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(Ring)Grabenkollektor in Vorarlberg Fußach

7 Beiträge | letzte Antwort 12.6.2018 | erstellt 10.6.2018
Hallo liebe Grabenkollektorspezialisten!

mein Bruder und ich bauen zusammen ein Haus mit zwei Wohnungen in Fußach Vorarlberg. Auf der suche nach alternativen zur klassischen Erdwärmesonde für die Wärmepumpe bin ich auf das Forum und den Ringgrabenkollektor gestoßen. Von der Idee angetan hab ich mich in das Thema eingelesen und einige Threads gelesen. z.B den von Moler, der ja hier in Vorarberg bereits eine RGK verwirklicht hat.

Meine bisherigen Planungen, aktueller Stand:

Doppelhaus mit 282 m² Bezugsfläche laut Energieausweis
keine KWL
Norm-Außentemperatur: -10,1 °C
Heizlast laut Energieausweis: 9,0 kW
Bodenbeschaffenheit: Ton/Schluff (grau) mitteldicht plastisch
Baggerschurf: https://photos.app.goo.gl/T3XpWYmkBzfjHXbp6
Wärmepumpe: angeboten wurde Stibel Eltron WPF 10

Bauplatz: (Ring)Grabenkollektor in Vorarlberg Fußach

Bisherige Planung:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=RTutMwVC1xOfYUXJtgDr


Fragen:

1. Pflanzen etc. haben wir noch nicht geplant, sollte aber nach allem was ich gelesen habe ja kein Problem sein. Gibt es ein problem wenn später im südlichen Teil des Gartens ein Teich angelegt wird der eventuell über dem RGK liegt?

2. Ich hab bereits zu Moler Kontakt aufgenommen, der mich auch darauf hingewiesen hat, dass Planungen durch den WP-Hersteller freigegeben werden müssen. So wie ich den Thread verstanden habe ist das vom Hersteller der Wärmepumpe abhängig. KNV als beführworter von RGK verlangt das wohl, trifft das auch für andere Hersteller zu?

3. Kann mir vielleicht jemand was zu der WPF 10 von stiebel eltron sagen. Mein Installateur schwört auf Stiebel und hat von KNV noch nie was gehört. Den Mutterkonzern Nibe kennt er wohl, aber nur im zusammenhang mit Luftwärmepumpen und da sollen sie nicht über alle Zweifel erhaben sein.
Immerhin will er sich auf den von mir gewünschten RGK einlassen, auch wenn er für eine Sonde plädiert hat.

4. Bei einer Heitzlast von 9 kW brauch ich ja drei Kreise a 300 m. bei zwei Kreisen lege ich die Slinkies einen links in den Graben (Vorschub links) und einen rechts in den Graben das ganz um den Wert versetzt den das Grabentool liefert. Wie mache ich das bei drei Kreisen muss ich beim dritten der oben drauf liegt die Versetzung aus dem Grabentool anpassen?
(Ring)Grabenkollektor in Vorarlberg Fußach
Hab im Thread von Richard3007 diese Abbildung Arne gefunden, die das was ich meine wohl am recht gut zeigt. https://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=37573

5. Mein GU will den Graben erst später (nach Schüttung Bodenplatte etc. machen weil er Angst hat die Rohre könnten unter späterem befahren mit schwerem Gerät leiden. Ich denke diese Angst ist unbegründet. Aber da er bereits in zwei Wochen mit dem Aushub und der Schüttung beginnen möchte, kommt mir das eventuell entgegen, wenn ihr große bedenken gegenüber meiner Planung äußert. Wie sehen das die Profis hier? Lassen sich die Rohre nachträglich gut durch ein Leerrohr unter der Bodenplatte in den Technikraum führen? Wie wird das eigentlich bei Tiefenbohrungen gemacht?

Wie auch die vielen anderen User im Forum wäre ich um jede Anregung und Hilfe bei der Verwirklichung froh.

lg Karsten


10.6.2018 22:16
Da ich bereits die erste Anregung bekommen habe (danke dafür), hab ich die Planung bereits überarbeitet hier der neue Kollektor:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=EHwHOy1uEDIKKMz3kHZ1

2 statt drei Kreise dafür Da 40 x 400m

lg Karsten
11.6.2018 10:45
Zu Nummer 5.
Ich würde, wenn irgendwie möglich, den kollektor als Erstes legen. Diese Empfehlung wirst sicher noch öfter bekommen.
Dein Grundstück wird relativ voll. Wo willst du den Aushub vom Kollektor zwischenlagern? Hast nach der BoPla ja auch schon einen Humushaufen. Darfst du die Nachbargrundstücke verwenden?
Du baust ja sehr nahe am Rhein und auch Bodensee. Wie hoch ist bei euch das Grundwasser? Ist für den Kollektor wahrscheinlich recht gut.
11.6.2018 22:58
Hallo Hannes17

Der Grundwasserspiegel liegt ungefähr bei rund 2,5m. wenn man dem nächsten Grundwassermesspunkt trauen darf.
Wir haben bei der Baugrunduntersuchung gut 4 m Tief gebaggert, da ist geich Wasser in der Grube gestanden, allerdings haben wir nicht darauf gewartet, dass sich der Grundwasserspiegel einpendelt. Hab mir schon überlegt ob ich nicht auf einen Senkrechten Kollektor wechseln sollte, aber er erschwert das Verlegen da ich dann den Graben nicht betreten darf.

