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Rollschotter verdichten - ein Fotobeweis

   
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  •  BirnbauMax
14.2.2026
2 Antworten | 2 Autoren 2
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Liebes Forum,

ähnlich wie die Diskussion zum richtigen Einbau einer Noppenbahn habe ich hier schon öfters unterschiedliche Meinungen zur Notwendigkeit des Verdichtens von Rollschotter gelesen.

Grundsätzlich heißt es, dass Rollschotter selbstverdichtend ist, weil dieser sich beim Einbringen bereits dicht gepackt aneinanderlegt - zumindest im Vergleich zu anderen Materialien.
Ähnlich wie die Vorstellung mit einem Glas voller Murmeln.

  • Der Erdbauer meint es wäre nicht notwendig, und wäre sinnlos.
  • Der Baumeister meint es bringt schon etwas.

Als Laie geht man bei beiden davon aus, dass sie wissen sollten wovon sie reden.
Man könnte beim Baumeister noch argumentieren, dass dieser einem Arbeitszeit und Gerät verkaufen möchte - Motto: Bringt nix, schadt nix.

Nachdem ich das Einbringen in den Arbeitsgraben selbst machen wollte, war für mich die Verdichtung nun als Experiment zu verstehen - zwischen den Anlieferungen vom Rollschotter hatte ich jeweils Zeit, und die Miete der Rüttelplatte war auch gut hinnehmbar.
Mein Arbeitsgraben hat eine Tiefe von etwa 3m bis zur fertigen Geländehöhe - für Terrasse und Eingangspodest habe ich zwar Fundament-säuen vorgesehen, aber es ist später geplant mit Rasengittersteinen zu pflastern, und da möchte ich Setzungen möglichst gering halten.

Eingebracht habe ich gewaschenen 16/32 Rollschotter. Den Kanal habe ich in Riesel (4/8) gebettet, da man mit diesem gut das Gefälle der Kanalrohre (DN150, 1,5%) herstellen konnte. Zudem schützt dieser auch das Rohr vor den gröberen Steinen, und verteilt die Auflast gleichmäßiger über das Rohr.


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(Leider kein Foto vom gebetteten Kanal gemacht...)

Im Thema https://www.energiesparhaus.at/forum-how-to-volumen-beton-schuettung-usw-mit-lidar-ermitteln/84767
habe ich gezeigt wie ich meinen Bedarf ermittelt habe, sodass am Ende nicht zu viel oder zu wenig geliefert wird.

Die vom Erdbauer gemietete Rüttelplatte (Wacker Neuson) hatte ein Gewicht von 450 kg, und war gerade schmal genug, sodass ich in meinem Graben mit 60° Böschung und etwa 50cm am Boden breite noch fahren konnte. Die Vibrationen waren durchaus beträchtlich und auch noch einige Meter daneben spürbar. 


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Wesentlich war zuvor seitlich den Rollschotter zu "ebnen" sodass kein Gefälle hin oder weg vom Keller bestand - die Platte kann vorwärts und rückwärts fahren - seitwärts lässt sich diese jedoch nur schwer stabilisieren. 

Verdichtet habe ich etwa alle 50-80cm Höhe, bzw. erst ab da wo ich mit der Platte gut an meinen Fundamentsäulen vorbeifahren konnte. 
Beim Kanalrohr habe ich auf eine ausreichende Überdeckung von etwa 60cm geachtet um dieses nicht zu beschädigen. 
Abstand zur 16cm XPS Perimeterdämmung habe ich versucht von etwa 10-20 cm zu halten, da ich sonst die Kellerabdichtung (Superflex D24 - hier beschrieben: https://www.energiesparhaus.at/forum-erfahrungsbericht-kellerabdichtung-kellerneubau-superflex-d24/84440) beschädigen könnte. 

Der Schotter war noch leicht feucht, und damit besser schiebbar/verdichtbar.
Verteilt habe ich mit einem Betonrechen - das ging ganz schön rein, auch wenn der Erdbauer sich mit seinem Greifer sehr bemüht hat die Haufen gleichmäßig aufzuteilen.


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Aufgefüllt habe ich nunmal auf etwa 2m - es kommen dann noch die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung], Wasser, Regenwasser, Strom und Wärmepumpen - Leitungen/Rohre hinein.
Sobald das verlegt ist wird der Rest weiter verfüllt - voraussichtlich mit weiteren 40cm Rollschotter, Trennvlies, 20cm Bruchmaterial, 20cm Mutterboden (hoher Asche/Schlackenanteil und damit gut dichtend) und der Rest mit Hummus/Erde bzw. wird gepflastert - mit leichtem Gefälle vom Haus weg.

Und um der fortwährenden Diskussion betreffend Rollschotter verdichten Ja/Nein beizutragen habe ich bei der Schwergewichtsmauer (als Baugrubensicherung hin zum gekoppelten Nachbarn) eine Markierung vor dem Verdichten gemacht, und danach nochmal nachgesehen.


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_aktuell/20260214549629.jpg

Der Schotter hat sich in dieser Situation bei der Schicht von etwa 80cm gute 8cm verdichten lassen (!)
Ich konnte an dieser Stelle knapp mit dem Rüttler vorbeifahren. 

Ob sich der Schotter "natürlich" später auch soweit selbst weiterverdichtet hätte, oder ob ich ihn über sein natürliches Maß hinaus verdichtet habe kann ich nicht beurteilen, ich bin jedenfalls froh die Rüttelplatte gehabt zu haben.

Ich vermute mal der Rollschotter lässt sich trotzdem etwas verdichten da die Steine weder perfekt rund noch glatt sind. Kleinere Steine können in die Hohlräume migrieren. 
Ich habe nicht angefragt was Glasmurmeln stattdessen kosten würden 🙃

Ich hoffe mit diesem Erfahrungsbericht hier der Diskussion zu dem Thema etwas beigetragen zu haben.

Eingebracht habe ich etwa 55m³ Rollschotter und dafür mit einem Helfer einen ganzen Tag gebraucht. 

(P.S.: die Noppenbahn habe ich übrigens mit den Noppen weg vom Keller eingebaut, da ich diese nur als Gleitschicht/Entkoppelung zum XPS nutzen möchte 😉)

LG BirnbauMax

  •  Gitsche
14.2.2026 12:52  (#1)
...gibts da am tiefsten Punkt auch einen Abfluss?  Weil mit dem Rollschotter ziehst du Sickerwasser natürlich magisch an den Keller ran.

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  •  BirnbauMax
14.2.2026 13:17  (#2)

zitat..
Gitsche schrieb: ...gibts da am tiefsten Punkt auch einen Abfluss?  Weil mit dem Rollschotter ziehst du Sickerwasser natürlich magisch an den Keller ran.

die Bodenplatte steht auf sandigem donauschotter - 2 m weiter drunter ist dann Grundwasser.
Von dem her ist der Boden nach unten gut durchlässig.

Die Kellerabdichtung und Durchführungen habe ich jedoch trotzdem druckwasserdicht ausgeführt.

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