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Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur

35 Beiträge | letzte Antwort 10.8.2018 | erstellt 7.8.2018
Bei der Planung unserer FBH ist für die verschiedenen Räume eine Norm Innentemperatur von z.B. 22°C für die meisten Räume, 24°C fürs Bad und 18°C für Garage inkl. Werkraum angegeben.

Ich verstehe das so, dass man ja irgendeinen Wert annehmen muss um die Leistung zu berechnen, die nötig ist, um den Raum auf diese Temperatur zu heizen: http://sachverstaendigen.blogspot.com/2017/03/norm-innentemperatur.html

Ein paar Dinge sind mir dabei aber unklar:
- Ich habe ja auch ein Raumthermostat und wenn ich in den Räumen dann z.B. gerne 23°C statt der angegebenen 22°C hätte, was bedeutet das? Müsste man dann an der WP die Vorlauftemperatur erhöhen bzw. passiert das automatisch durch die Steuerung am Thermostat?
- Die Vorlauftemperatur ist natürlich fürs gesammte Haus gleich, heißt das: Wenn ich im Bad gerne 26°C hätte und ich die Vorlauftemperatur erhöhe, dass ich auch in allen anderen Räumen dann 2°C mehr habe, wenn man nicht gleichzeitig den Durchfluss in allen aderen Räumen reduziert?

Welche Werte habt ihr hier für die unterschiedlichen Räume? 22°C ist ja jetzt nicht sooo warm und der Freundin ist's sowieso meistens kalt ;)
7.8.2018 9:20


querty schrieb: um den Raum auf diese Temperatur zu heizen


genau, noch präziser: um die Temperatur zu halten. Aufheizen braucht mehr Energie.

Die meisten Fragen hast dir selber schon richtig beantwortet. Du hast nur eine VL-Temp. Wenn du das Bad viel wärmer willst musst du entweder die Wärmeabgabeflächen deutlich erhöhen oder den VL. Damit die anderen Räume nicht überhitzen, musst du diese beim Durchfluss drosseln, was aber die Effizienz mindert.

22°C finde ich schon sehr behaglich, Frau hat den Winter so auch gut überstanden
7.8.2018 9:29
servus Hannes,

-> norm-innentemperatur
ja, der zielwert wird frei vereinbart bzw als standardwert den richtlinien entnommen.
und dabei beginnt meist schon das dilemma:
die regelwerke hinken da 10-20 jahre hinterher und so steht noch immer 15° für vorräume, flure, 20° für wohnraum und 24° fürs bad drinnen.

das sind werte die aus dem altbau kommen, aus einer zeit als es sich noch ausgezahlt hat das gästezimmer abzudrehen wenn niemand da war. heute ist es so daß der verbrauch ansteigt wenn das gästezimmer abgedreht wird...

selbst wenn der vorraum gar keine heizung bekommt oder völlig abgedreht wird werden sich sich dort 20-22° einstellen wenn das bad daneben 24° hat. mit dem nachteil daß das bad die heizkurve hochtreibt weil es mit seiner flächenheizung jetzt 2 räume heizen muß.

-> raumthermostat

es ist ein irrglaube daß ein raumthermostat dazu da ist die innentemperatur einzustellen.
diese ergibt sich aus der folgekette auslegung -> hydraulischer abgleich -> heizkurve.
die heizungsregelung ist außentemperaturgeführt, die heizkurve sorgt dafür daß es bei allen temepraturen von +20 -> -20° gleich warm im haus ist, die parallelverschiebung bestimmt die absolute höhe der temperatur im haus 21°,22°,23°

wenn jetzt zusätzlich fremdwärme eingetragen wird, bspwl durch sonneneinstrahlung oder besuch oder kaminofen oder kochen und die raumtemperatur bspwl 2° über den sollwert steigt soll die einzelraumregelung die heizung abknipsen damit nicht weitergeheizt wird. für elektriker ist das so wie ein sicherungsautomat der auslöst. heizkörperheizungen mit hohen vl-temperaturen haben so etwas benötigt.
der einzelraumregler ist ein dummes auf/zu-ventil daß nicht mit der wp spricht, im gegenteil, es dreht ihr die hydraulik auf der abgabeseite ab was gar nicht gut ist.

