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schwankende RGK Verlegetiefe

5 Beiträge | letzte Antwort 7.11.2017 | erstellt 4.11.2017
Zur Erreichung des Endniveaus unseres unebenen Grundstücks wird an verschiedenen Stellen unterschiedlich viel aufgeschüttet (0 bis 40 cm).

Bei der Verlegung des RGK wäre es natürlich einfacher vom bestehenden Gelände auszugehen, woraus natürlich abschnittsweise eine gegenüber der Planung größere Tiefe des RGK resultiert. Geringere Tiefen werden nie erreicht.

1) Können größere Tiefen nachteilige Effekte haben?

2) Wie verhält es sich, wenn durch das Aufschütten von ca. 40cm über dem kalten Ende dieses letztendlich tiefer liegt als das warme Ende des RGK?

3) Ist der Effekt der Vergleichmäßigung des Entzuges durch das Tieferlegen des warmen Endes um ca. 30 cm tatsächlich bemerkbar? Finded nicht durch das auskühlen des Erdreiches am kalten Ende eine automatische Verlagerung des Entzuges zum warmen Ende hin statt und damit ein stärkerer Vergleichmäßigungseffekt?

Danke
5.11.2017 16:59
hallo heribert,

du steigst ja sehr tief in die materie ein ...

1) nein, prinzipell nicht.
aussagen wie 'kollektor darf nicht zu tief liegen' regeneration ist in seichter tiefe besser' betreffen historisch knapp ausgelegte (dv) kollektoren, die massiv in die vereisung gingen.
man konnte hiert tlw beobachten wie die vereisung/hebung über den winter entlang dem kollektor immer weiterwanderte - im extremfall bis in den technikraum an die maschine

dann ist wichtig im frühjahr schnell wieder schmelzwärme in den kollektor zu bringen und das geht in dieser phase in geringer tiefe schneller.

der RGK wird so ausgelegt daß er nicht komplett oder massiv vereist. dann hat seichte verlegung nur nachteile.

hier ein dv-kollektor... schwankende RGK Verlegetiefe
man sieht wie der kollektor von märz bis juni am temperaturboden hängt weil erst die vereisung schmelzen muß.

hier ein RGK schwankende RGK Verlegetiefe
man sieht wie bereits im märz die temperatur stark ansteigt weil eben kein eis zu schmelzen ist.

am liebsten würde man RGK in 3, 4 oder 5m tiefe legen - auch wegen der phasenverschiebung sommer/winter. allerdings ist der bauaufwand dafür gigantisch und der nutzen minimal...

2) dies würde man durch planung vermeiden. diese ist immer auf den endgültigen zustand, die endgültige überdeckung zu optimieren.

3) was würde ohne gewichtung passieren?
das erste drittel würde wesentlich (!) mehr entziehen als das letzte drittel. man hätte nicht den maximalen nutzen aus dem grabaufwand und der boden im ersten drittel würde höher belastet (gefahr von hebungen).

darum nutzen wir tiefe und rohrverteilung und grabenbreite zur gewichtung. dabei ist viel erfahrung und fingerspitzengefühl vonnöten, weil diese kein starrer wert ist aufgrund der unterschiedlichen entzugssituationen und arbeitspunkte.

dazwischen greift - wie du ganz richtig bemerkst -. der selbstregeleffekt. dieser kann allerdings nur bis zu einem gewissen maß ausregeln, nicht grundsätzlich.

beispiel: ein gepflasterter weg am kalten ende könnte sich heben. am warmen ist dies ausgeschlossen...
5.11.2017 23:50
hallo arne,

danke für die ausführliche Antwort.

hab da noch immer ein Verständnisproblem zu Punkt 2)

Nehmen wir an der RGK ist perfekt nach Planung (inklusive aller Gewichtungen) verlegt und nach einem Jahr werden die ersten 20 Meter (kaltes Ende) mit einer zusätzlichen Schicht Erde von 1m überdeckt.

Warum soll vermieden werden, dass durch Aufschüttung das kalte Ende tiefer liegt als das warme Ende? Das kalte Ende würde mehr Energie zur Verfügung haben und das warme Ende würde dadurch ebenfalls später gefrieren obwohl die Tiefengewichtung verändert wurde.
7.11.2017 18:09
üblicherweise hängt die verlegetiefe mit den kosten zusammen. es gibt gewisse kompromisse und optimierungen, um im winter gute quellen eingangstemperaturen zu erzielen.
wenn du nun ungeplanterweise den kalten anfang mit 1m überschüttest, wird nichts passieren. es kann höchstens sein, dass die mitte inaktiv wird, da der kalte anfang schon sehr weit erwärmt wird.
das schöne am höher liegenden kalten anfang ist die schnellere regeneration im frühling / sommer. das tiefe warme ende garantiert noch ein stück höhere quellentemperatur im winter.


7.11.2017 18:38


brink schrieb: kalten anfang mit 1m überschüttest, wird nichts passieren. es kann höchstens sein, dass die mitte inaktiv wird


und das wiederum kostet Effizienz. Durch die Gewichtung der 3 Dimensionen (tiefer, breiter, enger) hältst du den Wärmeenzug pro Grabenmeter konstant, es wird nichts hergeschenkt.
7.11.2017 19:30


rabaum schrieb: und das wiederum kostet Effizienz


so kann man das nicht formulieren
es wird sicher etwas bringen, zumindest die quelleneintrittstemperatur ein wenig stabilisieren.


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