» Diskussionsforum » Baurecht-Forum

Welche Versicherungen sind für Zubau (während Bautätigkeit) sinnvoll

17 Beiträge | 5.10. - 26.11.2019
Welche Versicherungen sollte man als Bauherr abschließen, wenn man einen Zubau macht (Haftungen, Schutz des Rohbaus usw.). Ich vermute mal, es ist die Situation anders, als bei einem Neubau, weil ja bereits für den Bestand über die Eigenheimversicherung eine Haftpflicht vorhanden ist, oder?

 
5.10.2019 12:33
Für den Zubau eine Rohbauversicherung. Dein Versicherer muss ohnedies die verbaute Fläche annehmen zur Berechung.
5.10.2019 21:09
Sprich während des Baus eine Rohbauversicherung, welche anschließend in die bestehende Eigenheim/Haushaltsversicherung insofern einfließt, als sie dann dort die m² erhöht. Was ist der Unterschied einer solchen Rohbauversicherung zur klassischen Eigenheim/Haushaltsversicherung?
6.10.2019 17:23
Habe mich wegen einer Rechtschutzversicherung umgesehn. Die schließen alle Verträge betreffend Immobilien aus. Das kann es doch nicht sein?


6.10.2019 18:59


hausplanung schrieb: Sprich während des Baus eine Rohbauversicherung, welche anschließend in die bestehende Eigenheim/Haushaltsversicherung insofern einfließt, als sie dann dort die m² erhöht.

korrekt.


hausplanung schrieb: Was ist der Unterschied einer solchen Rohbauversicherung zur klassischen Eigenheim/Haushaltsversicherung?

Punkt eins ist sie kostenlos.

Punkt zwei, Deckung: diese besteht auf Feuer und Sturm, Haus- und Grundhaftpflicht.

Bei der Eigenheim hast du umfangreichen Schutz auch für den Inhalt, Leitungswasser, indirekten Blitz, uvm.

Kurz: die Rohbau deckt kostenlos existenzielle Schäden gegen Sturm und Feuer während der Bauphase ab. Meist musst du dich aber nach Einzug und Wandlung bzw. in deinem Fall Intergrierung in deine bestehende Eigenheim auf drei Jahr binden.


Beachflyer77 schrieb: Habe mich wegen einer Rechtschutzversicherung umgesehn. Die schließen alle Verträge betreffend Immobilien aus. Das kann es doch nicht sein?

Doch ;). Wären diese Dinge gedeckt, dann müsste es bei der Streitwertsumme um die Höhe der Projektkosten gehen.

Und glaub mir, die Prämie würdest du sicher nicht zahlen wollen .

7.10.2019 23:04
mit der Rohbauversicherung schütze ich also rein den Zubau-Rohbau (Wände, Dach, Fenster usw.) auch gegen zb Vandalismus?

Wozu wäre die Haus- und Grundhaftpflicht nötig? Diese müsste ja schon bei der Eigenheimversicherung des Bestandsgebäudes enthalten sein, oder?
8.10.2019 10:23


hausplanung schrieb: mit der Rohbauversicherung schütze ich also rein den Zubau-Rohbau (Wände, Dach, Fenster usw.) auch gegen zb Vandalismus?

Nein, Vandalismus ist da nicht integriert - erst ab der prämienpflichtigen Eigenheim-Versicherung.


hausplanung schrieb: Wozu wäre die Haus- und Grundhaftpflicht nötig? Diese müsste ja schon bei der Eigenheimversicherung des Bestandsgebäudes enthalten sein, oder?

Grundsätzlich ja. Ist aber ohnedies prämeinfrei inkludiert
8.10.2019 14:13
gibts dann eine sinnvolle Möglichkeit diese weiteren Gefahren zb Vandalismus, Wasser usw. abzusichern?
8.10.2019 14:30
schau mal auf meiner Homepage:

https://www.generali.at/alexander.reinhardt/

Dann durchklicken:

Produkte
Haus und Wohnen
Hausbau
Eigenheimversicherung
Hausbau

Da hast du Eigenheim-Rohbau, Bauherrenhaftpflicht und Bauwesen (diese deckt deine genannten Dinge ab) verständlich beschrieben.
13.10.2019 22:30
Danke für die Erklärungen. Ich verstehe es so, dass die Bauwesenversicherung neben der Elementarereignisse auch Vandalismus und andere Ereignisse etc. mitabdeckt insofern für mich interessanter wäre. Ich frage mich jedoch wozu beispielsweise Ausführungsfehler versichert werden, dafür müsste ja der Bauunternehmer haften. Eine deraritge Versicherung würde doch nur Sinn machen, wenn ich davon ausgehe, dass der Bauunternehmer Pleite geht, oder?

