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Ringgrabenkollektor-Fragen

13 Beiträge | 7.1. - 12.5.2019
Hallo zusammen,

ich bin schon sehr lange Zeit hier im Forum stiller Leser und nun ist es an der Zeit, dass ich mich hier aktiv beteilige. Als aller erstes möchte ich mich bei allen bedanken, die in so vielen tollen Beiträgen, Erklärungen, usw. allen Häuslbauern, wie auch mir, helfen - vielen Dank! Ich hoffe den ein oder anderen mal auf einer Baumesser oder sonst wo anzutreffen (vielleicht ergibt sich dann ja auch ein Auftrag für jemanden... :) ).

Nun zu meinem Anliegen. Wir stehen noch relativ am Anfang unserer Planung, wir wollen einen unterkellerten Bungalow in mäßiger Hanglage bauen (den Grundriss gibt es später in einem anderen Thema mitsamt einigen Fragen ;) ). Heizen wollen wir mit Erdwärme - und am liebsten nach sehr ausführlicher Recherche mit einem RGK.
Dazu gibt für mich noch enige offene Fragen bzw. Gedanken:

Die vielen Beispiele die ich zu RGK gesehen habe sind (alle?) auf praktisch ebenem Grund. Es wäre zwar möglich bei uns den RGK im quasi ebenen Bereich des Grundstücks zu verlegen, aber viel lieber würden wir auch einen Teil des Hangs (15% Gefälle) für den Graben benutzen. Spricht außer den etwas blöderen Arbeitsbedingungen etwas dagegen?

Wenn der Kollektor einen Zufahrtsweg kreuzt (ggf. nur gerade ohne Schleife), sollte das ja kein Problem darstellen. Wäre es auch problemlos möglich den Kollektor unter einem (bei uns ca. 50m langen) Zufahrtsweg zu verlegen? Meine Bedenken sind hier zu allererst ein mögliches heben und senken des Geländes und damit Problemen für den Weg oder den Nachteil, dass der Kollektor irgendwann evtl. in völlig trockenem Erdreich liegt und nicht mehr so gut funktioniert.

Spricht etwas dagegen im Graben (je nach dem, darüber oder darunter) div. Zu- und Ableitungen des Hauses zu verlegen?

Da wir das Oberflächenwasser überhalb des Grundstückes sowieso drainagieren müssen würde es sich anbieten, das Wasser (sowie auch den Überlauf einer Regenwasserzisterne) überhalb des RGK versickern zu lassen um einen besseren Kontakt zwischen Kollektor und Erdreich zu erreichen. Ich hab dazu einige Themen gelesen, aber ob das ganze nun einen wirklichen spürbaren Nutzen hat oder nicht, ist mir noch nicht klar. Etwas Aufwand ist es doch - lohnt sich der?

Ein Gedanke war mal, den RGK gleich unter dem Keller beginnen zu lassen (würde bei uns dann auf einer Seite auf "passender" Höhe für den weiteren Verlauf herauskommen). Vermutlich aber nicht sinnvoll, da man damit das Erdreich unter dem Haus im kühlt, nicht sinnvoll das ganze, oder?
Gelesen habe ich, dass die Kollektoren am Rand des Kellergrabens verlegt werden können - hat das nicht auch den gleichen Nachteil dann? (auch wenn natürlich nur zum Teil)

Zur Verlegetiefe habe ich meist 1,5-2m gefunden. Wovon hängt die Tiefe ab? Hat es Sinn den Graben etwas tiefer zu machen? Oder hat das einen Nachteil?

Zu guter letzt noch eine rechtliche Frage: Darf der RGK in NÖ durch Grünland Agrar verlaufen? (Einen Schlauch zum Gemüsegarten darf ich ja auch vergraben :) )

Da sind doch einige Fragen zusammen gekommen (und es kommen sicher noch neue hinzu :) ), ich bedanke mich schon jetzt und verspreche einen ordentlichen Bericht mit Fotos zu verfassen, wenn es dann soweit ist.

Vielen Dank, beste Grüße
Reinhard

 
7.1.2019 17:54
hallo Reinhard,


R_______ schrieb: Ich hoffe den ein oder anderen mal auf einer Baumesser oder sonst wo anzutreffen


messe bauen&energie wien samt RGK-stammtisch am samstag wäre so eine möglichkeit. aber vorsicht: wenn du zwischen pedaaa und brink sitzt wirst du nachher geblitzdingst ...


R_______ schrieb: und am liebsten nach sehr ausführlicher Recherche mit einem RGK.


gut recherchiert ...


R_______ schrieb: Die vielen Beispiele die ich zu RGK gesehen habe sind (alle?) auf praktisch ebenem Grund.


Ringgrabenkollektor-Fragen
Ringgrabenkollektor-Fragen


R_______ schrieb: Wäre es auch problemlos möglich den Kollektor unter einem (bei uns ca. 50m langen) Zufahrtsweg zu verlegen?


mach ich am liebsten. eine dumme verkehrsfläche aufschlauen. hab schon kollektoren nur unter verkehrsflächen gebaut. nur der belag muß sickerfähig sein...


R_______ schrieb: Spricht etwas dagegen im Graben (je nach dem, darüber oder darunter) div. Zu- und Ableitungen des Hauses zu verlegen?


ganz im gegenteil. nur mit dem trinkwasser muß man je nach seite aufpaßen...


