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Frischwasserstation mit elektrischer Nacherwärmung – Erfahrungen?


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Zusammenfassung
  •  WedeSani
8.5. - 11.5.2026
11 Antworten | 7 Autoren 11
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Hallo zusammen,
ich plane für unser Einfamilienhaus mit ELW (Altbau-Sanierung, Wärmepumpe + PV + Batteriespeicher) die TWW-Bereitung dezentral pro Wohneinheit über je eine Frischwasserstation. Die Wärmepumpe steht dabei ca. 15 m vom geplanten Pufferstandort entfernt — die Leitungsverluste sind also ein zusätzliches Argument für möglichst niedrige Vorlauftemperaturen.
Mein Ziel: Den Pufferspeicher möglichst niedrig fahren (~40–45 °C), damit die WP WP [Wärmepumpe] bei hohem COP arbeitet. Die letzten 3–5 K bis Komforttemperatur sollen elektrisch über einen vollelektronischen Durchlauferhitzer direkt nach der FriWa nachgeheizt werden.
Konzept also: Puffer 40–45 °C → FriWa → DLE (Boost auf 42–43 °C) → Zapfstelle.
Meine Fragen:
  • Gibt es dafür fertige Komplettsysteme?
  • Falls Eigenbau aus Standard-FriWa + nachgeschaltetem DLE: Hat das jemand in der Praxis aufgebaut? Wie verhält sich das hinsichtlich Druckverlust, Regelträgheit und Mindestdurchfluss am DLE?
  • Wenn der DLE real nur 3–8 K nachheizen muss, müsste die nötige Anschlussleistung doch deutlich unter den üblichen 18–27 kW liegen — bei 12 l/min und 5 K wären das rein rechnerisch nur ca. 4 kW, bei 8 K rund 7 kW. Gibt es in dieser Leistungsklasse vollelektronisch geregelte DLE, oder ist man de facto gezwungen, einen "großen" DLE zu nehmen, der dann nur einen Bruchteil seiner Leistung abruft?
  • Danke für Tipps und Erfahrungsberichte!
    Grüße

    •  wuschi
    •   Bronze-Award
    8.5.2026  (#1)
    Und was bringt der bessere COP, wenn du dann eine Stromheizung nachschaltest? Manche kommen auf Ideen...
    Ein DLE macht unter Umständen direkt an der Zapfstelle Sinn, wenn man z.B. kleine Mengen WW WW [Warmwasser] für schnell verfügbar haben will um kurz was abzuspülen oder zum Händewaschen.
    WW mit der WP WP [Wärmepumpe] auf 50 Grad zu erwärmen ist völlig problemlos möglich.

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    •  Akani
    9.5.2026  (#2)
    Find es echt  schlimm wie hier oft mit Übertreibungen was gebaut werden soll.
    Auch oft nur wegen Az oder Cop.
    Bescheist dich doch selber und zahlst noch viel Geld dafür

    1
    •  ds50
    •   Gold-Award
    9.5.2026  (#3)

    zitat..
    WedeSani schrieb: damit die WP WP [Wärmepumpe] bei hohem COP arbeitet.

    COP Heizstab = 1.


    1


    •  WedeSani
    10.5.2026  (#4)
    Danke für die Rückmeldungen — ein paar Gedanken dazu:

    Vorab zur Einordnung: Wir reden über ein EFH mit Einliegerwohnung, also faktisch Zweifamiliennutzung. Damit wird Trinkwasserhygiene zum echten Thema — regelmäßige thermische Desinfektion stünde bei einem klassischen WW WW [Warmwasser]-Speicher auf der To-Do-Liste, und das frisst nochmal jede Menge zusätzliche kWh.

    "Stromheizung nachschalten frisst den COP-Vorteil auf":
    Das wäre der Fall, wenn der DLE den Großteil der Energie liefern müsste. Tut er aber nicht.

    Beispiel Dusche von 10 → 42 °C, ΔT 32 K:
    - WP liefert die ersten ~25 K (Puffer auf 40 °C, FriWa-Grädigkeit 5 K → 35 °C sekundär)
    - DLE deckt die letzten ~7 K
    - Anteil DLE-Strom an der Gesamtenergie: ca. 20 %

    Diese 20 % laufen mit Faktor 1, die übrigen 80 % aber bei deutlich besserem COP, weil die WP WP [Wärmepumpe] 40 °C statt 50 °C produzieren muss. Zwischen W40 und W50 liegen je nach Außentemperatur und Modell 0,5–0,8 COP-Punkte — und das wirkt 24/7, das ganze Jahr.

    Sommerbetrieb / PV-Flexibilität:
    In den warmen Monaten kann ich den Puffer einfach höher fahren (50–55 °C per PV-Überschuss) — dann hat der DLE schlicht keine Arbeit. Im Winter, wo PV wenig liefert und die WP WP [Wärmepumpe] bei niedrigem Setpoint besonders effizient arbeitet, übernimmt der DLE den Rest. Diese Flexibilität bietet ein Hygienespeicher mit fixem Setpoint nicht.