Während also Rohbauversicherung (Standard) und Bauwesenversicherung (de luxe) den Zubau versichern würden, bis er in die normale Eigenheimversicherung überführt wird schützt mich die
Bauherrenhaftpflicht vor Haftungen. Dazu 2 unklare Punkte:
1. die angeführten Punkte, bei denen Haftungen entstehen könnten, sind normalerweise das Problem der ausführenden Firma, oder? zb Material wird weggeweht und fliegt auf Auto, ist dass dann nicht die Schuld der Baufirma, wenn sie die Baustelle nicht korrekt absichert? (Annahme: ich wähle nur befugte und geeignete Baufirmen aus)
2. würden derartige Haftungen nicht von der bestehenden Eigenheimversicherung gedeckt? Deckt eine Eigenheimversicherung nicht alle Haftungsschäden die vom Grundbesitz ausgehen?
14.10.2019 10:31


hausplanung schrieb: Danke für die Erklärungen. Ich verstehe es so, dass die Bauwesenversicherung neben der Elementarereignisse auch Vandalismus und andere Ereignisse etc. mitabdeckt insofern für mich interessanter wäre. Ich frage mich jedoch wozu beispielsweise Ausführungsfehler versichert werden, dafür müsste ja der Bauunternehmer haften. Eine deraritge Versicherung würde doch nur Sinn machen, wenn ich davon ausgehe, dass der Bauunternehmer Pleite geht, oder?

korrekt. Der Baustein ist vor allem für Selberbauer interessant.


hausplanung schrieb: Während also Rohbauversicherung (Standard) und Bauwesenversicherung (de luxe) den Zubau versichern würden, bis er in die normale Eigenheimversicherung überführt wird schützt mich die Bauherrenhaftpflicht vor Haftungen. Dazu 2 unklare Punkte: 1. die angeführten Punkte, bei denen Haftungen entstehen könnten, sind normalerweise das Problem der ausführenden Firma, oder? zb Material wird weggeweht und fliegt auf Auto, ist dass dann nicht die Schuld der Baufirma, wenn sie die Baustelle nicht korrekt absichert? (Annahme: ich wähle nur befugte und geeignete Baufirmen aus)

 hier wieder der Umstand, wenn du selber werkelst und das nicht ordentlich absicherst.



hausplanung schrieb: würden derartige Haftungen nicht von der bestehenden Eigenheimversicherung gedeckt? Deckt eine Eigenheimversicherung nicht alle Haftungsschäden die vom Grundbesitz ausgehen?

Jein. Da es sich um einen Zubau handelt, muss dieser auch separat rohbauversichert werden. Dann gibt es keine Definitionsprobleme.


14.10.2019 23:06
Mein Projekt wird von einem Professionisten (Baufirma) ohne Eigenleistung gemacht. Einzelne Leistungen müssen von mir jedoch selbst zugekauft werden zb Fenster, Heizung.

Soweit ich das also alles richtig verstehe wäre eine Rohbauversicherung evtl. + Einbruch/Vandalismusschutz für mich passend und eine Bauwesenversicherung überdimensioniert?

Rohbauversicherung ist quasi gratis, mit welchen Preisen müsste man bei einer Bauwesenversicherung (6 Monate, 25m² EG, 25m² Keller und vorhergehender Abbruch eines Nebengebäudes) ungefähr rechnen? Gibts Preisnachlässe, wenn die Versicherung sieht, dass man da quasi nur Professionisten hat?

Zusätzlich zum obengenannten müsste ich also auch noch eine Bauherrenhaftpflicht abschließen. Womit müsste ich da preislich ca. rechnen?

