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Mogelpackung Energieausweis - durch fehlende PV - Seite 2

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  •  Redrose
23.4. - 24.4.2026
25 Antworten | 7 Autoren 25
25
Hallo zusammen. Vorab möchte ich erwähnen, dass Hausbau/Hauskauf für uns komplettes Neuland ist und wir dementsprechend sehr unsicher und unwissend noch sind was dieses Thema betrifft, daher suche ich hier Rat und Einschätzung ob unsere Annahme damit bestätigt ist.
Aktuell planen wir den Kauf einer Doppelhaushälfte in OÖ (Neubau, Bau erfolgt dieses Jahr im Sommer) eines Bauträgers und stoßen gerade auf eine, aus unserer Sicht etwas dubiose Konstellation, bezüglich Energieausweis und Finanzierung.

Die Fakten:
Im vorliegenden Planungs-Energieausweis ist eine PV-Anlage mit 4,5 kWp kWp [kWpeak, Spitzenleistung] (30 m² Modulfläche, monokristallin) mit allen technischen Details eingerechnet.
Dadurch wird ein fGEE-Wert von 0,69 erreicht.

Das Problem:
Der Bauträger bestätitgt uns wie schon geahnt,  dass die PV gar nicht vorgesehen ist, es werden nur "Vorbereitungen" für den Bau einer PV Anlage getroffen. Die Kosten für die Errichtung einer PV Anlage sind selbst zu tragen.
Im Exposé steht nichts von einer PV Anlage, eine detaillierte Baubeschreibung wird uns bisher nicht vorgelegt.

Nun zur Rolle des Finanzberaters:
Der Bauträger hat uns einen speziellen Finanzberater empfohlen, mit dem er eng zusammenarbeitet.
Dieser Berater hat uns bereits das Landesdarlehen OÖ (Wohnbauförderung) auf Basis dieses Energieausweises vorgerechnet.
Als ich ihn darauf ansprach, dass die PV laut Bauträger gar nicht gebaut wird (und somit der fGEE-Wert nicht stimmt oder nicht stimmen kann), reagierte er total ausweichend: Das wisse er nicht so genau, da müssten wir uns selbst beim Land OÖ erkundigen welche Fördervoraussetzungen da notwendig seien.

Meine Fragen an euch:
 
  • Hat das System? Es wirkt, als würden Bauträger und der "Haus-und-Hof-Finanzberater" hier gemeinsam ein Haus schönrechnen, um Förderungen vorzugaukeln, die rechtlich auf wackeligen Beinen stehen.
  • Ist der Energieausweis nicht ein offizielles Dokument, das die tatsächliche Beschaffenheit widerspiegeln muss? Oder gibt es da Grauzonen seitens des Bauträgers? Ist so eine Vorgehensweise seitens des Bauträgers üblich?
  • Hat jemand Erfahrung mit solchen „Mogelpackungen“? Kann ich vom Bauträger verlangen, dass er entweder die Anlage baut oder den Energieausweis ohne PV (ehrlich) neu rechnet, damit wir Planungssicherheit für die Finanzierung haben? 

Ich habe das Gefühl, hier in eine Falle zu tappen, bei der am Ende die Finanzierung platzt, weil die energetische Realität nicht zum Dokument passt.
Danke für eure Hilfe und Einschätzungen!
 

  •  Redrose
24.4.2026 18:56  (#21)

zitat..
Hausbauer2025 schrieb:

──────..
Hat das System? Es wirkt, als würden Bauträger und der "Haus-und-Hof-Finanzberater" hier gemeinsam ein Haus schönrechnen, um Förderungen vorzugaukeln, die rechtlich auf wackeligen Beinen stehen.
Ist der Energieausweis nicht ein offizielles Dokument, das die tatsächliche Beschaffenheit widerspiegeln muss? Oder gibt es da Grauzonen seitens des Bauträgers? Ist so eine Vorgehensweise seitens des Bauträgers üblich?
Hat jemand Erfahrung mit solchen „Mogelpackungen“? Kann ich vom Bauträger verlangen, dass er entweder die Anlage baut oder den Energieausweis ohne PV (ehrlich) neu rechnet, damit wir Planungssicherheit für die Finanzierung haben? 
───────────────

Der Energieausweis ist ein Gutachten. Der Bauträger ist verpflichtet, das Haus auf Basis des Energieausweises zu bauen (Sprich Material z.B. Ziegel dürfen zwar abweichen vom Planungsenergieausweis, müsser aber im U-Wert gleichwertig oder besser sein). Genauso verhält es sich mit der Haustechnik.

