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Raumakustik - Sammelthread

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
17.11. - 16.12.2023
7 Antworten | 5 Autoren 7
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Großes Verbesserungspotential und völlig unterschätzt und vernachlässigt wird die Raumakustik. Das sehe ich bei fast jeder Inbetriebnahme in modernen Haushalten. (Noch) wenig absorbierende Einrichtung und Gegenstände, schallharte Raumoberflächen und daraus resultierende lange Nachhallzeiten führen dazu, dass leise tickende Uhren, Netzgeräte, PC Lüfter, Kühlschränke, haustechnische Geräte, etc. im ganzen Haus (insbesondere bei noch fehlenden Innentüren) wahrgenommen werden können. Auch die Sprachverständlichkeit ist schlecht. Manchmal wird das auch von Besuchern angemerkt, dass hier etwas "unangenehm" ist. Sogar Flatterechos und eigenartigen Hall habe ich schon erlebt. Ich sehe daher großes Potential für optisch ansprechende Maßnahmen, die das "akustische Raumklima" verbessern.

Vereinzelt gibt es hier schon die Suche nach Lösungen und einzelne kurze Threads, aber jetzt der Versuch das Thema mehr in den Vordergrund zu rücken. Ich kann selbst keine Lösungen zu dem Thema beitragen, außer unsere Lüftungsanlagen akustisch zu optimieren. Aber hier soll es um praktikable Lösungen gehen, die Raumakustik präventiv oder nachträglich zu verbessern.

  •  uhim
  •   Bronze-Award
20.11.2023  (#1)
Es gibt im Netz einige Rechner zur Raumakustik, zB.
ico https://trikustik.at/wissen/rechner-raumakustik/
ico http://www.sengpielaudio.com/Rechner-RT60.htm

Generell ist der Trend zu großen Räumen, großen Glasflächen und reduzierter Einrichtung raumakustisch natürlich kein Vorteil.

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  •  taliesin
  •   Gold-Award
20.11.2023  (#2)
Die Rechner sind cool emoji

Das 'akustische Raumklima' wird vordergründig von der Nachhallzeit bestimmt (reverberation time), hat aber nur sehr bedingt etwas mit Lautstärke zu tun. Die Installation von perforierten Deckenabhängungen ist eine relativ einfache und sehr wirkungsvolle Methode, speziell wenn für die Lüftung sowieso abgehängt wird.

Das hat aber nur indirekt mit der Schallbelastung aus Lüftungsrohren zu tun. Wenn man Räume hat, deren Nutzung eine geringe Nachhallzeit in begrenzten Bereichen erfordert (Wohnzimmer, Schlafzimmer), dann wäre die richtige Anordnung der Ausströmöffnungen eine gewisse Verbesserung.

Dummerweise sind es meist die niedrigen Frequenzen, die schlecht bedämpft sind und diese strahlen dann vom Austritt (kleine Öffnung, große Wellenlänge) eine Kugelwelle ab. Gerichtetere Wellen lassen sich an der Reflexion wieder dämpfen (hängen also mehr vom Raum ab). Ausgeprägte Raummoden haben ihre Schalldruckmaxima frequenzabhängig an anderen Stellen, das kann man z.B. mit einem Lautsprecher (Bass), den man im Raum herumstellt testen.

Der Aufwand ohne Simulation einen Raum nachträglich zu verbessern, wenn nur kleine Maßnahmen möglich sind, ist enorm. Speziell für Konzertsäle wird die Simulation gemacht und da wird auch meist über die Decken gearbeitet.

Da ich mit meinem Schalldämpferprojekt gerade nicht so erfolgreich bin, denke ich ein wenig über 'active noise cancellation' nach. Das könnte wirklich super funktionieren, aber die zaubert sich leider auch nicht über Nacht aus dem Hut.