Bezüglich der des legens hast du sicher recht, doch meinen GU davon zu überzeugen ist die Schwierigkeit. Aber bin wohl nicht der erste der gegen Windmühlen kämpft.




11.6.2018 23:19
Eines Habe ich noch vergessen. Das Grundstück muss um 50 bis 70 cm Aufgeschüttet werden. und der Eingezeichnete Stadel wird vorerst nicht verwirklicht.  Somit ist noch etwas Platz am Grundstück für den Aushub. Nichts desto trotz, würde ich die Verlegung gerne im Vorfeld erledigen.
12.6.2018 9:05


karsten_austria schrieb:
Bezüglich der des legens hast du sicher recht, doch meinen GU davon zu überzeugen ist die Schwierigkeit.


Du bezahlst, du schaffst an!
Ist auch nicht sein Fachbereich, da kann er sich auch weniger wehren.
12.6.2018 9:49
hallo karsten,


karsten_austria schrieb: der mich auch darauf hingewiesen hat, dass Planungen durch den WP-Hersteller freigegeben werden müssen. So wie ich den Thread verstanden habe ist das vom Hersteller der Wärmepumpe abhängig. KNV als beführworter von RGK verlangt das wohl, trifft das auch für andere Hersteller zu?

es geht hier darum qualitäts- u sicherheitsschleifen einzubauen.

das fängt bei der puren heizlast an, betrifft dimensionierung der quelle, hydraulik passend zur wp, geht weiter zu inbetriebnahmeparametern und serviceeinstellungen, maschinenschutz vs quellenschutz und endet bei schulungen der installateure.

im prinzip wird kein hersteller an eine do-it-yourself quelle anschließen ohne die zu hinterfragen. es gibt hier die prüfpflicht der vorgewerke. nur wenn der hersteller nix davon weiß rutscht man da durch.

es ist aus gründen der sicherheit wichtig daß irgendjemand in dem prozeß darauf schaut ob das paket paßt. wir haben schon anlagen gesehen wo das schiefgegangen ist...


karsten_austria schrieb: Mein Installateur schwört auf Stiebel und hat von KNV noch nie was gehört...

sind eh nur marktführer in A und tochter des größten wp-produzenten ...

stiebel ist bekannt für sehr gute heizkessel, weniger für wp-kompetenz. du kannst im htd-forum ausführlich nachlesen warum dies so ist...
http://www.haustechnikdialog.de/(S(dw35ml45iegroo454yod4rqy))/Suche/Stiebel%20Eltron?ctl01_cphAllC_cphC_ucSearchresults_rgTagObjectsChangePage=1_40

wahrscheinlich wird das künftig besser da gerade der dritte große schwedische wp-hersteller thermia gekauft wurde, der schon einst für vaillant deren erste wp-generation entwickelt und prouziert hat, die geotherm die ein sehr gutes gerät war...

echte wp-hersteller sind da aufgrund jahrzehntelanger erfahrung deutlich voraus, glücklicherweise gibt es in A einige davon. die haben die zukunftsthemen die so wichtig sind drauf, die da wären, updatefähige regler, smart-grid funktionalität, pv-integration, etc...

knv/nibe hat die derzeit wohl beste sole-wp am markt, mit sehr vielen alleinstellungsmerkmalen wie modulation, strompreisautomatik, gradminutenregelung, gratis updates, direkte pv kommunikation zum wechselrichter, integrierbare lüftung, etc...


karsten_austria schrieb: Mein Installateur schwört auf Stiebel...

wenn er bei dir als hausinstallateur gesetzt ist kannst du dir ja über ihn alternativ auch die topline anbieten lassen. knv ist da meines wissens sehr offen...

12.6.2018 15:00
Danke Hannes und Arne für eure Anregungen.

@Arne: Ich werd meinem Installatreur sagen er soll mir bitte alternativ eine Topline von knv anbieten.

Die Stiebel Eltron Anlagen kenne ich halt aus dem Elternhaus, da wurde vor 34 Jahren eine 16KW Stiebel Eltron Wasser/Wasser Wärmepumpe (offener Kreislauf eingebaut) die hat 30 Jahre gehalten bevor das Monster den Geist aufgegeben hat. Jetzt steht eine halb so große 10 KW Maschine drin. Und Papa freut sich dass er mit der PV Anlage am Dach und der WP aufs Jahr gesehen Stromneutral ist. Heißt Haushaltsstrom + WP Strom halten sich mit dem PV ertrag die Wage.

KNV kannte ich bevor ich mich mit dem RGK ausseinandergesetzt habe übrigens auch nicht. Bin aber nicht abgeneigt gegenüber einer KNV Anlage, nachdem die hier so gelobt wird. Mir gefällt insbesondere die das Sie modulierend ist.

Habe mir übrigens einen senkrechten Kollektor überlegt. Der hat den Reiz, dass er vermutlich bis ins Grundwasser reicht, weniger Aushubvolumen hat und geometrisch einfacher ist.
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=LUVNFuzOia3KtsZ2kGIi

Was meint ihr dazu?

Natürlich fehlt mir noch immer die Heizlastberechnung vom Installateur und die Auslegung bassiert auf der Heizlast aus dem Energieausweis bzw. hab ich im Trenchplanner eine Heizlastabschätzung gemacht. Ergebnis deckt sich mit dem Energieausweis.
Ich weiß natürlich, dass dabei keine Solaren Gewinne etc. berücksichtigt sind.

beste Grüße
Kasten




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