    Bereitschaftsverluste:
    Ein 200-l-Speicher auf 50 °C verliert überschlägig ~1,2 kWh/Tag an die Umgebung, ein 40-°C-Speicher nur ~0,8 kWh/Tag — schlicht weil ΔT zur Umgebung kleiner ist. Differenz ~150 kWh/Jahr ohne jede Zapfung. Plus die thermische Desinfektion (s.o.).

    Hygiene / "50 °C völlig problemlos":
    50 °C liegt genau im Legionellen-Wachstumsbereich (25–55 °C). DVGW W 551 fordert in Großanlagen 60 °C am Speicheraustritt. In meinem Konzept gibt es überhaupt keinen warmen Trinkwasservorrat: die FriWa erzeugt Trinkwarmwasser im Durchfluss, der DLE eine Stufe später ebenfalls. Bei zwei Wohneinheiten ist das aus meiner Sicht der hygienisch sauberste Aufbau — nicht der kritische.

    Anschlussleistung:
    Der DLE läuft pro Duschvorgang 5–10 Minuten. Spitzenlast unter 10 kW — für jeden modernen Hausanschluss (40–50 A) unkritisch. Kein Vergleich zu einem reinen Direkt-DLE mit 21–27 kW.

    Durchmischung / Nachladeverhalten:
    Ein kleiner Speicher mit 50 °C ist nach einer Dusche schon weitgehend durchmischt. Die WP WP [Wärmepumpe] muss dann häufig auf hohem Setpoint nachladen — kurze Laufzeiten, schlechte Modulation, hoher VL VL [Vorlauf]. Bei 40 °C Setpoint läuft die WP WP [Wärmepumpe] länger im optimalen Arbeitspunkt, weniger Taktung, besserer mittlerer COP über die gesamte Beladung.

    Zirkulationsleitung:
    Bei Zweifamiliennutzung mit verzweigtem Leitungsnetz wäre Zirkulation faktisch Pflicht für erträglichen Komfort. Eine warme Zirkulationsleitung verursacht aber erhebliche Misch- und Stillstandsverluste, und der WW WW [Warmwasser]-Speicher wird oben ständig leicht abgekühlt von zurückkommendem Zirkulationswasser. Bei dezentralen FriWa+DLE pro WE entfällt die Zirkulation komplett — das ist energetisch ein erheblicher Vorteil, der gerne unterschätzt wird.

    ---

    Mein eigentlicher Wunsch wäre jetzt: Wie würdet ihr es konstruktiv bauen? Bisher kommen vor allem "geht nicht" und "macht keinen Sinn" — über echte Alternativen für mein Setup habe ich hier noch nichts gelesen. Bin für jeden ernst gemeinten Vorschlag dankbar — auch wenn er gegen mein Konzept spricht, sofern er die Randbedingungen wirklich adressiert.

    Grüße

    1
    •  christoph1703
    10.5.2026  (#5)

    zitat..
    WedeSani schrieb: Beispiel Dusche von 10 → 42 °C, ΔT 32 K:
    - WP liefert die ersten ~25 K (Puffer auf 40 °C, FriWa-Grädigkeit 5 K → 35 °C sekundär)
    - DLE deckt die letzten ~7 K
    - Anteil DLE-Strom an der Gesamtenergie: ca. 20 %

    Da hast du einen Denkfehler. Du hast Wärmeenergie ausgerechnet, nicht elektrische Energie. Selbst bei einem lausigen COP von 4 verdoppelst du den Stromverbrauch mit dem DLE.

    1
    •  Markus98
    10.5.2026  (#6)
    Eine Wärmepumpe macht das Warmwasser immer effizienter als ein DLE.
    Auch unter Berrücksichtung der Bereitschaftsverluste.
    Ein durchmischen des Speicher lässt sich mit einen Schichtenspeicher und einer guten FRIWA verhindern. Dabei würde auch keine Energie verloren gehen, nur Exergie.

    Du bringst hier gerade einiges durcheinander mit zentraler- und dezentraler Warmwassererzeugung. Zentral wäre eine FRIWA am Speicher. Dezentral eine Wohnungsstation. Wenn deine Wasserleitungen im Bestand schon sehr lang sind, kannst du auch nicht so einfach einen eigenen Kreis für eine Wohnungsstation nachrüsten. Hier wäre ein solartauglicher DLE direkt an der Zapfstelle z.b. für das Bad eine Komfortoption. Energetisch jedoch nicht sinnvoll. Oder den Speicher zentraler aufstellen.

    Über wieviel Warmwasserverbauch / Personen sprechen wir? Wie ist die Warmwasserbereitung derzeit gelöst und wie lange sind die Wartezeiten auf warmes Wasser?

