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Was kann man sinnvoll selber machen?

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28.4. - 30.4.2021
10 Beiträge | 8 Autoren 10
Hallo!
Meine Frage richtet sich eher an diejeneigen von euch, die keine Profis, aber interessierte, geschickte Hausbauer sind.
Mein Mann und ich würden uns so beschreiben und möchten nächstes Jahr mit dem Bau eines Massivhauses beginnen.
Bisher denken wir an, folgendes selber zu machen:
RGK verlegen
FBH und BKA allenfalls auch
Parkett in GZ u 2 KZ bzw Keller
Fliesen im Keller
Holzterrasse
Poolbau
Garten anlegen
Einen Elektriker haben wir in der Familie - mit dem gemeinsam können wir auch viel machen. 

Wir haben schon mal Keller gefliest und das wurde echt gut. 
Wir haben auch schon mal eine Terrasse saniert und Boden gelegt und mit dem Ergebnis sind wir auch zufrieden. 

Was könnte man als Laie noch selber machen, wo es kostenmäßig was bringt? Bauherrenmithilfe beim Rohbau? 

Über eure Tipps würde ich mich freuen! 

 
 
28.4.2021 (#1)
Meiner Meinung nach kann man so gut wie alles selber machen wenn man es sich zutraut und das entsprechende KnowHow/Werkzeug bzw. Unterstützung hat. 

Man muss sich aber bewusst sein, dass da einiges an Zeit notwending sein wird! 

Gewerke wie Estrich/Innenputz würde ich aber auf jedenfall vergeben. Zahlt sich nicht aus da "herumzupatzen" bei den vergleichsweise geringen Kosten.

Parkett zB haben wir selber verlegt inkl. verkleben, überall, war eine schöne/einfache Arbeit, man muss sich vorher aber GENAU ansehen wo man beginnt, die Wände sind nicht perfekt parallel usw, ich hab mir alles genau ausgemessen und in ACAD aufgezeichnet. Da wir durch alle Räume durchgelegt haben mussten wir umso mehr aufpassen. 

Großformatfliesen hab ich machen lassen weil ichs mir nicht zugetraut hab, ich denke aber mit den Nivelliersystemen kann man auch nicht viel falsch machen nach etwas Übung. Wandfliesen würde ich mir aber trotzdem nicht zutrauen...

Meine Erfahrung ist, nur weil es Professionisten machen (egal was), muss es nicht unbendingt besser werden, sie sind zwar mit Sicherheit schneller aber nicht unbedingt besser/genauer. 
28.4.2021 (#2)
- Sich informieren (habt ihr anscheinend schon wenn man RGK und BKA liest)
- Sich klar darüber werden was man will (welche Räume, welche Böden, Smarthome ja nein usw.)
- Ordentlich planen (so klein wie möglich so groß wie nötig)
- für sämtliche Gewerke Angebote einholen bzw. realistische Schätzungen machen
- Bauherrenmithilfe und Helfer stellen und von Anfang bis Ende dabei sein.

Alles was man nicht selber macht oder mithilft muss man bezahlen. Allein beim Rohbau könnt ihr Wochenlang mithelfen, da wird euch sicher nicht fad 😀.

Sobald der Rohbau steht: Erdwärme verlegen, Mithilfe beim Dachdecken, Leitungen stemmen, Fenster austragen und Bänder kleben, OG Dämmung verlegen, Mithelfen beim Leitungen (Elektro Sanitär) legen, Leitungsschlitze zuwerfen und Spachteln. Ab dem Punkt wirds dann schon genauer. FB setzen, Innenputz und Estrich, Fliesen legen würd ich von Firmen machen lassen. FBH legen, Ausmalen und eventuell Boden legen geht dann wieder selber. Ich würde aber den Professionisten immer zur Hand gehen wenn es sich zeitlich bei euch ausgeht.

