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WP / Tiefenbohrung - was haltet ihr davon?

14 Beiträge | letzte Antwort 10.7.2018 | erstellt 8.7.2018


Hallo liebe Community.

Wir planen derzeit den Umbau unseres Einfamilienhauses (250 m² WF + 100 m² Keller (bedingt beheizt) und haben nun ein Angebot vorliegen, welches ich gerne hier hinterfragen bzw. bewerten lassen möchte. Da ich nur minimale Grundkenntnisse von Wärmepumpen habe bin ich auf eure Meinung gespannt:

- VISSMANN VITOCALL 200 G (13kW)
- Tiefenbohrung 3x 100 m - DUPLEXBOHRUNG
- 600 l Pufferspeicher (ev. können wir hier später die Photovoltaik sehr leicht einbinden)
- Kosten liegen bei 43.000!

Was sagt ihr dazu? Brauchen wir diesen Pufferspeicher? Hat jemand vielleicht Erfahrung mit dieser Wärmepumpe? Kostet eine Tiefenbohrung wirklich soviel? 

Derzeit heizen wir unser Wohnhaus mit Flächenkollektoren, die WP hierfür gibt leider langsam den Geist auf und mit den zusätzlichen neuen m² wird das Haus nicht mehr warm. Ein Austausch und Neueinbau einer stärkeren Pumpe ist uns 2x abgeschlagen worden; da die Flächenkollektoren anscheinend nicht reichen... 

Ich bin wirklich auf eure Meinung gespannt! Vielen Dank im Vorhinein.

 
8.7.2018 10:58
Die Bohrung würde ich ganz stark hinterfragen, ich hab für 14kw 1x214mtr, 3x100 scheint mir zuviel. Generell ist tiefer bohren besser, da wärmer in der Tiefe, man spart Bohrmeter gesamt. In D wird der Gehemigungsprozess dann etwas länger.

grundsätzlich stellt sich die Frage wo diese Leistungsangaben herkommen, das sollte halbwegs solide berechnet werden und nicht pi mal Daumen geschätzt werden.
8.7.2018 16:00
sehe das wie brombaer...

-> wo ist das projekt?
-> wieviel wird erweitert?
-> energetischer standard?
-> was war bisher eingebaut?
-> laufzeit pro jahr?
-> flächenheizung?

eine modulierende wp braucht keinen pufferspeicher, auch nicht bei heizkörpern.

den flächenkollektor würde ich nie aufgeben. man kann ihn auch mit einer bohrung zur erweiterung koppeln. ich plane gerade so ein projekt, bei dem der grund zu klein war für eine reine kollektorlösung.

man kann den kollektro auch mit kollektor erweitern...

so klingt das bei dir nach vernichten von ressourcen...

8.7.2018 16:59
Hier schließe ich mich gleich an.
Pufferspeicher brauchst du keinen bei einer Erdwärmelösung.

Ansonsten ist einfach zu wenig bekannt über dein Haus. Erst wenn man genau weiß,  wie groß die Heizlast ist, kann man konkrete Aussagen treffen. Wenn du deinen Kollektor einbindest – nachdem er ja schon einmal da ist, eine sinnvolle Maßnahme – wäre es auch gut zu wissen, wie dein derzeitiger Kollektor ausgelegt ist. Vielleicht kannst du uns ja noch ein wenig mehr erzählen über dein Haus und deinen Kollektor.


8.7.2018 17:55
 

Es ist so wahnsinnig schwer eine ehrliche kompetete Beratung vom Installateur zu bekommen! Alles neu ist natürlich viel luktrativer!

Unser Haus steht in OÖ, Bezirk Schärding und wurde 2002 erbaut.

Damals wurde eine NEURA Wärmepumpe eingebaut. Wir beheizen alles mit Fussbodenheizung.

Das WW wird im Keller mit einem 500l Boiler und einer eigenen kleinen Luftwärmepumpe (die vor dranhängt) beheizt.

Der neue Zubau beträgt nun 80 m2, sodass wir auf gesamt 350m² kommen (inkl. Keller von 100m²). Wir haben keinen einzigen Heizkörper im Haus. Lt. alter Heizlastberechnung kommen wir auf 15730 P-tot (ist das die Heizlast?) über 300m² sind Flächenkollektoren verlegt ...
8.7.2018 18:19
Ja, 15,73kW scheint dann wohl eure jetzige Heizlast zu sein.
Bei einem Zubau braucht ihr, so viel ich weiß, ohnehin einen Energieausweis, da sollte eure künftige Gesamtheizlast ermittelt werden.
Werdet ihr beim Altbestand thermisch nachbessern, oder bleibt der so, wie er derzeit ist?
8.7.2018 18:23
Wir bekommen neue Fenster (von 2-Scheiben,- auf 3-Scheiben Verglasung), die Aussenwände sind mit 38 cm MWK und 10 cm EPS damals schon gebaut worden, das werden wir so lassen.