im effizienten neubau mit niedrig ausgelegter flächenheizung sehen wir vl-temperaturen die immer unter 30° bleiben. dadurch ergibt sich ein rücklauf von bsplw 25° und eine oberflächentemperatur von 24°.

wenn sich wie im obigen beispiel die raumtemperatur um 2° auf 24° erhöht entsteht ein gleichgewicht zwischen raum- u fbh-temperatur und die fbh gibt automatisch gar nichts mehr an den raum ab. das ist der selbstregeleffekt.
die leistung einer strahlungsheizung wie der fbh hängt nämlich nur von der fläche und dem delta zwischen bodentemperatur und dem raum ab. halbes delta gibt halbe leistung, kein delta keine abgabe...

es geht sogar umgekehrt: wenn durch lüften der raum nur mehr 18° hat gibt die fbh automatisch die doppelte leistung ab.
Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur

daraus sieht man das einzelraumregler ziemlich sinnlos wenn nicht sogar nachtelig für die hydraulik sind. richtig eingestellt haben sie keine funktion weil alles die physik 'selbst regelt'...
7.8.2018 9:45


querty schrieb: - Ich habe ja auch ein Raumthermostat und wenn ich in den Räumen dann z.B. gerne 23°C statt der angegebenen 22°C hätte, was bedeutet das? Müsste man dann an der WP die Vorlauftemperatur erhöhen bzw. passiert das automatisch durch die Steuerung am Thermostat?

der thermostat kann gar nix - außer bei übertemperatur abknipsen.

verheerend ist die psychologische wirkung: ich hab ein gasrad neben der zimmertür und stell mir dort die wunschtemperatur ein, im winter 24° im sommer 18° ...
weckt genauso falsche erwartungen wie bei einer kwl mit feuchterückgewinnung wenn ich mir am rad neben der türe die gewünschte luftfeuchte 'einstelle'...

das temperaturniveau im haus wird außentemperaturgeführt per heizkurve/verschiebung eingestellt, damit spielt man sich im ersten winter bis das immer paßt, bei +10° wie bei -20° dann greift man seine heizung nie wieder an...

wer großen wert auf ein wärmeres bad als den rest der wohnung legt braucht zusatzmaßnahmen...

22° im hochwertigen neubau vermitteln sehr große behaglichkeit, zumindest nach dem ersten winter wenn die feuchte langsam draußen ist. das kann man mit einem zugigen altbau und kalten hüllflächen nicht vergleichen.

bei 23° im neubau sitzen die leute in der unterwäsche in der wohnung...



querty schrieb: - Die Vorlauftemperatur ist natürlich fürs gesammte Haus gleich, heißt das: Wenn ich im Bad gerne 26°C hätte und ich die Vorlauftemperatur erhöhe, dass ich auch in allen anderen Räumen dann 2°C mehr habe, wenn man nicht gleichzeitig den Durchfluss in allen aderen Räumen reduziert?

und genau das geht nicht weil man da an die grenzen der hydraulik und der physik stößt. regulierungen im betrieb ermöglichen nur nuancen.
26° im bad sind nur möglich mit hühnergrill (infrarot oder heizlüfter).


edit: Raphael war schneller ...


7.8.2018 11:52
@dyarne

Ich habe bei mir im Wohnzimmer auch von KNV das Bedienteil und ein Thermostat installieren lassen.
Gemacht habe ich es da wir einen Kamin auch haben werden damit ich einfach am Vorabend absenken kann wenn ich am nächsten Abend den Kamin einheize um im Wohnbereich einfach 2-3 Grad weniger zu haben.

