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Probleme mit Luftdichtheit, Schalldämmung usw. - Ursache Planziegel?

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  •  gk71188
21.2.2026 0
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Hallo zusammen,

nachdem unser EFH innen bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig ist und wir auch schon eine Zeit lang darin wohnen, sind leider einige Probleme aufgetreten, die mir ziemliches Kopfzerbrechen bereiten.

Erstens dürfte es ein Problem mit der Luftdichtheit geben, vor allem bei den Steckdosen ist ein kalter Luftzug wahrnehmbar, aber teilweise auch im Bereich der Sockelleisten. Bei kalten Außentemperaturen, also jetzt im Winter besonders stark. Im Fußbodenbereich spürt man einen stetigen Zug, was auf Dauer zu kalten Füßen führt.
Wenn draußen starker Wind geht, verstärkt sich der Zug auf der Seite von der der Wind kommt. Es dürfte also eindeutig eine Undichtigkeit von draußen her sein.

Zweitens ist das gesamte Haus extrem hellhörig, dies betrifft sowohl die Geräuschübetragung von draußen nach drinnen, als auch innerhalb des Hauses. Generell ist auch die Raumakustik sehr unangenehm (Echo, hallern, die Stimmen hören sich irgendwie "metallisch" an).
Eigentlich liegt unser Haus in einer sehr ruhigen Gegend mit wenig Verkehr und 30er Beschränkung. Trotzdem hört man jedes vorbeifahrende Auto, meistens schon bevor man es sieht. Selbst Gespräche von draußen, kann man im Haus teilweise mithören. Die Geräuschübertragung im Inneren zwischen den Räumen ist leider ebenso mangelhaft.

Ein weiteres Problem ist die Trittschallübertragung. Sobald jemand im Haus geht, hört man das im ganzen Haus. An manchen Stellen ist es stärker, an anderen Stellen weniger stark vorhanden.
Gefühlt ist es so, dass tiefe Töne besonders stark übertragen werden.

Das sind derzeit die größten Probleme, darüberhinaus gibt es noch weitere, auf die ich hier mal nicht weiter eingehen möchte.

Meine Vermutung ist jedenfalls, dass es zumindest teilweise mit den Planziegeln zu tun hat bzw. mit einer fehlerhaften Verarbeitung dieser.

Grundsätzlich zum Aufbau des Hauses:
Es wurde in Ziegelmassivbauweise errichtet, hauptsächlich mit Planziegeln von Wienerberger, 50er Außenwände mit dem Porotherm 50-20 H.i Plan (der H.i. wegen dem zumindest am Papier besseren Wärmeschutz gegenüber dem normalen 50er), die meisten tragenden Zwischenwände als 20er, die Garage mit einem 30er und eine Mauer (Übergang zu einem kälteren Bereich) mit einem 38er. Nur für die nicht tragenden 12er Zwischenwände wurden keine Planziegel verwendet, diese wurden konventiell gemauert (Porotherm 12/24-50 N+F mit Thermomörtel).
Die Planziegel wurden generell mit Dünnbettmörtel verklebt, jedoch nicht vollflächig "gedeckelt", sondern mit so einer Art Malerwalze aufgerollt. Die einzelnen Ziegelreihen sind also untereinander nicht verschlossen und die Luft kann in den Wänden frei zirkulieren. 
Ich habe damals bei den Verhandlungen mit der Baufirma zwar den Wunsch geäußert, dass die Planziegel mit vollflächiger, also "deckelnder" Dünnbettmörtelfuge gemauert werden sollen, habe aber leider nicht mit Nachdruck darauf bestanden. Die Baufirma war der Meinung, die Kosten für den dafür notwendigen Mörtelschlitten kann man sich sparen und so wurde es dann auch gemacht.

Bei Einwänden meinerseits während der Bauphase sind vom Maurer Aussagen gekommen wie zB. dass ich ohnehin einen 50er Ziegel habe, da brauche ich mir keine Sorgen machen, da kann nichts sein. Der Bauleiter hat leider hauptsächlich mit Abwesenheit geglänzt.

