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Schlechte Erfahrungen mit Luft-Wasser-WP?

20 Beiträge | 8.7. - 9.7.2019
Da ich zwischen einer ErdWP mit TB und einer LWWP schwanke, habe ich vor kurzem gefragt, ob es Leute gibt, die ihre TB bereuen.

Eine Antwort ging ungefähr in die Richtung, dass ich wohl mehr Rückmeldungen bekommen würde, wenn ich frage, ob Leute die Anschaffung ihrer LWP bereuen. Zuerst hielt ich das für einen Scherz, aber eigentlich ist es eine gute Idee, den Gegencheck zu machen.

Daher: Gibt es hier Leute, die siche eine Luftwasser-WP angeschafft haben und mit dieser unglücklich sind bzw. sich jetzt denken, dass sie lieber mehr Geld für eine Erdwärmepumpe ausgegeben hätten?

 
8.7.2019 17:40
Na, dann mach ich mal den Anfang. Ja, ich bin unglücklich mit unserer Luft-WP (Mitsubishi). Ein paar der Gründe, die mir so auf die Schnelle einfallen:
+ Sie wurde mir als Topprodukt (insbesondere hinsichtlich COP bei sehr niedrigen Außentemperaturen) unter den L-WP angepriesen und hat auch entsprechend etwas mehr gekostet. Der COP bei sehr niedrigen AT mag auch gut sein, aber ansonsten ist sie alles andere ein Topprodukt.
+ Sie wurde vom Installateur überdimensioniert, kann nicht ausreichend hinunter modulieren, taktet in der Übergangszeit entsprechend viel zu viel.
+ Sie ist zu laut und man hört sie im Haus, weil die Kältemittelleitungen nicht richtig verlegt bzw. schallentkoppelt wurden und weil das Außengerät (auf der gedämmten Flachdach-Decke des Nebengebäudes) nicht fachgerecht aufgestellt wurde. Bei der WW-Bereitung ist auch im Sommer im Garten der Geräuschpegel nicht ganz unproblematisch.
+ Sie verursacht deutlich mehr Energiekosten als erwartet.
+ Die Betriebsparameter lassen sich nicht annähernd so gut abfragen oder längerfristig abspeichern, wie das offensichtlich bei den KNV-Nibe-Geräten möglich ist.
+ Der Hersteller hältst sich bei einigen wesentlichen Informationen zum Betrieb ziemlich bedeckt.
+ Bei meinem Installateur (Fa. L*hn*r aus St. Pölten/Krems) hat sich herausgestellt, dass er von Wärmepumpen (und vielem anderen) nicht viel Ahnung hat und mit seinem Halb- und Unwissen bestehende Probleme nur noch vergrößert als etwas zu deren Lösung beizutragen.
+ Bei der österreichischen Vertriebsfirma (Fläk*Gro*p) hat sich herausgestellt, dass viele dort ebenfalls keine Ahnung haben und der eine Mann, der halbwegs Ahnung haben würde, hat sich bald hinter der Firmenpolitik verschanzt, die da vereinfacht zusammengefasst lautet: „Wir sind nicht Vertragspartner, wir halten dem Installateur die Stange und uns ist wurscht, wie es dem Endkunden geht - Hauptsache, wir haben das Gerät verkauft.“
+ Man kann (könnte) mit einer L-WP im Sommer über die FBH dezent kühlen, aber es kostet im Unterschied zur Passivkühlung mittels Erdwärme sehr viel mehr Energie.

Alles in allem - die beiden Entscheidungen rund ums Hausbauen, die ich heute am meisten bereue:
1. Die Auswahl meines Installateurs (nicht nur wegen der L-WP)
2. Die Entscheidung gegen Erdwärme und für eine Luft-WP. Dem RGK gegenüber war ich leider zu skeptisch eingestellt, er wäre aufgrund unserer Hanglage auch eine enorme zusätzliche Herausforderung für die Planung gewesen. Tiefenbohrung war mir zu teuer.

Mir ist heute klar, dass meine Luft-WP nicht ewig halten wird. Wenn sie hinüber ist, werde ich wenn irgend möglich auf eine Tiefenbohrung umstellen.