Du würdest m.E. (Privatmeinung) jede Klage gewinnen, wenn das Haus fertiggestellt ohne PV ausgebildet wurde und im Energieausweis eine ausgewiesen ist. Der Bauträger hat hier die volle Haftung zu übernehmen, auch die der Förderung.

Und ja es ist leider öfter der Fall dass mehrgeschossige Wohnbauten oder Reihenhäuser z.B. mit einem monovalentem Betrieb einer LWP LWP [Luftwärmepumpe] im Energieausweis bescheinigt werden. Dadurch gehen sich die Grenzwerte ohne PV-Anlage aus. Leider ist dies falsch/unwahr.

Sowas in der Richtung hatte ich mir auch schon gedacht, dass der Energieausweis auch ein offizielles Dokument ist wo man nicht einfach so mal abweichen kann🙈 auch wenn ich mich da als absolute Laie nicht besonders gut auskenne.Mag sein, dass es hier auch einige Grauzonen gibt.
Da aber das Ganze Projekt sehr untransparent schien, sprich bis heute haben wir noch keine genaue Leistungs- und Baubeschreibung erhalten. Lediglich das Exposé beinhaltet grobe Informationen. Eine Fixpreisgarantie wurde uns garantiert, aber nur mündlich. Genauso wie der Abriss des Altbestandes auf dem Grundstück der noch getätigt werden muss, wird auch, durch mündliche Bestätigung, von ihnen übernommen inklusive aller Entsorgungskosten. 
Und das alles um einen relativ günstigen Preis für eine zentrale Lage, wo Vergleichsprojekte in der Region wesentlich teurer sind. Irgendwie fragten wir uns schon zu Beginn wo ist hier der Haken. 
Zu dem PV Mysterium wurde uns nur seitens vom Bauträger gesagt bzw eine Gegenfrage gestellt ob eine PV Anlage seitens vom Land OÖ denn ein Muss wäre um das OÖ Landesdarlehen zu erhalten und er könnte uns ja einen korrigierten Energieausweis ohne PV Anlage schicken. Naja, da muss ich mich ja tatsächlich fragen ob das maximale Inkompetenz ist, sich als Verkäufer, nicht damit auszukennen oder eben strategisches Spiel ist um die Unerfahrenheit des Käufers auszunutzen. Wobei ich stark auf zweiteres tippe. Denn der Finanzberater, der hier scheinbar Hand in Hand mit dem Bauträger geht, hat sich auch unwissend gestellt, zwecks der Förderung in Kombi mit der fehlenden PV Anlage, aber beim unverbindlichen Erstgespräch hat er uns den Kredit unter Berücksichtigung des Landes Darlehens vorgerechnet und meinte auch dass das Projekt die Förderungsvorraussetzungen erfüllen würde.  
Grundsätzlich will ich mich nun gar nicht auf das Landesdarlehen hier aufhängen, aber so ein Verhalten ist für mich ein klares Stoppsignal und wirkt mehr als unseriös, daher werden wir von unserer Seite das Projekt nicht mehr näher verfolgen. Wer weiß was sich da noch während dem Bau auftun würde 🙈 

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  •  bautech
  •   Gold-Award
24.4.2026 19:14  (#22)

zitat..
Solarbuddys schrieb: Dann muessten aber ca 95% der Haeuser auch abgerissen werden weil Einreichplan und Realitaet sind oft 2 paar Schuhe 😀 

@­Solarbuddys:
Stimmt absolut, aber bei 95% der genannten 95% sind die Bauherren an den Änderungen (mit-)schuld - das ist im Fall des TE aber komplett anders. Er / sie bekommt etwas zum Verkauf angeboten wo er / sie im Vorfeld auf Unstimmigkeiten aufmerksam wurde.

Oder anders: die Solarkänguruhs wollen eine neue, geförderte Firmenpritsche (Förderung aufgrund des Mitarbeiterschutzes hinsichtlich Hitzeschutz, also Klimaanlage quasi unabdingbar) kaufen, der Verkäufer hüpft euch eine Klimaanlage im Auto vor und ihr seid voller Freude im Beutel unterwegs zur Chefin des Unternehmens - Firmenkundenkonditionen ausmachen und so...
Die Firmenchefin sagt euch "Natürlich könnt ihr eine Klimaanlage im Känguruhtransporter nachrüsten lassen, die Vorrichtung ist sowieso im Auto drin. Aber weniger kostet das Auto ohne Klimaanlage (was hier der Fördergrund wäre) trotzdem nicht...

Wäre das in eurem Sinne?

