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Welcher Estrich für den Neubau

105 Beiträge | letzte Antwort 11.9.2018 | erstellt 27.2.2015
Mahlzeit zusammen,

ich bin mittlerweile absolut verwirrt, was die unterschiedlichen Estricharten und ihre Vor- und Nachteile für unseren Neubau angeht. Habe diverse Threads hier im Forum studiert sowie diverse Literatur im Internet - mir komm vor, ich hab jetzt weniger Durchblick als vorher!

Morgen Früh kommt unser Baumeister mit dem Subunternehmer vorbei, der in unserem Neubau Schüttung und Estrich ausführen wird. Fußbodenaufbau ist wie folgt vereinbart:

1 cm Bitumenbahn mit Alueinlage (nur im Keller)
7,5 cm Klebergebundene Schüttung
PE-Folie
3 cm Varioroll Trittschalldämmung mit Fußbodenheizung (Tackersystem)
6 cm Zementestrich

Wo ich absolut unschlüssig bin, ist die Wahl des richtigen Estrichs. Mittlerweile bin ich auf folgende Estricharten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen gestoßen (sollte ich groben Unsinn verzapfe, bitte ausbessern):

Zement-Estrich erdfeucht
+ Unproblematisch beim Ausheizen
+ Unempfindlich auf Feuchtigkeit
- Wird unter Umständen nicht ganz eben
- Schüsselt auf
- Längere Ausheizdauer
- Umschließt die Heizungsrohre nicht vollständig, etwas höhere Vorlauftemperatur
- Dehnfugen notwendig

Calcium-Sulfat-Fließestrich (= Anhydrit-Fließestrich)
+ Wird eben
+ Schüsselt nicht auf
+ Kürzere Ausheizdauer
+ Umschließt die Heizungsrohre vollständig, etwas niedrigere Vorlauftemperatur
+ Keine Dehnfugen notwendig
- Problematisch bei falschem Ausheizen
- Empfindlich auf Feuchtigkeit

Zement-Sulfat-Fließestrich
+ Wird absolut eben
+ Schüsselt nicht auf
+ Kürzere Ausheizdauer
+ Umschließt die Heizungsrohre vollständig, etwas niedrigere Vorlauftemperatur
+ Keine Dehnfugen notwendig
- Problematisch bei falschem Ausheizen
- Empfindlich auf Feuchtigkeit

Zu erdfeuchtem Calcium-Sulfat-Estrich und Zement-Fließestrich habe ich so gut wie gar nichts gefunden.

Meine Wunschvorstellung wäre folgende:
* Zementestrich in Badezimmern, WC, Keller und Garage
* Fließestrich in den übrigen Räumen

Nur welcher Fließestrich soll es werden? Calcium-Sulfat, Zement-Sulfat, nur Zement? Oder soll ich einfach überall den erdfeuchten Zement-Estrich nehmen, weil mein Estrichleger damit die meiste Erfahrung hat? Wofür würdet ihr euch aktuell entscheiden, sofern preislich kein großer Unterschied ist?

Danke und LG
Zeichi1984
31.3.2016 15:33
Der Arbeiter gestern hat mir auch gesagt die ersten 7 Tage keine Zugluft.

Die Sinterschicht wird aber sowieso abgeschliffen.

Ausheizen beginne ich am Mittwoch.
Versuche dann 2-3 täglich zu lüften.

Bin mir halt jetzt nicht sicher ob ich morgen schon ordentlich lüften soll.
31.3.2016 15:44


VWG 40 schrieb: Die Sinterschicht wird aber sowieso abgeschliffen.


bei mir auch. danach fliese ich ein stück im technikraum aus und der installateur macht die wp rein. dann wird ausheizprogramm gestartet..
31.3.2016 16:46


VWG 40 schrieb: Bin mir halt jetzt nicht sicher ob ich morgen schon ordentlich lüften soll.


Nach 2 tagen auf die Fenster und raus mit der feuchten Luft.

Ist der große Vorteil vom Fließestrich. Neben dem schnellen einbringen, hast keine Schutzzeit bis zum Lüften.