Oder stelle ich mir das falsch vor Einzug ist auch erst im Herbst.
7.8.2018 12:18


dyarne schrieb:
daraus sieht man das einzelraumregler ziemlich sinnlos wenn nicht sogar nachtelig für die hydraulik sind. richtig eingestellt haben sie keine funktion weil alles die physik 'selbst regelt'...


D.h. die Smart Home Hersteller die mit Einzelraumregelungen im Neubau prahlen wollen einfach nur gutes Geld mit den Verkäufen von Thermostaten verdienen? Sinn hat es durch deine Schilderung ja so gut wie keinen?
7.8.2018 13:14


arsrps schrieb: nächsten Abend den Kamin einheize um im Wohnbereich einfach 2-3 Grad weniger zu haben.


dann eher 2 Tage vorher absenken  
7.8.2018 13:15
Irgendwie müssen die ja auch ihre Brötchen verdienen, oder?
Die werden wohl kaum dazuschreiben, dass es für einen typischen Neubau ziemlich sinnlos ist, oder?
7.8.2018 14:17


Pedaaa schrieb: Irgendwie müssen die ja auch ihre Brötchen verdienen, oder?


Ich hoffe da war Ironie dabei, weil für mich ist das überhaupt kein Argument.

Aber ja, die Illusion verkauft sich gut, dass über ein Tablet für jeden Raum die Heizung gesteuert werden kann wie das Licht.
7.8.2018 14:40
Ein bisschen Sarkasmus da, ein bisschen Ironie dort...
Es gibt sogar Leute, die verkaufen dir Edelstahl-Stäbe und sagen dir damit hast du weniger Treibstoff-Verbrauch, oder energetisches Wasser das dich heilt, oder.... OK das geht jetzt zu weit
So schlimm sind ERR auch wieder nicht. Aber bringen bei einem gut gedämmten Neubau mit geringer VL-Temp. eben nicht den gewünschten Effekt, sondern oft eher das Gegenteil.
7.8.2018 17:01


arsrps schrieb: Ich habe bei mir im Wohnzimmer auch von KNV das Bedienteil und ein Thermostat installieren lassen.
Gemacht habe ich es da wir einen Kamin auch haben werden damit ich einfach am Vorabend absenken kann wenn ich am nächsten Abend den Kamin einheize um im Wohnbereich einfach 2-3 Grad weniger zu haben...

du kannst es ja testen und stufenweise aktivieren.
das raumbediengerät hat einen tempertaurfühler integriert, mit dem kann man anzeigen oder gleitend regeln...

ob es schnell überhitzen wird hängt von der offenheit deines grundrißes ab und der leistung des kamins. die fbh würde ungeregelt wie beschrieben wohl schon bei 2° übertemperatur nix mehr abgeben, der kamin heizt dann natürlich weiter...

berichte uns bitte von deinen erfahrungen...

7.8.2018 17:09


austriansales schrieb: Sinn hat es durch deine Schilderung ja so gut wie keinen?

nein hat es nicht, wie die kollegen auch geschrieben haben...

man kann wärme nicht anknipsen wie licht, man hat zeitkonstanten die eher bei tagen als bei stunden liegen und man hat heizkurven die gerade 5° unterschied machen zwischen +10° und -20°...
7.8.2018 19:19
Herzlichen Dank für den Faden!
Sehr informativ für einen Heizungs-Laien!
Und auch herzlichen Dank an Arne und die anderen Experten hier, ihr bringt langsam Licht in mein Heiztechnik-Dunkel 
Hoff mein Insti berücksichtigt dies alles!
7.8.2018 19:35


austriansales schrieb:
D.h. die Smart Home Hersteller die mit Einzelraumregelungen im Neubau prahlen wollen einfach nur gutes Geld mit den Verkäufen von Thermostaten verdienen? Sinn hat es durch deine Schilderung ja so gut wie keinen?


