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Angebote LWP Vaillant für saniertes Haus

    
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  •  matti23
23.1. - 24.1.2026
8 Antworten | 7 Autoren 8
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Liebe Gemeinde, bitte um prüfenden Blick auf 2 Angebote für ein Haus, das gerade energetisch saniert wird. Aufgrund der Lage und des Gartens sind leider TB oder RGK RGK [Ringgrabenkollektor] nicht möglich. Im oberen Stockwerk sind HK (Bestand) unten FBH FBH [Fußbodenheizung] (da der Boden ohnehin neu gemacht werden muss).

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Ist irgendetwas auffallend unterschiedlich im Umfang? Preisunterschied vermutlich v.a. aufgrund des "Rabattes"...
Hier die Hauptdaten aus dem Energieausweis:

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Zur Auswahl der 10 kW-LWP: Diverse Installateure hätten nur noch größere Geräte anbieten wollen, vielleicht auch aufgrund der 33 kW in folgender Seite des Energieausweises!?

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  •  ds50
  •   Gold-Award
23.1.2026  (#1)

zitat..
matti23 schrieb: Zur Auswahl der 10 kW-LWP: Diverse Installateure hätten nur noch größere Geräte anbieten wollen, vielleicht auch aufgrund der 33 kW in folgender Seite des Energieausweises!?

In meinem nächsten Leben werde ich auch Wald-und-Wiesen LWP LWP [Luftwärmepumpe] Installateur, und mache mir die Welt, widdewiddewie sie mir gefällt... 🤡

Leider ist das komplett FAIL.

Denn wenn man die Heizlast aus den Energieausweis seriös berechnet (google "Hottinger"), dann komme ich eher auf 7,3kW reale Heizlast.

Und wenn man dann diese 7,3kW bei NAT in die Leistungskurve der VWL 105/6 einträgt, dann kommt sowas raus:

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Sowas ist eine Bivalenzkurvenauslegung. Was heißt das nun?
Der links obere Schnittpunkt mit der Maximalleistung definiert den Zeitpunkt, ab wann die WP WP [Wärmepumpe] selbst zu wenig Leistung liefert - ab hier schaltet sich der Heizstab dazu.
Angestrebter Wert: ca. -7°C.

Der rechts untere Schnittpunkt wiederum definiert die Modulationsgrenze: Weniger kann die WP WP [Wärmepumpe] nicht leisten. Wenn die AT AT [Außentemperatur] über diesen Wert gehen, dann beginnt die WP WP [Wärmepumpe] zwangsweise zu takten. Und (zu) viele Takte sind der Tod eines jeden Kompressors. 
Deswegen strebt man hier eher so Werte wie +5°C an.

Was heißt das nun für dein Angebot?
Gute Nachricht: Der Heizstab dürfte wohl niemals verwendet werden.
Schlechte Nachricht: Aufgrund der irrwitzigen Minimalleistung taktet deine Wärmpumpe bereits ab -1°C Außentemperatur (AT). Also quasi in 80% aller Heiztage. 

Wie wäre das nun bei der nächstkleineren VWL 75/6?


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Sieht schon bedeutend besser aus: Der Heizstab wird zwar nicht aktiviert, aber der Modulationspunkt wird zumindest bei +4°C erreicht.

Solche Auslegungen sollte halt der Insti liefern können. Aber das restliche Angebot bestätigt eh nur, dass effiziente WP WP [Wärmepumpe] Systeme nicht sein Hobby sind.
Denn dann würde er dir nicht zusätzlich zu einer überdimensionierten WP WP [Wärmepumpe] den Pufferspeicher, Zwischenwärmetauscher, Pumpengruppen, Innenfernbedienungen oder einen Heizstab für WW WW [Warmwasser] (WTF?) verkaufen.

Anzustreben ist immer direkter, gleitender (nach AT AT [Außentemperatur] gesteuerter) Modulationsbetrieb der WP WP [Wärmepumpe] an den Kreis mit den höchsten benötigten VL VL [Vorlauf]-Temperaturen, allermeistens der Heizkörperkreis. Die niedrigeren Temperaturen für den FBH FBH [Fußbodenheizung] Kreis können dann heruntergemischt werden.

Und bitte, keine Stromverschwendung mit WW WW [Warmwasser]-Heizstab im Sommer, wenn doch die Stromveredelungsmaschine namens WP WP [Wärmepumpe] danebensteht...


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Hallo matti23,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Angebote LWP Vaillant für saniertes Haus

  •  Akani
23.1.2026  (#2)

zitat..
ds50 schrieb: Und wenn man dann diese 7,3kW bei NAT in die Leistungskurve der VWL 105/6 einträgt, dann kommt sowas raus:

Tip top. So verkauft ma ON/OFF WP WP [Wärmepumpe].
Damit der Inverter geschont wird.
Klasse erklärt DS


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  •  thohem
23.1.2026  (#3)
Unser sanierter Altbau hat bei weniger Heizwärmebedarf (weil kleiner) und schlechterem HWB die 55er verbaut. 