31.3.2016 17:12
Genau das hat mir der vom Wiedner heute auch gesagt.

Also werd ich das so machen.

@brink

Ich hab zum Glück eine LWP wo meine WP auf der Wand hängt.

31.3.2016 19:31


brink schrieb: danke! werde ich eh nicht. mir fehlt noch eine person/firma dafür. ;)
nana, 80-90% luftfeuchte gibt's eh nicht. innenputz kam vor weihnachten und ist mittlerweile sehr trocken. erstaunlicherweise hat der estrich gefühlsmäßig kaum feuchte eingebracht.


Hast du einen Hygrometer stehen?

Ich bin gespannt wieviel Luftfeuchte ich morgen habe.
Eingebracht wurden über 2000 Liter Wasser. Also rechne ich eigentlich schon mit 99%
9.11.2017 12:13
Dehnfugen bei Fließestrich

Mein Estrichleger macht Dehnfugen auch bei Verwendung von Fließestrich (CA20-F4). bei jeder Tür.

Das hat mich etwas überrascht da ich eigentlich immer davon ausgegangen bin, dass das nur bei Zementestrich notwendig sei. Laut ihm kann aber auch der Fließestrich reißen?!

9.11.2017 19:07
Haben keine Dehnfugen beim Fliessestrich. Ein Riss hat sich aufgetan. Estrich war schon ausgeheizt, ein Tag bevor der Bodenleger kam war auf einmal der Riss da.
7.9.2018 21:42
Gilt anno 2018 immer noch der Anhydritestrich als euer Favorit? Hier kommt auch bald der Estrich und wir haben einen Holzständerbau. Nun sollte er natürlich die FBH optimal unterstützen und so wenig wie möglich Feuchtigkeit einbringen. (im Holzständerbau ist dass hier dass einzige Feuchtigkeit bringen de Element im Bau. (ok neben der Spachtel Masse für die Rigips Platten) Geplant sind 7cm Estrich auf FBH mit Tackersystem. (8cm Dämmung und dann 7cm Estrich) 

Was würdet ihr empfehlen? Die Wahl fällt zwischen klassischem Zement Estrich und Anhydrit Estrich. Was meint ihr?
7.9.2018 22:02
Ich habe im Blockhaus, das auch nur Feuchtigkeit aus dem Estrich kennt und zudem noch empfindlich bzgl. Feuchtigkeit ist, einen Zementestrich genommen.
Keine Probleme mit Feuchtigkeit (Holz kann ja "blau" werden, wenn es feucht ist)
7.9.2018 22:06


denis schrieb: Was würdet ihr empfehlen? Die Wahl fällt zwischen klassischem Zement Estrich und Anhydrit Estrich. Was meint ihr?


Haben auch den Anhydritestrich im Holzbau. Hatte vorerst auch Bedenken, war aber kein Problem. Holz trocknet wieder schnell ab. Ist ohnehin ein guter Feuchtigkeitsregulator. Nimmt Feuchtigkeit auf, und kann auch wieder schnell Diese abgeben. Das Einizige was geschwitzt hat beim ausheizen, waren die Fenster.
7.9.2018 22:11


Spore schrieb: (Holz kann ja "blau" werden, wenn es feucht ist)


Wenns dauernd feucht bleibt. Da wirds aber nicht blau, sondern morsch. Wennns blau ist, dann war es dann schon vorher schon "blau" (braun sagt man richtig, es nimmt aber einen blauen Stich an)
7.9.2018 22:24
Bläuepilze sind das, ja. Und die kommen nicht nur wenn es dauernd feucht ist. Es gibt Blockhäuser, die mussten 2 Wochen wieder geschliffen werden, um das wegzubringen. Das letzte, das ich kenne, steht in D und hatte nur beim Aufstellen mehrere Regentage. Das reicht.