Früher war alles anders...
Bei alten Häusern mit Heizkörpern kann eine Einzelraumregelung mit elektrischen Thermoventilen, die von der Smart Home-Elektrik (unabhängig von der Heizung) gesteuert werden, durchaus Sinn machen. Hersteller und Verkäufer tun sich halt manchmal schwer, die vorhandenen Produkte NICHT zu verkaufen...
In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, einzelne Heizkreise runterzuregeln oder abzuschalten, z.B. bei thermisch getrennten Nebenräumen oder nur zeitweise beheizten Nebengebäuden. Für den Wohnbereich in modernen Häusern ist eine solche Regelung i.A. nicht zweckmäßig.

Gruß
GKap
7.8.2018 22:26
Danke für eure Erklärungen!
Du solltest echt mehr Vorträge machen @Arne, nicht nur auf der Bauen&Wohnen Messe!  (und das ist jetzt nicht ironisch gemeint)

Bei der initialen Verlegung der FBH sollte somit eine Festlegung auf Raumtemperaturen erfolgen z.B. 22°C in Wohnräumen und 24°C im Bad. Mir ist klar, dass sich die Temperatur angleicht - durch die KWL wohl nocht stärker.



dyarne schrieb: es ist ein irrglaube daß ein raumthermostat dazu da ist die innentemperatur einzustellen.
diese ergibt sich aus der folgekette auslegung -> hydraulischer abgleich -> heizkurve.



dyarne schrieb: die heizkurve sorgt dafür daß es bei allen temepraturen von +20 -> -20° gleich warm im haus ist, die parallelverschiebung bestimmt die absolute höhe der temperatur im haus 21°,22°,23°


D.h. wenn ich die Normtemperatur jetzt für 22°C plane und die FBH darauf auslege, später aber merke dass mir das zu wenig ist und ich gerne 23°C hätte brauche ich einfach nur die Heizkurve umstellen?
Ich hätte gedacht, das macht man dann über ein zentrales Thermostet (keine Einzelraumregelung), oder muss ich dazu direkt an der Wärmepumpe die Heizkurve modifizieren? (Wäre auch ok, die hat soweit mir bekannt eh ein WLAN Modul)


dyarne schrieb: bei 23° im neubau sitzen die leute in der unterwäsche in der wohnung...


Ist im Moment in der Wohnung kaum vorstellbar, da heizen wir im Winter manchmal auf 26°C und es ist noch angenehm, das aber mit einem Radiator an der Wand neben dem Fenster.
ok, konkret im Moment hat es eh 28°C...also mehr als gewünscht. ;)




dyarne schrieb: 26° im bad sind nur möglich mit hühnergrill (infrarot oder heizlüfter).


Dort haben wir auch eine zusätzliche Infrarotheizung - ich hätte halt gedacht, dass man diese nur sporadisch aktiviert, wenn man es mal "extra warm" haben möchte, grundsätzlich aber im Bad einen engeren Verlegeabstand macht, um mehr Heizleistung zu haben. Ist das ok oder auch nicht sehr zielführend - weil sich die Wärme ja sowieso verteilt?

Einzelraumregelung hört sich gut an und hatte ich mir anfangs auch überlegt - in diesem Falle finde ich es dann gut, dass ich doch keine installiert habe. ;)
8.8.2018 7:22
Ein Einfamilienhaus regelt man nicht über ein zentrales Thermostat, weil Problem Nr. 1 wäre schon mal, wo tust das hin? Welcher Raum ist dein Referenzraum? Die Heizkurve im EFH funktioniert über die Außentemperatur und sollte so eingestellt werden, dass die Innenraumtemperatur bei jeder Außentemperatur konstant bleibt. Radiator unter Fenster und Flächenheizung kannst überhaupt nicht vergleichen. Arne hat ja schon gut erklärt, warum es damit auch bei 22° behaglich ist und das kann ich bestätigen.
8.8.2018 7:28


querty schrieb: Ich hätte gedacht, das macht man dann über ein zentrales Thermostet (keine Einzelraumregelung), oder muss ich dazu direkt an der Wärmepumpe die Heizkurve modifizieren? (Wäre auch ok, die hat soweit mir bekannt eh ein WLAN Modul)


Wennst die Heizkurve erstmal optimal eingestellt hast, brauchst da gar nix mehr umstellen Mit FBH kurzfristig um z.b. 2° absenken/anheben wird so nicht funktionieren und bringt Nüsse.
8.8.2018 7:51


Dean schrieb: Die Heizkurve im EFH funktioniert über die Außentemperatur und sollte so eingestellt werden, dass die Innenraumtemperatur bei jeder Außentemperatur konstant bleibt.