Wichtig ist dass das Haus komplett durchgeplant ist von Anfang an. Also vom Grundriss bis hin zur vollständigen Möblierung eines jeden Raumes insbesondere Küche und Bad!
28.4.2021 (#3)
Wir haben folgendes selbst gemacht:
*Energieausweis & Heizlast selbst rechnen: das ist aus meiner Sicht der wichtigste Punkt um das Haus, die Heizung bzw. die Förderung zu "optimieren" und langfristig Geld zu sparen (wo kann man mit den geringsten Mehrkosten am meisten Energie einsparen) - die meisten Architekten können das einfach nicht und 50 mal den Energieausweis anzupassen kostet auch einiges...
*Elektro fast komplett: war mit Sicherheit die größte Ersparnis aber auch der größte Zeitaufwand (inkl. Planung) mit zwischenzeitlich massivem Stress (Termine wie zB Innenputz). Wir haben dadurch aber auch viel mehr "bekommen" als wir uns sonst geleistet hätten (KNX mit Sprachsteuerung im ganzen Haus) - größte Ersparnis: Material im Internet/Baumarkt kaufen und nicht über Elektriker bzw. Großhandel -  über unseren Elektriker im Familienkreis haben zB Dietzel FXP Turbo Schläuche mehr als doppelt so viel gekostet wie beim Bauhaus!
*Trockenbau: hier haben wir alles bis auf die Dachdämmung ohne Erfahrung nur mit Youtube-Videos selbst gemacht (WCs, Rohrverkleidungen etc.): war eine ganz nette Arbeit und hat insbesondere viel Koordinierungsarbeit (Elektro etc.) gespart
*"kleine" KWL-Lösung: ist noch nicht ganz fertig, würde ich aber wsl. nicht mehr (selbst) machen 
*Schlitze stemmen, schließen, spachteln (Glattstrich etc.)
*Parkett kleben: kein Problem, nur auf den richtigen (noch haltbaren) Kleber achten -wir haben abends vor dem Lockdown noch spontan Kleber im Baumarkt gekauft, dieser war aber eingetrocknet...
*Garten: Hochbeet, Terasse (1m hoch) betonieren und anlegen: würde ich wieder machen (und wieder Trockenbeton verwenden), beim nächsten Mal würde ich aber meinen Rücken schonen und zum Verfüllen etc. einen Bagger organisieren statt händisch zu schaufeln....
*Poolbau: wollten wir selbst machen aber nachdem Freunde das zeitgleich zu unserer Baustelle gemacht haben und monatelang mit vielen Helfern fast durchgehend gearbeitet haben haben wir das Projekt gestrichen und uns (vorerst) für einen Aufstellpool entschieden - das ist einfach ein extremer zusätzlicher Aufwand der im Rahmen des Hausbaus mE das Zeitbudget sprengt (wenn man nicht 3 Jahre lang bauen will)....
*Ausmalen: hier war der "große" Zeitaufwand das spachteln, Ausmalen ging dank "semiprofessionellem" Spritzgerät (Wagner 350) in kürzester Zeit mit einem perfekten Ergebnis
*Fertigstellungsarbeiten Installation (WCs montieren etc.) 

FBH/Sanitär-Rohinstallation haben wir uns nicht drüber getraut (Gewährleistung/Streit Versicherung bei Wasserschaden etc.)
Küche haben wir (nach mehreren selbst aufgebauten Ikea Küchen) diesmal auch einem Profi überlassen - dauert selbst einfach zu lang
Fliesen haben wir auch nur im Keller selbst gemacht

Bauherrenmithilfe Rohbau haben wir nicht gemacht - aus meiner Sicht kann man da als Laie eh nur Hilfsarbeiten machen, ist an normale Arbeitstage gefesselt (nicht Abend und Wochenende) und da ist die finanzielle Ersparnis für den eingesetzten Zeitaufwand/Urlaubstage einfach zu gering. Aus meiner Sicht ist es daher sinnvoller die Urlaubstage zu sparen und dann später bei den "teureren" Arbeiten (Elektro / Maler / etc.) "einzusetzen".
Hängt natürlich auch wieder vom Zeitraum für den Bau ab. Wenn man mehrere Jahre Zeit hat geht natürlich mehr als wenn man (wie wir) nach spätestens einem Jahr einziehen will....
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28.4.2021 (#4)
Kostentechnisch bringt es immer was wenn man so viel wie möglich selber macht. 
Die Fragen die ihr euch stellen müsst:
Könnt ihr es
Habt ihr die Zeit
Traut ihr auch das zu

das wichtigste ist dass ihr alles gut plant!

wir haben sehr viel in Eigenleistung machen können, aber auch weil wir sehr viele Helfer hatten. 

dadurch haben wir uns 75 000 Euro sparen können. Aber dafür waren wir fast jeden Tag auch Samstag und Sonntag auf der Baustelle.