In der Haftpflicht der Eigenheimversicherung sind also nicht alle denkbaren Haftungen aus "Emissionen" (insbesondere durch Baustelle verursacht) vom eigenen Grundstück inkludiert?

Wodurch könnte ich den Fall absichern, dass zb beim Abbruch des Nebengebäudes/Runtergraben etwas vom Bestand beschädigt wird? Müsste ja quasi die Abbruchfirma zahlen, aber wenn die zb behauptet nicht schuld zu sein usw.?
15.10.2019 15:09


hausplanung schrieb: Soweit ich das also alles richtig verstehe wäre eine Rohbauversicherung evtl. + Einbruch/Vandalismusschutz für mich passend und eine Bauwesenversicherung überdimensioniert?

Als Basic ja, Bauwesen on top bei Wunsch. Ksotenpuntk je nach Projektkosten, also einmalig ab 400,-- Daumen mal Pi, inkl. Nachdeckung 36 Monate. Preislässe gibt es max. 20% SR, egal ob Profi oder Selberbau.


hausplanung schrieb: Zusätzlich zum obengenannten müsste ich also auch noch eine Bauherrenhaftpflicht abschließen. Womit müsste ich da preislich ca. rechnen?

Die Rohbau inkludiert die kostenlose BH-Haftpflicht.


hausplanung schrieb: In der Haftpflicht der Eigenheimversicherung sind also nicht alle denkbaren Haftungen aus "Emissionen" (insbesondere durch Baustelle verursacht) vom eigenen Grundstück inkludiert?

Doch, zum Teil natürlich, aber du hast ja eine andere Situation, den Neubau.


hausplanung schrieb: Wodurch könnte ich den Fall absichern, dass zb beim Abbruch des Nebengebäudes/Runtergraben etwas vom Bestand beschädigt wird? Müsste ja quasi die Abbruchfirma zahlen, aber wenn die zb behauptet nicht schuld zu sein usw.?

Ganz klar Haftpflicht des Verursachers.

BTW: hast du keinen Berater, der dir das auch ausdeutschen kann?

Lg, Alex

25.11.2019 21:47
So hab mich jetzt informiert und grundsätzlich plausible Auskünfte erhalten, wobei ich mir im Detail noch nicht so ganz sicher bin.

Ausgangssituation:
Projektkosten < 100.000
Dauer ca. 5 Monate
Durchführung: seriöse Bauunternehmen
Vorgehen: Abriss eines Gebäudeteils und an dieser Stelle ein Zubau samt Runtergraben wegen Keller

Folgende Infos habe ich bekommen
Bauherrnhaftpflicht: nicht nötig, da aufgrund der geringen Projektsumme allfällige Haftungen durch die bestehende Eigenheimversicherung gedeckt sind

Absicherung Rohbau und danach:
hier muss (logischerweise) die bestehende Versicherung betraglich um die neue Fläche/Kosten ausgeweitet werden. Wobei dafür natürlich jener Anteil für den Abrissbereich wegfällt. Offenbar Vorschlag gleich vor Baubeginn diese neue Fläche der Versicherung zuzuschlagen. Dadurch ist der Zubau auch sofort gegen alle Gefahren, gegen die auch der Bestand versichert ist, geschützt zb auch Vandalismus. Die reine Rohbau wäre zwar vielleicht gratis, allerdings gehts ja nur um ca. 5 Monate und die Zusatzprämie (derzeitige Versicherungsprämie (Eigenheim und Haushaltsversicherung) ist auf Basis von ca. 75% der künftigen Fläche) ist ja auch nicht so viel, über die 5 Monate weniger als 100 Euro grob geschätzt.

Absicherung Bestand zb gegen Beschädigung beim Abbruch:
hier sei keinerlei Versicherung nötig, weil im Schadensfalle die Haftpflicht des Abrissunternehmens bzw. des Bauunternehmens zahlungspflichtig wäre.

Was sagt ihr dazu?