Wen's interessiert:
ico


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  •  Tomlinz
  •   Bronze-Award
21.11.2023  (#3)

zitat..
leitwolf schrieb: optisch ansprechende Maßnahmen, die das "akustische Raumklima" verbessern ... hier soll es um praktikable Lösungen gehen, die Raumakustik präventiv oder nachträglich zu verbessern

Vielleicht zum Start eine (Begriff-)Sammlung der gängigsten Produkte die es so zu kaufen gibt?

Absorber und Diffusor:
- Akustikpaneele (Holzlamellen). alle Holzsorten und Beizungen/Farben.

- Schaumstoff, in allen Formen und Farben . Eher auffällige Dekoobjekte.

- Akustikvliesplatten. Rund, eckig, gewellt.... meist einfärbig

- bespannte Holzrahmen mit (Stein/Schaf)Wolle oder Hanf dahinter. Front wahlweise gefärbt, gemustert oder auch als normales Bild getarnt. Eher unauffällig.

- Hanf/Torfplatten. Eher auffällige Dekoobjekte. Meist einfärbig.

-Moosbilder. ca. 5 Jahre haltbar.

- Akustik Diffusor. Meist aus dekorativem Holz und kunstvoll gestaltet. Natur-Holz in allen Sorten und Beizungen/Farben. Oder aus Schaumstoff in allen Farben.

- freistehende Schallabsorber. Eher aus der Büro-Ausstattung. mobil. z.b. Trennwand, Block, Säule.

- gelochte Trockenbauplatten (mit Wolle dahinter) für abgehängte Decken. Verschiedene Lochungen/Muster. 

- Wandpolster Wandkissen Filztapete. eher exotisch.

Der Vollständigkeit halber: Pflanzen, Teppiche, Vorhänge, Möbel ohne glatter Oberfläche haben ebenfalls einen positiven Effekt.

(Alle großflächigen Anwendungen von dämmenden Material auf der Decke schränkt die Funktion einer ev. vorhandenen BKA BKA [Betonkernaktivierung] ein)

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
22.11.2023  (#4)
Das ist ja schon einmal ein sehr guter Anfang des Threads!

Vom acitve noise cancelling habe ich schon vor ca. 15 Jahren gehört. Leider ist das nicht so einfach für wechselnde, breitbandige Geräusche realisierbar.

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  •  taliesin
  •   Gold-Award
22.11.2023  (#5)

zitat..
leitwolf schrieb: Vom acitve noise cancelling habe ich schon vor ca. 15 Jahren gehört.

15 Jahre sind in dieser (meiner) Branche ein bisserl wie, naja sagen wir nicht Steinzeit, vielleicht Bronzezeit emoji

zitat..
leitwolf schrieb: Leider ist das nicht so einfach für wechselnde, breitbandige Geräusche realisierbar.

Mir schwebt eine Kombi vor: Passiver Dämpfer für den Frequenzbereich über 500Hz (oder darunter) und ANC (hinter dem passiven Dämpfer) für darunter.
Damit wird der Lautsprecher relativ einfach (Tieftöner) und besonders groß muss er auch nicht sein, weil die Lautstärke ja recht gering ist, damit sollte er gut in ein 160er Rohr passen.

Leider ist die Anzahl (und Dauer) meiner spannenden Projekte immer deutlich höher als meine freie Zeit 🙃


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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
23.11.2023  (#6)
Bei dir ist ja offensichtlich der Weg das Ziel emoji und mich freut dieser Forschungsdrang. Vielleicht profitieren wir alle einmal davon, wenn du neue Lösungswege findest.

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  •  ManuelV
  •   Silber-Award
16.12.2023  (#7)
Vorhänge haben bei uns extrem viel gebracht, vor allem in den kleineren Zimmer, allerdings haben die auch ein Gewicht von ca. 500g/m2 und sind da noch weit weg von Akustik Vorhängen.
Akustikpaneele werden sicher auch einiges bringen...
Müssen noch unseren Gang angehen, vermutlich mit akustikbildern, vllt. Selbst gemacht mit Basotect Schaum. Mal sehen.

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