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Wolf Luft Wärmepumpe DFL gering

15 Beiträge | letzte Antwort 6.12.2018 | erstellt 16.10.2018
Hallo Zusammen,

es handelt sich hierbei um eine Doppelhaushälfte Kfw 70 Neubau 2017 mit eine Wohnfläche von 240m2 auf 4 Etagen mit insgesamt 17 Heizkreise im Fußbodenheizung.
ich habe eine Frage zu meine Wärmepumpe Wolf BWL-1S-14. 14kw!
Ich bekomme öfters die Fehlermeldung DFL gering im BM2 Modul. Mein Sanitär teilte mir einmal mit das ich 75% der Thermostate im Haus aufdrehen muss, damit die Heizung funktioniert.
Die Heizung funktioniert auch, wenn ich fast alle Räume aufdrehe sonst kommt die Meldung DFL gering.
Ist es normal bei der Wolf Wärmepumpe? Mein Nachbar hat eine 7kw Wärmepumpe von Panasonic, da geht die Wärmepumpe auch an, wenn er nur ein Raum heizen will.
Warum klappt das bei mir nicht? Was kann ich noch einstellen, damit die Heizung richtig funktioniert und nicht erst wenn ich alle Thermostate im Haus aufdrehen muss?
Ein 35L Ausdehnungsgefäß wurde mit installiert.
Danke im Vorraus.

Gruß

Boyz

 
16.10.2018 23:18
Bewohnt der Nachbar mit der 7kW WP die andere Hälfte?
Welche Heizlast hat das Gebäude laut Energieausweis, und was spricht dagegen, alle Heizkreise aufzudrehen?
Ich vermute, dass die Wärmepumpe überdimensioniert ist.
17.10.2018 9:13
Der Nachbar bewohnt die andere Hälfte, bei Ihn wird die Warmwasser Aufbereitung nicht über die WP gemacht sondern elektrisch.
Laut Heizlastberechnung sind es 10kw.
Keller wird bei uns kaum genutzt und Dachgeschoss wenig. Hauptsächlich Erdgeschoss und Obergeschoss, es wäre ja sinnlos wenn ich permanent alle Geschosse heizen würde?
Ich habe auch von anderen gehört das die WP überdimensioniert ist, laut Firma Wolf kann die WP auch nach Energie Bedarf runter regeln.
Was kann ich noch einstellen in der Wärmepumpe? Hat sonst noch jemand Erfahrung mit Wolf Luft Wärmepumpe?

Gruß
19.10.2018 0:17
Kann mir bitte wenigstens ein Wärmepumpen Besitzer sagen, ob es normal ist, dass man alle Heizkreise aufdrehen muss, damit die Wärmepumpe an geht?
Ist es generell mögliche mit eine Wärmepumpe nur wenige Räume zu heizen oder gibt es da ein mindest Durchfluss Menge?
Bitte um Antworten.

Danke

Gruß


19.10.2018 7:28
Die reale Heizlast bei einem Doppelhaus wird wie beim Nachbarn eher bei 7 kW liegen, hier sind 14 kW installierte Geräteleistung schon heftig. Die Die Mindestdurchflussmenge bei der 14 kW Wärmepumpe ist bei 25 l/min, das entspricht etwa den Nenndurchflussmenge bei 7 kW. Der Realbetrieb läßt nur mehr eine geringe Leistungsmodulation zu und das Gerät geht in einen on - off Betriebszustand über. Als Sanierungsmöglichtkeit gibt es hier die Anpassung der Gerätedimension oder eventuell den Einbau einer hydraulischen Weiche. Es ist auch die Heizkurvenenstellung zu überprüfen.
19.10.2018 23:06
Hallo!