R_______ schrieb: Da wir das Oberflächenwasser überhalb des Grundstückes sowieso drainagieren müssen würde es sich anbieten, das Wasser (sowie auch den Überlauf einer Regenwasserzisterne) überhalb des RGK versickern zu lassen


Ringgrabenkollektor-Fragen

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Ringgrabenkollektor-Fragen

sehr wenig aufwand. gibt jetzt einen speziellen sickerschlauch mit viel mehr öffnungsquerschnitt als ein drainschlauch...


R_______ schrieb: Gelesen habe ich, dass die Kollektoren am Rand des Kellergrabens verlegt werden können - hat das nicht auch den gleichen Nachteil dann?


muß ins konzept paßen, dann ist der baugrubenkollektor perfekt -> 3m tiefe zum nulltarif...


R_______ schrieb: Wovon hängt die Tiefe ab?


aufwand/nutzen, standortklima, passivem kühlen, geländesituation, gewichtung...


R_______ schrieb: Darf der RGK in NÖ durch Grünland Agrar verlaufen?


ja. er ist bewilligungs- u anzeigefrei. außer im wasserschutzgebiet...
7.1.2019 18:12
Hallo Arne,
vielen Dank für die Fotos und die ausführlichen Antworten! Auf Bauen&Energie in Wien bin ich ganz sicher.

Bei der Verlegung im Gelände (vor allem in hangabwärtiger Richtung), gibts da was besonderes zu beachten?

Unser Zufahrtsweg ist eigentlich asphaltiert geplant - wobei wir hier auf Grund der Kosten eh nicht sicher sind...

Reinhard
7.1.2019 18:24


R_______ schrieb: Bei der Verlegung im Gelände (vor allem in hangabwärtiger Richtung), gibts da was besonderes zu beachten?


Einen Hang kennt die Sole nicht. Links rechts rauf runter - alles egal. Denke an eine Tiefenbohrung, die geht >100m senkrecht runter und wieder rauf. Mit der selben Wärmepumpe dran wie beim RGK.


7.1.2019 18:33
Ja das stimmt, das ist mir klar - Danke, bei der Frage hab ich eher an Probleme mit zb der Versickerung überhalb des Kollektors in Bezug auf Hangstabilität gedacht.

Reinhard
7.1.2019 21:31


R_______ schrieb: Die vielen Beispiele die ich zu RGK gesehen habe sind (alle?) auf praktisch ebenem Grund.


Protest!!
https://www.energiesparhaus.at/forum-rgk-hochalpiner-ringstrassenkollektor/52071


Wir versickern übrigens auch über dem Kollektor.
8.1.2019 0:15
Ok, vielen Dank - ich hab das Thema sogar schon überflogen gehabt... aber in meinem Kopf haben sich offensichtlich die vielen Bilder mit den schönen ebenen Gräben und perfekt verlegten Kollektoren viel mehr eingeprägt :D

Reinhard
22.3.2019 19:56
Servus Reinhard,
unser RGK wird nächsten Mittwoch in deiner Gegend (St.P Land) verlegt - falls du Interesse hast, kannst du gerne vorbei schaun!

ps: natürlich auch sonst jeder den‘s interessiert
22.3.2019 22:06
Vielen Dank, ich schreib dir gleich!
Reinhard
8.5.2019 23:24
Hallo zusammen,

ich hab wiedermal eine Frage:

Hat es abgesehn von den Mehrkosten beim Baggern und der schwierigeren Situation beim Verlegen irgendwelche Nachteile einen RGK tiefer als die üblichen 1,5-2m zu verlegen?
Würde es etwas nennenswertes bringen zB in 4m Tiefe zu verlegen? Wie wäre es da mit der Regeneration des RGK?

Vielen Dank schon jetzt :)
Reinhard
12.5.2019 9:36
Kann mir zu meiner Frage noch irgendwer eine Antwort geben?
Danke!
Reinhard
12.5.2019 11:34
Hallo Reinhard, nein, leider nicht, nur eine Vermutung 
Die Erdreichtemperatur steigt natürlich an
https://www.pik-potsdam.de/services/klima-wetter-potsdam/klimazeitreihen/bodentemperatur
die Regeneration dagegen nimmt wahrscheinlich ab, weil weniger Sonne und weniger Regenwasser dort ankommen dürfte. Auf welcher Seite der Vorteil liegt, keine Ahnung.

Wenn deine Auslegung in üblicher Tiefe genug Ertrag abwirft, ergibt der Mehraufwand vermutlich keinen Sinn: der RGK ist ja von seiner Grundidee her ein Konzept, das versucht, hohe Effizienz mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden. 
12.5.2019 12:18
servus Reinhard,

Vardis haben es schon beantwortet.

aktiv tiefer baggern ist ein nogo wegen der arbeitssicherheit (BauV abschnitt 6)

wenn es sich durch anschütten ergibt darf der RGK auch auf 3-4-5-6 m tiefe liegen.

regeneration ist kein thema, weil wir ja nicht meterdicke eisradien generieren- im gegensatz zu (zu) knapp ausgelegten alternativen quellen (DV, etc...) .

nur diese benötigen im frühjahr die seichte lage wegen der schmelzwärme durch die frühjahrssonne. dort steigen die temperaturen oft erst mit 3 monaten verzögerung in den plusbereich. daher auch die - historischen - empfehlungen nicht tiefer als 1,2 m zu verlegen.
dies gilt NICHT für den RGK...

hier ein bild aus der dissertation Klaus Ramming, das den zusammenhang von JAZ und tiefe in abhängigkeit der kollektorbelastung aufzeigt...

Ringgrabenkollektor-Fragen
12.5.2019 20:42
Vermutungen hatte ich eh auch - und wurden auch bestätigt - vielen Dank euch beiden und Danke für die Grafik!

Liebe Grüße,
Reinhard



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