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Neubau / Ringleitung im Mauerwerk eingefroren

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  •  Snowstorm
24.1. - 26.1.2026
18 Antworten | 11 Autoren 18
18
Hallo zusammen,
ich benötige eure fachliche Einschätzung zu einem Problem mit meiner Sanitärinstallation, das gestern bei extremer Kälte aufgetreten ist.
Die Situation:
 
  • Symptom: Plötzlicher Ausfall der Kaltwasserversorgung ab Mittags. Warmwasser funktionierte weiterhin einwandfrei.
  • Rahmenbedingungen: Außentemperatur Nachts ca. -18 °C (Tagsüber Dauerfrost). Die Installation befindet sich in einem unbeheizten Technikraum (Anbau), der jedoch eine Innentemperatur von konstant ca. 15 °C aufweist.
  • Lokalisation: Wir vermuteten den Fehler im Bereich des Außenwasseranschlusses. Die Zuleitung verläuft dort vom Boden aus innerhalb der Außenwand nach oben.
  • Lösung: Nach 3-stündigem Beheizen der entsprechenden Wandstelle mit einer Elektroheizung floss das Wasser wieder. Die Leitung war also definitiv in der Wand eingefroren.

Technische Details: Der Technikraum ist massiv gebaut, die Leitung liegt unter Putz in der Außenwand. Es wurden frostsichere Außenamaturen verbaut.
Meine Fragen an euch:
 
  • Mangel der Ausführung: Ist es fachgerecht, eine Wasserleitung so nah an der Frostgrenze der Außenwand zu führen, dass sie selbst bei 15 °C Raumtemperatur einfriert? Müssten hier nicht Mindestdämmwerte oder Abstände zur Außenhaut eingehalten werden (Stichwort: DIN 1988)?
  • Haftung: Seht ihr hier einen Planungsfehler des Heizungsbauers/Installateurs? Das Gebäude muss ja auch bei zweistelligen Minustemperaturen funktionieren.
  • Folgeschäden: Worauf sollte ich jetzt achten, um Haarrisse oder spätere Wasserschäden durch die Materialdehnung zu erkennen?

Ich freue mich auf eure Einschätzungen, ob ich das offiziell als Mangel rügen sollte. Den Notdienst der Fachfirma habe ich gestern bereits Bescheid gegeben, um das Problem sofort zu melden, damit keiner sagen kann ich habe das Problem nicht weitergegeben. Das war aktuell telefonisch. Ich würde das ganze aber auch noch schriflich melden.
Könnt ihr mir hier eine Einschätzung geben?

Vielen Dank

Martin

  •  Akani
24.1.2026  (#1)
Hast du schon eine Fassade drauf?
Welcher Wandaufbau? 

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  •  Snowstorm
24.1.2026  (#2)
Ja .. wir sind 2023 eingezogen. Technikraum ist ein 30er Ziegel ungedämmt. Mit Kalkputz.
Ich habe nochmal nachgesehen. Wir hatten - 20 Grad und tagsüber -5 Grad.


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  •  Panorama
  •   Silber-Award
24.1.2026  (#3)
Gibt es weitere Mängel in anderen Bereichen des Gebäudes?

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  •  Gast-Karl
  •   Gold-Award
25.1.2026  (#4)

zitat..
Snowstorm schrieb: Technikraum ist ein 30er Ziegel ungedämmt.

In so einer kalten Gegend einen Raum ohne Dämmung zu bauen ist schon leichtsinnig. Kann man nicht außen noch eine Dämmung nachrüsten?
Wir hatten den Fall auch schon einmal in einem 100 Jahre alten Mehrparteien-Haus, wo die Leitungen im Keller aufputz verliefen und ein Fenster gekippt war. Nach Behandlung der Stelle mit einem Haarfön ging es wieder. Schäden gab es danach bis jetzt keine (ich denke, es war 2018).
Ich würde auch noch mit einem IR-Thermometer einmal die Wandtemperatur messen.

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  •  Snowstorm
25.1.2026  (#5)
Wie gesagt, wir haben im eine Innenraumtemperatur von ca. 15 Grad. Es befindet sich der Server, die Wechselrichter, die Lüftungsanlage und die Heizung in diesem Raum. Die Decke ist gedämmt und die Bodenplatte mit 16cm. Der Ziegel hat halt nur 30 cm und keine Füllung.