Ich habe selbst eine Wolf BWL, aber die 8 kW-Version, und zwar ebenfalls für 240 m2. Das ist reichlich genug, wobei gesagt sei, daß Dein Neubau wahrscheinlich eher besser gedämmt ist (ich: 18 cm EPS und 45 kWh/m2 im EA). Ich glaube, da kann man auch ohne nähere Details sagen, das ist zu viel. Die Wärme mußt Du natürlich erst einmal weg bekommen, nämlich mit viel Durchfluß:

Deine LWP braucht 48 l/min und Du hast 17 eher lange Kreise, da hätte jeder einen Durchfluß von 2.8 l/min. Ich weiß nicht ob das überhaupt geht. Und wenn, dann sicher nicht mit geschlossenen Thermostaten. Vermutlich auch um Fehlern bei der Dimensionierung zu begegnen, verlangt Wolf das Verbauen eines Trennspeichers (ist das richtig? Ohne hätte Wolf es bei mir jedenfalls nicht in Betrieb genommen obwohl ich deren Berechnung schon nach unten korrigiert hatte). In diesen Trennspeicher geht also der LWP-Kreis mit 48 l/min rein und raus. Und der FBH-Kreis geht dort auch rein und raus, allerdings mit viel weniger Durchfluß. Somit ist die Hydraulik zwar kein Problem mehr (jeder Kreis kann sich seinen Durchfluß aussuchen), allerdings wird das heiße Wasser von der LWP bei einem starken Unterschied überwiegend im eigenen Kreis gepumpt und wird dort immer weiter aufgeheizt, weil Du die 14 kW ja nicht wegbringst.

Was Du jetzt machen kannst: Entweder reklamieren. Oder eben die FBH so weit wie möglich aufdrehen, Thermostate sind bei FBH ohnehin kontraproduktiv, erstens wegen des Durchflußproblems, zweitens besteht bei Niedertemperaturheizungen ein Selbstregelungseffekt.

25.10.2018 8:42
Hallo,

Ich habe heute mit ein Techniker von Wolf telefoniert, er meinte als Notlösung könnte man ein Überström Ventil einbauen, oder die saubere Lösung für das Problem ist ein Pufferspeicher einzubauen. Aktuell ist die Heizung direkt an den Fußbodenheizung Verteiler angeschlossen.
Meint Ihr es ist Sinnvoll, eine zusätzliche Pufferspeicher einzubauen?

Gruß
25.10.2018 8:59


Boyz schrieb: die saubere Lösung für das Problem ist ein Pufferspeicher




ich hol mir schnell einen schnaps, dann schreib ich weiter...
25.10.2018 9:05
... die saubere lösung ist der hydraulische abgleich, dazu gehört die heizkreise so zu trimmen daß jeder raum die richtige menge an wärme bekommt.

die ERR (effizienzreduktionsregler) dienen nicht dazu die temperatur im raum einzustellen, das macht nach stand der technik immer noch die außentemperaturgeführte heizkurve.

die ERR sind übertemperaturabschaltventile, die bei fremdwärmeeintrag (sonne, besucher, herd) die heizung abknipsen sollen.
nur bei flächenheizung geht das physikalisch gar nicht - man kann 15.000l warmen estrich nicht wie das licht ein- und ausknipsen. ist aber auch gar nicht notwendig, bei guter auslegung greift der selbstregeleffekt und die fbh KANN den raum gar nicht überhitzen.

wie gesagt:
die raumtemperatur stellt man per abgleich und heizkurve ein, nicht am gasrad an der wand...
25.10.2018 9:13
dein haus hat vermutlich rund 17.000l heizestrich. es gibt keinen mächtigeren puffer für den lastausgleich.

wenn du einen 17.000l wasserpuffer hinstellst wird das auch gut funktionieren. er wird aber nur schwer unter die stiege passen.

wenn du einen 500-800-1000l wasserpuffer hinstellst wirds schlimmer.

48l/min bedeutet daß da in 10 minuten 500l durchsprudeln. in wirklichkeit geht das aber viel schneller, weil bei einem derartig hohen volumenstrom ja keine schichtung einsetzt, sondern der wasserstrahl in der mitte durch den puffer pfeift und schon nach 2,3 minuten der rücklauf ansteigen wird.
-> wp taktet...
25.10.2018 14:48