@Redrose 
An deiner Stelle würd ich hier
a) die Reißleine ziehen und mir was anderes suchen oder 
b) den offenen Konflikt suchen, den Bauträger damit konfrontieren und aktiv die förderfähige Ausführung entsprechend Energieausweis einfordern.

a) ist sicher einfacher

b) erfordert einiges an Nerven und ziemlich sicher Hintergrundwissen. Wenn's dumm hergeht braucht man auch noch juristische Unterstützung um seinen Willen durchzusetzen...




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Hallo Redrose,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Mogelpackung Energieausweis - durch fehlende PV

  •  Redrose
24.4.2026 20:39  (#23)

zitat..
bautech schrieb:

──────..
Solarbuddys schrieb: Dann muessten aber ca 95% der Haeuser auch abgerissen werden weil Einreichplan und Realitaet sind oft 2 paar Schuhe 😀 
───────────────

@­Solarbuddys:

Stimmt absolut, aber bei 95% der genannten 95% sind die Bauherren an den Änderungen (mit-)schuld - das ist im Fall des TE aber komplett anders. Er / sie bekommt etwas zum Verkauf angeboten wo er / sie im Vorfeld auf Unstimmigkeiten aufmerksam wurde.

Oder anders: die Solarkänguruhs wollen eine neue, geförderte Firmenpritsche (Förderung aufgrund des Mitarbeiterschutzes hinsichtlich Hitzeschutz, also Klimaanlage quasi unabdingbar) kaufen, der Verkäufer hüpft euch eine Klimaanlage im Auto vor und ihr seid voller Freude im Beutel unterwegs zur Chefin des Unternehmens - Firmenkundenkonditionen ausmachen und so...
Die Firmenchefin sagt euch "Natürlich könnt ihr eine Klimaanlage im Känguruhtransporter nachrüsten lassen, die Vorrichtung ist sowieso im Auto drin. Aber weniger kostet das Auto ohne Klimaanlage (was hier der Fördergrund wäre) trotzdem nicht...

Wäre das in eurem Sinne?

@Redrose 
An deiner Stelle würd ich hier
a) die Reißleine ziehen und mir was anderes suchen oder 
b) den offenen Konflikt suchen, den Bauträger damit konfrontieren und aktiv die förderfähige Ausführung entsprechend Energieausweis einfordern.

a) ist sicher einfacher

b) erfordert einiges an Nerven und ziemlich sicher Hintergrundwissen. Wenn's dumm hergeht braucht man auch noch juristische Unterstützung um seinen Willen durchzusetzen...

Denke auch dass Variante A auf jeden Fall mehr Nerven ersparen würde.




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  •  Akani
24.4.2026 21:23  (#24)
Richtige Entscheidung

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  •  Solarbuddys
  •   Gold-Award
24.4.2026 21:57  (#25)

zitat..
bautech schrieb:

──────..
Solarbuddys schrieb: Dann muessten aber ca 95% der Haeuser auch abgerissen werden weil Einreichplan und Realitaet sind oft 2 paar Schuhe 😀 
───────────────

@­Solarbuddys:

Stimmt absolut, aber bei 95% der genannten 95% sind die Bauherren an den Änderungen (mit-)schuld - das ist im Fall des TE aber komplett anders. Er / sie bekommt etwas zum Verkauf angeboten wo er / sie im Vorfeld auf Unstimmigkeiten aufmerksam wurde.

Oder anders: die Solarkänguruhs wollen eine neue, geförderte Firmenpritsche (Förderung aufgrund des Mitarbeiterschutzes hinsichtlich Hitzeschutz, also Klimaanlage quasi unabdingbar) kaufen, der Verkäufer hüpft euch eine Klimaanlage im Auto vor und ihr seid voller Freude im Beutel unterwegs zur Chefin des Unternehmens - Firmenkundenkonditionen ausmachen und so...
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Wäre das in eurem Sinne?

@Redrose 
An deiner Stelle würd ich hier
a) die Reißleine ziehen und mir was anderes suchen oder 
b) den offenen Konflikt suchen, den Bauträger damit konfrontieren und aktiv die förderfähige Ausführung entsprechend Energieausweis einfordern.

a) ist sicher einfacher

b) erfordert einiges an Nerven und ziemlich sicher Hintergrundwissen. Wenn's dumm hergeht braucht man auch noch juristische Unterstützung um seinen Willen durchzusetzen...

+1 zu Reißleine - sag ich ja Bauchgefühl, es gibt nichts besser , keine KI, Zahlen wird jemals so intuitiv sein wie das Bauchgefühl - gibt sicher ein hippes cooles neues Modewort dafür - ich bleib bei Bauchgefühl 😇


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