Es wurde mir auch gesagt, die Bauherrenhaftpflicht (die eh dabei wäre) ist auch zb wichtig, wenn beim Nachbarn etwas kaputt geht zb Senkung, obwohl die Baufirma nichts dafür kann (sonst würde wieder die Haftpflicht der Baufirma zahlen). Gut, im Umkehrschluss verunsichert mich aber nun die theoretische Möglichkeit, dass ja auch am Bestand etwas schief gehen könnte, wo die Baufirmen nichts dafür können zb irgendwelche unvorhersehbaren Rutschungen nach Abbruch oder ähnliches. Müsste bzw. könnte man das irgendwie versichern oder ist das bei einer bestehenden Eigenheim schon ohnedies grundsätzlich dabei? Wie könnte man sich da absichern?

Wenn eine Baufirma Schaden anrichtet und in Konkurs ginge, würde dann auch deren Haftpflichtversicherung voll zahlen?
26.11.2019 10:41
Hört sich grundsätzlich schlüssig an.


hausplanung schrieb: Dadurch ist der Zubau auch sofort gegen alle Gefahren, gegen die auch der Bestand versichert ist, geschützt zb auch Vandalismus.

Kann ich mir nicht vorstellen. Die Rohbau deckt Haftpflichtschäden, Schäden durch Feuer und Schäden durch Sturm. Bei Sturmschäden muss das Gebäude aber bereits allseits verschlossen sein.
Der Zubau ist ja im eigentlichen Sinn ein Rohbau, somit ist die Eigenheimversicherung bei zB Vandalismus oder Leitungswasserschäden leistungsfrei, da ja der Zubau den Status Rohbau hat.

Der von dir skizzierte Schaden muss nach Eintreten von der jeweiligen Versicherungs-Schadensabteilung geprüft werden, hier kann keine Pauschalaussage getroffen werden. Dazu benötigt es Sachverständige, die die Verschuldensfrage klären.

Wenn die Baufirma in Konkurs geht, kommt es auf deren Nachdeckung im Versicherungsvertrag an. Es muss wieder die Verschuldensfrage im konkreten Anlassfall geprüft werden, um Ansprüche an die Versicherung stellen zu können und ob diese berechtigt sind oder nicht.
Die Haftfpflichtversicherung wehrt nämlich auch unbegründete Ansprüche ab.
26.11.2019 10:48
Ok, die Eigenheimversicherung würde also (aufgrund der betragsmäßig ausreichenden Deckung) beim Rohbau eben nur jene Schäden übernehmen, die auch eine reine Rohbauversicherung zahlen würde.

Könnte man derartige Schäden am Bestand (die quasi nicht Schuld des Bauunternehmens sind, sondern wo es quasi keinen Schuldigen gibt) irgendwie gut versichern?

Noch dazu steht in den AGB des (seriösen) Abrissunternehmens: für die Standsicherheit angrenzender Mauerwerke kann keine Haftung übernommen werden.
26.11.2019 11:21


hausplanung schrieb: Könnte man derartige Schäden am Bestand (die quasi nicht Schuld des Bauunternehmens sind, sondern wo es quasi keinen Schuldigen gibt) irgendwie gut versichern?

Das ist mir nicht bekannt. Am besten du fragst direkt bei deinem Versicherer in der Fachabteilung nach und schilderst dein Anliegen.
26.11.2019 11:30
Hat jemand eine Idee wie dieser Satz in den AGB auszulegen wäre:

für die Standsicherheit angrenzender Mauerwerke kann keine Haftung übernommen werden.

Heißt dies, die Abbruchfirma haftet nicht, wenn sie durch "rüdes" Vorgehen eine angrenzende Mauer mitreißt oder heißt dies nur, dass ein Abbruchunternehmen nicht dafür haftet (was ja relativ logisch ist) wie gut eine angrenzende Mauer von selber steht?

Im Generali Folder hab ich bei der Bauwesenversicherung folgende optionale Versicherungsleistung gefunden, die möglicherweise das ganze decken würde:
Optional mitversichert werden können:
Bestehende/eigene Altbauten gegen Ganz- und Teileinsturz

Es scheint mir aber, dass nicht alle Versicherungen solche Bauwesenversicherungen anbieten. Andererseits denke ich mir, ich könnte diese Bauwesensversicherung für die Bauzeit ja auch extra bei einer anderen Versicherung abschließen, quasi unabhängig von der derzeitigen Versicherung, oder?



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Baurecht-Forum