Mein Rat für Dich: Sch**ß auf die L-WP und alle Installateure, die sie Dir einreden wollen, und mach es gleich ordentlich. Wenn es irgendwie geht, dann mach einen RGK. Ansonsten mach eine Tiefenbohrung und schau, dass hier ordentlich berechnet und die Bohrlänge nicht extrem überdimensioniert wird. Auch wenn Dich das jetzt meinetwegen 10.000 € mehr kostet: Du wirst beim Hausbauen noch für so einiges eine Menge Geld ausgeben, bei dem Du Dir im Nachhinein denkst: „Hätte ich mir sparen können.“ Bei der Heizung hast Du wenigstens die Gewissheit, dass Du auf die langfristig beste Lösung gesetzt hast und Heizkosten sparst. Auch wenn sich die Mehrkosten vielleicht nicht amortisieren, kannst Du davon ausgehen, dass Du Dir vermutlich einigen Ärger ersparst.
8.7.2019 21:23
Ich bin einer derjenigen die mit der lwwp eigentlich zufrieden sind. Gerät ist eine bösch Samsung irgendwas. Tiefenbohrung war mir zu teuer, flachkollektor oder rgk wäre aufgrund vieler kreuzender Leitungen am Grund nicht möglich gewesen (bzw nur mit extraaufwand). Wir haben wesentlich weniger Stromverbrauch als prognostiziert, lautstärke des Innenteils ist fast unhörbar (die unterwasserpumpe im Brunnen ist lauter), das aussenteil nur wenn man direkt davor steht.
Das einzige dass mich ärgert ist die Bevormundung des inbetriebnahmetechnikers der einfach die Kühlfunktion deaktiviert hat und ich erst später drauf gekommen bin . ("machen wir immer so"), kann aber wohl bei anderen Wärmepumpen auch passieren. 

Ist hier wie bei TripAdvisor: die unzufriedenen schreien am lautesten, die Mehrheit derer die keine Beanstandungen haben machen sich nicht die Mühe einen Beitrag zu schreiben. 
8.7.2019 21:30
Wir sind mit unserer LWP auch zufrieden. Wolf Split WP. Außeneinheit steht wie auch bei MissT am Dach. Wir hatten Anfangs ein Problem mit Schalldämpfern (die hat der Insti verpfuscht) das jedoch durch Austausch (durch einen Wolf MA der sich auskannte) behoben wurde.

Man hört sie nur wenn es absolut ruhig rundherum ist, und selbst da muss man bewusst hinhören (sagt mein Mann und der ist extrem empfindlich). Einstellungsmäßig dürfte die mit den vielzitierten KNVs etc. mithalten können - ich hab bisher von keiner einzigen Einstellung gelesen die ich nicht irgendwo im Menü versteckt hab... (und ja, suche ich alle interessehalber ^^)
Einziger Wermutstropfen: wir haben nicht die allerkleinste genommen, weil wir uns die Option einens Wintergartens behalten wollten, und haben uns vom Insti auf die größere umschwenken lassen. Nachdem sie allerdings gut moduliert, ist das kein Problem sondern kostete halt "nur" Geld...

Fazit jedoch: bei LWPs muss man extrem aufpassen und sich genau erkundigen was Aufstellort, Montageart etc. anbelangt. Und vom Insti nix einreden lassen. NIX!

Trotzdem würde ich heute einen RGK machen - hab ich damals leider noch nicht gekannt bzw. kamen gerade erst erste Posts auf... da trauten wir uns noch nicht. EWP klassisch fiel aus wegen Flächenverbrauch, TB kommt bei uns nicht in Frage, man müsste extrem weit runter...


8.7.2019 22:18
ich bin ebenfalls sehr zufrieden mit unserer lwp. 
bei den angeboten zur bohrung kam gar nichts anderes in frage.
kolli war da grad erst am aufkommen und nicht bekannt. 
meine moduliert grob gesagt von 2-7 kw und passt perfekt
8.7.2019 23:54
Mit der LWP bin ich zufrieden, jedoch wurden wir vom Insti falsch "beraten". Er hat uns unsere LWP als modulierend erklärt und verkauft, ist aber ein on/off Gerät (Dimplex) 

Gott sei Dank taktet sie trotz on/off nicht sehr viel und der Stromverbrauch ist für mich in Ordnung. Mit dem Cop bin ich auch sehr zufrieden, hab diesen Winter täglich(!!) aufgezeichnet und komme im Schnitt auf 4,2.
Heizung haben wir von Mitte November bis Mitte April eingeschaltet, sonst nur Warmwasser. 

Wir wollten außerdem eine LWP zur Innenaufstellung, sprich wir haben Einsaug- und Ausblasluftdurchführungen in der Außenwand.
Nie wieder würde ich das machen!!!
Jemand hat mal im Forum geschrieben:
"Luft soll bleiben wo sie hingehört, nämlich draußen, " und dem stimme ich voll und ganz zu. Es würde den Rahmen sprengen wenn ich alles schreibe, was hier schiefgehen kann und auf was man aufpassen muss, aber wir waren so auf ein Innengerät fixiert weil uns auf der Bau- und Energiemesse die Drexel & Weiß vorgestellt wurde und wir das dann auch so wollten, nur war uns die D&W zu teuer. 

