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Zinsen beginnen zu steigen. Absicherung nachkaufen möglich/sinnvoll?

6 Beiträge | letzte Antwort 5.11.2018 | erstellt 4.11.2018
Servus!

Da mein Kredit an den 6-Monats-Euribor gebunden ist verfolge ich diesen und habe nun ein Steigen von -0,268% auf -0,258% im Monat registriert. Das ist noch nicht gravierend (es würde in dem Tempo 10 Jahre dauern bis die Zinsen auf +1,0% steigen), aber es könnte ja der Anfang einer sich beschleunigenden Entwicklung sein.

(Quelle: https://de.euribor-rates.eu/euribor-zinssatz-6-monate.asp )

Mein Kredit ist variabel auf 30 Jahre, ich habe noch 28 Jahre vor mir und 300.000 Euro sind noch offen. Der Zinssatz ist 1% auf den 6M Euribor und negative Zinsen werden weitergegeben, also aktuell sind es 0,75%

Ergibt es Sinn (oder ist es überhaupt möglich) sich eine Absicherung für - sagen wir - 15 Jahre nachzukaufen und die sonstigen Konditionen gleich zu lassen?
Und wieviel würde das Kosten bzw. an wen könnte ich mich da wenden?

4.11.2018 15:26
Schau mal hier: https://www.energiesparhaus.at/forum-fixzins-oder-variabel-zinssaetze-der-zukunft/51694

Meine laienhafte Meinung: Es gibt so viele Variablen, deshalb gibt es auch keine zuverlässigen Prognosen. Für mich sprechen folgende Aspekte gegen eine baldige, signifikante Erhöhung der Zinsen: Es gibt noch genug Länder mit einem gewaltigen Schuldenberg, die bei einem Ansteigen der Zinsen vor schier unlösbaren Problemen stünden und andere mitreißen würden. Wie das Thema "Brexit" ausgeht und welche Folgen das nach sich zieht, ist auch noch nicht absehbar - m. M. n. ist mit negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft zu rechnen. Und es gibt genug bzw. ständig neue Krisenherde und politische Fehlentscheidungen, die sich auf die Weltwirtschaft negativ auswirken und die Zinsen drücken. Es mehren sich übrigens auch die Anzeichen, dass wir auf eine neue Krise und Bereinigung auf den Aktienmärkten zusteuern. Also: Ich rechne nicht damit, dass die Zinsen so bald signifikant steigen werden. Aber wenn das wer ganz anders sieht, fände ich sehr spannend und interessant zu lesen, welche Gründe für das genaue Gegenteil sprächen!   
4.11.2018 16:04
Ich glaube auch, dass die Zinsen nicht so schnell steigen. Deswegen hab ich ja einen komplett variablen Kredit.
Ich würde nur gern meine Optionen kennen.

Wenn der Zinsanstieg mal richtig ins Rollen kommt ist es sicher zu spät eine Absicherung zu kaufen, daher muss ich mich jetzt schon informieren...
4.11.2018 17:17
Hallo Altromondo,
zuerst mal: eine nachträgliche Zinsabsicherung (bei gleichzeitiger Beibehaltung der bestehenden Kreditvereinbarungen) sollte möglich sein - durch den Abschluss einer Zinsobergrenze (= Zinscap).
Ob das auch sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie hoch die zu zahlende Optionsprämie ist (die u.a. wiederum vom gewünschten Absicherungslevel und von der Steilheit der Zinskurve abhängt). Je tiefer du den 6M Euribor absichern möchtest, desto höher ist die Prämie (ganz klar, eine 2% Zinsobergrenze ist teurer als eine 6% Zinsobergrenze). 
Da in deiner Zinsmeinung ein "nicht so schneller" Anstieg verankert ist, wäre das jedenfalls ein mögliches Instrument. Ebenso könntest du dir einen (teilweisen oder vollständigen) Switch in eine Fixzinsbindung überlegen (jedoch unter Berücksichtigung der Änderung der bestehenden Zinsanpassungsvereinbarung).
Frag mal bei deiner Bank nach, wie hoch die Cap Prämie für deine gewünschte 6M Euribor Obergrenze ist - zur Sicherheit würde ich 2 oder 3 Alternativangebote bei anderen Instituten auch noch einholen, damit du eine ordentliche Grundlage für die Entscheidungsfindung hast. Die Auskunft solltest du in der jeweiligen Filiale erhalten.


4.11.2018 19:07
Mein erste Weg würde mich zum Filialbanker führen und meine Wünsche vorbringen.
Da sollte es grundsätzlich kein Problem darstellen, in eine von dir gewünschte Fixzinsvariante zu konvertieren.
Der Vorteil bei deiner Hausbank wäre, dass hier weniger Kosten als bei einer kompletten Umschuldung anfallen würden (keine neuerliche Eintragung ins Grundbuch, gering(ere) BAG usw.).
Ich meine mich zu erinnern, dass du über die BA finanzier hast?
Dort sollten im Optimalfall für eine 15-jährige Fixzinsbindung 1,875% möglich sein, bzw. 1,5% bei 10 Jahre.
Wenn du das seinerzeit über einen Vermittler gemacht hast, würde ich den kontaktieren. 

Von CAP‘ s halte ich persönlich wenig(er), da diese, je niedriger die vereinbarte Zinsgrenze, da diese zum Greifen anfangen und je länger die Laufzeit des CAP‘ s ist, umso teurer werden.

Lg
5.11.2018 6:22


speeeedcat schrieb: Von CAP‘ s halte ich persönlich wenig(er), da diese, je niedriger die vereinbarte Zinsgrenze, da diese zum Greifen anfangen und je länger die Laufzeit des CAP‘ s ist, umso teurer werden.


exakt, genauso den "richtigen" erwischen und man muss den ja jetzt kaufen, da würde ich eher die Menge an Geld in eine Sondertilgung stecken und so einen Vorsprung haben wollen

die Bank ansprechen bist du zwar in einer schlechten Verhandlungsposition aber dir enstehen normalerweise keine direkten Kosten, das sprichwörtliche Fragen kostet nichts, wieviel BAG und welchen Zinssatz sie dir anbieten

Am Ende sind wir wieder genau da wo wir immer waren, die Zinsen sind jetzt komplett im Tal, es war klar das der Anstieg kommt/kommen wird, die Frage ist nur wann und wie schnell, genauso wie eine Hypothekenfinanzierung nicht einfach (billig) auszutauschen ist und man es sich gut überlegen sollte was man haben will oder nicht, man hat viele Jahre damit zu leben
5.11.2018 9:37
ich würd mal grundsätzlich nicht die nerven wegschmeissen wegen dem bissal anstieg.
sobald die zinsen wirklich merklich ansteigen, wird ein fixzins natürlich in summer noch teurer.

wie christian bereits sagte. mach sondertilgungen, von mir aus auch den differenzbetrag zim fixzinssatz (du hast jetzt 0,75 % und würdest dann lt. Alex 1,875 % zahlen. wohlgemerkt über 1 % mehr)



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