Es ist kein zersetzender Pilz, er ernährt sich von Eiweis, Stärke und nicht von Zellulose. Vom Bläuepilz wird also nichts "morsch"

Dennoch will jeder ein schönes Blockhaus... ohne Bläue
7.9.2018 22:40


Spore schrieb: Dennoch will jeder ein schönes Blockhaus... ohne Bläue


das ist schon klar, das Sichtholz frei von Bläue ist!
Nach Hochwasserschäden (z.B.)  ist es wichtig, dass das Holz wieder austrocknen kann! Aufmachen (zumindest von einer Seite), Dämmmaterial raus, und trocknen lassen, so wurden viele Häuser, die im Wasser standen wieder trocken gelegt. (Habe da mal einen Bericht gesehen, wie in D das Hochwasser war)
8.9.2018 8:32
Ich sehe schon auch hier sind beide Arten wieder vertreten. Ich habe schon ein wenig Sorge um den Sichtdachstuhl wenn ich Anhydritestrich nehme. Auf der anderen Seite sollte die FBH auch super effizient sein. Sonst wäre die ganze Auslegung auf 30 Grad VL für die Katz. Kann mir jemand sagen wie es nun wirklich um die FBHs Effizienz im Vergleich Zement Estrich klassisch vs Anhydritestrich steht? 
8.9.2018 8:39
Haben zwar keinen Sichtdachstuhl, aber eine Sichtdecke- und Wände. Hat überhaupt keine Spuren hinterlassen am Holz bei Fliessestrich. Als Estrich eingebracht wurde, war das Sichtholz schon drinnen.
Der untere Teil der Wände wurde wegen möglicher Betonspritzer mit einer Folie geschützt.
8.9.2018 10:14
hallo denis,
ich monitore ja dutzende anlagen im realbetrieb.
du siehst überhaupt keinen effizienzunterschied zwischen zementestrich und fließestrich...

hier eine referenzkurve aus letztem winter eines hauses mit durchschnittlichem effizienzstandard und zementestrich...

Welcher Estrich für den Neubau

besser gehts nicht ...
8.9.2018 10:26


dyarne schrieb: du siehst überhaupt keinen effizienzunterschied zwischen zementestrich und fließestrich...


Wir stehen auch vor der gleichen Frage.
Einer der größten Estrichhersteller in OÖ hat gemeint er führt aus Gründen der Effizienz nur mehr Fließestrich aus. Er hat uns erklärt, eine FBH im Betonestrich benötigt im Vergleich eine um +3Grad höhere Vorlauftemperatur infolge schlechterer Rohrummantelung.
8.9.2018 10:45
Bei uns war die Sache klar, nachdem ich rund um den Ofen eine Glasplatte eben mit dem Fußbodenbelag wollte. Das ging mit Zemetestrich leicht.
10.9.2018 18:43
Danke dyarne für deine Antwort. Damit kann ich die Bedenken bezüglich der Effizienz gleich mal zu den Akten legen. Damit bleibt  eigentlich nur noch der Vorteil der Selbst Nivellierung und das Fehlen von Dehnungsfugen. Weiß hier jemand wieviel weniger Wasser ein Zement Estrich im Vergleich zum Anhydritestrich in den Bau bringt?

@altehuette Zu welcher Zeit wurde bei dir der Estrich eingebracht und wie lange hat es gedauert bis die Luftfeuchtigkeit wieder auf einem normalen Maß war? 
10.9.2018 23:02


denis schrieb: @altehuette Zu welcher Zeit wurde bei dir der Estrich eingebracht und wie lange hat es gedauert bis die Luftfeuchtigkeit wieder auf einem normalen Maß war?


Im Juli eingebracht, wann die Luftfeuchtigkeit wieder im normalen Maß war, kann ich nicht mehr sagen, ging aber schnell, soweit ich mich erinnere! Hatten beim Estrichtrocknen (nicht ausheizen) eine sehr heiße Schönwetterphase. In der ersten Woche nach Estricheinbringung war es eher düster. Dann kam die heiße Phase. WP zum Estrich heizen kam genau 4 Wochen später (Inbetriebnahme)
11.9.2018 2:36
Hi,

Zementestrich wäre auch meine Empfehlung :)

LG



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