    1
    •  christoph1703
    10.5.2026  (#7)
    Mist, jetzt hab ich einen elendslangen Beitrag mit der genauen Rechnung geschrieben und dann ist der verschwunden... Noch ein Versuch:

    Wärmekapazität lassen wir mal außen vor und rechnen mit einer arbiträren Einheit E für die elektrische Energie, die proportional zur kWh ist.

    ΔT gesamt: 32 K
    COP @32 K: 4
    Verbrauch WP WP [Wärmepumpe]: 8 E

    COP @25 K: 5
    Verbrauch WP WP [Wärmepumpe]: 5 E
    Verbrauch DLE: 7 E

    Gesamt also 50 % Mehrverbrauch im Betrieb. Mehrkosten für die Installation unbekannt.

    1
    •  WedeSani
    10.5.2026  (#8)
    @Markus98 es handelt sich um eine Kernsanierung, daher bin ich noch frei welche Leitungen ich lege. Über eine zentralere Positionierung habe ich auch schon nachgedacht, haber aber leider keinen passenden Platz im Grundriss gefunden. Wir sprechen von maximal 6 Personen (4 Erwachsene & 2 Kinder). Kannst du einen Schichtenspeicher & eine FRIWA empfehlen?

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    •  Gast-Karl
    •   Gold-Award
    11.5.2026  (#9)
    Ein DLE wie im Eingangspost angedacht, kann durchaus interessant sein, wenn er direkt an der/den Entnahmestelle/n montiert ist, und die Leitungen vom Speicher dorthin lang sind. 
    Ich kenne das von meinem Elternhaus, wo man fast eine Minute auf WW WW [Warmwasser] warten musste, was bei 20x oder öfter Händewaschen pro Tag (6-Personenhaushalt)  eine ziemliche Wasserverschwendung ist.
    Berücksichtigen muss man nämlich auch, dass das Wasser selbst meist mehr kostet, als dessen Erwärmung.
    Wenn ihr bei der Sanierung noch eine Wärmerückgewinnung für die Dusche einbauen könnt (COP ~3) braucht der DLE auch nur ein Drittel Strom, was - wie in meinem Fall - den Speicher sogar überflüssig machen kann, da wir nur duschen und mit Energiesparduschkopf nur ein minimaler Verbrauch anfällt (im Vergleich zur Heizung). Ein 11kW DLE reicht da völlig aus. Ein normal empfindlicher Mensch duscht auch kaum mit mehr als 39°.
    Legionellen sind in dem Fall auch kein Thema da nur Kaltwasserleitungen verlegt sind.
    Bei weit entfernten Waschbecken o. Küchenspüle kann auch ein 5-Lt Boiler Sinn machen (gibt es mit 600W Anschlußwert), was mit der PV auch an bewölkten Tagen locker abgedeckt werden kann, und die Bereitschaftsverluste (inkl. Leitungen) sind viel geringer als bei einem großen Speicher.

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    •  Markus98
    11.5.2026  (#10)

    zitat..
    WedeSani schrieb:

    @Markus98 es handelt sich um eine Kernsanierung, daher bin ich noch frei welche Leitungen ich lege. Über eine zentralere Positionierung habe ich auch schon nachgedacht, haber aber leider keinen passenden Platz im Grundriss gefunden. Wir sprechen von maximal 6 Personen (4 Erwachsene & 2 Kinder). Kannst du einen Schichtenspeicher & eine FRIWA empfehlen?

    Lies dich mal hier ein. https://www.energiesparhaus.at/forum-optimaler-pufferspeicher-friwa-fuer-wp/52182_79

    Bei der Sanierung auf kurze Wege achten und beim Speicher Thermosyphon verbauen.
    Bei weit entfernten Zapfstellen würde ich einen solartauglichen DLE montieren. Ist hygienischer und sparsamer als eine Zirkulation.

    Zentralen DLE aber nicht, bringt nichts und verursacht nur einen hohen Druckverlust.


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    •  wuschi
    •   Bronze-Award
    11.5.2026  (#11)
    Wenn Puffer nicht anders platziert werden kann, dann Leitungsführung optimieren und gegebenenfalls ein Rohrsystem mit kleinen Druckverlusten und Querschnitt verwenden - z.B. Viega Raxofix DN10. Das ist auf geringe Druckverluste getrimmt und durch den kleinen Querschnitt kommt dann halt etwa der gleiche Widerstand raus, wie beim typischen DN16 mit den üblichen 50% überschüssigen Kniestücken, weil der Installateur nicht überlegt, sonder halt einfach anfängt...
    Das DN10 hat bei 10m Länge 0,8L Ausstoßvolumen, dem gegenüber stehen 2L bei DN16. Und dann eben DLE an der Zapfstelle. Zentral ist einfach Blösdinn.
    Und denn Puffer auf 40°C heizen und dann "nachheizen mit DLE" (zentral oder dezentral) ist auch Unsinn. Man kann sich das mit ein paar falschen Annahmen schon schönrechnen, was bleibt ist trotzdem ein System das mehr kostet und mehr Points-of-Failure hat.

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