Nach einiger Recherche zum Thema Planziegel, Luftdichtigkeit usw., dazu gibt es ja auch hier einiges an Informationen zB. https://www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/moertelbaender.htm oder https://www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/dichtheit-massivbau.htm, und der daraus gewonnenen Erkenntnisse, habe ich nun den Verdacht, dass die festgestellten Probleme genau auf die unter den verlinkten Seiten angeführten Punkte zurückzuführen sind. 
Unter anderem habe mir auch die Verarbeitungsrichtlinien der Firma Wienerberger durchgelesen, und musste dabei leider feststellen, dass sehr viele Punkte daraus nicht eingehalten wurden. Da ich während der Rohbauphase die meiste Zeit auch selbst auf der Baustelle war, weiß ich recht gut darüber Bescheid, wie die Arbeiten ausgeführt wurden. 
Ich habe mich damals aber grundsätzlich auf die korrekte Ausführung durch die beauftragten Unternehmen verlassen und mich daher mit diesen Themen nicht weiter befasst. Im Nachhinein gesehen war das vermutlich ein Fehler.

Zum Teil habe ich die beteiligten Gewerke schon mit den Problemen konfrontiert, aber als "Laie" wird man leider nicht wirklich ernst genommen. Nachdem dann auch noch Aussagen gekommen sind wie zB. dass der Luftzug aus den Steckdosen auf den noch fehlenden Außenputz zurückzuführen sei oder in Bezug auf den meiner Meinung fehlenden Glattstrich an manchen Stellen, damit argumentiert wurde, dass der Glattstrich ja teilweise schon vorhanden sei und das immerhin besser sei, als bei manch anderen Baustellen, nach dem Motto "schlimmer gehts immer", habe ich das Gefühl, dass hier leider das Verständnis für die Problematik fehlt.
Dass die Gewerke einzeln beauftragt wurden, macht die Sache auch nicht leichter. Wie so oft will natürlich niemand schuld sein.

Weiters stellt sich mir auch die Frage, ob nicht die einzelnen Gewerke zumindest eine Hinweispflicht gehabt hätten?

Da ich kein Fachmann bin und es sich somit nur um Vermutungen meinerseits handelt, kann ich die Mängel nur schwer beweisen und argumentieren. Deshalb bin ich nun auf der Suche nach professioneller Unterstützung. Dabei ist es mir besonders wichtig, einen einzigen kompetenten Ansprechpartner für die Abwicklung aller notwendigen Themen zu haben, welche aus meiner Sicht folgende wären:
  • gewerksübergreifende Bestandsaufnahme
  • Identifikation und Dokumentation aller Probleme/Mängel
  • Abstimmung mit den betroffenen Unternehmen
  • Ausarbeiten und Planen von Behebungsmaßnahmen (soweit möglich) und Überwachung der ordnungsgemäßen Durchführung
  • Schadensbewertung von nicht behebbaren Mängeln
  • und falls notwendig Einforderung der Mängelbehebung und/oder Schadenersatz auf dem Klagsweg

Dafür wird zumindest vertieftes Wissen in Bezug auf die korrekte Verarbeitung von Planziegeln erforderlich sein, aber auch umfangreiches Wissen in möglichst vielen anderen Bereichen/Gewerken bzw. ein entsprechendes Netzwerk an Kontakten für die weitere technische und rechtliche Unterstützung. 
Als Beispiel dafür fällt mir der aus dem Fernsehen bekannte SV Hr. Nussbaum ein, aber es wird ja auch noch andere geben. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir Empfehlungen geben könntet, vielleicht jemand mit dem ihr selbst schon gute Erfahrungen gemacht habt?
Ich bin übrigens in der Nähe von Graz zuhause, vielleicht findet sich jemand in der Nähe.

Herzlichen Dank schon mal vorab für eure Unterstützung! Ich hoffe sehr auf diesem Weg einen Schritt weiterzukommen...



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