Das ist mir verständlich, Außentemperaturfühler ist bei mir auf der Nordseite an einem geschützen Platz. Die Funktion des Regelkreises ist mir auch verständlich, also Eingangswert = Außentemperatur und das System versucht, basierend auf diesem Wert die Innentemperatur konstant zu halten.

Die Frage war so gemeint: Was muss ich tun, wenn ich die Stellgröße ändern möchte also von 22°C auf 21°C oder 23°C. Klarerweise habe ich dann nicht in 1 Stunde die gewünschte Temperaturändern...aber in 1 Woche schon, oder? Weil ich ja den Wert ändere, den das System zu halten versucht. Das geht über die Heizkurve?



Dean schrieb: wo tust das hin?


In den Vorraum, wo keine direkte Sonneneinstrahlung auf das Thermostat trifft.



Dean schrieb: Arne hat ja schon gut erklärt, warum es damit auch bei 22° behaglich ist und das kann ich bestätigen


Ich bin mir relativ sicher, dass es für mich mit 22°C behablich ist, die Freundin hat halt Bedenken und deshalb meine laienhafte Verständnisfrage bzw. möchte ich sicherstellen, dass ich diesen Stellwert nachträglich noch ändern kann.



Dean schrieb: Mit FBH kurzfristig um z.b. 2° absenken/anheben wird so nicht funktionieren


Aber langfristig umstellen schon, oder?
Also dass dann halt generell 23°C Innentemperatur sind statt 22°C.

Nachtrag: Habe nun hier etwas gelesen: https://www.heizungsfinder.de/heizung/heizkurve-einstellen
> Das bezeichnet man als Steilheit der Heizkurve. Der Wert bezeichnet, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur bei einem Temperaturwechsel von einem Grad verändert wird. Bei einer Steilheit von 1 steigt auch die Vorlauftemperatur um 1 Grad

Ok, falls ich dann wirklich mal statt der 22°C um 1 Grad wärmerstellen möchte (ev. ist das eh nie der Fall), muss ich einfach die Vorlauftemperatur entsrepchend der Heizkurve erhöhen.
8.8.2018 9:12


querty schrieb: In den Vorraum, wo keine direkte Sonneneinstrahlung auf das Thermostat trifft.


Das Problem, was ich gemeint habe, ist: Wenn das Thermostat in der Wohn/Essküche hängt, herrscht dort naturgemäß immer eine etwas höhere Temperatur, da Kochen/viele Leute etc. Das Thermostat würde veranlassen, früher abzuregeln. Oben wird es dann aber kalt. Wenn es so wie bei dir im Vorraum hängt: Dort ist es immer ein wenig kälter, das Thermostat würde heizen lassen, im Wohn/Esszimmer wird es jeodch zu warm. In Wohnungen gibt es ein Thermostat, weil man bei xx Parteien im Haus keine andere Möglichkeit hat und die Größe der Wohnung überschaubar ist.

Die Steilheit sorgt dafür, dass die Temperatur konstant bleibt, egal ob es draußen 10 oder -10 Grad hat. Mit der Parallelverschiebung steuerst, ob du es warm oder kalt haben willst.


querty schrieb: Außentemperaturfühler ist bei mir auf der Nordseite an einem geschützen Platz.