Ich habe auch ein Hydraulische Abgleich machen lassen, da sind aber Werte von 0,8l bis 1,2l in den Ventilen einzustellen, so soll es auch "eigentlich" sein. Bei mir geht die Pumpe aber nur an, wenn ich über 50% der Ventile auf 2,1l/min einstellen, wenn die Temperaturen erreicht sind geht die Pumpe wieder aus :(
Die optimale Lösung für mein Problem ist es das 14kw Aussenmodul mit eine 7kw auszutauschen? Oder gibt es eine andere ohne das Aussenmodul zu tauschen? Laut Wolf kann die Pumpe ja auch modulieren und mit weniger Leistung auskommen.
An den Innenmodul sind für Vorlauf und Rücklauf 28mm Kupfer Rohre angeschlossen, von den Kupferrohre gehen aber dann immer 20mm Rohre in den Heizkreisverteiler ist das auch ein Problem? (Bild)
7.11.2018 21:04
Ah, eine ganz dicke Entschuldigung: Ich hab das "s" bei BWL1s nicht beachtet. Die BWL gibt es mittlerweile auch mit Invertertechnik und daher läuft Deine nicht konstant mit 14 kW, sondern sie kann eh bis 3.1 kW runter. Das heißt, die 14 kW LWP ist zwar unnötig groß (es gäbe sie auch mit 7 und 10 kW), aber im Prinzip sollte das funktionieren.

Ansätze:
*) Prüfen ob die LWP wirklich moduliert. Ich nehme schon an, aber gibt es Einstellungen und Anzeigen diesbezüglich?
*) Feststellen ob ein Trennspeicher verbaut wurde und welcher
*) Die eingestellen Volumenströme der beiden Umwälzpumpen prüfen. Idealerweise sind die gleich groß.
*) Der hydraulische Abgleich
  - naja, multiplizier alle Wassermengen mit 1.5, die Leistungsabgabe verschiebt sich dadurch ja nicht.
  - nimm den hydraulischen Abgleich nicht zu ernst, Deine Bodenbeläge stimmen ja wahrscheinlich nicht mit den Annahmen überein.
*) Die Raumtemperaturen werden über den FBH-Verteiler geregelt, nicht über die ERR. Mach die ERR auf.
9.11.2018 0:45
Danke für die zahlreichen Antworten :)
Ich habe keine Trennspeicher.
Laut Wolf benötige ich ein Pufferspeicher 80-100L, größere bekomme ich in mein Keller auch nicht rein. Könnt ihr mir eins empfehlen?
9.11.2018 7:59
nein!!
kennt wolf überhaupt deine anlage? wissen die überhaupt wie viel m fbh verlegt ist? usw
ich kann dir nur aus eigener erfahrung sagen, dass die wolf techniker massive flaschen sind (zumindest wenns technisch wird) ich hatte schon 3 verschiedene im haus, aber keiner hat sich fürs gesamtsystem interessiert. die haben alle nur irgendwelche grundparameter im kopf von anlagen welche man vor 20 jahren verbaut hat!
9.11.2018 9:47
@Heislplaner: Ich konnte die Berechnungen von Wolf auch nicht nachvollziehen, da gabs ganz massiven Diskussionsbedarf. Und erst hat der Installateur ohne Puffer angeboten, mitten im Projekt hat mir Wolf dann aber noch einen Trennspeicher aufs Auge gedrückt. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt schon den Sockel für die BWL gerichtet, sonst hätte ich anders entschieden.

@Boyz: Der 100 Liter-Puffer ist ja gerade der Trennspeicher, um die Volumenströme zu entkoppeln. Das Speichervermögen ist vernachlässigbar, denn 100 Liter Wasser speichern bei 4 K Temperaturdifferenz gerade einmal 0.46 kWh. Wievielen Minuten entspricht das nochmal bei Deiner WP...? Also mach das nicht, sondern mach die ERR auf, die sind das Hauptproblem.
6.12.2018 12:25
Danke für euere Hilfe. Ja die Techniker von Wolf scheinen wirklich null Ahnung zu haben.

Ich habe jetzt einen Überströmventil einbauen lassen, da wird  jetzt ca. 20l/min überbrückt und kann jetzt auch einzelne Räume heizen bei bedarf. Ich weiss jetzt nicht, ob es schlecht ist, wenn da permanent 20l/min durch den Überströmventil gehen und rest in den Räumen...

Eine Frage habe ich noch, aktuell ist mein Ausdehnungsgefäß auf dem Vordruck 1,10 bar eingestellt und die Anlage auf 1,5 bar, sobald die Heizung angeht steigt der Bar immer auf ca 1,85bar bleibt immer so beim Heizbetrieb. Im Standby Betrieb 1,5 bar. Anlagehöhe ist bei mir ca 7,5m.

Ist das Ausdehnungsgefäß defekt?



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