Ich denke eher das die Kälte über das Material vom Außenanschluss (Messing) nach innen gewandert ist und ist hier gefroren. Deswegen würde ich die Schuld dem Installateur geben, da er das hätte so nicht verlegen dürfen. Er war auch für die Heizung / Lüftung / Elektro zuständig. So hat er auch die Übersicht was wo installiert wird.
@Panorama: Meinst du Mängel im Bereich der Sanitärtechnik?


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  •  Panorama
  •   Silber-Award
25.1.2026  (#6)
Das grundsätzliche Problem ist die Bauweise des Anbaus. Der Installateur ist nicht für Mängel in der Planung des Gebäudes als solches verantwortlich. 
Ich würde das mit einer Begleitheizung für Wasserleitungen lösen.


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  •  Fadergeschmack
25.1.2026  (#7)
Könntest du Grundrisse/Skizzen inkl Leitungsverlaug Posten? Und ggf. Die vermutete Problem Stelle markieren.

Mir ist nicht so ganz klar wie Kaltwasser ausfallen kann ohne das Warmwasser beeinträchtigt wird. Nutzen ja beide die selbe Zuleitung oder?

Sehe hier auch eher den Bauphysiker als den Haustechniker in Verantwortung. Bzw. Fehlt hier der planerische Overhead über die einzelnen Gewerke.

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  •  altehuette
  •   Gold-Award
25.1.2026  (#8)
War früher oft mit Auftaugerät unterwegs, wenn Kalt- und WW WW [Warmwasser] nebeneinander verlaufen sind, war meistens das WW WW [Warmwasser] eingefroren interessanterweise, nicht das KW. Lag vielleicht daran, dass KW öfter in Bewegung war als das WW WW [Warmwasser]. Leitungsverläufe waren oft unbekannt, speziell in älteren Gebäuden, so musste man sich zuerst einen Überblick verschaffen wie und wo die Leitungen lagen. Jetzt ist das auftauen bei den Kunststoffleitungen eh nicht mehr möglich mit einem klassischen Auftaugerät. 

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  •  zasta
25.1.2026  (#9)

zitat..
Snowstorm schrieb:

Ich denke eher das die Kälte über das Material vom Außenanschluss (Messing) nach innen gewandert ist 

hab das mal kurz auf U-wert.net simuliert - da ist die 0 Grad Grenze bei tiefen Temperaturen schon sehr nah an der Innenwand - also friert das dann schon recht bald mal ein, wie es ja auch passiert ist.

Ich glaube die Außenarmatur "kann" da wenig dafür - gibt ja auch immer ganz klare Einbaurichtlinien - und bei der Kemper z.b muss der letzte Teil der Verbindung nach innen immer > 0°C haben (ist ja auch irgendwie logisch)

...und das mit den 15°C muss vielleicht auch noch mal geprüft werden - nahe an der Wand wird die Temperatur wohl schon deutlich tiefer liegen.

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  •  Snowstorm
25.1.2026  (#10)
Dann hätte trotzdem der Installateur sagen müssen, dass dies nicht funktioniert, oder? Wir hatten Einzelvergabe. Heizung / Elektro / Sanitär / Lüftung kam von einer Firma. Auf die Frage ob ich im Technikraum eine Heizung benötige wurde immer lächeld ein "Nein" gesagt. 
Ich habe einmal einen Zulauf für Kaltwasser und einmal einen Kaltwasserzulauf für den Speicher. Deswegen hat der Speicher noch funktioniert. Bei mir wurde auch die von der Fa. Kemper verbaut

Also das Kaltwasser geht erst zur Außenarmatur und dann weiter ins Wohnhaus.
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  •  Fadergeschmack
25.1.2026  (#11)
Was ist das rote Rohr unten rechts in der Ecke? Kann das eine Kältebrücke darstellen? Grenzt ja recht nahe und auf circa +/- 30cm ans Rohr.

Hat der Installateur die Auslegung des Heizsystems gemacht und ist auf seiner Plangrundlage die Temperierung des Raumes auf 15°C festgelegt. Hier würd ich dann ansetzen. Falls dies von 2 unterschiedlichen Unternehmen gemacht wurde, dann wärst wieder du planungsverantwortlich.

Was mich aber eher wundert ist, dass die GEG in Deutschland doch auch mindest U-Werte für Wände festlegt oder?