lg. Maxi
28.4.2021 (#5)


Notausgang schrieb: Energieausweis & Heizlast selbst rechnen


Notausgang schrieb: Bauherrenmithilfe Rohbau haben wir nicht gemacht - aus meiner Sicht kann man da als Laie eh nur Hilfsarbeiten machen, ist an normale Arbeitstage gefesselt (nicht Abend und Wochenende) und da ist die finanzielle Ersparnis für den eingesetzten Zeitaufwand/Urlaubstage einfach zu gering. Aus meiner Sicht ist es daher sinnvoller die Urlaubstage zu sparen und dann später bei den "teureren" Arbeiten (Elektro / Maler / etc.) "einzusetzen".

Also wir haben durch Mithilfe über 5-6 Wochen von uns und Freunden am Rohbau knappe 40.000,- Euro gespart was ich noch im Kopf habe. Unsere E-Installation ist nichtmal halb so teuer 😉
Maler sehe ich auch nicht als "teure" Arbeit. 1000,- Material und selber oder wie bei uns (ging leider nicht selber) 2500,- 2x gemalt.

Es wird halt drauf ankommen was man kann und tun möchte.
28.4.2021 (#6)
Ich rate dazu, das Thema „Selbermachen“ sehr gut mit dem verfügbaren Zeitrahmen abzustimmen: Sowohl den Zeitrahmen, bis das Haus bezugsfertig sein soll, als auch die eigenen Zeit-(und Energie-)Kapazitäten, die man in das Haus neben Berufstätigkeit und Familie/Partnerschaft investiert. Viel Selbermachen funktioniert am besten, wenn der Zeitrahmen bis zum Einzug möglichst großzügig und ev. auch etwas flexibel ist. Wir sind bereits nach 9 Monaten in ein Ziegelmassivhaus (ohne Innentüren) eingezogen und haben sehr viel mitgearbeitet und selber gemacht, parallel zu voller Berufstätigkeit. Es war eine absolute Grenzerfahrung - Freizeit hat sich über Monate auf ein paar Stunden am Sonntag beschränkt. Problematisch war zusätzlich, dass wir auch immer wieder einiges an Zeit benötigt haben, um Schauräume aufzusuchen um Parkett, Fliesen, Möbel etc. auszusuchen.

Wir haben bei vielen Arbeiten den tatsächlichen Zeitaufwand unterschätzt und uns öfter noch ein paar zusätzliche Helfer organisiert, um im engen Zeitplan bleiben zu können, oder manches dann doch vergeben.
 • Rohbau-Mithilfe: Zureichen, Eisen binden, Mörtel rühren, Schalftafeln putzen, Werkzeug am Tagesende reinigen, Glattstrich in den Laibungen, ...
 • Elektro: Anzeichnen, Schlitzen, Stemmen, Schutt raus, Auswerfen, Netzen - in Anbetracht unserer überkompletten Haustechnik massiv unterschätzt.
 • Installateur: Schlitzen, Stemmen, Auswerfen, Netzen, Zentralstaubsauger-Rohre, KWL-Rohre, Rolljet und Randdämmstreifen
 • Innenputz: Dosen vorher ausstopfen und nachher ausschneiden, Lüften, Fenster abwischen.
 • Dämmung am Dachboden verlegen
 • Spachteln & Schleifen: Hätten wir vorgehabt, aber da waren wir schon völlig am Sand, daher habe ich das an Professionisten vergeben. Als ich gesehen habe, wie aufwändig (und unangenehm) diese Arbeiten sind, war ich darüber unendlich froh - wir wären grandios gescheitert.
 • Technikraum & Lager verfliesen.
 • Ausmalen - deutlich unterschätzt wegen Problemen mit der Deckkraft der Farbe.