Der Energieausweis umfasst nur den Zubau, die Heizlast-Abschätzung wird mit 2,7 kW angegeben. Die flächenbez. Heizlast liegt bei 35 W/m²
8.7.2018 18:40


Ramon schrieb: Der Energieausweis umfasst nur den Zubau


Schade, wenn ihr bessere Fenster bekommt und diese auch richtig eingebaut werden, dann verändert sich natürlich auch eure Heizlast für diesen Gebäudeteil.

Die 43.000€ kommen mir ehrlich gesagt sehr viel vor. Unsere gesamte Heizungsanlage, inkl. WP, FBH und Kollektorverlegung, kostet unter 23.000€.

Hat euer Flächenkollektor es gut geschafft, die 15.730W abzudecken? Wenn ja, umso mehr Grund, den Kollektor nicht über Bord zu schmeißen, sondern zu integrieren ins neue Konzept. 2,7kW sind ja nicht einmal 20% mehr Heizlast, außerdem bekommt ihr ja bessere Fenster, also vermutlich sind es im Endeffekt weniger als 18,43kW.
Euch für eine neue WP, etwas Flächenheizung und 15% mehr Heizlast 43.000€ abknöpfen zu wollen, kann man schon als sehr geschäftstüchtig bezeichnen.
8.7.2018 19:25
Bei uns haben die 2 Tiefenbohrungen von je 100m inkl. Schacht 12.000€ gekostet
8.7.2018 19:44


Ramon schrieb: Es ist so wahnsinnig schwer eine ehrliche kompetete Beratung vom Installateur zu bekommen! Alles neu ist natürlich viel luktrativer!

so ein erweiterungsprojekt ist alles andere als standard. da fühlen sich viele sicherer alles aus einem guß neu zu machen...


Ramon schrieb: NEURA Wärmepumpe


direktverdampfung? weil dann kann man die erweiterung gleich vergessen...

wenn es sole ist, also einfach gartenschlauch & alkohol dann geht da sicher etwas...


Ramon schrieb: Lt. alter Heizlastberechnung kommen wir auf 15730 P-tot...

sicher nicht ...
damit hättet ihr damals schon keine baubewilligung bekommen...
8 von 10 heizlastberechnungen die ich auf den tisch bekomme sind zum kübeln. du hast ja praxiserfahrungen, die sind belastbar.
-> welche wp (datenblatt)
-> wieviel betriebsstunden

8.7.2018 19:51


Ramon schrieb: Lt. alter Heizlastberechnung kommen wir auf 15730 P-tot



dyarne schrieb: sicher nicht ...
damit hättet ihr damals schon keine baubewilligung bekommen...


Ich hab mir gleich gedacht, da sollte man am Besten das ganze Haus sanieren ...
10.7.2018 6:58

Guten Morgen!

Es handelt sich um die NEURATHERM PRO D7/14 Wi, die wir jetzt im Bestand haben.
Ich muss ergänzen, dass wir immer Probleme damit hatten, es wurde nie richtig warm im Haus.
Im Badezimmer mussten wir immer nachheizen.

Die Kosten für die Tiefenbohrung alleine inkl. der Rohre liegen bei 12.900. Was mich etwas beruhigt weil ja oben auch ein Kommentar mit 12000 war.

Uns wurde ja 2x gesagt dass die best. Heizung die neuen m² nicht mitheizen kann (verwunderlich wenn wir jetzt eine 15kW Anlage bzw. Heizlast haben und dann 2x eine neue mit 13 kW angeboten wurde ????

So wie ich das verstehe dient diese Wärmepumpe ja nur dazu meinen 600 l Pufferspeicher zu beheizen ... kann ich das denn nicht mit der best. Wärmepumpe machen? Die FBH braucht warmes Wasser im Puffer; wie ich den warm bekomme ist doch egal oder?

Des Weiteren stellt sich mir die Frage ob die Qualität der FBH-Rohre einen wesentlichen Unterschied darstellt. Stimmt es wirklich, dass billige Rohre (0,35/lfm) schneller verschlammen?

Ich wünsche euch einen schönen Tag!
Schöne Grüße 
10.7.2018 7:03


Ramon schrieb:
Die Kosten für die Tiefenbohrung alleine inkl. der Rohre liegen bei 12.900. Was mich etwas beruhigt weil ja oben auch ein Kommentar mit 12000 war.


Ich kann dir nur unsere Preise nennen: wir bohren 140 m zu je 35 Euro netto
Gleicher Preis bei zwei unterschiedlichen Installateuren, die das an regionale Partnerfirmen weitergeben.
10.7.2018 8:19

Das Selbe steht bei uns auch; allerdings kommen noch 8 Euro netto für das Rohr dazu.
Dann dürfte das also mal passen Vielen Dank für die Info.
10.7.2018 8:21


Ramon schrieb:
Das Selbe steht bei uns auch; allerdings kommen noch 8 Euro netto für das Rohr dazu.
Dann dürfte das also mal passen Vielen Dank für die Info.


Genau, das Rohr sind bei uns 8,5 Euro je Meter



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