Ideal wäre Nordosten. Das Thema hatten wir auch schon einige Male hier im Forum. Kommt ein sonniger Tag, "merkt" das die Heizung dann schon frühmorgens. Im Neubau kannst mit den Glasflächen Wärme "ernten".
8.8.2018 11:46


dyarne schrieb: berichte uns bitte von deinen erfahrungen...


Werd ich machen

Macht es Sinn bei der 2120 KNV den Heizstab nicht anzuschließen?
Habe mal gelesen des es auch  ohne möglich ist mit der WP im Winter und man sich Stromkosten sparrt
leider kann ich es nicht mehr finden wo ich das gelesen habe.

8.8.2018 12:06


querty schrieb: Ok, falls ich dann wirklich mal statt der 22°C um 1 Grad wärmerstellen möchte (ev. ist das eh nie der Fall), muss ich einfach die Vorlauftemperatur entsrepchend der Heizkurve erhöhen.


Die Steilheit/Steigung der Heizkurve musst du individuell für dein Haus anpassen. Das ist die herausfordende Aufgabe im ersten kalten Winter .
Die Steilheit sagt z.B. aus bei

5° AT 28°VL
0° AT 29°VL
-5° AT 30°VL
usw.

Das ist eine einigermaßen linear verlaufende Kurve. Du kannst aber auch eine ganz wilde, individuelle Heizkurve einstellen...

Wenns dir jetzt zu kalt wäre. Dann gibts bei der Nibe die Paralellverschiebung + & - dafür.
Das heißt die Steigung bleibt gleich, es werden aber alle Werte um einen Klick erhöht oder gesenkt.

Das kannst du ganz komfortabel im Uplink machen oder eben über das Bedienteil.
Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur

Hier die Kurve mit Steigung 3 und Parallelverschiebung 0:
Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur
Zum Vergleich jetzt die gleiche Steigung aber eben mit einer Parallelverschiebung:
Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur

Und hier noch eine Manuell eingestellte Steigung:
Schaut mehr nach Kurve als nach Linearer Funktion aus
Verständnisfrage zur Norm Innentemperatur
8.8.2018 12:24


koeni62 schrieb: Und auch herzlichen Dank an Arne und die anderen Experten hier...

bitte gerne ...


GKap schrieb: In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, einzelne Heizkreise runterzuregeln oder abzuschalten, z.B. bei thermisch getrennten Nebenräumen oder nur zeitweise beheizten Nebengebäuden. Für den Wohnbereich in modernen Häusern ist eine solche Regelung i.A. nicht zweckmäßig...

volle zustimmung!
auch ein sommer/winter szenario durch absperren des badkreises beim kühlen kann man automatisieren oder eben einmal im jahr den hahn zudrehen und einmal auf...


querty schrieb: Du solltest echt mehr Vorträge machen @Arne, nicht nur auf der Bauen&Wohnen Messe!

danke ...
ich darf zu diesen themen mittlerweile für hersteller landesweit installateure schulen und mache das sehr gerne. diese haben auch keinen leichten job und nebenbei praxiswerte sammeln und auswerten ist einach viel arbeit. aber nur so kann man gesicherte erkenntnisse gewinnen und den stand der technik weiterentwickeln...

die normen und regelwerke sind da leider 10-20 jahre hinterher, eine raumweise heizlastberechnung nach gängiger software ist nur bedingt brauchbar. der verlegeabstand als festgröße aller parameter eigentlich der ungeeignetste...
jetzt kommt noch der zielkonflikt beim kühlen dazu, macht das thema hydraulik auch nicht einfacher ...


querty schrieb: Bei der initialen Verlegung der FBH sollte somit eine Festlegung auf Raumtemperaturen erfolgen z.B. 22°C in Wohnräumen und 24°C im Bad. Mir ist klar, dass sich die Temperatur angleicht - durch die KWL wohl nocht stärker...

genau!
in wirklichkeit legt man hier die relativen temperaturniveaus zueinander fest, wie du schreibst bsplw bad zu wohnzimmer.

