« Heizung, Lüftung, Klima

Planung Fußbodenheizung

Teilen: facebook    whatsapp    email
   
31.7. - 2.8.2022
15 Antworten | 6 Autoren 15
0
Ich plage mich mit der Planung der Auslegung der Fußbodenheizung bzw. der Bewertung der vorgelegten Auslegung des Installateurs (überall auch im Keller zwischen 15 und 10 cm Verlegeabstand).

Folgende Grundvoraussetzungen: Neubau, EFH, 3 beheizte Geschoße, Keller innerhalb der thermischen Hülle, RGKRGK [Ringgrabenkollektor], KWL, HWB SK ~17 kWh/m²a.

Ich schaffe mit G-E-Q und Loopcad keine wirklich ausgegliche Auslegung. Der Keller überhitzt selbst bei Verlegeabstand 60 cm, da das Obergeschoss eine Vorlauftemperatur von 35° bei 10 cm Verlegeabstand braucht:
 • Obergeschoss unter dem Dach nach oben offen mit Raumhöhen bis 5,7 m (Volumen 560 m³) und Wunschtemperatur 22°,
 • im EG 2,6 m (330 m³) und Wunschtemperatur 22°,
 • im Keller 2,4 m (300 m³) und Wunschtemperatur 18°.

Grundsätzlich habe ich ein paar Fragen zum Verständnis bzw. zur Rückversicherung für mich selbst:
 • Die einzelnen Heizkreise sollen immer gleich lang sein, das ist klar. Aber wie teilt man das Warmwasser am besten auf die Heizkreisverteiler auf. Sollte auch durch jeden Heizkreisverteiler in etwa gleich viel Wasser?
 • Sollen alle Heizkreisverteiler die gleiche Spreizung (delta T) haben? 
 • Soll die Summe der Heizkreise eines Verteilers gleich wie die Summe der jeweiligen anderen Verteiler sein?
 • Loopcad hat deutlich andere Heizlastangaben für die hohen Räume im OG (z.B. Wohnzimmer 2400 Watt, GEQ 1400 Watt), etwa 40% mehr als G-E-Q. Bei G-E-Q fließt die größere Raumhöhe bzw. das deutlich höhere Raumvolumen kaum in die Berechnung ein. Welcher Software kann man mehr vertrauen? 
 • Kann man ggf. das Kellergeschoss über den HKV vom EG mitfahren?
 • Der Installateur hat Heizkreislängen zwischen 40 und 120 m vorgelegt. Wie komme ich an eine ordentliche Auslegung der FBHFBH [Fußbodenheizung]?

1.8.2022 ( #1)
Also voll verpfuscht,  top.
Bei so einem Riesenraum im OG wären zusätzlich Decken bzw Wandheizung durchaus eine sinnvolle Ergänzung. 

1.8.2022 ( #2)


MalcolmX schrieb: Also voll verpfuscht,  top.

Noch ist alles möglich, da nichts verlegt wurde. Daher meine Fragen.

Deckenheizungen wären als Trockenbau-Ausführung im OG möglich. Ist halt schon ein ordentlicher Aufwand.

Gibt es noch Erfahrungen?

1.8.2022 ( #3)
Die Heizkreise sollten, wie du selber schon geschrieben hast, eine möglichst einheitliche Länge haben.
Kurze Kreise zusammenlegen, lange Kreise anders aufteilen sodass man bei +-10% Länge landet.

Fürs OG würde ich dringend mehr Oberfläche empfehlen,  35° Vorlauftemperatur im Neubau ist doch Wahnsinn. Das sind gleich mal 20% Mehrkosten beim heizen gegenüber einer optimalen Auslegung. 



1.8.2022 ( #4)
Also wenn der Keller in der Thermischen-Hülle ist brauchst bei 18° Wunschtemp. wahrsch. gar keinen Heizkreis aufdrehen bzw. nur minimal^^
Zum offenen OG: Dachflächenfenster mit solarem Eintrag vorhanden?
Muss die Wunschtemperatur alleine mit der Heizung erreicht werden oder kann notfalls auch mal ein kleiner Holzofen nachhelfen?

1.8.2022 ( #5)


MalcolmX schrieb: Fürs OG würde ich dringend mehr Oberfläche empfehlen

Haben im Bad Wandheizung verbaut.


MalcolmX schrieb: 35° Vorlauftemperatur im Neubau ist doch Wahnsinn.

Nehme an, dass sich die 35° VL auf das "worst case" Szenario - sprich draußen saukalt - beziehen. Meistens wird man das wahrscheinlich nicht brauchen. Mein Hauptproblem: Wenn ich lt. Energieausweis gehe, habe ich im Obergeschoss kaum zusätzliche Heizlast (und auch kein Problem) verglichen mit EG. Wenn ich es im LoopCad rechne, dann sehr wohl. Zumindest eine der beiden Varianten muss doch falsch sein? 
 


Puitl schrieb: kann notfalls auch mal ein kleiner Holzofen nachhelfen?

Der kann gerne nachhelfen, ist auch fix geplant. Nur verlassen möchte ich mich nicht drauf müssen. Wunschtemperatur sollte schon mit der Heizung möglich sein.


Puitl schrieb: Zum offenen OG: Dachflächenfenster mit solarem Eintrag vorhanden?

Gibt es. Etwa 4 m².

1.8.2022 ( #6)
Ja aber die VLT bei einem "guten Haus" ist im worst case Szenario vielleicht 27-28°, pro Grad hat man etwa 3% Effizienzverlust liest man häufig. Welches Rechenmodell zutrifft weiss ich nicht,  aber Wärme steigt auf und unsere Nachbarn mit riesigen Glasflächen in Süden und Westen haben Probleme ihr 6m hohes Wohnzimmer warmzukriegen.