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  •  Snowstorm
25.1.2026  (#12)
Das rote Rohr ist ein Abfluss für die Lüftungsanlage, die jetzt an dieser Stelle ist.
Ja die Heizung hat auch die gleiche Firma berechnet. Du meinst die Heizlastberechnung, oder?
Da ist der Technikraum nicht aufgeführt, weil diese nicht für notwendig befunden wurde. Temperatur wurde da keine festgelegt. Aber ich muss doch von einer Fachfirma erwarten können, das die keine Installationen machen, die im Winter einfrieren. Dafür beauftragt man ja eine "Fach"firma.

Wie gesagt Heizung / Elektro / Lüftung / Sanitär kam von der gleichen Firma.

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  •  Casemodder
  •   Gold-Award
26.1.2026  (#13)

zitat..
Snowstorm schrieb: Also das Kaltwasser geht erst zur Außenarmatur und dann weiter ins Wohnhaus.

Das wird das Problem sein. 

Bei solchen Außentemperaturen wird die Kemper Armatur bzw. das (Messing)Rohr dahinter auch sehr kalt werden. Wenn dann längere Zeit kein Kaltwasser entnommen wird frieren die Leitungen bzw. die Wandscheibe nahe des Rohrs welches von außen kommt ein. 

Hier wäre wohl eine Stichleitung für die Außenarmatur die bessere Wahl gewesen, dann beeinflusst diese wenigstens nicht die restliche Verrohrung. Zusätzlich hätte ich die Außenarmatur absperrbar gemacht.

So meine Erklärung. 

Abhilfe: Armatur von außen dämmen (temporären Kasten aus XPS bauen oder was auch immer). Wird ja hoffentlich nicht so oft vorkommen.




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  •  Innuendo
  •   Gold-Award
26.1.2026  (#14)

zitat..
Casemodder schrieb: Snowstorm schrieb: Also das Kaltwasser geht erst zur Außenarmatur und dann weiter ins Wohnhaus.

Macht das überhaupt Sinn, bzw. schon ein Planungsfehler? Warum nicht eine eigene Leitung? Oder ist das sogar üblich?


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  •  Casemodder
  •   Gold-Award
26.1.2026  (#15)
Im Innenbereich ist es üblich um stehendes Wasser zu vermeiden (Stichwort Legionellen). 

Die Außenarmaturen habe ich bei mir alle einzeln absperrbar gemacht (also mit Stichleitungen). 

Wie es in der Branche "üblich" ist kann ich nicht sagen (habe eher mit Leitungen zu tun die >300°C heiß werden 😅). Verboten wird die Ausführung aber nicht sein. Optimal ist sie in diesem Fall sicher nicht wie man sieht. 

Würde auf jedenfall den Installateur darauf ansprechen und fragen welchen Vorschlag er hat.

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  •  zasta
26.1.2026  (#16)
das Einschleifen ist wohl aus der Montageanleitung - wie schon geschrieben damit man wenig Stagnation hat. Die Wand wird glaube ich einfach zu kalt. Es steht ja auch in der Montaganleitung - der Hintere Bereich der Armatur braucht immer Temperaturen > 0°. 

Hier http://www.energie-und-baukultur.de/themen/mythen/wand40-genug/ gibt es ein Bild wo man ein Gefühl für den Verlauf der Temperatur in einer ungeämmten Wand bekommt - und wie auch schon oben geschrieben - die 15° sind wahrscheinlich mitten im Raum und dann ist das an der Wand schon deutlich weniger. 

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  •  christoph1703
26.1.2026  (#17)
Schau dir mal die Installationsanleitung von Kemper an. Da steht explizit drinnen, dass für eine Ringleitung ein T-Stück mit mindestens 100mm Stichleitung eingebaut werden muss. Das ist bei dir offensichtlich nicht der Fall.

Wasserinstallationen in einem ungedämmten Raum halte ich aber auch für keine gute Idee. Da würde ich auf jeden Fall noch eine Dämmung anbringen.

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  •  Neubau2022
26.1.2026  (#18)

zitat..
Casemodder schrieb: Abhilfe: Armatur von außen dämmen (temporären Kasten aus XPS bauen oder was auch immer). Wird ja hoffentlich nicht so oft vorkommen.

Sehe ich auch so, wird der einfachste Weg sein. Oder wenigstens dick mit einem Lappen oder einem alten Bettlaken einwickeln, damit der Frost nicht über das Rohr des Kemnpers auf die Innenseite der Wand kommt, zumindest versuchsweise.


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