ob du dann 21° oder 22° oder 23° real hast stellst du selber über die parallelverschiebung ein. dazu braucht man auch kein thermometer, sondern man tastet sich den ersten winter in kleinen schritten hin bis man in kalten und in warmen perioden seine wohlfühltemperatur hat. wie Dean schreibt braucht man hinterher das system nie wieder angreifen...


querty schrieb: D.h. wenn ich die Normtemperatur jetzt für 22°C plane und die FBH darauf auslege, später aber merke dass mir das zu wenig ist und ich gerne 23°C hätte brauche ich einfach nur die Heizkurve umstellen?

genau!
die heizkurve besteht aus der eigentlichen kurve (steilheit) und der absoluten höhe (parallelverscheibung).

erstere ist zuständig daß es bei +10° die gleiche temperatur im haus hat wie bei -20°, die parallelverscheibung definiert dann ob diese temperatur dabei eben 21° - 22° - 23° ist...


querty schrieb: Ich hätte gedacht, das macht man dann über ein zentrales Thermostet...

Dean hats sehr gut erklärt.
das funktioniert nur bei sehr kompakten passivhäusern; da gibst einen klaren führungsraum.

stell dir ein typisches efh vor, unten küche/eß/wohnraum offen mit kamin, oben schlaf- u kinderzimmer.

ist der thermostat unten im hauptraum erntet der 400w gewinne durch die familie, dazu fernseher, herd, kamin, südfenster, etc.
also regelt er ab, die kinder oben frieren.

ist der thermostat oben bei den kindern ist es dort warm, aber der große aufenthaltsraum überhitzt...

wärme verliert das haus nach außen, linear mit dem delta zur außentemperatur. daher funktioniert diese perfekt als führungsgröße um mit der heizung exakt diese verluste zu ersetzen. fällt die außentemperatur verliert das haus träge mehr wärme. genauso träge wird durch die heizkurve mehr wärme über die heizfläche eingebracht.

funktioniert seit jahrzehnten perfekt und ist stand der technik. man muß nur ein paar regeln bei der auslegung beachten, weil sich das spiel in den letzten jahre geändert hat durch besser gedämmte gebäude und echte niedertemperaturheizungen die per selbstregeleffekt funktionieren und durch die option mit den gleichen flächen zu kühlen...


querty schrieb: oder muss ich dazu direkt an der Wärmepumpe die Heizkurve modifizieren?

ja. oder vom schreibtisch per uplink oder von unterwegs per mobilem uplink oder du gibst mich zur fernwartung frei und schickst mir ein sms und ich dreh sie dir rauf ...
alles ist möglich...


querty schrieb: die hat soweit mir bekannt eh ein WLAN Modul...

eine lose netzwerkbuchse mit rj45


querty schrieb: Dort haben wir auch eine zusätzliche Infrarotheizung - ich hätte halt gedacht, dass man diese nur sporadisch aktiviert, wenn man es mal "extra warm" haben möchte...

ja infrarot ist bsplw als booster sinnvoll für die zeit die man sich im bad aufhält...


querty schrieb: Ist im Moment in der Wohnung kaum vorstellbar, da heizen wir im Winter manchmal auf 26°C und es ist noch angenehm...

das ist für planer ein schwieriges thema daß die leute ihre altbauerfahrungen 1 zu 1 auf den neubau ummünzen.

wir haben 30 jahre in meinem elternhaus aus den 70-ern gewohnt. vor 10 jahren haben wir das haus hochwertig saniert, jetzt benötigen wir 2° weniger raumtemperatur als früher, einfach weil das zuggefühl durch kühle wand- u fensterflächen (strahlungsasymmetrie) wegfällt und das haus jetzt dichter als ein vogelhäusl ist ...

strahlungswärme im dichten neubau ist mit radiatorwärme im zugigen altbau nicht zu vergleichen. ich monitore dutzende anlagen in der praxis und 95% liegen bei 21,5°-22°

der erste winter ist oft noch eine ausnahme, weil die baufeuchte verdampft werden muß und das kostet leistung und temperatur...












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