1.8.2022 ( #7)
Schau mal auf flow30.de ;)

Mit den Techplaner kann man mittlerweile auch ganz gut die FBHFBH [Fußbodenheizung] planen wenn man sich damit auseinandersetzt 

Oder einfach einen proffesionellen Planer machen lassen, aber ich glaube Typen wie Skyme sind rar...

1.8.2022 ( #8)


Andreas90 schrieb: Oder einfach einen proffesionellen Planer machen lassen

Wo finde ich so jemand?


1.8.2022 ( #9)
Bei uns schimpft sich das tga planer sind aber auch viele schlechte dabei aber eigentlich kann das jeder gute Heizungsbauer

Ich würde einfach nach den Kriterien fragen und wenn er sagt machen wir eh ähnlich ist's nen guter

1.8.2022 ( #10)
Also Skyme ist ein guter Tipp....sonst kann ich mir kaum vorstellen dass das jemand anständig macht, wenn ja dann muss es einem die Arbeit auch wert sein 😉

Falls du keinen findest musst du wie ich mit "Bauchgefühl und Verstand" arbeiten...
Bei mir wars ein einfacher Grundriss und ich hab halt gewichtet:
- Gleich lange Kreislängen wie möglich
- Min. 10er Abstand, weniger wird schwer zu verlegen und bringt nicht wirklich viel mehr an Leistung...
- Raum der "normal warm" werden soll und z.B. nur am Boden 10er Abstand möglich ist, ist die Referenz
- Räume die mehr Wärme benötigen (z.B. Badezimmer oder Nordseitiger Raum ohne solaren Eintrag) mit mehr Heizflächen ausstatten.
- Räume die weniger Wärme brauchen z.B. auf 15er/20er Abstand gehen.
- Wenn wo die Raumnutzung noch nicht fix ist, rein was geht mit 10er Abstand und notfalls einen Kreis komplett abdrehen...

Auch die Kühlung mit einbeziehen: Hab z.B. in der Speis keine FBHFBH [Fußbodenheizung] gelegt...bei mir ist es dadurch im Winter wie gewünscht etwas kühler (wobei im Nachhinein hätt ich dort auch einfach einen Mini-Kreis rein legen sollen falls nötig...kostet dann ja nicht wirklich mehr), jetzt im Sommer wenn man passiv kühlt (was dein RGKRGK [Ringgrabenkollektor] auch kann) vermisse ich die FBHFBH [Fußbodenheizung] in der Speis....

1.8.2022 ( #11)
Aja da sind wir wieder bei der Energiewende, nur ein Typ der das anständig als Dienstleistung macht^^

Die Dunkelziffer ist hoffentlich ein wenig höher :)

2.8.2022 ( #12)


Andreas90 schrieb:

Aja da sind wir wieder bei der Energiewende, nur ein Typ der das anständig als Dienstleistung macht^^

Die Dunkelziffer ist hoffentlich ein wenig höher :)

Problem ist eher, dass 95% dem Installateur blind vertrauen, sich nicht informieren und Dienstleistungen "nichts kosten" dürfen. 


2.8.2022 ( #13)
Das ist doch generell beim Hausbau so da wird sich weniger informiert als bei jeden Autokauf, da geds eher um Farben, Materialien und das Gefühl ... 

Die paar Euro haben sich ruckzuck amortisiert, man muss bedenken das einen die FBHFBH [Fußbodenheizung] bleibt
ne Wärmepumpe kann nach 10 Jahren den Geist aufgeben und bei der Gelegenheit kann man teure Fehler wie Pufferspeicher ez. richten

Ich finde die flow30 Seite super weil man dann zum Heizungsbauer genau sagen kann was man will 
Und ich denke mir wenn er das nicht hinbekommt oder schlecht redet ist er vielleicht in anderen Bereichen auch nicht auf den Stand der Technik

Ich denke auch das es dank den WP WP [Wärmepumpe] Boom noch schlimmer wird

2.8.2022 ( #14)


Andreas90 schrieb:

Aja da sind wir wieder bei der Energiewende, nur ein Typ der das anständig als Dienstleistung macht^^

Bei HWB SK ~17 kWh/m²a passt der Weg schon 😀

Was für mich nicht zusammenpasst (aus dem OP):
 • überall auch im Keller zwischen 15 und 10 cm Verlegeabstand
 • KWL, HWB SK ~17 kWh/m²a
 • Obergeschoss eine Vorlauftemperatur von 35° bei 10 cm Verlegeabstand

Bei dem HWB und überall FBHFBH [Fußbodenheizung] mit 10-15cm VA kann ich mir keine 35° VL vorstellen. Ich denke da ist in der Rechnung irgendwo ein Fehler.

2.8.2022 ( #15)
Danke für die Antworten!


uhim schrieb: Ich denke da ist in der Rechnung irgendwo ein Fehler.

Wie erwähnt. EA und Loopcad rechnen deutlich unterschiedliche Heizlasten. Die 35° Vorlauf kommen von Loopcad bei 22° Raumtemperatur. Wobei ich nicht weiß, ob (und welchen) Werten ich vertrauen kann.

Ich bin gerade auf der Suche nach einer professionellen Planung, um hier weiterzukommen. Falls jemand Tipps hat, bin ich nicht böse.



Beitrag schreiben oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: Wechsel von Gas auf LWWP im Altbau
« Heizung-, Lüftung-, Klima-Forum