dass die beiden (vier) vorgestellten Wärmepumpen "überdimensioniert" sind, also die kleine "6kW" NIBE reichen würde und effizienter wäre. Bei dieser ist der Verdichter original auf 90Hz begrenzt und kann auf 120Hz freigeschaltet werden und liefert damit ca. 8kW Wärme, allerdings wird dann der Schalldruck lt. Prospekt nicht mehr eingehalten (bei Volllast, die du sowieso zu 99% nicht erreichen wirst).

Die Heizlast lt. Energieausweis wird meines Wissens sowieso im Vergleich zur Wirklichkeit zu hoch angegeben, wirst also -von mir geschätzt- mit ~6kW auskommen - perfekt für die kleine 6(8)kW WP

Bezüglich WW-Speicher wirst du höchstwahrscheinlich mit dem integrierten 180l-Speicher auskommen.
Ich selbst werde trotzdem den Doppelmantelspeicher nehmen weil ich mir erhoffe damit etwas PV-Strom in Form von Wärme einlagern zu können und bei Schlechtwetter nur auf geringere Temperatur laden zu müssen und trotzdem ausreichend Warmwasser für Badewanne und Dusche gleichzeitig zu haben. Außerdem kann ich einen Handtuchheizkörper im Bad über den Speicher mit höherer Vorlauftemperatur bei Bedarf betreiben.


31.12.2017 15:31
Erwin, Danke für die Erläuterung.

Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt die kleiner Nibe zu verwenden und "freizuschalten" - jedoch bin ich unsicher ob die oftmals etwas höhere Kompressordrehzahl des kleineren Geräts störend wirken kann. Wie kritisch sehr Ihr den Ausfstellungsort der Wärmepumpe - 4m Luftlinie vom Esstisch? Kann ich die Nibe bei normaler Heizlast (3-4kW) durch die 20cm Betonwände hören bzw. die Vibrationen spüren?

Reicht für die kleine Nibe ein Ringgrabenkollektor mit 2x300m DN32 Rohren?
31.12.2017 16:01
danke erwin ...

@traussna,
die heizlast muß man natürlich genau anschauen, aber ohne weiteres glaube ich dir nicht daß du mehr wp brauchst als ich im sanierten 350m2 2-familienaltbau mit heizkörpern ...

die schweden stellen die wp in die küche - darum hat sie ein gekapseltes kältemodul und ist im unteren bereich wirklich unhörbar.

ich bin seinerzeit bei der inbetriebnahme bei richard mit dem servicetechniker sicher 20-30 minuten davor gestanden und wir haben uns gewundert warum sie nicht läuft.
tat sie aber schon die ganze zeit ...

gegen vibrationen ist sie bereits intern durch flexrohre sole- u heizkreisseitig entkoppelt...

der schallpegel ist normgerecht für 90hz angegeben, wir haben häuser da läuft sie nie über 55hz...

ja, 2x300m da32 ist perfekt...
4.1.2018 19:09
Danke für die Rückmeldung. 
Habe gerade die Schalleistungsangabe der Wärmepumpe mit dem Geschirrspüler verglichen den wir planen in die Wohnküche zu integrieren. Fazit:
die Wärmepumpe ist im Teillastbereich deutlich leiser 



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