Zu dir selbst einen Gefallen und jag den Installateur weg. Oder bestehe auf einer guten Auslegung. Und dann wirst sehen, dass die 75er sicher reichen wird. 

Das gleiche Spiel wie ds vorgerechnet hat, habe ich im Vorfeld auch erledigt bevor ich zum Installateur bin. Leider muss man hier viel Initiative und Eigenleistung bringen, damit kein schmarrn verbaut wird

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  •  ds50
  •   Gold-Award
24.1.2026  (#4)
Was ich vergessen hatte: Der direkte Betrieb der WP WP [Wärmepumpe] an den Heizkreisen funktioniert nur ohne ERR ERR [Einzelraumregelung]. Wieder viel Geld, das man sich sparen kann! 😉

Dieses investiert man viel besser in eine vernünftige Heizflächenberechnung fürs EG mittels Flow30. Kannst aber auch nicht bei deinem Insti bestellen, schätze ich. 😜

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  •  dyarne
  •   Gold-Award
24.1.2026  (#5)
3x 👏 für eure analysen.
ich arbeite mittlerweile sehr viel mit installateuren in workshops von herstellern, energieberaterausbildungen, zertifizierungskursen, usw...

mein eindruck ist daß die mangelnde qualität bei dimensionierung/hydraulik nicht aus gewinnsucht erfolgt, sondern aus mangelndem wärmepumpen verständnis. in der kesselwelt war effizienz ein fremdwort, da hats außer 'macht warm' kein ziel gegeben. da ist die wärmepumpe ein absoluter kulturschock. das beginnen auch die hersteller zu erkennen und arbeiten an werkzeugen/workshops für ihre installateure um hier mehr kompetenz/qualität aufzubauen...

eine einfache regel lautet:
kein angebot einer LWWP LWWP [Luft-Wasser-Würmepumpe] ohne grafische bivalenzauslegung
das ist technischer mindeststandard und trennt zugleich die spreu vom weizen. die ersten hersteller bieten ihren partnern onlinetools mit hinterlegten leistungskurven, die das in wenigen minuten auswerfen.

ich habe eine schulungskooperation über workshops in den bundesländern mit Stiebel Eltron laufen, da bekommen die installateure ein bonusjahr werksgarantie wenn sie die grafische bivalenzauslegung machen. im gegensatz zu sonderrabatt oä ist das ein trumpf der
👉 den hersteller nichts kostet
👉 die qualität & lebensdauer verbessert
👉 dem kunden doppelten nutzen bringt

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  •  heislplaner
  •   Gold-Award
24.1.2026  (#6)
Übrigens der Zwischenwärmetauscher ist vollkommen sinnlos va wenn die Leitungslängen vom Außengerät ins Haus kurz sind. Der Puffer ist nur für Sicherstellung Wasservolumen das zum Abtauen benötigt wird (bei Heizkörpern sinnvoll) allerdings gehört der in den Rücklauf eingebunden - dir wird man einreden, dass dieser parallel eingebunden gehört um Taktungen zu vermeiden - absoluter Bullshit! Preis übrigens auch!

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  •  matti23
24.1.2026  (#7)
Schon mal 1000 Dank für die sehr ausführlichen und hilfreichen Informationen! Ich habe leider nicht das Fachwissen, war zum Glück selbst gut beraten und habe eine schöne TB, versuche aber  Freunde zu unterstützen, die eben gerade beim Sanieren sind emoji
Gibt es vielleicht Empfehlungen für Firmen, die das am südlichen Rand Wiens machen würden, und denen man das Handwerk nicht vorher erklären muss? Die 2 Installateure waren schon Empfehlungen, die 3 anderen Angebote hab ich mich gar nicht zu posten getraut emoji   


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  •  robits
  •   Bronze-Award
24.1.2026  (#8)
Noch ein kleiner Patzen Senf:

Wir haben einen ähnlichen Heizwärmebedarf und die 105er auf die 75er rückbauen lassen.
Puffer auch rausgeschmissen.
ZWT als Versicherung und Luxus behalten.
In der Praxis zeigt sich, dass die 55er gereicht hätte. Nördlicher Wiener Speckgürtel.
Die WP WP [Wärmepumpe] ist jetzt in dieser sehr kalten Phase mit Max. der halben Heizleistung gelaufen. Also noch ordentlich Luft nach oben. 

Wobei die 75er eh auch geht. Wenn man sich ein bissl Reserve Leistung behalten will.
Wir haben bis zu 1.400 Takte im Jahr. Incl. WW. 

Bei sehr konservativen 50.000 Starts bis zum Kompressortod sind das immer noch 35 Jahre. Da wird vorher irgendwas anderes hin. 


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Hallo robits, kostenlos und unverbildlich kann man das auf durchblicker.at vergleichen, geht schnell und spart viel Geld.


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