Nach dem Einzug:
 • Wandregale
 • Möbel aufbauen, ggf. auch anpassen, Sockelleisten, Leuchten montieren
 • Landschaftsbau: Drainagebeton mischen, Kleber rühren, Mähkanten und Beetkanten setzten, Verfugen etc.
 • Rasenanlage: Grobplanie, Sand auftragen, Aussäen
 • Mitarbeiten bei Gartenmauer, Pflastern, Bewässerung, Absturzsicherungen, Terrasse ...
28.4.2021 (#7)
Erdarbeiten auf jeden Fall machen lassen. Gas und Wasser würde ich als Laie auch nicht selber machen, da ist der Schaden zu groß bei einem Fehler und Versicherungen steigen aus wenn hier nicht der Fachmann dran war.  
28.4.2021 (#8)


Landei88 schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von Notausgang: Energieausweis & Heizlast selbst rechnen
__________________
Im Beitrag zitiert von Notausgang: Bauherrenmithilfe Rohbau haben wir nicht gemacht - aus meiner Sicht kann man da als Laie eh nur Hilfsarbeiten machen, ist an normale Arbeitstage gefesselt (nicht Abend und Wochenende) und da ist die finanzielle Ersparnis für den eingesetzten Zeitaufwand/Urlaubstage einfach zu gering. Aus meiner Sicht ist es daher sinnvoller die Urlaubstage zu sparen und dann später bei den "teureren" Arbeiten (Elektro / Maler / etc.) "einzusetzen".

Also wir haben durch Mithilfe über 5-6 Wochen von uns und Freunden am Rohbau knappe 40.000,- Euro gespart was ich noch im Kopf habe. Unsere E-Installation ist nichtmal halb so teuer 😉
Maler sehe ich auch nicht als "teure" Arbeit. 1000,- Material und selber oder wie bei uns (ging leider nicht selber) 2500,- 2x gemalt.

Es wird halt drauf ankommen was man kann und tun möchte.

Das hängt halt vor allem vom Job ab bzw. an welchen Tagen die Baufirma arbeitet. Wenn man (wie wir) wenig flexible Vollzeitjobs hat und die Baufirma von Montag bis Freitag arbeitet gehen 5-6 Wochen Mithilfe beim Rohbau halt nur unter Einsatz des gesamten Jahresurlaubs - der in unserem Fall für die späteren Arbeiten deutlich besser eingesetzt war. Bei Selbständigen oder zB Lehrern in den Sommerferien kann das natürlich ganz anders ausschauen. Freunde haben wir auch nur am Wochenende "eingesetzt" so dass diese keinen Urlaub nehmen mussten.

Malen waren bei uns zB auch rd. 1.000 EUR Material und ca. zwei Wochenenden Arbeit - kein Urlaubstag nötig. 

Elektro hat bei uns ca. 25k gespart und ca. 2 Wochen Urlaub gekostet (+ unzählige Nachtschichten und Wochenenden).
28.4.2021 (#9)


Landei88 schrieb: Sobald der Rohbau steht: Erdwärme verlegen,

Bei RGK bitte umgekehrt. 😉

Das, was mir am Haus mit Abstand am meisten Freude macht, sind die Elektroarbeiten, v.a. nachdem jetzt die Leitungen drinnen sind. Ist für mich pure Entspannung und quasi Verwirklichung (mach jetzt den Schaltschrank gleich selber fertig), hab aber auch komplett unterschätzt, wieviele ungezählte Stunden da drauf gehen. Dafür spielt das Haus dann auch recht günstig viele Stückln. (Das geht aber nur, weil ich das vor 20 Jahren mal gelernt hatte.)

Ansonsten ist es wie schon gesagt eine Abwägung Zeit - Können - benötigtes Werkzeug - Gewährleistung. Man soll die mögliche Kostenersparnis generell nicht überschätzen. (Allerdings fiel z.B. bei mir die Rohbauzeit "günstig" mit Karenz/Elternteilzeit zusammen.)

Einen riesigen Vorteil hat es, wenn man überall dabei ist: Man kennt den Aufbau des Hauses picobello und die Firmen können sich nicht "zuviel Pfusch" erlauben.


30.4.2021 (#10)
Danke für eure hilfreichen Antworten!
Wir sparen schon seit einem Jahr Urlaub und sind motiviert. Dann werden wir uns mal noch in die von Euch zusätzlich genannten Dinge einlesen!
Unser Vorteil ist, dass wir 3 Opas in Pension haben, die alle Bauerfahrung haben und Techniker sind. Mein Mann ist auch ein technisches Universaltalent und wir wohnen nur 5 Min Fußweg von der künftigen Baustelle entfernt, sodass wir jederzeit schnell dort sein können. Stress haben wir nicht - aber klar, man will nicht ewig bauen, sondern dann endlich wohnen  


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