Leider bin auch ich zu spät über dieses Forum gestolpert und hab den RGK noch nicht gekannt. Mein Mann und ich hätten uns viele Scherereien erspart aber das ist wieder eine andere Geschichte (Installateur).
9.7.2019 8:30
Wir haben auch eine LWP.
An und für sich sind wir damit zufrieden. Es ist eine modulierende Buderus, welche weiter runter modulieren kann, als es im Datenblatt steht.

LWP ist und war halt die "Sorglos"-Variante beim Hausbau. Benötigt (abgesehen von einer guten FBH Auslegung (aber die brauchst bei jeder Niedertemperatur-Heizung)) nur einen Betonsockel, und Durchführung in den Technikraum.

Ob ich sie nochmal machen würde, bin ich mir selber nicht ganz sicher. Hab mich (leider auch erst im Nachhinein) in die RGK-Thematik eingelesen, und bin auch etwas fasziniert davon.... Aber dafür musst erstmal einen Insti finden, der dir das baut.

@MissT: ich kenne deine Leidengeschichte mit deiner LWP bzw. mit deinem Insti. Aber deine ganzen Minus-Punkte sind fast alle deinem Insti anzulasten, und nicht direkt der LWP (außer Abfragemenü und Energiekosten).

LG
9.7.2019 8:48


MissT schrieb: + Sie wurde vom Installateur überdimensioniert, kann nicht ausreichend hinunter modulieren, taktet in der Übergangszeit entsprechend viel zu viel.

Passiert bei ca. 8 von 10 Fällen, inkl. meinereiner.

1.7.2018 bis 1.7.2019 habe ich 1262 Starts zu 2016h für 10Mwh

Zum Vergleich ohne VWS (bei mind. minus 10Grad unter Null) mit Standardeinstellungen bin ich auf eine Laufzeit 1:10h gekommen... für 75MWh


MissT schrieb: + Sie ist zu laut und man hört sie im Haus, weil die Kältemittelleitungen nicht richtig verlegt bzw. schallentkoppelt wurden

Hast du mal probiert, ob es nur bei einer gewissen Frequenz störend hörbar ist. War bei meiner so der Fall und wurde ein bestimmter Frequenzbereich gesperrt.


MissT schrieb: + Sie verursacht deutlich mehr Energiekosten als erwartet.

Vom Verbrauch bin ich eigentlich sehr überrascht und zufrieden.


MissT schrieb: + Bei meinem Installateur (Fa. L*hn*r aus St. Pölten/Krems) hat sich herausgestellt, dass er von Wärmepumpen (und vielem anderen) nicht viel Ahnung hat und mit seinem Halb- und Unwissen bestehende Probleme nur noch vergrößert als etwas zu deren Lösung beizutragen.

Jedesmal wenn ich diesen Satzinhalt zu hören bekomme, kommen mir die Tränen.
Geilstes Beispiel ist noch immer ein Anbot aus Krems von einem Bekannten. Sie sind zertifzierter WP-Installateurmeisterbetrieb und bauen immer das effizienteste System ein. Auf deren Homepage und Werbungsfolder werden von den Seminaren und Weiterbildungen mit allen Terminen und Zeugnissen der Mitarbeiter geworben. Stolz wie Oskar. LWP mit 300% Leistung und 2! Pufferspeicher zum Preis von 2,5 normalen Systemen. Leider geil, da das andere (Qualitäts)Angebot mit TB (von einem anderen Anbieter) günstiger gekommen ist als die Spezial-LWP.


Die Entscheidung gegen Erdwärme und für eine Luft-WP.

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Es liegt mir auch noch im Gewissen, wieso ich keinen RGK gemacht habe.
Jedoch bin ich aber auch gespannt, falls mein Außengerät mal nach der 100.000 Taktung den Geist aufgibt, wieviel eine passende LWP zum Vergleich verbraucht. Und in mehr als 10Jahren versuche ich die kleinste LWP von meinem System. Habe jetzt die 2120-12 mit empfohlender Heizlast für (4-)9kW, die nächste ist die 2120-8 mit (3-)6kW Heizlast. Bis dahin gibts wahrscheinlich wieder eine kleinere...

Meiner GG rennt immer die Gänsehaut auf, wenn ich den RGK erwähne. Dann sieht sie immer geistig den 100To Bagger durch den vollendenten und eingewachsenen Garten donnern. 

LG

9.7.2019 9:01


carlito schrieb: Passiert bei ca. 8 von 10 Fällen, inkl. meinereiner.


 Ähmmm.......Nö!!??
9.7.2019 9:02


Meinereiner schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von carlito: Passiert bei ca. 8 von 10 Fällen, inkl. meinereiner.

 Ähmmm.......Nö!!??

 haha :D
9.7.2019 9:13


massiv50er schrieb: LWP ist und war halt die "Sorglos"-Variante beim Hausbau.

Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man hier genau liest. Alle schreiben, dass man extrem genau aufpassen muss, und dann geht noch genug schief. 

Die LWP wird leider als Sorglosvariante verkauft und vom Installateur so hingestellt, sie ist es aber keineswegs!
9.7.2019 9:39


Meinereiner schrieb:

__________________
Im Beitrag zitiert von carlito: Passiert bei ca. 8 von 10 Fällen, inkl. meinereiner.

Ähmmm.......Nö!!??

 Das war eindeitig ZWEIDEUTIG ))))

Mit Meinereiner war meine Wenigkeit gemeint

hahaha
9.7.2019 9:40


massiv50er schrieb: LWP ist und war halt die "Sorglos"-Variante beim Hausbau.

Für den Heinzi schon... ))
9.7.2019 10:20


massiv50er schrieb:
@MissT: ich kenne deine Leidengeschichte mit deiner LWP bzw. mit deinem Insti. Aber deine ganzen Minus-Punkte sind fast alle deinem Insti anzulasten, und nicht direkt der LWP (außer Abfragemenü und Energiekosten).

Jein. Meiner Meinung nach kannst Du bei kaum einem Gewerk rund ums Hausbauen das Produkt von demjenigen trennen, der Dich dazu beraten, es Dir verkauft und eingebaut/verarbeitet hat. Hinzu kommen zwei zentrale Aspekte: Zum einen gibt der Installateur idR auch nur das wieder, was ihm vom Hersteller/Vertrieb an Infos gegeben wird. Zum anderen hat sich bei mir der Vertrieb, den ich klar dem Hersteller zurechne, mehrfach als unseriös und/oder inkompetent erwiesen, in dem man Aussagen getätigt hat, die ich mit deren eigenem Planungsbuch (!) widerlegen konnte.
9.7.2019 10:37


rabaum schrieb: Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man hier genau liest. Alle schreiben, dass man extrem genau aufpassen muss, und dann geht noch genug schief. 

 du hast mich vermutlich falsch verstanden:

FBH gehört immer gut geplant (LWP wie auch RGK, etc.)
Aber der Aufwand für die Montage hält sich beider LWP in Grenzen. Außeneinheit wird hingestellt, und kann angeschlossen werden.

Beim RGK, Flächenerdwärme musst einen Bagger da haben, der Boden muss passen...etc...
Das hab ich mit "Sorglos" Paket gemeint... 
9.7.2019 11:25
Spätestens wenns ums passiv Kühlen geht ist die LWP aus dem Spiel.  Und es gibt mehr Möglichkeiten als über die FBH zu kühlen. 
Von der Schönheit der teilweisen riesen Aussengeräten der LWP redet auch keiner.
Wenn man in einer sehr ruhigen Gegend wohnt sind auch die leisen Geräte wahrnehmbar. Aber das ist nur meine Meinung 
9.7.2019 11:38
@ carlito deine lwp saugt 10.000 kwh pro jahr O_O
ich brauch so ca 2500 kwh pro jahr für heizung und ww mit meiner. 
ich würd das teil mal sauber einjustieren mit der fbh
9.7.2019 12:09


Stefan86 schrieb: @ carlito deine lwp saugt 10.000 kwh pro jahr O_O

sicher thermisch und nicht elektrisch.
9.7.2019 12:59
Gottseidank nur Thermisch

LWP 2750kWh (ohne Kühlung, wurde nicht benötigt) für 10.755kWh Heiz- und WW-Bedarf, JAZ von 3,9
9.7.2019 14:43
Mir geht es ähnlich wie vielen Vorpostern hier. Ich habei eine On/Off-Luftwärmepumpe (Nibe/KNV) und bin grundsätzlich sehr zufrieden. 
Das Gerät ist zuverlässig, leise und effizient. 
Da das Gute aber immer der größte Feind des Besseren ist schaue ich manchmal durchaus neidisch auf den RGK. 
War aber damals noch kein Thema, und ich kann mit der Entscheidung für die LWP auch sehr gut leben. 
Wichtiger als die Entscheidung EWP vs. LWP finde ich, ist eine ordentliche Planung, Auslegung und Dimensionierung der kompletten Heizungsanlage.
9.7.2019 16:09


carlito schrieb: Gottseidank nur Thermisch

LWP 2750kWh (ohne Kühlung, wurde nicht benötigt) für 10.755kWh Heiz- und WW-Bedarf, JAZ von 3,9

 ok sonst hätte ich mir jetzt echt sorgen gemacht.
aber ich kenn fälle die in der grössenordnung unterwegs sind



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